wunder

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  • als Antwort auf: Es geht Berg auf! #117865

    Also was ganz oben auf meiner Liste steht ist: Verhaltenstherapie. Mein Therapeut hat ganz stark meine Glaubenssätze in Frage gestellt und mir geholfen alternative Sätze zu formulieren – dabei ging es nicht darum irgendetwas schön zu reden, sondern die Situation nicht ausschließlich aus einer negativen Perspektive zu bewerten. Aus dem Satz „ich bin so antriebslos, ich schaffe nichts“ ist dann der Satz „ich habe genug Antrieb um alle Dinge zu erledigen die mir wichtig sind“ geworden, das klingt schonmal ganz anders als nur alles ganz tief schwarz zu sehen.

    Auch hat mir mein Therapeut immer und immer wieder gespiegelt, dass ich ein netter und auch lustiger Mensch bin, der wertvoll ist – dadurch dass er mir diesen Spiegel immer wieder vor die Nase gehalten hat, konnte ich es ganz langsam glauben, trotz aller Verletzungen und Einschränkungen liebenswert zu sein.

    Naja und dann sind da noch Freunde. Ne ganz schön lange Zeit war es schrecklich für mich mit Freunden Zeit zu verbringen, ich hätte mich am liebsten immer verkrochen, hatte nix zu sagen, war total stumm. Aber ich hab mich immer gezwungen mich mit Menschen zu treffen, und hab dann einfach ihnen zugehört wenn ich selber nichts zu sagen hatte. Und das hat sich echt gelohnt. Erstens habe ich die Erfahrung gemacht, dass ich genauso wie ich jetzt gerade in diesem Moment bin angenommen werde und zweitens hat es glaube ich meine soziale Kompetenz natürlich auch gefördert in Kontakt mit anderen zu sein und zu bleiben.

    Dann hat es mir viel gebracht, meiner Psychose einen tieferen Sinn abzugewinnen, ich habe sie in meine Lebensgeschichte eingewoben und habe für mich Erkenntnisse aus meinen Erlebnissen ziehen können. Ich glaube das war auch wichtig in meinem Prozess.

    Und ganz wichtig: ich habe aufgehört mich mit meinem Ich vor der Psychose zu vergleichen und habe angefangen einen Vergleich zu ziehen zwischen direkt nach der Psychose und jetzt, oder vor 6 Monaten und jetzt – und da kann ich deutliche Fortschritte erkennen, das empowert mich weiterzumachen und zu hoffen dass es in nochmal 6 Monaten oder einem Jahr weiterhin Berg aufgeht.

    Und leider muss ich auch das sagen: die Medikamente zu reduzieren war bei mir auch ein Dreh-und Angelpunkt. Ich und auch mein Umfeld hat mit jedem kleinen Schritt Medikamentenreduktion gemerkt wie die Lebendigkeit zurück gekommen ist, bis jetzt war jede Reduktion sehr positiv für mich und meine Wohlbefinden.

    Ja das mal so in Kürze :D

    • Diese Antwort wurde vor 5 Jahren, 5 Monate von wunder geändert.

    Hallo Ladybird,

    ich weiß nicht ob es für meine Anmerkung schon zu spät ist, aber hast du mal darüber nachgedacht eine „Recovery-Gruppe“ daraus zu machen?
    Ich war in unterschiedlichen Selbsthilfe-Gruppen, auf Trialogen und in einer Recovery-Gruppe und die Recovery-Gruppe hat mir persönlich am allermeisten gebracht.

    Das Konzept ist, dass es durch Psychiatrie-Erfahrene geleitet wird und man mit Hilfe des Recovery-Ansatzes sich bestimmte Themen erarbeitet. Die Themen sammelt man in der ersten Sitzung. Themen können sein: Empowerment, Ressourcen stärken, Diagnosen, Selbstwertgefühl, Wie spreche ich über meine Erkrankung, aktuelle Situation, Medikation…. das sind jetzt so die Themen die mir auf Anhieb einfallen.
    Das besondere an der Recovery-Gruppe ist, dass man sich nicht nur austauscht, sondern auch anhand von Arbeitsblättern Themen erarbeitet oder mal kreativ wird: wir haben mal Kollagen gebastelt zum Thema „Diagnose“, man arbeitet viel in Kleingruppen und macht auch Übungen zusammen.
    Das ist wahrscheinlich vom Aufwand her mehr vorzubereitet, aber es lohnt sich echt! Ich habe sehr profitiert von meiner Gruppe!

    Lieben Gruß

    als Antwort auf: Was machte mich als Kind und Jugendlichen aus? #112862

    Wenn ich mich an meine Kindheit erinnere dann am meisten an eine gewisse Selbstgenügsamkeit – ich konnte mich gut alleine beschäftigen. Malte, hörte Musik, spielte, räumte auf, ich fand immer irgendwas was mich unterhielt. Mein Satz in der Kindheit wäre bestimmt gewesen: „Ich komme gut alleine klar“

    In meiner Jugend wurde es dann sehr wild. Ich war ein stark pubertierender Teeanger und beruhigte mich erst mit 18 Jahren wieder einigermaßen. Mein Satz in der Jugend „Himmelhochjauchzend und zu Tode betrübt“

    In meinen Jahren als junge Erwachsene war ich gleichzeitig sehr strebsam und vernünftig und trotzdem wild und unvernünftig – keine Ahnung wie das jetzt zusammenpasst aber es war so :D Mein Satz als junge Erwachsene: „Gib mir alles und von allem viel!“

    als Antwort auf: Gesundes Misstrauen vs. Paranoia #108044

    Ich finde die Grenze zu zwischen gesundem Misstrauen und Paranoia verläuft genau an der Stelle an der man noch reflektieren kann: also bei gesundem Misstrauen kann man sich trotzdem noch distanzieren und das Misstrauen in Frage stellen und vor allem prüfen.

    Paranoia ist dann, wenn man nicht mehr reflektieren kann über sein Misstrauen und überzeugt davon ist, bzw. meiner Erfahrung nach: sich von seinem Gefühl und den Gedanken nicht mehr distanzieren kann, sondern komplett verwickelt ist darin.

     

    als Antwort auf: Studien der Uniklinik Hamburg-Eppendorf #102805

    Danke fürs Posten!!

    als Antwort auf: Mein Clozapin Tagebuch #96560

    https://www.youtube.com/watch?v=iPGd6l76l9A

    Sie hier in dem TED-Talk ist ja super überzeugt von Clozapin!

    Hoffe es hilft dir genauso gut!

    als Antwort auf: Welche Therapie #96020

    Vielleicht ist es Zeit sich einweisen zu lassen und nochmal neu einstellen auf Medikamente, eine offene Station vielleicht? Hast du eine Klinik in deiner Nähe der zu vertraust?
    Ich wünsche dir alles Gute und das du schnell Hilfe findest!!

    als Antwort auf: Spätdyskinesien #95250

    Hi @Nikami,

    ich habe das auch! Erst hat das untere Augenlid meines linken Auges stark gezuckt mehrmals am Tag, dann hat es sich verlagert und das obere Lid hat angefangen zu zucken.

    War auch beim Psychiater und habe nachgefragt, der sagte mir auch das komme von Stress und Anspannung und hätte nichts mit Spätdyskinesien zu tun. – Habe aber wie du eigentlich auch nicht wirklich mit viel Stress zu tun.

    Jedenfalls nehme ich seit einer Woche ca. Eisen-Supplements ein, und seitdem ist das Zucken weg! Keine Ahnung ob das einen Zusammenhang hat Eisen und Zucken!? Werde es auch weiter beobachten!

    als Antwort auf: Körperliche Schwäche #95121

    Danke für eure Antworten!


    @Agi
    : Darf ich dich fragen welches Neuroleptikum und in welcher Dosierung du nimmst?
    Ich wurde auch extra umgestellt auf Reagila, aber das beschert mir nur eine innere Unruhe und Schlaflosigkeit, aber abgeschlagen und müde bin ich trotzdem noch dummerweise.
    Und wasfür eine Therapie hast du gemacht? Und was genau meinst du damit, dass du alles neu lernen musstest? Was genau musstest du neu lernen? Danke schonmal für eine Antwort :)

    als Antwort auf: Medikamente ausschleichen #93156

    Morgen @ladybird,

    danke für diese super ausführlichen Bericht, war spannend zu lesen. Ich mag deinen Schreibstil und deine Gedankengänge echt :)
    Und ja, klingt nach einem harten und schwierigen Weg, aber was am Ende dabei rausgekommen ist scheint sich ja richtig gelohnt zu haben, oder?

    Gleichzeitig kann ich deine Geschichte nicht wirklich auf mich beziehen, seid ich die Medikamente nehme ist bei mir absolute Stille im Kopf, da ist wirklich wenig los – kein Gedankenkreisen, kein Gedankenkarussell, so vor dem Schlafen gehen ist das natürlich angenehm, aber dadurch sind auch jegliche Fantasie und Kreativität weg, die ich früher durchaus mal hatte.

    Von daher sind deine starken Gefühle wahrscheinlich Fluch und Segen zugleich! Ich würde zum Beispiel so gerne über meine Situation weinen können, geht aber nicht… Und durch diese komplett abgeschottet-sein von den Gefühlen ist, glaube ich, auch kaum ein Verarbeiten der Situation und der Psychose möglich.

    als Antwort auf: Medikamente ausschleichen #93077

    Ich finds so krass, dass du so viele Gefühle hast mit 15mg Aripriprazol UND auch noch Seroquel.
    Ich hatte „nur“ 15mg Aripriprazol und ich war ein richtiger Zombie damit, komplett in meinem eigenen Tunnel, hab weder nach rechts noch nach links geguckt – im wahrsten Sinne des Wortes!!

    Als ich dann um die Hälfte reduziert habe auf 7,5 Aripriprazol hatte ich auch immernoch garkeinen Kontakt zu meinen Gefühlen.

    Jetzt nach zwei Umstellungen (erst Amisulprid, dann Reagila), bin ich wenigstens mal aus diesem Tunnel raus und krieg wieder ein bisschen was mit was um mich herum so passiert. Richtig Gefühle habe ich trotzdem nicht und in Kontakt mit mir selbst bin ich auch nicht. Wahrscheinlich immernoch die Negativsymptome..

    Darf ich dich fragen, wielange es gedauert hat bis du aus der Negativsymptomatik raus warst?

    als Antwort auf: Umstellung auf Reagila wegen Negativsymptomen #92348

    Hi @NickNolte

    ich nehme das Reagila jetzt seit bald 6 Monaten. Ich kann dazu nichts sagen – ob die Unruhe/Schlaflosigkeit tatsächlich besser wird mit der Zeit – ich habe nur 2 Monate das Reagila als Monotherapie genommen und in den zwei Monaten ist es nicht besser geworden, erst als ich zusätzlich 50mg Amisulprid genommen habe is die Schlaflosigkeit und Unruhe dann weg gewesen.

    Ich hatte erst meine erste Psychose, dann Negativsymptomatik, Medikamente ausgeschlichen und dann nach 4 Monaten die zweite Psychose, die ist jetzt ziemlich genau ein Jahr her, also 1 Jahr und 4 Monate sitze ich die schon aus.

    Ich habe noch keinen Weg gefunden mit den Negativsymptomen umzugehen. Ich versuche einfach jeden Tag mein Bestes, auch wenn das im Moment halt nicht gerade viel ist im Vergleich zu dem, wie es vorher mal war.
    Ich hab mir einen Job gesucht, gehe fast jeden Tag spazieren und mindestens einmal die Woche in den Wald, pflege sehr stark meine freundschaftlichen Beziehungen, schreibe Tagebuch und ein Dankbarkeitstagebuch, gehe ab und zu schwimmen und zum Yoga. Ich hoffe sehr, dass mir das auf lange Sicht irgendwann helfen wird. Wie siehts bei dir aus? Was sind deine Strategien?

    Liebe Grüße

    wunder

     

    als Antwort auf: Umstellung auf Reagila wegen Negativsymptomen #92158

    Hi NickNolte

    hier findest du ein paar Berichte zu Reagila: https://schizophrenie-online.com/forums/Thema/cariprazin-reagila/

    Ich kann dazu sagen, dass ich wirklich Probleme mit meinem Schlaf bekommen habe durch Reagila. Das ist wohl so die Hauptnebenwirkung und mich hat es volle Kanne erwischt damit, hab richtig mies geschlafen und dazu noch tagsüber eine innere Unruhe gehabt.

    Ich habe auch eine ausgeprägte Negativsympotamik, bin richtig freudlos, sprachverarmt, antrieblos usw. damit hat mir das Reagila nicht wirklich geholfen.
    Ich würde schon behaupten, dass es bisher das Medikament mit den wenigsten Nebenwirkungen für mich war – aber richtig zufrieden bin ich damit nicht und gegen die Negativsymptome hat es auch nicht geholfen.
    Nehme im Moment noch 25mg Amisulprid zusätzlich damit ich schlafen kann und nicht die innere Unruhe habe. Dosiere das Reagila aber auch grade herunter, bin im Moment auf 1,2mg und hoffe dass der Schlaf dadurch besser wird!

    Wenn du noch Fragen hast, frag gern!

    als Antwort auf: Trialog und Psychoseseminare #90303

    Hi Metalhead,

    ich war schon bei vielen Trialogen.
    Manchmal finde ich es anstrengend, weil manche Menschen zu lange Redebeiträge abgeben und mir das gegen den Strich geht. Auch finde ich es manchmal traurig Betroffene zu sehen, denen man ansieht das es ihnen schlecht geht. Das nimmt mir dann meinen Mut.
    Gleichzeitig ist es toll ganz engagierte Professionelle zu treffen und ihnen zu lauschen, und wenn dann mal ein/e Betroffene/r dabei ist, der/die es aus der Krise herausgeschafft hat, dann finde ich das besonders toll und ermutigend!
    Hat seine Vor- und Nachteile so ein Trialog. Aber geh doch einfach mal zu einem um guck dich selbst um :)

    als Antwort auf: Angst vor Klinik #84340

    Hallo Koalabaer,

    erstmal tut es mir Leid, dass du in so einer Situation bist, das klingt sehr schwierig und ich kann deine Bedenken und Ängste verstehen.

    Aber ich denke wie aqua, dass eine Depotspritze fürs erste vielleicht eine gute Lösung wäre, vielleicht würde damit auch das Misstrauen weggehen. Hast du schonmal Tavor ausprobiert? Auch wenn man das nur für höchstens zwei Wochen nehmen sollte, könnte dir das erstmal akut bei deinen Ängsten helfen.

    Ich hatte in der Geschlossenen Station die gleichen Ängste wie du, dass ich nie wieder da raus komme und sie mich für immer festhalten werden. Heute weiß ich, dass man im Vertrauen bleiben muss, auch wenn es mal etwas länger dauert und sie einen länger da behalten wollen als einem lieb ist, muss man sich darauf konzentrieren alles zu tun, damit es einem wieder besser geht.

    Wenn du die Möglichkeit hast, mit deinem Kind gemeinsam auf eine offene Station zu gehen, ich würde es tun! Dort können sie dich gut einstellen auf ein Medikament und wenn deine Ängste und dein Misstrauen besser sind, dann gehst du einfach wieder nach Hause.

    Ich wünsch dir ganz viel Kraft für die Zeit die jetzt noch auf die zukommt, du schaffst das!

     

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