Zum Thema Kunst und Kreativität möchte ich gern eine Aufzeichnung teilen, die im Rahmen der Mental Health Awareness Week 2022 (MHAW2022) der Max‑Planck‑Gesellschaft entstanden ist. An der Planung und Umsetzung dieser Woche war ich als Gesamtkoordinatorin beteiligt.
Der Vortrag stammt von PD Dr. Thomas Röske, dem Leiter der Sammlung Prinzhorn an der Universitätsklinik Heidelberg. Er beschäftigt sich seit vielen Jahren mit künstlerischen Ausdrucksformen von Menschen in psychischen Ausnahmesituationen.
Titel: Warum werden Menschen in psychischen Krisen künstlerisch kreativ?
Abstract:
Nicht erst seit es Kunsttherapie und Offene Ateliers gibt, malen, zeichnen, dichten einige Menschen in psychischen Ausnahmezuständen oder suchen andere künstlerische Ausdrucksformen, auch wenn sie keine künstlerische Ausbildung haben, und schaffen dabei oftmals ungewöhnlich Originelles. Erst seit dem Ende des 19. Jahrhunderts wurden aber Beispiele von „Irrenkunst“ aufgehoben, zunächst aus diagnostischem Interesse, bald auch aus ästhetischem. Heute werden entsprechende Werke zumeist als Art brut oder Outsider Art im Kunstbetrieb ausgestellt und gehandelt.
Der Vortrag trägt an Beispielen die Beweggründe für künstlerisches Schaffen in psychischen Krisen zusammen und vergleicht dabei historischen Anstaltskunst mit aktuellen Werken.