Dopplereffekt

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  • als Antwort auf: Notizen von Mowa – Teil 2 #260945

    Bei dem fraglichen Satz in der aktuellen Fassung Aufgrund dieser sich häufenden persönlichen Beobachtungen fällt es mir schwer zu verstehen, warum die Schizophrenieforschung bis heute so stark von den Interessen der Pharmaindustrie beeinflusst wird (3). ist es nicht so schwierig, Literatur zu finden, aus der hervorgeht, wie die Forschung finanziert wurde und in welcher Beziehung die Autor:innen zur Pharmaindustrie stehen.


    @mowa
    Bei der aktuellen Fassung fehlt mir allerdings der Widerspruch zwischen persönlicher Erfahrung und Meinung der Behandelnden. Ich dachte, das ist für Mad In America und daher kein wissenschaftlicher Aufsatz. Da müsste doch deine eigene Erfahrung und die deiner Leidensgenossinnen/-genossen reichen, ohne, dass es eine wissenschaftliche Erfassung oder Studie dazu gibt, oder?

    Wir haben am Neujahrssonntag den Berliner Museumssonntag genutzt und haben eine der Ausstellungen über die Amerikas im Humboldt Forum besucht:

    Was betrachtest du denn da?

    als Antwort auf: Notizen von Mowa – Teil 2 #260895

    Bei der letzten Änderung im Text beziehe ich mich auf die Referenz:


    @mowa
    Welche Änderung? Habe ich etwas nicht mitbekommen?

    Mowa wrote: Aufgrund dieser sich häufenden persönlichen Beobachtungen fällt es mir schwer zu verstehen, warum die Schizophrenieforschung bis heute so stark von den Interessen der Pharmaindustrie beeinflusst wird (3).

    Ich werde mittlerweile grundsätzlich hellhörig, wenn ich von „Einzelfällen“ höre und frage mich wieviele Einzelfälle man braucht, bis etwas von Relevanz ist.

    Bei Leuten, die nach einer Psychose ohne Neuroleptika auskommen fällt es mir auch schwer zu glauben, dass das nur Einzelfälle sein sollen, wenn hier im Forum schon ein paar sind. Dazu hatte ich ja mal das Buch „Medikamentenreduktion und Genesung von Psychosen“ von Jann E. Schlimme, Thelke Scholz und Renate Seroka gelesen, in dem recht systematisch beschrieben wird, wie man Neuroleptika reduzieren bzw. absetzen kann. Da waren auch eine oder mehrere Erfolgsgeschichten dabei. Die Foris ohne Neuroleptika sind also bestimmt nicht die einzigen. Werden solche Erfolge überhaupt systematisch erfasst?

    als Antwort auf: Notizen von Mowa – Teil 2 #260543

    Für mich ist Schizophrenie ein Problem der Informationsverknüpfung: Es gibt zu wenig Informationen im eigenen Kopf und mit der Umwelt, die auf eine Weise verknüpft sind, die Gesundheit und Lebenswillen fördern. Neuroleptika unterbinden die Verknüpfung von Informationen, unabhängig davon, ob sie gesundheitsfördernd oder krankmachend sind.

    Ich sehe es so, dass ich zu lange mein „Bauchgefühl“ (bzw. meine wirklichen Bedürfnisse) ignoriert habe, dass dieses dann „laut“ werden mussten um sich Gehör zu verschaffen. Das geschah dann in Form von überzeichneten, „irrationalen“ Ängsten und Gedanken. Daher versuche ich nun besser auf mich zu achten. Manchmal ist es allerdings schwierig zu unterscheiden, wo ich einfach nur Quatsch denke und wo sinnvolle Bedenken sind. Das scheint mir auch ein Überbleibsel der Erkrankung zu sein. Vielleicht ist es aber auch irgendwie „normal“.

    Aufgrund dieser sich häufenden persönlichen Beobachtungen fällt es mir schwer zu verstehen, warum in der medizinischen Fachliteratur bis heute so stark auf der genetischen Veranlagung, der Unheilbarkeit der Schizophrenie und der Notwendigkeit der lebenslangen Einnahme von Neuroleptika in den therapeutischen Standarddosen beharrt wird. Wenn wir eine erhöhte Anfälligkeit für Stress und Psychosen haben, dann hat das immer Ursachen, die so individuell sind wie wir selbst.

    Ich fühle mich durch die Versprechungen mancher Psychiater:innen auch in die Irre gefühlt, was die angeblichen wundersamen Wirkungen mancher Medikamente angeht.

    Mir scheint es, dass man auf „mikroskopischer Ebene“ Rezeptoren und die Wirkung der Medikamente darauf ganz gut versteht. Auch die „makroskopische Ebene“ wird betrachtet, also welche Gedanken es so gibt, wobei dies wohl eher der Bereich der Psycholog:innen ist. Mir scheint allerdings, dass die Wirkung der Medikamente auf die Gedanken hauptsächlich durch Befragungen der Betroffenen erforscht wird. Es sieht für mich daher nach einem ziemlichen Bruch/Sprung zwischen mikroskopischer und makroskopischer Ebene aus, über den es kaum oder keine(?) gesicherten Erkenntnisse gibt.

    edit: Zum Korrekturlesen @mowa:

    Denn ich weiß, dass ich durch gezielte Übungen die frühen psychotischen Symptome immer früher und feiner erkennen und sie abklingen lassen kann, selbst Wahn.

    twas Besseres konnte mir wirklich nicht passieren, und bis heute lerne ich, Veränderungen in meiner Wahrnehmung, meinem Denken, Fühlen und Handeln immer früher und feiner zu erkennen.

    Hier wiederholst du dich etwas mit dem Wort „feiner“, wobei das auch eine gewollte Wiederholung sein kann. Mir ist es nur aufgefallen.

    Ansonsten gefällt mir dein Text gut, er könnte nur vielleicht etwas kürzer sein. Allerdings kenne ich deine Geschichte ja auch schon ganz gut ;-) .

    • Diese Antwort wurde vor 3 Jahren, 4 Monaten von Dopplereffekt geändert.
    als Antwort auf: Notizen von Mowa – Teil 2 #258542

    Danke für die Tipps für’s Logo erstellen @mowa . Ich schaue mal was ich mit einfachen Mitteln und freier Software hinkriege. Über die Wacoms habe ich viel negatives gelesen, da sie anscheinend seit Jahren kaum weiterentwickelt wurden. Ich denke eher über den Kauf eines Tablets nach, da die Schüler:innen oft schon Ipads haben.

    Ich habe mir auch vorgenommen, in den kommenden Tagen mal wieder Sauerteigbrote zu backen. Das Anstellgut wurde viele Wochen nicht mehr mit frischem Mehl versorgt, so dass die Sauerteigkultur bestimmt schon sehr geschwächt ist… Ich hoffe, dass die Reaktivierung trotzdem gut klappt.

    Das ist auch cool B-) Ich habe letztens gehört, dass für die meisten Brote der Teig schnell fertig werden soll und die Qualität/Verträglichkeit daher leidet. Das wäre auch eine Motivation zum Selbstbacken, gerade wenn man keinen Bäcker vor Ort hat, der das auf traditionelle Weise macht.

    Schöne Feiertage noch :ciao:

    als Antwort auf: Notizen von Mowa – Teil 2 #258244

    @mowa Dein Jahresrückblick ist schön strukturiert und detailliert. Vielleicht sollte ich so etwas für mich auch nochmal machen. Ich habe in diesem Jahr viel erreicht und doch schaue ich darauf, was ich nicht erreicht habe und wie es wohl in Zukunft wird. Das ist einerseits gut, um zu sehen, wo ich noch etwas machen will, andererseits finde ich, dass ich mir selbst auch meine Erfolge anerkennen sollte, um motiviert zu bleiben.

    15/06/2022 Logo für das PostdocNet: Mowa wrote: So, das Logo habe ich jetzt fertig entworfen.

    Apropos Todos, ich wollte für meinen Nachhilfeunterricht auch noch ein Logo erstellen. Wie und mit welchen Tools hast du denn das (gelungene) Logo für das PostdocNet erstellt?

    als Antwort auf: Notizen von Mowa – Teil 2 #257783

    Nur bin ich jetzt k.o., nachdem ich die letzte Nacht fast durchmachen musste, um die Folien und die Rede vorzubereiten :wacko:

    So eine Situation möchte ich auch nicht haben, aber gut, dass du es geschafft hast :gut:

    Mir scheint, dass man doch auch trotz Erkrankung etwas Stress abkann, solange es kein Dauerstress wird.

    als Antwort auf: Notizen von Mowa – Teil 2 #252073

    Das hatte ich tatsächlich auch vor. Mein Psychiater hat mir daraufhin gesagt, ich könne nicht eine AU ausstellen lassen und trotzdem arbeiten, schon alleine wegen der versicherungsrechtlichen Vorgaben. Ich finde es unpraktisch, dass es in Deutschland noch keine teilweise AU gibt!

    Ja, das finde ich auch nervig :negative:

    Und „heimlich arbeiten“ ist ja offensichtlich auch suboptimal :wacko: .

    Ja, ich bin auch begeistert davon, wieviel man mit der Stimme erreichen kann, wenn man sie richtig einsetzt :-) .

    als Antwort auf: Notizen von Mowa – Teil 2 #252003

    Leider gibt es in Deutschland noch keine teilweise Krankschreibung, die es laut meinem Psychiater bereits in Skandinavien gibt. Weil ich bestimmte dringende Aufgaben für den Betriebsrat erledigen muss, werde ich am Montag zur Arbeit gehen und schauen, wie gut ich arbeiten kann. Notfalls muss ich doch eine AU für eine weitere Woche holen.

    Ich dachte du kannst auch mit Krankschreibung noch etwas zu Hause für die Arbeit machen. Oder geht das für die Betriebsratarbeit nicht? Hättest du nicht noch Überstunden, mit denen du die Tagesarbeitszeit mal verkürzen könntest?

    Das mit dem Singen hört sich gut an. Ich hatte da einen voraufgezeichneten Videokurs etwa zur Hälfte gemacht und viel gelernt. Nützlich ist das auch in anderen Situationen, wenn man mal laut sein muss. Ich habe mehr Kontrolle über meine Stimme gewonnen.

    als Antwort auf: Niedrigst mögliche NL-Dosis, individuell ermittelt? #251044

    Tabletten zu verschreiben ist der geringste Aufwand und entspricht unserer Zeit in der alle Sozialbeziehungen aufbrechen.

    Ich hatte einen Arzt, der sich durchaus etwas Zeit genommen hatte und zuerst „nett“ wirkte, jedoch gegen Medikamentenreduktion auf stur geschaltet hat. Obwohl ich über Müdigkeit geklagt habe, hat er mir noch ein Antidepressivum verschrieben, was Müdigkeit als Nebenwirkung hat. Ich vermute, dass er strikt nach seiner Lehrmeinung gegangen ist und sich selbst für einen guten Arzt hält. Der darauffolgende Arztwechsel war für mich sehr wichtig und hat mir die ärztlich begleitete langsame, schrittweise Reduktion ermöglicht.

    als Antwort auf: Niedrigst mögliche NL-Dosis, individuell ermittelt? #250797

    Summa Sumarum, das Absetzen auf lange Zeit (über 10 Jahre) gelingt nur den Wenigsten und wieso sollte ich mit dem „Feuer“ spielen, wenn ich mit einer geringen Dosis gut fahre !?

    Wievielen es tatsächlich gelingt, ist für mich schwer zu sagen. Es hängt außerdem viel von der Einzelperson,  ihrem sozialen Umfeld, ihren Ärzten/Ärztinnen etc. und überhaupt ihrer Umgebung ab, meine ich.

    Wenn du meinst, damit gut zu fahren, ist es ja okay. Ich sehe nicht, dass dich hier jemand dazu überreden will, abzusetzen.

    als Antwort auf: Niedrigst mögliche NL-Dosis, individuell ermittelt? #250792

    Allerdings haben nicht wenige von den Remissions-Patienten dann unter der sogenannten Negativ-Symptomatik zu leiden (depressive Stimmungslage, sozialer Rückzug, Persönlichkeitsveränderungen).

    Die sogenannte „Negativ-Symptomatik“ sehe ich bei mir als durch Neuroleptika verursacht an. Seit meinem Absetzen nach langer langsamer schrittweiser Reduktion, bin ich nicht mehr so müde, sondern geistig und körperlich aktiver (siehe mein Post aus dem Oktober 2022). Die schrittweise Reduktion hatte aber auch schon zu schrittweisen Verbesserungen geführt. Bei Auftreten von Warnsignalen habe ich die Reduktion pausiert oder Quetiapin genommen oder mir einfach Ruhe gegönnt. Dazu gehört natürlich Eigenverantwortung…

    Ich habe immer wieder betont, dass das nicht für jeden etwas ist und ich Glück hatte eine kompetente Ärztin zu finden, die mir beim mehrjährigen Reduktionsprozess geholfen hat. Pauschal zu sagen, dass es ohne Neuroleptika nicht mehr geht, wenn man mal welche genommen hat, finde ich aber falsch und daran störe ich mich auch.

    als Antwort auf: Niedrigst mögliche NL-Dosis, individuell ermittelt? #250728

    Ich kenne hier nur Nichtraucher ohne NL

    Da sind noch andere ;-)

    Klar, sachlich und kurz ohne Fremdwörter/Modewörter ist mir leider das liebste, obwohl ich Akademiker bin.

    Manchmal drückt ein Fremwort eben präziser das aus, was man meint und auch bei Modewörtern schwingt das mit, wofür sie aktuell stehen.

    5) Eine Vollremission einer Psychose ist nicht gleich zu setzen mit einer Vollremission für Herzkranke (steht natürlich in der Langzeitstudie drinn, welche von Euch wahrscheinlich keiner gelesen hat).

    Anstatt eine einzelne Studie herauszugreifen, weil sie möglicherweise deinen Standpunkt unterstützt (ich habe sie tatsächlich nicht gelesen), müsstest du dann korrekterweise viele relevante Studien durchlesen und am besten auch auf ihre Methodik, mögliche Interessenskonflikte der Autor:innen und Finanzierung hin analysieren. Mir wäre das auch zu aufwendig, daher lese und höre ich lieber, was Fachleute dazu aktuell sagen und was hier als Erfahrung aus erster Hand geschrieben wird.

    als Antwort auf: Niedrigst mögliche NL-Dosis, individuell ermittelt? #250644

    Ich finde, man macht es sich zu einfach, wenn man Erfolgsgeschichten als Einzelfälle abtut.

    Offensichtlich brauchen viele dauerhaft Neuroleptika. Hier im Forum sind aber auch ein paar ohne Neuroleptika unterwegs. Sind das dann auch alles Einzelfälle?

    Wenn jemand schreibt, das „Wiedererlangen von Gesundheit“ sei eine „unbedeutene Worthülse“, ist das aus meiner Sicht einfach nur traurig :-( .

    als Antwort auf: Notizen von Mowa – Teil 2 #250581

    Jetzt sieht es eher so aus dass als erstes die „teuren“ hochspezialisierten Berufe von künstlichen Intelligenzen übernommen werden.

    Wo genau siehst du das denn? Soweit mir bekannt ist, sind KIs so stark spezialisiert und unflexibel, dass man weiter menschliche Spezialisten braucht.

    als Antwort auf: Notizen von Mowa – Teil 2 #250500

    Das habe ich mich auch schon gefragt. Es gibt immer mehr Studierende, immer mehr Promovierende, und ich weiß nicht, inwieweit diese vielen jungen Menschen geeignet sind, gut zu studieren und gut zu forschen. Es ist ja auch so, dass viele von ihnen erst während der Promotion feststellen, ob Forschung etwas für sie ist. Daher stellt sich auch die Eignung oft erst in mehreren Jahren heraus. Ich wusste mit der Aufnahme meiner Diplomarbeit recht bald, dass Forschung mir sehr viel Spaß macht und ich unbedingt weitermachen wollte. Aber vielleicht habe ich nur nicht genug Verständnis für die „Jugend von heute“ :unsure:

    Ich vermute, dass es einfach zu viel Leistungsdruck ist. Das „Talent“ oder die Veranlagung wird sich ja im Mittel kaum geändert haben. Gleichzeitig sollen immer mehr Schüler:innen Abitur machen, studieren und später vielleicht sogar promovieren. Allerdings hätte ich gedacht, dass die MPG so elitär ist, dass es sich dort nicht bemerkbar macht.

    Gesamtgesellschaftlich braucht man natürlich Akademiker, aber auch viele Handwerker. Sonst wird es beispielsweise auch schwierig mit der Energiewende. Ich denke, es sollte allgemein mehr Anerkennung für Nichtstudierte geben. Dann wären Eltern und ihre Kinder sicher offener für andere Laufbahnen als die „akademische“.


    @mowa
    Wenn du dem Nachwuchs etwas helfen kannst, finde ich das gut. Dabei solltest du selbst aber auch nicht zu kurz kommen.

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