Dopplereffekt

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  • als Antwort auf: "Schizophrenie gibt es nicht" – Jim van Os #171916

    Ich hab halt die Erfahrung gemacht, dass zwischenmenschliche und persönliche Probleme erst aus der Krankheit heraus entstehen, also aus seelischem Ungleichgewicht.

    Ich kenne es umgekehrt. Dass die Krankheit wiederum neue Probleme erzeugt ist aber auch klar.

    Dass die Ursachen für „psychotische Symptome“ biologisch sein können, kann ich mir auch vorstellen. Es gibt auch Beispiele, wo das recht klar ist, wie bei einem Tumor.

    Tatsächlich ist es eben sehr schwierig darüber allgemeine Aussagen zu treffen, aber man kann vielleicht Perspektiven austauschen und damit einen für sich passenden Narrativ entwickeln, der einem einen angemessenen Umgang mit der Situation und dem Erlebten erlaubt.

    Das bringt es ganz gut auf den Punkt, finde ich. Letztlich webt man ja auch körperliche Erkrankungen in seine Geschichte ein. Auch das sollte möglichst in einer guten Weise geschehen. Mir drängt sich hier auch wieder das Wort Empowerment auf.

    Grundsätzlich hilft es eben auf das zu schauen, was trotzdem möglich ist und nicht nur auf die Einschränkungen.

    als Antwort auf: "Schizophrenie gibt es nicht" – Jim van Os #170941

    Soll ich eimen Thread dazu aufmachen? Wie seht ihr das? Oder wurde nun alles schon gesagt?


    @yvonneee
    Von mir aus kannst du einen neuen Thread aufmachen, wenn du meinst, dass es dir oder anderen helfen könnte. Ich kann nicht vorhersagen, ob es darauf dann noch größere Resonanz gibt, da hier schon einiges gesagt wurde.

    Das Absetzen oder Reduzieren ist ein Thema für sich. Minischritte finde ich dabei auch gut. Wichtig wäre mir aber auch, dass Patienten über die Problematik dabei überhaupt aufgeklärt werden.

    als Antwort auf: "Schizophrenie gibt es nicht" – Jim van Os #170892

    Hab oben was füreinen weiteren Thread zum 2. Thema gelesen, weiß es jz aber nimmer.


    @yvonneee
    Ich hatte nur überlegt, ob es besser gewesen wäre einen Extra-Thread zu „Hyper-Meaning“ aufzumachen. Diesen zweiten Thread, den du suchst, gibt es nicht.

    Hm, als ich ihn ein zwei Jahre später darauf angesprochen habe, hat er das nicht mehr so gesehen, konnte sich nicht mehr erinnern.

    Ich hatte auch das Gefühl, dass es den Psychiatern sehr wichtig ist, dass man die Medikamente erstmal nimmt. Die Komplikationen des Absetzens werden einem zu Anfang leider eher nicht klargemacht.

    Psychiatrien und Psychiater können dabei helfen, dass wir mit minimalen medikamentösen Behandlungen mit uns selbst und mit unseren Problemen und Konflikten leben lernen.

    So sollte es sein.

    Wie gesagt die Fragestellung ist: “Was kann ICH tun, damit ich weniger Schwierigkeiten mit meiner psychischen Konstitution bekomme?”

    Man steht aber nicht allein. Die Umgebung bestimmt in großem Maße das eigene Leben. In einer guten Umgebung kann man sich wieder erholen. Von außen können weiterhin gute Anregungen kommen, dass eigene Leben zu überdenken und sich zu ändern.

    als Antwort auf: "Schizophrenie gibt es nicht" – Jim van Os #170512

    Ich denke eher die Gesundheit ist nicht ein Resultat sondern eine Voraussetzung für eine gelingende Partnerschaft.

    Ich denke, Gesundheit ist gut für eine Partnerschaft, aber eine Partnerschaft kann auch gut für die Gesundheit sein. Dazu kenne ich einige Beispiele, auch hier aus dem Forum.

    Leider sind wir etwas vom Thema abgekommen. Vielleicht hätte ich doch einen extra Thread aufmachen sollen. Anderseits passt der Begriff „Hyper-Meaning“, der mich fasziniert, so gut zur Aussage „Schizophrenie gibt es nicht“.

    als Antwort auf: "Schizophrenie gibt es nicht" – Jim van Os #170461

    wenn man sich auf einen Menschen stützt, wird dieser schnell überlastet und überfordert.

    Ja, das kann passieren und eine Partnerschaft sollte natürlich auf Gegenseitigkeit beruhen. Ich denke aber doch, dass eine Partnerschaft zu einem gesünderen Leben beitragen kann. Meine Aussage der Rettung war allerdings wohl überzogen, danke für den Denkanstoß!

    Auch aus diesem Grund braucht man eine andere Stütze, wie z.B. eine aus Tradition und Routine entstandene Stabilität, wie z.B. den festen Wochenrythmus, oder den Jahresrythmus mit den religiösen Feiertagen, die das Leben strukturieren und damit auch Halt geben.

    Struktur ist neben sozialem Halt sicher wichtig für uns. Du hattest an anderer Stelle auch von dem wichtigen wöchentlichen Ruhetag gesprochen. Ich denke Ruhephasen sind vor allem auch wichtig, um eine Überforderung der eigenen Leistungsfähigkeit zu verhindern.

    Sicher muss man viele Faktoren für eine psychische Erkrankung betrachten daher ist ein einzelnes „dies und das hätte mich gerettet“ vielleicht grundsätzlich falsch. Es sind wohl eher mehrere Sachen, die schiefliefen.

     

    als Antwort auf: "Schizophrenie gibt es nicht" – Jim van Os #170457

    Ich denke, du willst ganz kurz gesagt darauf hinaus, dass bewährte Werte, vor Psychosen schützen, dass diese aber beispielsweise in Paris leicht im Individualismus untergehen.

    Zumindest finde ich mittlerweile auch, dass man ein soziales Netz braucht. Das kann in der Familie, in Gemeinden, Vereinen oder sonstwie entstehen. Der Punkt ist nur, dass man alleine auf die Dauer nicht klarkommen wird.

    Ich wurde auch gefragt, warum ich denn keine Partnerin hätte. Vielleicht hätte mich das gerettet.

    als Antwort auf: "Schizophrenie gibt es nicht" – Jim van Os #170445

    @nichtraucher

    Ich habe deinen Beitrag gelesen und finde erstmal, dass er sich diffenziert und nicht zu rigide liest. Ich versuche es Mal mit einer Antwort.

    Eine gewisse Skepsis ist vielleicht angebracht. Dieses „try molecules“, was er in Bezug auf das Einnehmen von Medikamenten sagt, ist vielleicht etwas zu locker, wenn man schwere Fälle betrachtet. Ich tue mir etwas schwer zu sagen, dass es mit Sicherheit keine Fehlfunktion im Gehirn ist. Der Punkt bei dem ich mitgehe ist aber der, dass offensichtlich nicht bekannt ist, was genau im Gehirn schiefläuft und die Medikamente anscheinend nicht genau das Problem beheben. Am Ende kommt das auf dasselbe hinaus. Ich kann es hier nicht so gut wiedergeben, aber ich meine damit unter anderem Empowerment und das Finden neuer besserer Wege.

    Ich habe mich dem gefügt, auch weil die Medikamente mir dermaßen auf die Fresse gegeben haben, dass ich einfach nicht mehr für mich einstehen konnte.

    Diese gewisse Schwäche im Einstehen für sich selbst kann sicher Probleme erzeugen und ist der Heilung hinderlich. Dass das als Nebenwirkung der Neuroleptika auftritt wird, denke ich, viel zu wenig beachtet.

    Bei deinem Trial-and-Error-Absatz musste ich an das Beispiel von Jim van Os über die Niederlande und Italien denken (könnte aus einer anderen Podcast-Folge mit ihm sein). Anscheinend ist es so, dass Italien weniger Geld für geistige Gesundheit ausgibt, es den Leuten in einigen Faktoren aber doch besser geht, weil vielleicht der Familienzusammenhalt besser ist oder andere kulturelle Unterschiede helfen. Allgemein könnte ein besserer sozialer Zusammenhalt hilfreich sein, denke ich. Das ist es letztlich, was mir gefehlt hat.

    Ich weiß nicht, ob das mit dem „weniger Fehler machen“ so gut funktionieren kann. Es gibt und gab, soweit ich weiß, in allen Kulturen und Zeiten psychisch Erkrankte. Um weniger Fehler zu machen, müsste man besser wissen, wie es richtig geht und das ist in komplexen Zusammenhängen nicht einfach. Das Leben und die dazugehörigen zwischenmenschlichen Beziehungen sind aber komplex.

    als Antwort auf: "Schizophrenie gibt es nicht" – Jim van Os #170285

    @nichtraucher Ja, das müsste sie sein. Ich wusste nicht das Mad in America auch eine eigene Seite hat.

    als Antwort auf: "Schizophrenie gibt es nicht" – Jim van Os #170280

    Ich habe gestern eine Podcast-Folge von Mad in America gehört, in der Jim van Os die Bezeichnung „Hyper-Meaning“ vorgeschlagen hat, also so etwas wie Über-Bedeutungssyndrom. Er argumentiert, dass die Leute damit mehr anfangen könnten und die Erkrankung eher nachempfinden könnten. Schließlich hat wohl jeder mal zuviel Bedeutung in zufälligen Ereignissen gesehen. Dazu kommt eben noch die Spektrumsidee, die Abstufungen der Diagnose erlaubt. Letztlich denke ich, dass dadurch die Diagnose Betroffene und Nichtbetroffene nicht mehr so umhauen würde und zu einem besseren Verständnis beigetragen würde.

    als Antwort auf: Notizen von Mowa – Teil 2 #166770

    Hallo @mowa,

    schöne Fotos und auch sonst scheint es dir gut zu gehen :good: .

    Er äußerte Bedenken, mit Naivität an der vordersten Front zu kämpfen und mich der Öffentlichkeit zu exponieren.

    Du gehst ja schon auf deiner Arbeit offen mit deiner Erkrankung um. Ich hätte das nicht gemacht, aber bis jetzt geht es ja gut. Sich in der Öffentlichkeit zu exponieren kann gefährlich sein. Ich denke da an Politiker und Aktivisten, die angefeindet und bedroht werden. Somit ist die Gefahr meiner Meinung nach nicht unbedingt spezifisch für die Erkrankung.

    Gesundheit wichtiger sei als Exzellenz

    Wie war denn die Reaktion auf diese Aussage? Ich hatte an der Uni eher das Gefühl, dass man sich für die Wissenschaft aufopfern sollte, in dem man viel arbeitet und auch im Krankheitsfall arbeitet.

    als Antwort auf: Notizen von Mowa – Teil 2 #161203

    Wichtig ist, dass dieser fitte Zustand von mir so lange wie möglich anhält, bevor ich wieder versuche von 1 mg auf 0 mg Aripiprazol zu gehen. Im Moment bin ich zuversichtlich, dass ich auch ohne das NL stabil bleiben kann.

    Ich musste gerade an die Wirkungskurve denken, die @jeanne-darc mal in meinem Blog gepostet hatte und frage mich, wo du da mit deiner Dosis stehst. Ich finde auch, dass du einen sehr fitten Eindruck machst.

    dir auch einen schönen Dienstag :bye:

    als Antwort auf: Notizen von Mowa – Teil 2 #160573

    Vielen Dank für die Erläuterung! :good:

    Es scheint sich ja doch etwas zu verbessern.

    Ich würde deinen Weg des abrupten Absetzens nicht gehen wollen, da es mir auch persönlich wichtig ist, das Risiko für einen Krankenhausaufenthalt gering zu halten. Allerdings hat das langsame Reduzieren auch seine Tücken. Es braucht sehr viel Geduld und das ist auch belastend. Da mein Körper stark auf Dosisreduktionen reagiert ist es mir allerdings trotzdem lieber, die Sache langsam anzugehen.

    liebe Grüße :bye:

    als Antwort auf: Notizen von Mowa – Teil 2 #160472

    Es ist doch schön, dass du auch mal viel freie Zeit hast. Du kannst sie sicher gut nutzen.

    dir auch einen schönen Sonntag :bye:

    PS: Könntest du vielleicht kurz erklären, was in Abschnitt 5.5 steht und was es für dich bedeutet?

    • Diese Antwort wurde vor 4 Jahren, 11 Monaten von Dopplereffekt geändert.
    als Antwort auf: Notizen von Mowa – Teil 2 #159829

    Dann hoffe ich, dass die Schmerzen nachlassen und du wieder raus kannst.

    als Antwort auf: Notizen von Mowa – Teil 2 #158568

    Was mich total getriggert hat um ehrlich zu sein.

    Das kann ich verstehen und jetzt wundere ich mich sogar, dass es mich überhaupt nicht getriggert hat. Ich habe Mowas Aussage eigentlich gleich als eine Abgrenzung verstanden und nicht als generelle Gleichgültigkeit. Vor einiger Zeit hätte es mich vielleicht auch getriggert. Ich denke, die Abgrenzung ist wichtig und das Gegenstück dazu wäre es, zu viel auf sich selbst zu beziehen, was natürlich problematisch ist. Allerdings ist mir die Formulierung im Wortlaut auch zu krass, als dass ich sie wiederholen oder für mich persönlich annehmen wollte.

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