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Das ist von Körper zu Körper unterschiedlich!
Hallo Metalhead, so wie ich die eine Veröffentlichung von Herrn Aderhold gelesen habe, sagt er da auch nichts anderes. Er erwähnt mehrfach die interindividuelle Unterschiede und widmet auch einen Abschnitt zum Thema, „10. Das heterogene Spektrum der Neuroleptikaanwendung“ auf Seite 19/20:
Berücksichtigt man nun das ausgesprochen heterogene Spektrum der schizophrenen und anderer Psychosen, so ergibt sich ein ebenso heterogenes Spektrum von unterschiedlichen Formen der Pharmakotherapie. …
Danke für den Link. Zu diesem Thema gibt es auch einen eigenen Abschnitt, „9. Wirksamkeitsunterschiede zwischen typischen und atypischen Neuroleptika“ auf Seite 17-19:
… Das ist also von dem milliardenschweren Hype der Atypika übrig geblieben. …
Was ich auch merke, ist dass Herr Aderhold ausgesprochen kritisch ist gegenüber der industriegestützten Psychiatrie. Ich denke da so, Unrecht hat er doch nicht? Ich bin froh, heute psychiatrische Patientin zu sein und nicht vor 20 Jahren oder so. Früher waren ja Zwangsbehandlungen und andere Gewaltformen in Psychiatrien sicher nicht so unüblich im Vergleich zu heute.
Auch finde ich, dass unbegründete Überdosierung von NLs auch eine Form der Gewalt ist, eine Art Körper- und Seelenverletzung. Daher hoffe ich, dass psychiatrische Behandlungen künftig auf jeden Patienten immer mehr abgeschnitten sein wird. Forschung ist wichtig, und zwar industrieunabhängige, wie wäre es mit mehr steuergestützten, öffentlichen Studien? Denn welche Pharmafirma würde eine Studie unterstützen, wenn es darum geht, den Umsatz ihrer Wirkstoffe zu minimieren?
Die war bei mir nicht gegeben.
Ok danke für die Rückmeldung!
Ich gebe nicht viel auf Aderhold der gemeinsame Sache macht mit dem Antipsychiatrieverlag.
Ok, da bin ich neugierig, habe da ehrlich gesagt keine Ahnung. Ich habe nur die kleinen Teile gelesen, was ich hier in diesem Thread zitiert habe von Herrn Aderhold. Und da habe ich auf Anhieb nichts gefunden, was mich mehr als sonst gestört hätte.
Scheinbar ist Herr Aderhold sehr polarisierend(?) Mein Mann hat heute Morgen auch gereizt reagiert, als ich ihm von „laut einer Studie liegt die ED95 für Aripiprazol bei 2 mg“ erzählt habe
Ich nahm 3 Wochen lang keine Medikamente.
Hast Du danach wieder normal Medikamente genommen?
Das Resultat ist immerhin, das ich nun 500 statt 600mg Quetiapin nehme, das Risperidon ist mit 6mg gleich geblieben.
Es sind ja dann 2 NLs in relativ höheren Dosen. In Deinem ersten Post im Forum habe ich gelesen, dass Du 400 mg Quetiapin und 6 mg Risperidon zwischen 2011 und 2018/19 genommen hast. Ist es so, dass Du dauerhaft unter starken Symptome leidest, z.B. oft Stimmen hörst?
Ich hab mal für zwei Monate nur 400 mg genommen.
Denkst Du, dass der Rückfall danach eine Absetzpsychose war?
Von den Antipsychotika nehme ich 600 mg Amisulprid und 7,5 mg Olanzapin
Übrigens wird in der einen Veröffentlichung von Herrn Aderhold mehrfach auf die interindividuellen Unterschiede aufmerksam gemacht, z.B. bei der Dosisfindung „300% und mehr“.
spüre aber die Nebenwirkungen nicht übermäßig stark.
Das hört sich super an. Würde es auch für mich wünschen.
Bin immer mal wieder am überlegen das weiter zu reduzieren, aber ich habe zur Zeit eine stressige Arbeitsphase und bleib erstmal dabei.
Das verstehe ich. Der erhöhte Stress war bei mir auch der Grund, mir mit der Minidosis 2,5 mg Aripiprazol einen höheren Schutz zu geben.
Werd das mal probieren.
Viel Erfolg. Ich lerne auch nur durch meine eigenen Erfahrungen dazu.
Mein Psychiater hat dann das Atosil fest mit angesetzt und das brauche ich auch.
Hört sich gut an. Jeder weiß ja am Ende doch am besten über sich Bescheid, was einem hilft oder eben nicht.
Die Wirksamkeit ist dann auch noch fraglich.
Allgemein fraglich ist die Wirksamkei von Neuroleptika bei akuten Psychosen glaube ich nicht, zumindest haben sie mir bei Akuterkrankungen geholfen um schnell wieder runterzukommen. Allerdings glaube ich bei mir persönlich nicht, dass ich die NLs in nicht akuten Phasen benötige bzw. nur minimal und intermittierend bei erhöhtem Stress.
Aber ich stimme zu, dass die Wirksamkeit eines NLs individuell sehr anders ausgeprägt ist bzw. sein kann, die Nebenwirkungen davon ja genauso.
Ohne dass ich die Äquivalenzdosis zu Aripiprazol kenne und wenn ich annehme, dass 1 mg Brexpiprazol ca. 10 mg Aripiprazol entspräche, dann würde eine Packung mit 98 Tabletten umgerechnet 369 Euro kosten. Also ist das Brexpiprazol nicht ganz so teuer wie das Aripiprazol. Der Patentschutz fürs Brexpiprazol gilt wohl noch bis 2026.
Ach so, na ja, wenn 2 mg Brexiprazol ca. 10 mg Aripiprazol entspräche, dann kämen wir laut der oben verlinkten Tabelle schon auf 689 Euro. Dann wäre der Preis für Rexulti/Brexpiprazol genauso hoch wie für Abilify/Aripiprazol:
Der Apothekenverkauspreis AVP in 2010 war laut dieser Quelle 697,43 Euro pro 98 Tabletten 10 mg Abilify.
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Diese Antwort wurde vor 6 Jahren, 6 Monaten von
Mowa geändert.
Guten Morgen zusammen,
etwas off-topic und länglich hier, es sind nur meine persönlichen Gedanken von heute Morgen zu Otsuka, der Pharmafirma, die Abilify entwickelt hat. Nachdem ich nämlich über den niedrigen ED95-Wert von 2 mg/d für Aripiprazol gelesen habe (Quelle nochmal hier, Tabelle 2 auf Seite 8) und ich aus meiner eigenen Erfahrung die Wirkungen (und Nebenwirkungen) bei 2,5 mg nur bestätigen konnte, habe ich mich dafür interessiert, wie hoch der Umsatz (und der Gewinn) der Firma Otsuka eigentlich ist.
Alleine dadurch, dass die von Otsuka offiziell empfohlene Erhaltungsdosis von 15 mg/d auf 2 mg/d reduziert würde, müsste sich der Umsatz ja um Faktor 7,5 senken. Das ist schon mal viel Geld.
Dann ist es ja auch so, dass Abilify 2015 den Patentschutz verloren hat und dadurch auch große Einbußen im Umsatz erlitten haben muss. Der Apothekenverkauspreis AVP in 2010 war laut dieser Quelle 697,43 Euro pro 98 Tabletten 10 mg Abilify. Heute beträgt der AVP für dasselbe Produkt laut dieser Online-Apotheke 260,49 Euro.
D.h., selbst wenn Otsuka dieselbe Packungsmenge verkauft hätte, hätte sich der Umsatz durch die Einführung der Generika um einen weiteren Faktor 2,7 gesenkt. Der AVP für das günstigste Generikum bei der oben verlinkten Apotheke ist 176,60 Euro und kostet damit ca. 30% weniger als das Original-Abilify heute.
Die Firmengeschichte von Otsuka usw. habe ich noch gar nicht nachgelesen, aber Abilify war bestimmt ein profitabler Durchbruch für die Firma. Vor dem Patentablauf hatte Otsuka in 2013 einen weltweiten Umsatz von 7,83 Milliarden US Dollar, das waren ca. 6 Milliarden Euro damals, alleine durch den Verkauf von Abilify. Somit war Abilify unter den Top 10 der weltweit umsatzstärksten Medikamente im Jahr 2013. Und laut der Seite de.statistica.com war der Gesamtumsatz von Otsuka in 2013 13,81 Milliarden US Dollar. Demnach müssten ca. 57% des Umsatzes von Otsuka mit Abilify erzielt worden sein.
Dann ist es auch so, dass Otsuka noch vor dem Patentablauf Mitte 2014 die Depotform Abilify Maintena auf den Markt gebracht hat. Und 2017 wurden die digitalen Abilify-Pillen in den USA zugelassen und 2018 auf den Markt gebracht. Für mich dienen die beiden Medikamentenformen dazu, um ihre Kunden an ihre Produkte zu binden. Sprich, nach allem, was ich über die allgemeinen Methoden der Pharmafirmen gelesen und gehört habe, glaube ich nicht, dass es um die Sicherung des Patentenwohls geht als vor allem um die Sicherung des Firmenprofits. (Damit habe ich natürlich nicht geschrieben, dass solche Medikamentenformen per se und für jeden Betroffenen ungeeignet oder schädlich wären).
Neulich habe ich mich auch über die Nachricht geärgert, dass immer mehr Pharmafirmen die Antibiotika-Forschung einstellen, weil diese nicht mehr gewinnbringend ist. Antibiotika sollen ja so wenig wie möglich eingesetzt werden um Resistenzen zu vermeiden, und wenn sie zum Einsatz kommen, dann ist er ja immer kurzfristig. Das ist natürlich für gewinnorientierte Konzerne höchst unattraktiv.
Außerdem ist es so, dass Otsuka in Zusammenarbeit mit Lundbeck im Jahr 2015 des Patentablaufs eine Neuzulassung in den USA für ein weiteres Neuroleptikum bekommen hat, nämlich das Rexulti mit dem Wirktstoff Brexpiprazol. In der EU wurde es letztes Jahr in 2018 auch zugelassen, aber soweit ich gesehen habe, ist es zumindest in deutschen Online-Apotheken noch nicht verfügbar. Die Strukturformel ähnelt dem Aripiprazol sehr, und da wundert es mich nicht, dass das sich auch im Preis widerspiegelt.
Ohne dass ich die Äquivalenzdosis zu Aripiprazol kenne und wenn ich annehme, dass 1 mg Brexpiprazol ca. 10 mg Aripiprazol entspräche, dann würde eine Packung mit 98 Tabletten umgerechnet 369 Euro kosten. Also ist das Brexpiprazol nicht ganz so teuer wie das Aripiprazol. Der Patentschutz fürs Brexpiprazol gilt wohl noch bis 2026.
Insgesamt, was für mich sehr interessant zu sehen war, ist, dass der Gewinn von Otsuka nach dem Patentablauf erstmal eingebrochen ist, nämlich von 1,5 Milliarden US Dollar in 2014 auf 0,7 Milliarden US Dollar in 2015. Dass sich der Gewinn seitdem erholt, liegt ja vielleicht daran, dass Otsuka einerseits neue Tablettenformen fürs Erfolgsrezept Abilify und andererseits das auf Abilify basierende Brexpiprazol auf den Markt gebracht hat.
Übrigens wurden die weltweiten pharmazeutischen Milliardenumsätze in 2018 vor allem mit Krebsmitteln erzielt. Wenn sich der Minimalismus auch in der Behandlung von Psychosen durchsetzt, dann wäre es ja nicht verwunderlich, dass die Pharmafirmen immer weniger in die Neuroleptikaforschung investieren wollen. Das wäre für uns Psychose-Betroffene sehr nachteilhaft; und dennoch werde ich für mich persönlich einen minimalen NL-Einsatz anstreben.
LG,
MowaDanke schön @Bernadette. Hoffe, Deine Beschwerde bessert sich auch bald!
LG,
MowaIch verstehe immer nicht, warum die NL-Dosen im homöopathischen resp. Plazebobereich trotzdem noch ausreichend wirken bei einem Großteil der Patienten. Kann mir das jemand erklären? Vielleicht lassen sich einfach viele sehr bewusst gut ansprechen, auch wenn es schon so eine Minidosis ist.
Hallo Yuri, dazu könnte ich eine Vermutung äußern, dass es für die meisten (bzw. alle?) NLs im Niedrigdosisbereich keine randomisierten Dosisfindungsstudien gibt, so dass dieser Dosisbereich nicht offiziell anerkannt wird und als „homöopathisch“ abgetan wird…?
Zumindest ist über das Fehlen von solchen Studien für Hariperidol-Dosen < 3 mg in der Veröffentlichung von Herrn Aderhold nachzulesen (Seite 4/5 Abschnitt 2, „Dosisbereiche“).
Und ja schade, dass der y-Wert erst bei 1 mg losgeht, aber der scheint eine gute Referenz zu sein, sonst wäre das ja sicher anders.
Au man, das soll auch heißen „x-Wert“ und nicht „y-Wert“; Der x-Wert fängt bei 1 mg an. Es wäre schön, wenn es für so manche NLs der x-Wert bei 0,1 mg beginnen würde (d.h. für NLs, deren Aquivalenzdosen zu Hariperidol in der Größenordnung 1 liegen). Weiß allerdings nicht, wie empfindlich das nötige bildgebende Verfahren (d.h. die PET) heutzutage ist.
Daher kann man das alles nicht so ganz pauschalisieren.
Stimmt, pauschalisieren wollen wir nicht. Wobei, mittels evidenzbasierter Studien kann man ja schon tendenzielle Aussagen treffen.
Danke für diesen Link! Interessant.
Ja, finde ich auch sehr interessant. Ich habe mir zuerst nur die Tabellen und die Diagramme angeschaut, aber inzwischen habe ich auch angefangen mir den Text durchzulesen.
Ich würde ja gerne andere Quellen zitieren können und nicht ständig diese eine, die ich per Google spontan gefunden habe. Vielleicht kennen sich die anderen User besser aus und können weitere Quellen zum Thema angeben. Das wäre toll.
Im Moment, mit 400 mg Amisulprid und Stressfrei, höre ich kaum Stimmen und bin auch sonst sehr ruhig.
Hört sich prima an :good:
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Diese Antwort wurde vor 6 Jahren, 7 Monaten von
Mowa geändert.
Hoffe, dass das nur eine harmlose Blasenentzündung ist.
Hurra, doch nur eine Infektion, bin ich erleichtert. Ich habe dann ein Penicilinderivat verschrieben bekommen und noch eine Packung Cranberry-Kapseln um den Urin anzusäuern (mild desinfizierend).
gute besserung
Danke schön liebe erdbeere.
erst mal Borschtsch kochen
Ein Rezept habe ich schon mal gefunden, danke :good: Sobald ich frische rote Bete bekomme, was ich sehr mag, dann gibt’s bei uns auch mal Borschtsch. Wollte ich immer schon mal selber kochen.
Ich verstehe immer nicht, warum die NL-Dosen im homöopathischen resp. Plazebobereich trotzdem noch ausreichend wirken bei einem Großteil der Patienten.
Hallo Yuri, dazu könnte ich eine Vermutung äußern, dass es für die meisten (bzw. alle?) NLs im Niedrigdosisbereich keine randomisierten Dosisfindungsstudien gibt, so dass dieser Dosisbereich nicht offiziell anerkannt wird und als „homöopathisch“ abgetan wird…?
Zumindest ist über das Fehlen solcher Studien für Hariperidol-Dosen < 3 mg in der Veröffentlichung von Herrn Aderhold nachzulesen (Seite 4/5 Abschnitt 2, „Dosisbereiche“).
Sorry nochmal ich, bin wohl noch nicht ganz wach?
Getsern habe ich spontan auch mit Photoshop versucht, die Diagramme miteinander vergleichbarer zu machen, indem ich die Y-Axe entsprechend der Äquivalenztabelle skaliert habe und die X-Axe nach den Plateau-Werten normiert. Z.B. für Aripiprazol und Olanzapin, was ich schon kenne. Ein bisschen konnte ich schon damit herumspielen, aber nicht mehr.
Hier habe ich x und y vertauscht, wollte eigentlich schreiben:
Gestern habe ich spontan auch mit Photoshop versucht, die Diagramme miteinander vergleichbarer zu machen, indem ich die x-Achse (horizontal) entsprechend der Äquivalenztabelle skaliert habe und die y-Achse (vertikal) nach den Plateau-Werten normiert. Z.B. für Aripiprazol und Olanzapin, was ich schon kenne. Ein bisschen konnte ich schon damit herumspielen, aber auch nicht mehr.
Ist aber nicht so wichtig, war sowieso nur eine Spielerei von mir
Guten Morgen zusammen,
eigentlich fühlte ich mich seit dem Mittwochnachmittag wieder fit und wollte mich heute frühzeitig gesundmelden. Dann hatte ich gestern Abend Blut im Urin. Beim Wasserlassen ist es auch etwas unangenehm und ich muss vorsichtig sein. Heute Morgen war’s farbenmäßig unauffällig, aber ich spüre irgendwie meine Nieren und habe ab und zu leichte Schmerzen im Bereich der Blase. Hoffe, dass das nur eine harmlose Blasenentzündung ist.
Daher gehe ich später erstmal zum Hausarzt. Danach eventuell noch zur Arbeit. Die Verwaltung hatte mir nämlich eine E-Mail geschrieben, ob ich heute im Hause sei.
Es geht darum, dass ich zuerst im August mit der Verwaltung gesprochen hatte, ob ich in den Wochen, wenn ich am Do./Fr. Dienstreise habe, an mittwochs mir halbe Urlaubstage nehmen könnte anstatt einen ganzen Urlaubstag. Dadurch könnte ich erreichen, dass ich vormittags an den Betriesratssitzungen teilnehmen kann und mich nachmittags ausruhen.
Damals habe ich eine Absage bekommen. Ende September habe ich dann meinen Chef mit derselben Frage angeschrieben, und daraufhin habe ich eine nochmalige Nachricht von der Verwaltung bekommen, ob wir uns nochmal sprechen können. Ich bin mal gespannt, ob halbe Urlaubstage trotzdem nicht geht oder ob sich eine alternative Lösung anbietet.
LG,
MowaY-Axe… X-Axe
Seufz, ich habe schon lange nicht mehr „Achse“ geschrieben. Zu meiner Vertiedigung, auf Englisch heißt das „axis“. Ich meine auch nicht die „Axt“, diese heißt auf Englisch „axe“…
Ich hab schon einiges probiert.
Danke für Deine Rückmeldung. Dann ist es wohl so, dass Du mit 400 mg Amisulprid seit einigen Jahren schon stabil geblieben bist? Habe ich richtig gelesen, dass Du während und nach der/den Reduktions- und Absetzversuche/n vermehrt Stimmen gehört hast als während der Dauermedikation mit 400 mg Amisulprid?
10h Schlaf auf Dauer müssen nicht sein.
Das verstehe ich, wenn Du fit/fitter geworden bist, dann sind 10 Stunden Schlaf viel.
also reduzierte ich meine Dosis dauerhaft auf 200 mg und das Quetiapin passte ich an und reduzierte auf 12,5 mg.
Laut der zitierten Tabelle in der Veröffentlichung von Herrn Aderhold liegt für Amisulprid die effektive Dosis nahe am Maximum, ED95, tatsächlich bei 200 mg. Das Quetiapin nimmst Du auch abends zum Schlafen, oder?
Ich habe nun gelernt, dass ich einen gewissen Schutz brauche und mir dass lieber ist, als wieder Absetzversuche zu starten. Jeder sollte für sich wissen, was für ihn oder sie relevant ist.
Da kann ich Dir nur zustimmen, das sollte jeder für sich wissen.
Was mich bzw. meinen weitergeführten Selbstversuch mit den NLs betrifft, hätte ich ihn vermutlich früher abgebrochen, hätte ich keine Unterstützung von meinem Umfeld erfahren. Ich glaube, dass meine Mitmenschen, vor allem mein Mann, meine Familie, mein Vorgesetzter und meine Ärzte & mein Therapeut mir immer noch vertrauen, dass ich es schon irgendwie richtig machen werde. Ich bin mir sicher, dass mich ihr Vertrauen und der Freiraum, den ich dadurch genieße, in Krisensituationen schneller stabilisiert als ohne solches Vertrauen.
therapeutische Fenster
Danke für die Ausführungen Grenfell. Ist es denn nicht so, dass der wirkungsvolle Grad der Rezeptorbelegung (bzw. die Lage des therapeutischen Fensters) auch von der Intensität der psychotischen Symptome abhängt? Also schrittweise sich erhöhend von sehr niedrig, vielleicht bei manchen Psychotikern sogar 0%, bei gar keinen Symptomen, bis sehr hoch bzw. 80% oder so bei maximalen Symptomen?
Ist die individuelle Dosis zu niedrig, dann schützt das Mittel nicht mehr vor einer Psychose.
Mein Eindruck ist, dass heute wissenschafltich noch zu wenig bekannt ist, wie sich Psychosen in frühen Stadien entwickeln. Und sicher gibt es auch hier teilweise große individuelle Unterschiede. Jedenfalls glaube ich, dass frühe Behandlungen auf jeden Fall weniger NLs benötigen, oftmals sicher ganz ohne. Aber schon klar, bei Absetzsymptomen kann man nicht über „frühe Stadien“ diskutieren.
Für mich war es so, dass meine Psychosen episodisch aufgetreten sind und die NLs sich zwischen den Episoden nur durch ihre Nebenwirkungen bemerkbar gemacht haben. Es ist eben die Frage, ob ich lieber stabil bleiben und innerhalb des Möglichen versuchen möchte die Lebensqualität zu erhöhen, oder ob ich meine Stabilität riskiere gegen (in meinem individuellen Fall) praktisch garantiert mehr Lebensqualität.
Da hat mir sogar mein Stationsarzt beim letzten Rückfall gesagt, vielleicht treffe ich ja für mich die richtige Entscheidung (dass ich immer wieder absetze), wenn die Rückfälle als nicht so schlimm erlebt werden. Das hat mich überrascht.
Und so habe ich mich von Juli bis November 2018 um 1 mg Fluanxol herunter geschaukelt, ohne dass ich ernsthaft Probleme bekam.
Es freut mich zu lesen, dass Du nach den ganzen Bemühungen wesentlich mehr Lebensqualität und Lebensgefühl wiedererlangt hast, durch besondere Aufmerksamkeit und eigene Fürsorge.
Mir ist auch alles viel weniger egal
Das kann ich auch unterschreiben. Unter Dauermedikation mit 15 mg Aripiprazol hatte ich praktisch nichts mehr, was mir wirklich wichtig war. Ich kam nicht mal darauf, dass mir alles egal wurde, weil selbst dieser Zustand mir egal war, bzw. ich zufrieden damit war…
Diese Kurven der Rezeptorbelegung sind für jeden Wirkstoff anders. Bei manchen bricht die Rezeptorbelegung ab einer bestimmten Dosis total zusammen und bei anderen nimmt die nur allmählich ab. Man sollte die Kurve kennen, wenn man reduziert, damit man nicht überrascht wird.
Du kennst diese Kurven sicher schon lange, für mich waren sie neu. Meinst Du die Diagramme wie z.B. in dieser Veröffentlichung von Herrn Aderhold zusammengefasst, oder gibt es aktuellere Daten?
Zu den Kurven hatte ich oben gepostet:
Zwar gibt es nicht viele Datenpunkte in den einzelnen Studien und bei den gefitteten Kurven weiß ich nicht, wie sie darauf kommen und miteinander vergleichbar sind usw., es gibt sicher auch teilweise große individuelle Unterschiede usw. usf.; und doch finde ich die Diagramme in der oben verlinkten Veröffentlichung von Herrn Aderhold interessant.
Demnach gibt es Medikamente, die sich im niedrigen Bereich leichter dosieren lassen als andere. Bei Ziprasidon z.B. sieht es ja gut aus, da die Dosis-Wirkungs-Kurve langsam abfällt.
Ja, und wenn ich mir die Kurve für Aripiprazol anschaue, dann liege ich zwischen 1 mg und 2 mg wohl im linearen Bereich. Gleichzeitig gibt es keine weiteren Datenpunkte zwischen den beiden Werten, also da vermute ich, dass die Theorie hinter den ganzen Kurven auch mit Vorsicht zu genießen ist. Und ja schade, dass der y-Wert erst bei 1 mg losgeht, aber der scheint eine gute Referenz zu sein, sonst wäre das ja sicher anders.
Getsern habe ich spontan auch mit Photoshop versucht, die Diagramme miteinander vergleichbarer zu machen, indem ich die Y-Axe entsprechend der Äquivalenztabelle skaliert habe und die X-Axe nach den Plateau-Werten normiert. Z.B. für Aripiprazol und Olanzapin, was ich schon kenne. Ein bisschen konnte ich schon damit herumspielen, aber nicht mehr.
Jedenfalls fände ich es extrem interessant, wenn diese verschiedene Studien mtieinander auch verglichen werden könnten.
Je weniger Wirkstoff man einnimmt, desto kleiner muss der Reduktionsschritt sein, und manchmal ist es fast unmöglich, das hinzukriegen.
Das und die Fausregel mit 10%-igen Schritten alle 4 Wochen(?) habe ich schon oft gelesen, aber wie schon oben geschrieben, vermute ich, dass das für mich persönlich bei meiner Aripiprazol-Reduktion bzw. beim Absetzen nicht gilt.
Denn schon 3 Male habe ich recht abrupt abgesetzt und hatte kaum Absetzsymptome, auch keinen Honeymoon-Effekt. Nur merke ich nach wenigen Tagen, dass das Sättigungsgefühl wieder zurückkommt und der Kopf sich freier anfühlt. Vor Kurzem habe ich auch von 5 mg auf ca. 2,5 mg reduziert und habe praktisch nichts gemerkt. Daher auch mein Eindruck, dass die NLs bei mir zwischen den akuten Episoden nur Nebenwirkungen bescheren
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Diese Antwort wurde vor 6 Jahren, 7 Monaten von
Mowa geändert.
Das war nur eine Frage @mowa, kein “Vorwurf”.
Hallo Nevermind, danke für die Erläuterung. Als Vorwurf habe ich Deine Frage auch nicht verstanden, aber ich hatte Dich so verstanden, dass Du Deine Frage speziell auf diesen Thread beziehst und nicht generell aufs Forum. Dann war das mein Missverständnis.
Ich schraube auch bei meinen Medikamenten herum, mein Psychiater unterstützt mich dabei, aber ich habe noch keine niedrige Dosis,
Finde ich gut, dass auch Dein Psychiater Dich bei der Reduktion begleitet. Es sind ja dann 2 NLs in mittleren Dosen. Gute Besserung!
Früher hatte ich schon mal 5mg, was meine Psychiaterin damals als niedrigste Dosis bezeichnete.
Mein Psychiater hat mir bei meinem letzten regulären Termin vor einem Monat geraten, prophylaktisch eine geringe Dosis Aripiprazol zu nehmen, auch wenn es nur 2,5 mg wäre. Bei meinem nächsten Termin möchte ich ihn fragen, ob es inzwischen Studien zur Niedrigstdosis Aripiprazol gibt bzw. was er davon hält, wenn ich die Dosis z.B. nochmal halbiere.
Ich glaub, man kann nicht sagen, dass es bei einer psychischen Erkrankung eine bestimmte geringstmögliche Dosis gibt, die das Non Plus Ultra ist.
Ja, das nicht, aber ich denke schon, dass es sowas wie eine individuelle Erhaltungsdosis gibt, die man nehmen könnte, wenn man halbwegs stabil ist. In Krisensituationen wird die NL-Dosis ja auch vorübergehend erhöht, zumindest kenne ich das so aus der Vergangenheit, als ich das Aripiprazol als Dauermedikation in mittlerer Dosis genommen habe.
Das sei die Mindestdosis gegen Positivsymptomatik.
Da verstehe ich schon, dass es andere Maßstäbe gibt, wenn Betroffene unter Positivsymptome leiden. Hast Du schon mal dauerhaft weniger als 400 mg Amisulprid genommen und einen Unterschied gemerkt, was die Positivsymptomatik betrifft…?
Auf meine Reduktionswünsche wurde immer eingegangen von ärztlicher Seite aus.
Sowas finde ich immer positiv und fördert bestimmt ein vertrauensvolleres Verhältnis zwischen dem Arzt und Patienten. Ich habe bis auf von meinem jetzigen Psychiater leider keinerlei Unterstützung bei Reduktion/Absetzen erfahren (edit: ok von meiner letzten Psychiaterin wurde ich doch unterstützt, aber mit großem Widerwillen ihrerseits).
Ich nehme seit der Klinik im Sommer nun: 5mg Abilify (oder ähnliche mit gleichen Wirkstoff) ein AD Adjuvin 50mg beides morgen und Abends 25mg Seroquel.
Danke Bernadette. Das Quetiapin nimmst Du zum Ein- und Durchschlafen, nicht? Wie Du auch schreibst, vielleicht ist es ja gut, dass Du eine Weile lange schlafen kannst.
0,75 mg Risperidon klingt auch weniger. Schade, dass die vorsichtige Reduktion nicht geklappt hat.
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Diese Antwort wurde vor 6 Jahren, 7 Monaten von
Mowa geändert.
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Diese Antwort wurde vor 6 Jahren, 6 Monaten von
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