Typische Neuroleptika

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  • Dieses Thema hat 17 Antworten und 9 Teilnehmer, und wurde zuletzt aktualisiert vor 5 Jahre, 3 Monate von Anonym.
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  • #848

    Wie kommt Ihr mit ihnen zurecht? Ich bin gerade bei Fluanxol zum einschleichen. Ich habe das Gefühl, dass man der Pharmaindustrie auf den Leim gegangen ist, mit den Atypischen Antipsychotika. Möchte aber gleichzeitig nichts behaupten. Wie denkt Ihr drüber?

    #853

    Lieber die atypischen N’s, als die typischen.

    #858

    Kennst Du Dich aus Schlendrian? Hast Du schon mal eins probiert?

    #861

    Es ist ja bekannt, dass die Gefahr für Spätdyskinesien um ein wesentliches höher ist, als unter atypischen Neuroleptika. Das wäre für mich schon nen Grund nur zu atypischen N’s zu greifen. Ich bekam schon unter Zeldox ne Spätdyskinesie am Daumen. Ich will nicht wissen, wie es unter typischen N’s dann ist!

    Ich denke es gibt auch gute wirksame atypische N’s. Im Notfall immer Clozapin.

    #863

    Ich muss ehrlicherweise sagen, dass ich eher vor Diabetes und Übergewicht Angst habe, als vor Spätdyskinesien.

    #864

    Naja, davor habe ich auch Angst. Aber dagegen kann man ja etwas tun (Sport, Ernährung). Spätdysinesien kommen einfach und man kann gar nichts dagegen tun. Man kann auch nicht vorbeugen.

    #865

    Ich weiß. Is alles schlecht.

    #1173

    ich nehme seit jahren das atypische quetiapin (retard) u komme mittlerweile gut damit zurecht. ich habe aber das glück, dass meine tante, die heilpraktikerin ist, mich energetisch aufgepeppelt hat. d.h. die negativsymptomatik zeigt sich nicht mehr. aber ich bewege mich auch täglich (waldspaziergang mit hündin) u mache wieder hirntraining (auch täglich), weil ich extrem vergesslich geworden bin. die verstopfung lässt sich tatsächlich mit ernährung in den griff kriegen (viel obst, gemüse u leinsamen, geschrotet). während meiner schwangerschaft mußte ich damals das typische neuroleptikum haldol nehmen u da sage ich: nie wieder!!! ein sabbernder, starr-wandelnder u vor allem ängstlich-hohlbirniger zombie war ich da…
    wegen dieser erfahrungen fällt mein urteil eher positiv für die atypischen aus.
    mir geht es wirklich relativ gut, aber die beste therapie war/ist wohl mein jetziges leben in meiner kleinfamilie mit ihren beständigen emotionalen bindungen. das hat meinem schizo-liebeswahn den (hinter-)grund geraubt. auch da habe ich wohl glück gehabt (danke an meinen mann! ohne ihn, gäbe es meine familie mit unseren kindern nicht).
    oft hilft es wirklich lösungsorientiert an die probleme ranzugehen: vergesslichkeit? hirntraining! depressiver bewegungsmangel? regelmäßig rausgehen in die natur…
    die lösungen sind da aber sicher von persönlichkeit zu persönlichkeit verschieden. ausprobieren!
    bei einsamkeit, einhergehend mit einer kontaktunfähigkeit (“ich will kontakte zu menschen, bin aber irgendwie nicht bindungsfähig”) sieht es natürlich erheblich schwieriger aus. da ist vielleicht profi-hilfe angesagt…

    #1297
    Dot

      Als ich zu ersten mal in der Psychiatrie war, bekam ich kurzfristig Haloperidol. Danach wurde ich auf Olanzapin eingestellt. Ich muss sagen, dass es mir danach deutlich besser ging. Ich bin dann nach einer ganzen Weile auf Aripiprazol umgestellt worden, leider hab ich das überhaupt nicht vertragen. Fand ich sehr schade. Der Versuch war es aber bestimmt wert unternommen zu werden.
      Dann haben wir es mit Ziprasidon versucht, davon bekam ich ständig EPS. In der Zeit habe ich relativ viel Akineton genommen, die Nebenwirkungen ließen aber nicht nach. Letzten Endes haben wir dann auf Risperidon gesetzt und das habe ich ganz gut vertragen. Seitdem hat mich das EPS nicht mehr geplagt.
      Ich kann nicht behaupten, dass ich dass Haldol besonders toll fand, aber Aripiprazol und Ziprasidon vertrage ich leider überhaupt nicht. Quetiapin und Risperidon dagegen viel besser, auch viel besser als Haldol.

      Insofern habe ich die Erfahrung gemacht, dass man die Atypika nicht so leicht über einen Kamm scheren kann und ein bestimmtes Typisches deutlich besser vertragen werde kann sein als ein bestimmtes Atypisches.

      #1938

      dot, was ist denn EPS?

      #2014

      Extrapyrimadale Störungen soviel wie Bewegungsstörungen…

      #2116
      Isa

        Ich bin ja schon ein älteres Semester. Anfang der 80ziger Jahre wurde ich mit hohen Dosen Haldol behandelt. Ich hatte Blickkrämpfe und Fußkrämpfe, ruinierte mir dabei die Sprunggelenke (mit dem Tanzen war es eh schon aus) und bekam dagegen Akineton.

        Später in einer anderen Klinik bekam ich Fluanxol, von dem bekam ich auch Blickkrämpfe, wieder Akineton, aber nur bei Bedarf. All die Jahre in denen ich in den 80ziger krank war, bekam ich Haldol oder Fluanxol Depot.

        Dann war ich von 1993 bis 2003 ohne Medis symptomfrei. Erst 2003 kam ich mit atypischen NL´s in Kontakt. Zuerst Zyprexa mit Seroquel, später Risperdal Consta, dann Clozapin mit Solian, dann wieder Zyprexa, dann wieder mal Haldol, dann Ciatyl mit Haldol, dann Serdolect mit Clozapin, dann nur Quetiapin. Ich hatte unangenehme Nebenwirkungen von allen atypischen NL´s, deshalb bekomme ich jetzt seit drei Jahren Abilify maintena (Depot) mit Quetiapin und Risperdal (welches ich aber gerade runterdosiert habe). Ich möchte nur ein Medi (Abilify) und das zweite (Quetiapin) nur zum Schlafen. Scheinbar reicht das Abilify aber nicht ganz aus, denn ich habe wieder Symptome.

        Vom Abilify habe ich, oder vielleicht sind es auch Spätdyskinesien von den alten NL´s aus den frühen Jahren, einen Handtremor, der derzeit in der Neurologie in Großhadern untersucht wird.

        Mir geht’s aber wie escargot, ich will unbedingt nur ein Medi auch wenn ich Symptome habe, ich versuche mit anderen Hilfen, sie in den Griff zu bekommen. Z.B. habe ich einen Psychotherapeuten, eine Soziotherapeutin, die auch viel mit mir redet, gehe in eine Gruppe der Klinik, spiele Inklusions-Theater und habe ein gutes Netz insgesamt durch die PIA der Klinik.

        Haldol habe ich eigentlich in niedriger Dosierung in der Klink im letzen Jahr als sehr hilfreich empfunden, weil die Symptome damit relativ schnell weggingen. Dennoch hab ich Angst, dass es die Spätdyskinesien auslöst, bzw. verstärkt.

        So das war mein Wort zum Sonntag:) Sorry für den langen Text.

        #2638

        Ich nehme zur Zeit eine kleine Dosis Haldol neben meinem Ziprasidon. Komme damit gut klar, bisher keine Wechselwirkungen oder zusätzliche Nebenwirkungen.

        #3023
        Dot

          Extrapyramidales Syndrom. Ich habe Schlund- und Zungenkrämpfe bekommen, die extrem unangenehm waren. Sprechen und schlucken sind dann nicht möglich.

          #19021
          Anonym

            Ich nehme schon seit 28 Jahren Fluanxol, kenne extrapyramidale Symptome vom Anfang der Behandlung. Das ist dosisabhängig. Bei einer therapeutischen Erhaltungsdosis tauchen die Symptome nicht mehr auf. Spätdyskinesien sind bei mir bisher nicht aufgetreten. Ich habe auch immer eine möglichst geringe Dosis erhalten. Jahrelang 7 mg / Tag, dann 6 mg / Tag, bis letztes Jahr 5 mg / Tag, jetzt 4 mg / Tag.
            Letzes Jahr war ich wegen einer Kopfverletzung beim MRT. Ich habe da den Röntgenarzt gefragt, ob Spätwirkungen von Neuroleptika zu erkennen sind. Das verneinte er. Mein Hirn wäre total normal entwickelt.
            Auch meine Ärztin meinte, dass keine besonderen kognitiven Einschränkungen bei mir vorhanden wären.
            Ich habe etwas Übergewicht und auch leicht erhöhten Blutdruck, aber Diabetes und sonstige Sachen habe ich nicht.
            Daher kann ich sagen, dass ich die bisherige Behandlung mit dem typischen Neuroleptikum Fluanxol gut vertragen habe. Ich würde keinesfalls, es sei denn, es treten noch besondere Unverträglichkeiten auf, auf irgendein atypisches Neuroleptikum wechseln wollen. Also, auf keinen Fall! Denn die Diabetes und katastrophalen Folgen von atypischen Neuroleptika will ich mir nicht antun. Dann lieber ein bisschen EPS bei hoher Dosis. Spätdyskinesien treten im Übrigen genau so bei atypischen Neuroleptika auf.

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