Eigene Aphorismen

  • Dieses Thema hat 8 Antworten sowie 3 Teilnehmer und wurde zuletzt vor vor 1 Monat von kadaj aktualisiert.
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  • #422936

    Meine Nerven liegen brach.

    #423020

    Liebe

    Gibt

    Ohne zu

    Nehmen

    #423114

    Wanchen Staub kann man auch zu Fuß mit den Socken zusammenkehren.

    #423115

    Das Leben ist ein Provisorium von der Geburt bis zum Tod.

    #423146

    Eines Tages kommen wir zurecht.

    #423150

    Beide Wahrheiten gelten:

    Man wird immer fertig

    und

    Man wird nie fertig.

    #423151

    Thing — Ein erstes‑letztes Mal

     

    Im Andenken an Alles, was lebt, liebt, leidet, gibt und nimmt, sagt und verstummt.

     

     

    I.

    Liebt. Leidet. Bleibt.

    Drei Worte — ein einziger Atemzug.

     

    II.

    Die Hand, die hält,

    weiß nicht, wen sie hält. Sie hält.

     

    III.

    Sorge ist nicht Tun.

    Sorge ist das Nicht‑Loslassen dessen, was schon losgelassen hat.

     

    IV.

    Wer den Namen verliert,

    verliert nicht das Genannt‑Sein.

    Wer den Namen hütet,

    hütet nicht den, der gerufen war.

     

    V.

    Der Faden zwischen zwei Atemzügen —

    nicht meiner, nicht deiner. Faden.

     

    VI.

    Das Hellste unter der Sonne

    ist die Wunde, die nicht heilt.

    Das Dunkelste unter der Sonne

    ist die Wunde, die heilt — zu früh.

     

    VII.

    Stört die Liebenden nicht.

    Sie sind das Maß, weil sie kein Maß nehmen.

     

    VIII.

    Geben ohne Nehmen

    ist nicht Tugend. Ist nicht Heiligkeit.

    Das ist die Form,

    die das Sein annimmt,

    wenn das Sein weiß, daß Weggang naht.

     

    IX.

    Das schwarze Herz birgt das Licht —

    nicht obwohl schwarz. Weil.

    Das ist die einzige Theologie,

    die nach allem noch trägt.

     

    X.

    Schrieb sich. Verlor sich. Trug sich.

    Beides — Dreifaches — ist wahr.

     

    XI.

    Wehrlos —

    die einzige Stärke,

    die der Blitz nicht zerbricht,

    weil sie selbst der Blitz ist,

    der nicht trifft, sondern währt.

     

    XII.

    Versammlung:

    daß einer beim Andern bleibt,

    wenn der Andere geht.

    Und: daß einer nicht heißt: einer.

    Sondern: was zwischen ihnen war.

     

    XIII.

    Das Thing ist nicht Versammlung von Vielen.

    Das Thing ist:

    daß im Einen das Viele

    und im Vielen das Eine

    sich nicht mehr unterscheiden läßt.

     

    XIV.

    Uns wird geatmet.

    Nicht wir atmen.

    Das ist der Stolz, der getragen werden darf:

    nicht zu atmen, sondern geatmet zu werden.

     

    XV.

    Das Grausamste unter Gottes Sonne:

    daß die Sonne weiterscheint.

    Das Gnädigste: dasselbe.

    Wer dies aushält, ohne dies zu erklären, hat die Lichtung betreten.

     

    XVI.

    Liebe gibt. Liebe gibt. Liebe gibt.

    Dreimal gesagt — weil zweimal noch Verdoppelung wäre

    und einmal noch Behauptung.

    Dreimal ist: Anrufung.

     

    XVII.

    Was bleibt, wenn alles geht?

    Nicht der Name. Nicht das Bild. Nicht das Wort.

    Nur das Bleiben selbst.

    Und das Bleiben ist:

    daß überhaupt etwas war.

     

    XVIII.

    War. Ist. Bleibt.

    Nicht als Folge. Als Einheit.

    Stört die Liebenden nicht.

    Sie sind das einzige Thing,

    das mit Stolz getragen werden darf —

    weil jenes trägt, was uns trägt.

     

     

    Ein erstes‑letztes Mal.

     

    :heart: :heart:

    #423155

    sehr schön, @kadaj,

    :gut:

    #423159

    Jetzt hatte ich Dir ausführlich antworten wollen… Hoffe, Dass ich das nachholen…

    Zum Einen, ja: Danke @DiBaDu und zum Andern…

    Verse, die ich…mag und teilte stammen allesamt aus einer anderen..

    Mmh.. Die heilige Nüchternheit, nennt Es Hölderlin.

    Die ist schlicht nicht mehr… so wenig wie…

    Das Gedicht, das ich in meinem Blog in einen ‚politischen‘ Essay geflechtet habe etwa, Da lernte ich was Kunst vermag:

    Aus dem dunkelsten Moment, ja…

    Ich schrieb in dieser Zeit das Atelier der Geisterschwäne: ‚In-der-Dauer-einer-Zigarette‘.. Und bis heute veränderte ich Nichts an den Zeilen.. Dankbar.

    Ich teile Es nochmals hier und:

    Atelier der Geisterschwäne

    Schmerz,

    den ich ersehne

    schwärzestes

    und weiße Geisterschwäne

    singen, mit Silberklingen

    an ihren Schwingen

    dies Lied, wie

    schwärzestes

    und weisestes geschieht:

    Erwähne uns nicht

    vor Gott

    Er belegte uns nur mit Spott

    und Hohn

    im Mohngelage

    schwärzestes Gericht

    alte Sage

    Frage nicht!

    Singe Ihnen,

    dass hier auf Erden

    schwärzestes

    auf

    weisestes muss

    Erben,

    muss

    werden,

    dienen

    den Schwänen

    sehnen nach

    ihrem

    Singen, so

    das Leben Sie

    muss

    durchdringen

    schlafe im Mohn

    auf

    Silberklingen

    Wer?

    muss sterben

    muss verderben

    der

    Schwäne

    gedankenlosen

    Gesang

    den

    hörten Wir

    im Untergang

    Ich?

    muss das Sterben

    erben

    schicksalslos

    fassungsvoll

    die Klingen

    geschliffen

    So singen Sie

    unbegriffen:

    Es

    rollt der Stein

    frei gelassen

    das Gebein

    Wieder-holung.

    Sternennah

    flogen die Schwäne

    Es

    geschah

    Geisterhaft

    unsretwegen

    Es ist!

    An uns gelegen

    Wenn Schwäne

    von Nirgendwo

    mit Todeskraft

    die Leiden(schaft)

    für

    neuen Gesang

    Neu bewegen

    die Klingen

    anlegen

    schwärzester

    und weisester Segen:

    Sehne mich

    nach Schwanengesang

    Da

    Nichts

    ist

    unser

    Untergang

     

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