Pia

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  • als Antwort auf: Stimmenhören #416098
    Pia

      Stimmenhören-was ist das ?

      (Quelle: Netzwerk Stimmenhören Schweiz)

      Stimmenhören ist gar nicht so selten und auch nicht unbedingt ein Zeichen einer Erkrankung

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      Für Menschen, die es selbst nie erlebt haben, kann es schwierig sein, sich vorzustellen, wie es ist, Stimmen zu hören. Und es mag erstaunen, dass diese Erfahrung gar nicht so selten ist. Es gibt Schätzungen, dass bis zu 15% aller Menschen im Verlauf ihres Lebens mindestens einmal Stimmen hören und ein Grossteil von ihnen, ohne krank zu sein. Stimmenhören ist schon aus sehr alten Zeiten überliefert und in vielen unterschiedlichen Kulturen belegt. Stimmenhören wird bei uns seit Mitte des 19. Jahrhunderts häufig pathologisiert, als krank eingestuft, und vor allem als Symptom einer Schizophrenie angesehen, obwohl die Mehrheit der stimmenhörenden Menschen ihr Leben ohne psychiatrische Therapie leben. Etwa zwei Drittel der Stimmenhörenden kommen gut mit ihrer Erfahrung klar.

      Wie fühlt sich Stimmenhören an?
      Wenn jemand Stimmen hört, mag das so sein, als ob man die Stimmen (oder auch anderen Geräusche) – so wie gewöhnliche Laute – mit den Ohren hört. Der Unterschied ist nur, dass nicht auszumachen ist, woher die Stimmen kommen, und dass andere Menschen sie nicht hören können. Für die Stimmenhörenden ist es aber ganz real, was sie hören.
      Es kann auch sein, dass die Stimmen nicht wie mit den Ohren gehört werden, sondern dass es so erlebt wird, als ob die Stimmen Gedanken wären, die von irgendwo her in den eigenen Kopf gelangen würden, z.B. wie durch Telepathie. Die Stimmen scheinen jedenfalls von irgendwoher ausserhalb des eigenen Bewusstseins zu kommen. Stimmen können also von aussen kommen, im Kopf oder manchmal auch irgendwo anders im eigenen Körper wahrgenommen werden.

      Menschen, die Stimmen hören, fühlen sich selbst nicht als Urheber der Stimmen, und sie können sie weder steuern noch vorhersagen, was sie als Nächstes sagen werden. Es gibt Leute, welche die Bezeichnung „Stimmenhören“ als schlechte Beschreibung für ihre Erfahrung ansehen, denn Stimmenhören kann sehr unterschiedliche Formen annehmen und ist etwas sehr Individuelles. Es kann sein, dass jemand non-verbale Gedanken wahrnimmt oder Bilder und Visionen, manchmal auch Gerüche und Geschmack oder Berührungen respektive andere Körperwahrnehmungen.

      Stimmenhören kann sein wie ein Traum im Wachzustand (wie Dorothea Buck psychotische Erfahrungen erklärte). Es kann ein schöner Traum sein, ein Albtraum oder auch etwas dazwischen mit ganz verschiedenen Aspekten. Und wie ein Traum kann es sich auch verändern.

      Stimmenhören kann ganz verschieden sein
      Es gibt Stimmenhörende, bei denen die Stimmen den ganzen Tag präsent sind, bei anderen nur zu bestimmten Zeiten, vielleicht ausgelöst durch gewisse Erlebnisse oder emotionale Zustände. Manche Menschen hören Stimmen auch nur vereinzelt oder gar nur ein einziges Mal in ihrem Leben. Die Lautstärke kann variieren und es kann sich um eine einzelne Stimme handeln oder auch um mehrere. Die Stimmenhör-Erfahrung kann Angst machen und destabilisieren, es kann sich aber auch um etwas Angenehmes, Hilfreiches handeln und beispielsweise das Gefühl vermitteln, nicht alleine zu sein. Die Inhalte der Stimmen können alles Mögliche sein, von negativen, manchmal bösartigen oder auch positiven Kommentaren (über die stimmenhörende Person oder jemanden aus ihrem Umfeld) über Befehle, etwas Bestimmtes zu tun, oder auch aufmunternde Bemerkungen und Lob bis hin zur Erinnerung an einen vergessenen Termin oder Unterstützung beim Lösen einer Aufgabe.

      Mögliche Ursachen
      Stimmenhören tritt oft in Verbindung mit einem einschneidenden Erlebnis auf, z.B. können sie nach dem Tod eines Angehörigen trösten oder bei Menschen auftreten, die lange Zeit unter extremen Bedingungen allein sind. Es kann bei Menschen entstehen, welche sexuell missbraucht wurden oder die unter einem grossen Verlust, z.B. ihrer Arbeit, leiden. Das Alter, in dem die Stimmen zum ersten Mal auftreten, ist ganz unterschiedlich, ebenso wie die Intensität des Schreckens darüber. Im Jugendalter scheint diese Erfahrung am Schlimmsten zu sein. Die Verstörung ist offenbar meist geringer, wenn man von klein auf Stimmen hört oder wenn sie erst später im Erwachsenenalter auftreten.

      Eine Studie von Prof. Marius Romme und Dr. Sandra Escher mit Menschen mit einer Diagnose Schizophrenie zeigte, dass 70 bis 80% dieser Stimmenhörenden die Erfahrung von Traumata oder emotionaler Vernachlässigung gemacht haben. Dies mit dem Ergebnis von überwältigenden oder widersprüchlichen Emotionen, mit denen diese Menschen noch nicht umzugehen gelernt haben. Romme und Escher sind zwei Forscher aus Maastricht, die sich stark mit dem Thema befasst und versucht haben, von den Erfahrungen derjenigen Stimmenhörenden zu lernen, welche keine psychiatrische Hilfe benötigen und einen guten Umgang mit ihren Stimmen gefunden haben.

      Berühmte Stimmenhörende
      Man weiss von vielen bekannten Menschen, dass sie zu den Stimmenhörenden zählen. Einige Beispiele sind neben Religionsstiftern wie Jesus und Mohammed auch Moses, Sokrates, Hildegard von Bingen, Mahatma Gandhi, Johann Wolfgang von Goethe, Robert Schuman, Charles Dickens, Virginia Woolf, Carl Gustav Jung, Sigmund Freud, Jeanne d’Arc, Winston Churchill, John Forbes Nash, Anthony Hopkins, Carlos Santana, Zoë Wanamaker, Brian Wilson, John Frusciante und Zinédine Zidane, also Menschen mit ganz unterschiedlichen Begabungen.

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      Quelle:
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      Pia

        Es gibt genügend Strafgesetze, die Strafen für Menschen vorsehen, die z.B. gewalttätig geworden sind.

        Für etliche solcher Straftaten bin ich sehr dafür, dass die Strafmaße erhöht und die Verjährungsfristen verlängert, bzw. ganz aufgehoben werden.

        Die Gesetze gelten für alle Menschen.

        Das heißt aber nicht, dass für Gewalt und Zwangsmaßnahmen gegen psychisch erkrankte Menschen noch mehr (willkürliche) Maßnahmen erlaubt werden sollten. Davon gibt es schon mehr als genug legalisierte, (struktuelle) Gewalt gegen Menschen mit psychischen Erkrankungen. Die sollte weiter eingedämmt, vermieden, verboten werden, statt noch mehr Gewalt gegen psychisch erkrankte Menschen legalisiert werden, gewaltfreie Möglichkeiten überall endlich eingeführt und umgesetzt werden,…..

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        Pia

          Du redest dir da was schön, was alles andere als „gut oder schön“ würde, weil du politischer Propaganda aufgesessen bist, @Molly.

          Viele wissen es aus der Geschichte der Menschheit und auch aus der Nazizeit, was sowas bedeutet, „Register für psychisch Kranke“.

          Du scheinst sämtliche realistische Fakten und sämtliche realistischen Bedenken und Kritik, sämtliche reale Erfahrungen der Menschheit mit solchen „Registern“ auszublenden und nicht wahrhaben zu wollen, @Molly. Auch den seit langem immer stärker werdenen Rechtsdruck und Propaganda nicht von realen Fakten unterscheiden zu können oder zu wollen. Das ist völlig irrational, was du schreibst @Molly.

          Mit deinem Gewolle für solche „Psychisch-Kranken-Register“ erhöhst du die Gefahr, dass dir Gewalt von z.B. staatlicher Seite angetan würde, erheblich, statt eventuell mögliche struktuelle Gewalt gegen dich, an dir für dich selbst und andere Menschen zu verringern, @Molly. Denk doch mal in Ruhe darüber nach.

          Pia

            Deine persönlichen Ängste bezüglich möglicher Gewaltverbrechen von sogenannten „psychisch Kranken“ sind irrational, @Molly.

            Es ist seit langem und immer und immer wieder erwiesen worden, dass psychisch erkrankte Menschen, auch Menschen mit der Diagnose Schizophrenie oder ähnlichen Diagnosen, nicht gefährlicher sind, als der Rest der Bevölkerung.

            Du solltest dich besser auf Fakten konzentrieren, als auf Propaganda von Politiker:innen und den Medien, die Einzelfälle so darstellen und es versuchen zu suggerieren, als seien alle psychisch erkrankten Menschen gefährlich.

            Es gibt leider Einzelfälle, dass Menschen mit psychotischen Symptomen gewalttätig geworden sind.

            Es gibt aber sehr viel mehr Menschen, die nie psychotische Symptome hatten und haben, die gewalttätig waren oder sind.

            Der Anteil der Menschen in der Bevölkerung, die keine psychiatrische Diagnose haben, ist sehr viel höher und damit auch die Anzahl der gewalttätigen Menschen in der Bevölkerung, die keine psychischen Leiden hatten und haben.

            Erwiesen ist auch, dass Menschen, die Alkohol und oder Drogen konsumieren, eher gewalttätig werden als Menschen, die solche Substanzen nicht konsumieren.

            Deshalb sollte man sich aber nicht verängstigen lassen, @Molly. Es gibt leider gewalttätige Menschen. Deswegen sollte man aber weder alle psychisch erkrankten Menschen, auch nicht die mit der Diagnose Schizophrenie und auch nicht alle anderen Menschen unter Generalverdacht und Generalkontrolle stellen, dass jemand möglicherweise irgendwann im Leben gewalttätig werden könnte.

            Alle Menschen können gewalttätig werden, aber die allermeisten Menschen werden in ihrem ganzen Leben nie gewalttätig. Auch die allermeisten Menschen mit der Diagnose Schizophrenie nicht.

            Die allermeisten Menschen mit psychischen Leiden haben schon (viel) Gewalt erlebt, das ist erwiesen.

            Solche Register für „psychisch Kranke“ würden Tür und Tor für Leute, die gern Andere schikanieren, diskriminieren, ihnen gern verschiedenste Arten von Gewalt antun wollen, öffnen.

            Patientendaten gleich welcher Art, haben in Behördenakten und Behördencomputern nichts zu suchen.

            Menschen, die psychisch leiden würde es nur erschwert, bis unmöglich gemacht, sich kompetente und individuell passende Unterstützung zu suchen oder sie ganz davon abhalten.

            Solche Register würden für Millionen von völlig unschuldigen Menschen nur unnötiges Leid erzeugen und niemanden schützen.

            Außerdem sollte man bedenken, dass es gerade bei der Diagnose Schizophrenie eine sehr sehr hohe Prozentzahl an Fehldiagnosen gibt.

            Es braucht ganz bestimmt nicht mehr Gesetze, um „legal“ MenschenRechte zu verletzen, die UN-Behindertenrechtskonvention zu umgehen.

            Im Gegenteil. Es braucht die Abschaffung solcher diskriminierender, stigmatisierender, menschenverachtender Gesetze und damit Einschränkungen und klare gesetzliche Strafen für Täter:innen, die sich nicht an die AGG, die Menschenrechte und die UN-Behindertenrechtskonvention halten.

            Pia

              Schrittweises Absetzen von Antipsychotika: Erkenntnisse aus Fallstudien und neurobiologischen Prinzipien für die Praxis

              PMC PubMed Central, 09. Mai 2024 
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              https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC11139239/?utm_source=chatgpt.com

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              als Antwort auf: Filmempfehlung #415352
              Pia

                Danke für den Filmtipp, @Hanseatic.

                Hier bei Wikipedia steht etwas mehr zu dem Film:

                https://de.m.wikipedia.org/wiki/How_to_Be_Normal_und_der_Versuch,_sich_selbst_zu_verstehen

                Ich will mir den Film wohl im Kino ansehen. Mal sehen, ob der Film auch nachmittags gezeigt wird, oder es vielleicht sogar ehere Vorstellungen mit dem Film hier im Kino gibt. Dann ja.

                • Diese Antwort wurde vor 7 Monaten, 2 Wochen von Pia geändert.
                als Antwort auf: D.I.S Ding, ein YouTube-Kanal einer Betroffenen von DIS #415260
                Pia

                  Leben mit dissoziativer Persönlichkeitsstörung | Doku HD
                  ARTE.de, Video 53:23 Minuten, 08. September 2025
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                  • Diese Antwort wurde vor 7 Monaten, 2 Wochen von Pia geändert.
                  als Antwort auf: TV-Dokus #415207
                  Pia
                    Leben mit dissoziativer Persönlichkeitsstörung | Doku HD
                    ARTE.de, Video 53:23 Minuten, 08. September 2025
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                    als Antwort auf: Überzeugungen, die Wahnsinn erzeugen #415170
                    Pia

                      @Snoopy: :wacko: Blabla…

                      Pia

                        Ich finde ChatGPT ab und zu auch praktisch, @Blumenduft.

                        In dem Artikel steht ja nicht, dass jede Person psychotisch werden würde, die ChatGPT nutzt.

                        Es sind aber schon etliche Menschen leider wirklich psychotisch durch Nutzung von ChatGPT geworden und ein junger Mann hat sich deswegen sogar schon umgebracht.

                        Ich habe da auch schon zufällig andere Berichte drüber gesehen.

                        In den USA gibt es sowas wie Online-Partnerbörsen, bloß dass die Menschen sich dort einen Chatbot aussuchen können und es dazu Animationen gibt, dass man sich aussuchen kann, wie die Chatbotpartnerin oder der Chatbotpartner aussehen soll, ähnlich wie bei manchen Videospielen und manche Menschen leben ganz real in ihrer Illusion, sie hätten dort eine Partnerin, einen Partner im Computer, verlieben sich wirklich ernsthaft in diese Animationen.

                        Das kann für Nutzer:innen solcher Programme auch ganz schön übel werden, gerade psychisch.

                        In Deutschland gibt es solche Chatbot-Partnerschaftsprogramme aber wohl (noch) nicht, ich weiß es aber nicht genau.

                        Das ist ein ziemlich neues Phänomen, dass erkannt worden ist, dass sowas leider möglich ist, durch ChatGPT psychotisch werden zu können. Das heißt ja dennoch nicht, dass zwangsläufig jede:r psychotische Symptome davon bekäme.

                        als Antwort auf: Niedrigst mögliche NL-Dosis, individuell ermittelt? #414967
                        Pia

                          Vergesst nicht, bei Fakten zu bleiben. Was ihr mir vorwerft, sind Diffamierungen.

                          Ihr müsstet schon Beweise für eure Behauptungen gegen mich liefern, dass das, was ihr über mich behauptet, der Wahrheit entspricht. Das tut es nicht.

                          als Antwort auf: Stimmenhören #414964
                          Pia

                            Die Orte, an denen „Stimmen hören“ als eine gute Sache angesehen wird

                            BBC, Artikel 03.09.2025
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                            Ich habe den Artikel automatisch auf Deutsch übersetzt und wegen der Forensoftware alle Links rausgenommen, die ihr unten, unter dem Quellenlink im Originalartikel, findet. Es sind auch Studien dabei.
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                            Ihr wisst ja, ihr könnt den Originalartikel, wenn ihr möchtet, auch ganz leicht mit euren Geräten, mit denen ihr online geht, selbst auch automatisch übersetzen lassen.
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                            Mit dem Smartphone zum Beispiel einfach auf das Dreipunktmenü oben rechts drücken und dann auf „Übersetzen“.
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                            Artikel:
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                            Die westliche Medizin betrachtet üblicherweise jeden, der zugibt, von körperlosen Stimmen Anweisungen erhalten zu haben, als psychotisch. Doch das ist nicht überall der Fall – was können wir also von denen lernen, die diese Halluzinationen anders behandeln?
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                            Stimmen zu hören ist häufiger, als man denkt. Studien über Jahrzehnte hinweg haben gezeigt, dass eine überraschend große Zahl von Menschen ohne zuvor diagnostizierte psychische Erkrankung – oft mehr als drei Viertel der Teilnehmer – Stimmen aus einer unbekannten Quelle wahrnehmen, die zu ihnen sprechen.
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                            In der westlichen Psychiatrie sind diese akustischen Halluzinationen jedoch eines der Hauptsymptome psychotischer Störungen. Und das daraus resultierende Stigma, das diese psychischen Erkrankungen umgibt, führt dazu, dass nur wenige Menschen öffentlich zugeben, Stimmen in ihrem Kopf zu hören.
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                            Doch in manchen Kulturen werden diese Halluzinationen nicht nur allgemein akzeptiert, sondern sogar zelebriert. Sie gelten als Orientierungshilfe oder als Beitrag zur Sicherheit. Was können wir von anderen Kulturen über psychische Gesundheit lernen? Und können wir Menschen, die Stimmen hören, mit anderen Augen sehen?
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                            Lokale Erwartungen, die durch die Kultur, das Umfeld und die Menschen, mit denen wir aufwachsen, geprägt sind, haben Einfluss darauf, ob Menschen, die Halluzinationen erleben, als krank eingestuft werden oder nicht, sagt Tanya Luhrmann, Professorin für Anthropologie an der Stanford University in den USA und Co-Autorin des Buches „Our Most Troubling Madness“.
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                            Das Diagnostic and Statistical Manual of Mental Disorders (DSM-5), das Standardwerk zur Diagnose psychischer Störungen in den USA, nennt Stimmenhören als Hauptmerkmal von Schizophrenie und Psychose. In westlichen Ländern sind jedoch manche Halluzinationen eher akzeptiert als andere – bis zu 80 Prozent der trauernden Amerikaner und Europäer berichten, einen verstorbenen nahen Verwandten gesehen, gehört oder gespürt zu haben. Im Vergleich dazu verbieten die Achuar-Stämme in Ecuador die Trauer um den Verlust von Familienmitgliedern, da sie Visionen oder Träume von Verstorbenen als Bedrohung für die Seelen der Lebenden betrachten.
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                            Sogar drogeninduzierte Halluzinationen von
                            Stimmen variieren je nach kulturellen Unterschieden. Im Amazonasgebiet glaubt der Siona-Stamm, dass solche Halluzinationen das Erleben einer alternativen Realität sind , während der Schuar-Stamm glaubt, dass das alltägliche Leben eine Illusion ist und die Realität das ist, was während einer Halluzination gesehen wird.
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                            Amerikaner hassen eher die Stimme einer akustischen Halluzination
                            Wie Menschen auf eine Stimme in ihrem Kopf reagieren, kann auch kulturell geprägt sein. Ein Vergleich zwischen Psychosepatienten aus den USA, Ghana und Südindien ergab, dass Amerikaner ihre innere Stimme eher hassten und meist nicht wussten, wer der Sprecher war. Patienten im indischen Chennai und im ghanaischen Accra hingegen assoziierten ihre innere Stimme mit Gott oder Familienmitgliedern und hörten sie nicht immer gern, so die von Luhrmann durchgeführte Studie.
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                            Mehr als die Hälfte der Befragten aus Chennai gaben an, die Stimmen bestimmter Familienmitglieder wie Eltern, Schwiegermutter oder Schwestern gehört zu haben. Diese Stimmen gaben praktische Ratschläge, Anweisungen für alltägliche Aufgaben und waren auch da, um jemanden zurechtzuweisen. Sie forderten die Befragten auf, einkaufen zu gehen, Essen zuzubereiten oder zu baden. „Sie sprechen wie ältere Menschen, die jüngeren Menschen Ratschläge geben“, sagte ein Befragter. „Ich lerne dadurch Dinge, die ich noch nicht weiß“, sagte ein anderer.
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                            Für die Teilnehmer in Chennai wirkten die Stimmen scheinbar realistischer, und nur wenige Befragte gaben an, die Stimme, die zu ihnen sprach, nicht zu erkennen. Einige der Befragten aus Accra gingen sogar noch weiter und sagten, ihre Stimmen hätten einen positiven Einfluss auf sie gehabt. Ein Mann sagte zu Luhrmann: „Sie sagen mir einfach, dass ich das Richtige tun soll. Ohne diese Stimmen wäre ich schon lange tot.“ Amerikaner hingegen beschrieben ihre Stimmen eher als eingebildet. „Ich glaube nicht, dass da irgendetwas ist oder so. Ich denke, so funktioniert mein Verstand einfach“, sagte ein US-Teilnehmer zu Luhrmann.
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                            Einige der Befragten aus Chennai sprachen davon, dass sie Angst vor ihrer Stimme hätten, und viele sagten, sie würden es nicht mögen, wenn man sie zurechtwies. Die Stimmen könnten aber auch spielerisch klingen, was niemand aus den USA oder Ghana erwähnte.
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                            Luhrmann sagt, dass Menschen außerhalb des Westens eher sagen, dass ihr Geist mit dem anderer verwoben ist. Ghanaer beispielsweise verstehen, dass sie durch ihre Beziehungen mit anderen verbunden sind . Und obwohl viele der Studienteilnehmer aus Accra akzeptierten, dass das Hören von Stimmen ein Symptom einer psychiatrischen Störung ist, war es für sie gesellschaftlich eher akzeptabel, diese Stimmen zu hören. Luhrmann fügt jedoch hinzu, dass die Menschen in Ghana möglicherweise zögern, zuzugeben, dass sie kritische oder gewalttätige Stimmen gehört haben, weil Hexerei vor Ort stigmatisiert wird.
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                            Getty Images Die Kultur, in der Sie aufwachsen, kann einen großen Einfluss darauf haben, wie Sie das Hören von Stimmen erleben und darauf reagieren.
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                            Die Kultur, in der Sie aufwachsen, kann einen großen Einfluss darauf haben, wie Sie das Hören von Stimmen erleben und darauf reagieren.
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                            Manche Kulturen akzeptieren und feiern Menschen, die halluzinieren, anstatt sie zu pathologisieren, sagt Luhrmann und nennt das Beispiel der Menschen in Ghana, deren Stimmen als Kontakt zu Gott angesehen wurden. „In verschiedenen Teilen der Welt wird von den Menschen erwartet, dass sie die Toten sehen, mit Geistern sprechen und mit Feen interagieren“, sagt Luhrmann.
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                            Während westliche Psychiater im 20. Jahrhundert versuchten, sich auf eine Definition und Diagnose verschiedener Geisteskrankheiten zu einigen, dokumentierten Anthropologen wie Ruth Benedict und Jane Murphy, wie Menschen mit ähnlichen Symptomen in nicht-westlichen Kulturen mit Akzeptanz und sogar Ehrerbietung behandelt wurden.
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                            Murphy lebte beispielsweise mit den Egba Yoruba zusammen, einer Untergruppe der Yoruba-Sprecher im Westen Nigerias. Sie beobachtete, wie diese Stimmen hörten und versuchten, anderen zu erklären, woher diese kamen – obwohl die Quelle für niemanden außer dem Zuhörer sichtbar war. Sie stellte fest, dass dies bei den Egba Yoruba ein recht häufiges Phänomen zu sein schien und weder die Person, die die Stimmen hörte, noch die Menschen, die die Stimmen nicht hörten, störte.
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                            Die meisten Kulturen, sagt Luhrmann, haben Wörter für Gedanken, die von einem Geist zum anderen übertragen werden können. Im Englischen würden wir beispielsweise „Telepathie“, „Hexerei“ oder „göttliche Inspiration“ sagen.
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                            Menschen haben im Allgemeinen das Gefühl, ihre Gedanken seien privat, sagt Luhrmann. Doch die meisten von uns haben wahrscheinlich schon Erfahrungen gemacht, die dem widersprechen. „Manchmal fühlt sich ein intensiver Traum an, als würde er Informationen von außen übermitteln“, sagt sie. „Manchmal, wenn man richtig wütend auf jemanden wird, der nicht mit einem im Raum ist, und man ihn beschimpft, fühlt es sich an, als könnte es zu ihm durchdringen.“
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                            In verschiedenen Teilen der Welt wird von den Menschen erwartet, dass sie die Toten sehen, mit Geistern sprechen und mit Feen interagieren – Tanya Luhrmann
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                            Zwei Persönlichkeitsmerkmale namens Porosität und Absorption scheinen zu erklären, warum manche Menschen externe Stimmen und andere Phänomene eher akzeptieren. Porosität ist die Bereitschaft zu akzeptieren, dass externe Gedanken in unseren Geist eindringen können.
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                            Absorption hingegen ermöglicht es uns, unsere gegenwärtige Welt zu verlassen und in die Welt unserer Vorstellungskraft einzutreten, wodurch die Grenze zwischen unserer inneren und äußeren mentalen Erfahrung verschwimmt . Menschen mit starker Absorption hinterfragen wahrscheinlich nicht sofort, ob eine Erfahrung real ist, sondern sind eher bereit, sich zu fragen, was sie aus der Erfahrung lernen könnten.
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                            In einer Studie zeigten indische Psychosepatienten weniger negative Symptome und eine bessere Fähigkeit, in der Gesellschaft zu funktionieren, unabhängig davon, ob sie nach einem Jahr ihre Medikamente einnahmen oder nicht.
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                            Die Bereitschaft, Stimmen zu akzeptieren und sich auf sie einzulassen, könnte kulturelle Unterschiede bei der Genesung von psychischen Erkrankungen erklären. In einer Studie, in der die Erfahrungen nigerianischer und britischer Schizophreniepatienten verglichen wurden, hörten letztere häufiger beleidigende und aggressive Stimmen . Und in anderen Studien, die sich auf pakistanische und britische Schizophreniepatienten konzentrierten, hörten letztere häufiger Befehle, sich das Leben zu nehmen .
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                            Dass manche Menschen ihre Stimme als extrem negativ empfinden, hat klinische Folgen. In diesem Fall kann das Hören einer Stimme schwerwiegender und unbestreitbar pathologisch werden. In mehreren Studien gaben Amerikaner viel häufiger an, dass die Stimmen, die sie hörten, gewalttätige Absichten hatten . Einige Befragte berichteten Luhrmann, ihre Stimmen hätten sie aufgefordert, Menschen zu foltern und ihr Blut zu trinken, während andere von Stimmen berichteten, die sie zum Kampf aufriefen.
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                            Luhrmann vermutet, dass gesellschaftliche Faktoren dies teilweise erklären könnten. In den USA ist die Waffengewaltrate im Vergleich zu anderen Ländern mit hohem Einkommen deutlich höher. Menschen mit psychischen Erkrankungen sind in den USA zudem häufiger obdachlos und erfahren häufiger Gewalt .
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                            Während ihrer Arbeit in einem Stadtteil Chicagos, der die höchste Bevölkerungsdichte an Schizophrenie im Bundesstaat Illinois außerhalb von Gefängnissen aufweist, weckte Luhrmanns Interesse daran, wie Kultur die Erfahrungen von Menschen mit Psychosen prägt. Manche Menschen mit Psychosen führen ein Nomadenleben und pendeln zwischen Institutionen und Einrichtungen wie Gefängnis, Krankenhaus, der Straße und Notunterkünften – dem sogenannten „Institutionskreislauf“. „Sie hören Stimmen, die sagen, dass sie beobachtet werden“, sagt Luhrmann. „Und es gibt einige Leute innerhalb dieser Institutionen, die sie tatsächlich verfolgen, sich über sie lustig machen und sie verspotten.“
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                            Kritische oder gewalttätige Stimmen sind der wichtigste Indikator dafür, ob bei jemandem eine psychotische Störung diagnostiziert wird . Auch kulturelle Unterschiede können sich auf die Genesung von einer Krankheit auswirken. Eine andere Studie mit Patienten aus Chennai, die Stimmen hörten, und einer Gruppe aus Montreal in Kanada, die über einen Zeitraum von fünf Jahren beobachtet wurden, ergab, dass indische Patienten ihre Medikamente nach einem Jahr häufiger absetzten . Indische Patienten zeigten außerdem weniger negative Symptome und waren gesellschaftlich besser handlungsfähig, unabhängig davon, ob sie ihre Medikamente einnahmen oder nicht.
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                            Ashok Malla, Professor für Psychiatrie an der McGill University in Montreal, weist darauf hin, dass „gesellschaftliche Funktion“ in Indien möglicherweise weiter gefasst sei als in Kanada. Dort sei die Führung des Haushalts oder die Betreuung der betagten Eltern für Frauen eine ebenso wichtige oder sogar wichtigere Rolle als eine bezahlte Beschäftigung. Im Westen, so Malla, könne die Nichterwerbstätigkeit mit einem stärkeren Stigma verbunden sein.
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                            Die Behandlungen waren hinsichtlich Medikamente, Fallmanagement und kognitiver Verhaltenstherapie nahezu identisch. Malla erklärt, dass Antipsychotika zwar wirksam sind, die Krankheitssymptome jedoch nur teilweise lindern. „Antipsychotika wirken eigentlich nur bei positiven Symptomen, also Dingen, die nicht vorhanden sein sollten, wie Illusionen oder Halluzinationen“, sagt Malla. Negative Symptome sind das Fehlen von Dingen, die vorhanden sein sollten, wie Gefühlsausdruck, die Fähigkeit, Gedanken zu entwickeln und soziale Kontakte zu knüpfen. Das Gegenteil davon wäre sozialer Rückzug, ein Mangel an Erfahrung, Gefühlen usw. „ Medikamente haben hierauf, wenn überhaupt, nur eine sehr geringe Wirkung “, sagt Malla. Negative Symptome, wie beispielsweise gedrückte Stimmung, reagieren im Allgemeinen schlecht auf Medikamente.
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                            Amerikaner überschätzen, wie häufig Menschen mit psychischen Erkrankungen Gewaltverbrechen begehen. Malla vermutet, dass die sozialen Unterschiede zwischen Indien und Kanada den unterschiedlichen Behandlungserfolg teilweise erklären. In Chennai beispielsweise sei Obdachlosigkeit unter Schizophreniepatienten seltener. Malla führt dies darauf zurück, dass Familien die psychische Erkrankung im Haushalt behalten wollen, um das Stigma, das mit einem schizophrenen Familienmitglied verbunden ist, „unter Verschluss“ zu halten. Er sagt, die Ehe sei ein zentrales Anliegen der Familien, und alles, was die Heiratsfähigkeit eines Kindes beeinträchtigen könnte, werde gemeinsam in der Familie behandelt.
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                            Malla weist darauf hin, dass Familien in Kanada genauso viel Wert darauf legen, für ihre Söhne und Töchter, Brüder und Schwestern zu sorgen wie in Indien. Er weist jedoch darauf hin, dass die ausgeklügelte Legalisierung des Kontakts und der Vertraulichkeit mit Patienten ein Problem darstellen kann. Junge Erwachsene in Nordamerika könnten leichter von zu Hause weggehen und den Kontakt abbrechen, wenn sie dies wünschen, sagt er. Dies könne jedoch zu schlechteren Ergebnissen führen.
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                            Familieninterventionen haben sich als wirksam erwiesen, um die Genesung von Psychosen zu verbessern. „In Chennai kommt kaum ein Patient ohne ein Familienmitglied in die Klinik. Wir gingen davon aus, dass dies zu einer besseren Behandlung der Negativsymptome führen würde“, sagt Malla. „Und genau das haben wir gefunden.“
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                            Ähnlich wie die Definition des Kontakts mit Verstorbenen in westlichen Ländern und beim Stamm der Achuar in Ecuador unterschiedlich ist, wird auch das, was als „normales“ Erlebnis gilt, stark von unserer Kultur beeinflusst. Wenn man sich ansieht, wie manche Menschen auf der Welt diejenigen feiern, die Stimmen hören, kann es vielleicht normaler sein, als wir denken.
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                            Quelle:

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                            Pia
                            als Antwort auf: Niedrigst mögliche NL-Dosis, individuell ermittelt? #414938
                            Pia

                              Ich sehe es gerade erst, @Mowa. Deine respektlose Art mir gegenüber solltest du unterlassen. Mobbing ist keine Art von Umgang, die hier im Forum von Professor Klimke geduldet werden sollte.

                              Ich kann mal eine ehrliche Mail an Professor Klimke schreiben, kein Problem.

                              Beweise für euren respektlosen Umgang mit mir, eure Diffamierungen, Mobbing gegen mich, habe ich ja mehr als genug.

                              Ich halte mich an Fakten, @Mowa.

                              als Antwort auf: Geringe stresstoleranz #414722
                              Pia

                                Hallo @Miina,

                                oje, da hast du leider viel zusätzlichen Stress. Kann ich mir vorstellen, dass dich das belastet, gerade bei so nahen Verwandten.

                                Ich drücke dir die Daumen, dass dein neuer Psychiater ein wirklich guter ist. :gut:

                                Ich habe mir letzt mal OMNi-BiOTiC Stress Repair gekauft und vor ein paar Monaten 28 Tage lang genommen, weil ich da Händezittern als Entzugserscheinung beim Reduzieren meines NLs bekam.

                                Das Händezittern ist bei mir „nur“ 4 Tage, mit wechselnder Intensität, aufgetreten.

                                Ob mir das OMNi-BiOTiC Stress Repair dabei geholfen hat, dass es wieder verschwand, kann ich natürlich nicht mit Sicherheit sagen. Ich habe es weder beim Arzt noch im Labor irgendwo überprüfen lassen.

                                Das OMNi-BiOTiC SR-9 und „Stress Repair“,  sind Darmmikrobenstämme zur Unterstützung der Darm-Hirn-Achse mit einigen B-Vitaminen.

                                Ich hatte vor gut 2,5 Jahren schonmal von dem selben Hersteller ein anderes Produkt, das OMNi-BiOTiC 10, nach Antibiotikumeinnahme, da ich von dem Antibiotikum leider Dpfiff bekam. Bei mir haben die Darmmikröbchen damals gut gewirkt. Das der leider bei mir langanhaltende Dpfiff vom Antibiotikum durch die Einnahme der Darmmikroben bei mir persönlich wieder verschwand, konnte ich ja auch ohne Untersuchung gut beobachten. Bisher hatte ich auch keinen Dpfiff mehr. (Selbstverständlich habe ich es vorher auch lange durch Ernährung versucht, den Dpfiff wegzubekommen, auch mit Joghurt, Kefir, Haferflocken, Brottrunk, etc.)

                                Darum hatte ich mir zur Unterstützung der Darm-Hirn-Achse das OMNi-BiOTiC Stress Repair mit 9 Darmmikrobenstämmen vom selben Hersteller gekauft. Die Chemie von Medikamenten kann ja im Körper leider auch negative Folgen haben, u.a. auch Nerven angreifen.

                                Das Produkt heißt in vielen Ländern OMNi-BiOTiC Stress Repair, in Deutschland aber OMNi-BiOTiC SR-9. Sind die selben 9 Darmmikrobenstämme und B-Vitamine drin.

                                Vielleicht könnte es dich etwas unterstützen, @Miina. Das ist selbstverständlich auch kein „Wundermittel“.

                                Ich nehme es zurzeit gerade wieder, 28 Beutel. Das Produkt ist leider relativ teuer. Ich habe es letzt für 29,99 €, inklusive Versand, im Angebot online in einer Apotheke gekauft.

                                Ich wünsche dir und deiner Familie gute Besserung und alles Gute. 🍀

                                Liebe Grüße Pia :ciao: 🌻

                                als Antwort auf: Serien #414527
                                Pia
                                  „Was bedeutet passiv-aggressiv? | Wer nicht fragt, stirbt dumm“
                                  Reupload | ARTE, Video 3:27 Minuten, 31.08.2025
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