Verfasste Forenbeiträge
-
AutorBeiträge
-
Wow, das ist ja ein super Link, danke escargot fürs Teilen
Liebe Grüße, Isa
Liebe Molly, danke für deine Worte!
toll, dass du dich gut einschätzen kannst. Ich finde auch sehr gut, dass du deine Meinung vertrittst. Jeder Mensch hat Recht auf seine Meinung. Es kommt nur auf das wie ich sie äußere an und ich finde, du warst und bist immer äußerst kollegial. Hab keine Angst vor den Reaktionen der anderen! Aber verstehen kann ich dich, hab auch oft Angst vor den Reaktionen anderer.
Dass ich so ein guter Mensch sein will, das liegt wahrscheinlich am Ballett. Man will und das von klein auf, Perfektion erreichen und erreicht sie gefühlt fast nie. Immer gibt es jemanden, der einen korrigiert. Ich mach das auch mit meinen Schülern, zwar lobe ich ganz oft, was meine alten Lehrer fast nie getan haben, das ist so ein Usus im Ballett leider), aber ich habe immer was zu korrigieren. Und so will man als Kind erst mal dem Lehrer gefallen und später will man für sich selbst, bzw für die Bühne oder den Zuschauer Perfektion erreichen. Ich war an einer renommierten Ballettakademie, das allein hätte mich schon freuen können, aber nein, ich wollte immer noch besser werden, ein Ziel habe ich nie erreicht, es ging immer weiter. Ich glaube, dass ich mein ganzes Leben dieses Ziel erreichen wollte, aber es gibt kein Ende. So bin ich nie gut genug, nie nett genug, nie…….alles gut genug. Und die Besucher hauen stets in die gleiche Kerbe, aber gut, ich fange an zu zweifeln.
Ein Identitätsproblem glaub ich haben viele. Auch viele Jugendliche. Da ich mit Jugendlichen arbeite, sehe ich regelmäßig wie sie sich ausprobieren, ihren Weg suchen, mal sind sie besonders keck, dann wieder sehr zurückgezogen. Im Erwachsenenalter sind sie dann ausgeglichener. Das mag vereinfacht ausgedrückt sein.
Bei mir denke ich, dass ich in diesem jugendlichen Identitätsproblem stecken geblieben bin. Meine erste Psychose brach aus, als ich so ca. 17 Jahre alt war. Davor hatte ich aber schon gewaltige Probleme. Zum ersten Mal in der Psychiatrie war ich mit 18/19. Die Stimmen waren so beeinträchtigend, dass ich alles getan habe, was sie von mir verlangt haben. Ich war nicht mehr ich selbst. Aber wer war ich denn überhaupt? Ich hatte noch überhaupt nicht meinen Weg gefunden wie „normale“ Jugendliche, ich war auf der Suche. Und das bin ich noch heute. Mir scheint, ich bin damals auf der Suche nach mir selbst steckengeblieben. Die Stimmen sagen was, ich glaube es oder zumindest kratzt es gewaltig an meinem Selbstwertgefühl. Ich weiß dann nicht mehr, wer ich bin oder was ich soll. Oder ich glaube, dass ich ein böses Schnitzel bin, das kein Recht auf Leben hat. Insofern identifiziere ich mich mit dem Bösen. Aber man ist ja nie nur eins, nur böse oder nur gut.
Tatsächlich habe ich ein großes Problem, mich selbst einzuordnen, die einzige Zuordnung die ich habe, ich bin schizophren. Zumindest wird mir das gesagt. Selbst das fällt mir schwer zu glauben, aber nach fast 39 Jahren sollte ich es wohl mal akzeptieren. Ich merke, ich schweife ab, es kommen ziemlich viele Gedanken zum Thema Identität. Aber damals wie heute stelle ich mir die Frage: wer bin ich überhaupt? Wenn ich psychotisch bin, dann ist es ganz klar, ich bin ein böses Schnitzel. Wenn es mir besser geht, dann weiß ich, dass das nicht alles ist. Wir sind so facettenreich. Aber was aus dem Spektrum der Vielfältigkeit bin ich?
So diese Frage kann ich mir selbst nicht beantworten, vielleicht beschäfigt mich auch viel mehr mein Alltag, den es zu bewältigen gilt.
Hallo Samsara, das ist aber hart von deinem Arzt, dass er sagt, du sollst lernen mit den Medis umzugehen.
Na gut, meiner lässt sich auch nicht auf eine Diskussion ein, was die Spritze betrifft, aber immerhin ist er bereit, dass ich ein neues Medikament bekommen kann, wenn ich das alte nicht mehr möchte.
Ich hatte auch mal 450 mg Leponex und ich fühlte mich wie ein Zombie. Das war für mich Grund genug abzusetzen. Leider wurde ich wieder psychotisch. Dann bekam ich aber ein anderes Medikament.
Hast du denn schon Erfahrungen mit anderen Medis?
Ich würde versuchen, ein ernsthaftes Gespräch mit dem Arzt zu führen und mich nicht abwimmeln lassen.
Alles Gute und liebe Grüße,
IsaKann verstehen, dass du das Leponex nicht magst. Ich mochte es auch nicht. Nach zwei gruseligen Leponexjahren bekam ich dann was anderes. Bist du denn momentan in der Klinik, dass du die Tabletten in die Toilette wirfst?
Läßt dein Arzt nicht mit sich reden?
Bei mir hat eine Stunde Osteopathie ca. 80 Euro gekostet. Und die KK hat 80 Prozent davon übernommen.
Ich war auch schon beim Osteopathen wegen meiner Knieschmerzen. Die Krankenkasse hat 80 Prozent der Kosten übernommen. Ich fand es sehr angenehm, manchmal auch etwas schmerzhaft, aber hat gut getan insgesamt.
Ich bin ja schon ein älteres Semester. Anfang der 80ziger Jahre wurde ich mit hohen Dosen Haldol behandelt. Ich hatte Blickkrämpfe und Fußkrämpfe, ruinierte mir dabei die Sprunggelenke (mit dem Tanzen war es eh schon aus) und bekam dagegen Akineton.
Später in einer anderen Klinik bekam ich Fluanxol, von dem bekam ich auch Blickkrämpfe, wieder Akineton, aber nur bei Bedarf. All die Jahre in denen ich in den 80ziger krank war, bekam ich Haldol oder Fluanxol Depot.
Dann war ich von 1993 bis 2003 ohne Medis symptomfrei. Erst 2003 kam ich mit atypischen NL´s in Kontakt. Zuerst Zyprexa mit Seroquel, später Risperdal Consta, dann Clozapin mit Solian, dann wieder Zyprexa, dann wieder mal Haldol, dann Ciatyl mit Haldol, dann Serdolect mit Clozapin, dann nur Quetiapin. Ich hatte unangenehme Nebenwirkungen von allen atypischen NL´s, deshalb bekomme ich jetzt seit drei Jahren Abilify maintena (Depot) mit Quetiapin und Risperdal (welches ich aber gerade runterdosiert habe). Ich möchte nur ein Medi (Abilify) und das zweite (Quetiapin) nur zum Schlafen. Scheinbar reicht das Abilify aber nicht ganz aus, denn ich habe wieder Symptome.
Vom Abilify habe ich, oder vielleicht sind es auch Spätdyskinesien von den alten NL´s aus den frühen Jahren, einen Handtremor, der derzeit in der Neurologie in Großhadern untersucht wird.
Mir geht’s aber wie escargot, ich will unbedingt nur ein Medi auch wenn ich Symptome habe, ich versuche mit anderen Hilfen, sie in den Griff zu bekommen. Z.B. habe ich einen Psychotherapeuten, eine Soziotherapeutin, die auch viel mit mir redet, gehe in eine Gruppe der Klinik, spiele Inklusions-Theater und habe ein gutes Netz insgesamt durch die PIA der Klinik.
Haldol habe ich eigentlich in niedriger Dosierung in der Klink im letzen Jahr als sehr hilfreich empfunden, weil die Symptome damit relativ schnell weggingen. Dennoch hab ich Angst, dass es die Spätdyskinesien auslöst, bzw. verstärkt.
So das war mein Wort zum Sonntag:) Sorry für den langen Text.
Danke für die Erklärung, Prof. Klimke! Das ist ja geschichtlich sehr interessant und klärt auf und verhindert so, hoffentlich, die falschen Informationen, die verbreitet werden.
Meine Meinung: so ungern ich sie nehme die Medikamente, sie haben doch geholfen in den letzten Jahrzehnten, dass man wie noch vor 50 Jahren, nicht mehr dauerhaft untergebracht wird. Jedenfalls in vielen Fällen.
Danke euch allen für die Antworten.
Ich sehe es auch so, dass es, zwar fließende, Grenzen gibt, d.h. dass es nicht unbedingt psychotisch ist, Stimmen zu hören. Mein Anliegen ist es, die Grenzen zu erkennen, um nicht überschwemmt zu werden von psychotischen Gedankenströmen. Dieses Mal scheint mir das gelungen zu sein, warum bin ich mir noch nicht sicher. Doch ich konnte die letzten zwei Wochen überstehen, ohne wirklich psychotisch zu werden. So mein Gefühl, dass ich nicht psychotisch war. Klar, der Leidensdruck war enorm hoch, aber ich bin nicht abgerutscht.
Was du escargot sagst, dass dein Psych. meint, du wärst jedes Mal psychotisch, wenn du was hörst, kann ich so nicht für mich bestätigen. Deine Bezeichnung Phänomen finde ich sehr treffend.
Alles in allem bin ich, glaub ich, der Psychose gerade nochmal von der Schippe gehüpft, auch wenn ich immer noch leise die Besucher höre.
Trotzdem würde es mich weiterhin interessieren, was ihr dazu denkt, ist Stimmenhören psychotisch oder nicht? Leidensdruck allein kann ja nicht ausschlaggebend sein, denn wenn die Stimmen positiv sind können sie ja mitunter zu einem Hochgefühl führen. Meine sind leider nur negativ, aber ich hatte mal eine Zeit, wo ich sie positiv wahrnahm, Engelsstimmen und da war ich so was von aufgedreht und direkt glücklich. Wie sich sowas ändern kann…….
Danke, escargot, das ist ja sehr interessant.
Demnach hat Aripiprazol einen starken Anteil des D2 Rezeptors und somit (angeblich) eine hohe antipsychotische Wirkung. Weiß nicht, ob man das so vereinfacht sagen kann, aber ich höre ja immer wieder in den Foren, das A. nicht stark genug wirkt. Laut dieser Darstellung deines Links ist es aber genau umgekehrt. Sicher gehören dann noch andere Faktoren dazu, aber so habe ich es erst mal verstanden.
Danke auch von mir, Herr Prof. Klimke!
Ich finde, so eine Erklärung ist sehr hilfreich.
Liebe Grüße, Isa
Also ich habe ein Mantra, das sozusagen immer die gleichen Worte wiederholt ohne Punkt und ohne Komma. Dann gibt es da noch die Stimmen, die aus Körperteilen von mir kommen, die mit mir sprechen, bzw. über mich sprechen. Die sagen dann, sie sollte sich umbringen, weil sie so ein böser Mensch ist…..oder ähnliches, die reden dann miteinander über mich. Wenn ich was dazu sage, dann machen sie sich lustig über mich.
Es ist sehr schwer zu ertragen, vor allem weil ich dann so abgelenkt bin. Soll ich jemandem zuhören, also einer realen Person, dann vermischen sich die Stimmen und ich muss mich dann sehr konzentrieren, wem ich denn nun eigentlich zuhören soll und es entsteht Chaos.
Mich machen die Stimmen sehr sehr traurig, weil sie nichts Gutes über mich sagen, sondern nur Schlechtes und mein Selbstwertgefühl geht dabei immer mehr in den Keller. Wenn ich dann psychotisch werde, dann mache ich alles was sie sagen, weil ich dann der Meinung bin, dass sie recht haben. Solange ich mich aber abgrenzen kann, geht es einigermaßen. Ist dann zwar nicht schön, aber ich gerate nicht in Lebensgefahr.
-
AutorBeiträge