Forum Replies Created
-
AuthorPosts
-
(Mal schauen, ob ich den verlorengegangenen Post von gestern aus dem Gedächtnis wiederherstellen kann).
Guten Morgen,
endlich Wochenende! Hoffentlich wird es entspannend und ich kann wieder Dinge tun, die mir Spaß machen.
Dieses Jahr würde ich mir gerne mehr Zeit dafür nehmen, um kurze, individuelle Texte in die Weihnachtskarten zu schreiben. Dadurch, dass ich nach meinem Rückfall weitestgehend von meinen sozialen Kontakten zurückgezogen habe, wissen die wenigsten Adressaten, dass es mir soweit wieder gut geht (z.B. meine Mutter, mit der ich wöchentlich skype). Ich gehe dann auch zur Post und suche mir schöne Weihnachtsbriefmarken aus.
Und wenn ich bei dieser Gelegenheit sowieso in der Stadt bin, gehe ich noch zum asiatischen Supermarkt, damit ich wieder etwas Japanisches kochen kann. Ein Rezept habe ich mir auch schon ausgesucht, japanisch-marinierte Hähnchenschenkel mit Maronenreis und etwas “Gemüsiges”. Wenn ich mir Zeit zum Kochen nehmen kann, dann ist es ein sicheres Zeichen dafür, dass ich mir gut gehen lasse.
Überhaupt bekommt mir die Strategie, auf meine Bedürfnisse zu achten und nur das zu tun, was ich will, am besten. Mit Zwang und Disziplin (was ich immer gehasst habe) habe ich mir auf Dauer immer eher geschadet.
Als ich unter Aripiprazol sehr ausgeprägt antriebslos war und auch kein Sättigungsempfinden mehr hatte, war ich eben nie satt, aber auch nie hungrig, da ich ständig etwas essen “musste”. Auch das natürliche Bedürfnis nach Vielfalt und Ausgewogenheit (frisches Gemüse und Obst inklusive) war dauerhaft wie ausradiert. Ich hatte auch nie Lust zum Kochen, vermutlich nicht nur wegen der alles dominierenden Antriebsschwäche, sondern auch, weil es mir egal war, was ich aß.
2012/2013 habe ich mich über ein Jahr lang sehr diszipliniert einer low carb Diät unterzogen, und in dieser Zeit habe ich über 25 Kilos abgenommen und wog damit so viel wie vor meiner ersten Psychose. Kaum hatte ich aber damit aufgehört (die Ernährung war radikal einseitig), kamen die Kilos innerhalb von wenigen Monaten wieder zurück, und zusätzlich 10 Kilos drauf.
Danach bin ich dazu übergegangen, mich und meine Bedürfnisse so zu akzeptieren, wie sie nun mal sind. Diese Zeit war übrigens auch sehr lehrreich für mich, da viele Adipöse / Übergewichtige auch unter Vorurteilen und Ausgrenzungen durch Nicht-Betroffene leiden.
Und das betrifft nicht nur mein Essverhalten, sondern auch alle möglichen Aktivitäten, wenn es um mein Wohlbefinden und meine Gesundheit geht. Mit Zwang und Disziplin komme ich auf Dauer nicht zurecht, also gebe ich dem Lauf der Dinge nach. Aus Erfahrung weiß ich dann, dass irgendwann die “richtige” Zeit kommen wird, bis ich von alleine das Bedürfnis entwickele, selbst aktiv werden zu wollen.
Mein Körper scheint also genau zu wissen, was er braucht und wie er es bekommt.
Allen noch ein schönes Wochenende wünscht
Mowa
P.S. So, und jetzt mache ich ein eigenes Backup meines Posts :-))
Hallo Weichhai,
schön, dass Du auch im neuen Forum bist. Wie geht es Dir, führst Du Deinen Blog bald weiter?
Ich habe die aktuellen Diskussionen um “Ab mit Hartz IV” in der Politik nur nebenbei mitbekommen und wäre sehr dafür, dass man als Hartz-IV-Empfänger nicht länger mit grausamen Sanktionen und höchstens leerlaufenden Maßnahmen dauerhaft schikaniert und drangsaliert wird.
LG,
MowaLief eben im Fernsehen (Wdh.):
WISSENSCHECK: Was kann alternative Medizin?Guten Morgen @all,
nachdem das letzte Wochenende nicht ganz ausgereicht hat, um mich von der Dienstreise am Donnerstag zu erholen, habe ich mir gestern das OK von meinem Chef geholt, dass ich meine Dienstreisen zum alten Standort deutlich weniger belastend für mich gestalten kann.
Anstatt dass ich donnerstags gegen 3:30 Uhr aufstehe und gegen 18:30 Uhr zu Hause ankomme, um spätestens 2 Stunden später völlig erschöpft ins Bett zu fallen, und um am nächsten Morgen wie unter Strom viel zu früh aufzuwachen usw., werde ich am Donerstag 2 Stunden später losfahren, 2 Stunden später Feierabend machen, die Nacht im institutseigenen Gästehaus übernachten, und freitags weiterhin am alten Standort arbeiten, und zwar so, dass ich gegen 15 Uhr zu Hause ankomme um rechtzeitig das Wochenende einzuläuten.
Leider ist das Gästehaus für die kommenden 2 Wochen schon ausgebucht, aber ab Mitte Dezember werde ich den neuen Plan umsetzen. Dann werde ich sicher wieder mehr von meiner Freizeit haben, und darauf freue ich mich sehr…
LG,
Mowa-
This reply was modified 6 Jahre, 4 Monate ago by
Mowa.
Guten Morgen,
Zitat wachsmalbloeckchen:
ziehe daraus aber doch viel Selbstwert.
Im allgemeinen ist es bei mir wohl so, dass eine Umgebung, in der ich überschaubare Probleme meistens selbstbestimmt lösen kann, mein Selbstbewusstsein stabilisiert.
Mir hilft mein Arbeitsplatz wesentlich bei meiner Genesung. Die Tagesstruktur, die sozialen Kotakte, und die Sicherheit in finanzieller Hinsicht, plus das Gefühl, durch meine Arbeit meinem Chef und meinen Kollegen meine Dankbarkeit zeigen zu können, das alles tut mir wirklich gut.
Wenn ich mitbekomme, wie es den meisten Mitbetroffenen geht, ob im Forum oder real in der Klinik und auch durch die Erzählungen meines Mannes, der auch schon sehr viel erlebt hat, dann muss ich sagen, was für unwahrscheinliche Privilegien es sind und waren, die ich seit meiner Erkrankung genossen habe (und auch schon davor).
Ich vermute immer noch, dass eine Rehabilitation, in einer vergleichbaren Form so wie ich sie bis heute praktisch erlebt habe, für viele andere Mitbetroffenen auch hilfreich sein würde. Die schwierige Frage ist dann für mich, wie solche positiven Umgebungen in unserer Gesellschaft konkret gefördert werden könnten.
Leider habe ich meinen Initiativenthread im KNS-Forum löschen lassen, nachdem ich bei meinem Rückfall psychotische Posts mit meinem Echtnamen unterzeichnet habe, die per Google leicht auffindbar waren, aber ja, Rückschläge gehören dazu, und es gilt, damit umgehen zu lernen.
Bald bin ich hoffentlich selber wieder rehabilitiert genug, um diesen Thread fortsetzen zu können.
LG,
Mowa-
This reply was modified 6 Jahre, 4 Monate ago by
Mowa.
Hallo @wachsmalbloeckchen,
ich bin 2010 erstmals erkrankt und habe einen Vollzeitjob im öffentlichen Dienst seit 2011. Mit meiner Erkrankung bin ich von Anfang offen umgegangen und habe sie nie verheimlichen brauchen. Mein Chef hat mich damals in einem lockeren Gespräch sofort eingestellt (ich habe 2003 bei ihm meine Diplomarbeit geschrieben), und nach einem Jahr meinen Vertrag entfristet. Ich habe auch meinen Kollegen offen darüber erzählt und habe nur gute Erfahrungen damit gemacht.
Jetzt bei meinem Rückfall war die Situation etwas anders, weil ich teilweise manisch-psychotisch auf der Arbeit war, und das im neuen Standort, wo man mich noch nicht gut kennt. Und doch kommen meine Kollegen scheinbar gut mit mir zurecht. Nur über Ecken habe ich kurz nach meinem Rückfall zwei Male mitbekommen, dass nicht alle meine Offenheit gut finden. Es waren wohl “normale” Nicht-Betroffene, die mit psychischen Erkrankungen noch nicht zu tun hatten.
Ich selber hatte bis zu meiner eigenen Erkrankung auch keine Berührung mit psychischen Erkrankungen und auch keine Vor-Urteile. Seitdem ich eigene Erfahrungen als Betroffene sammele, verstehe ich immer noch nicht wirklich, wie diese allgemeine Stigmatisierung von psychisch Kranken entsteht. Selbst empfinde ich keine Scham oder Schuld, dafür dass ich akut krank war. Wohl aber eine Art Ratlosigkeit, wie ich meinen Mitmenschen verständlich machen kann, bei wie vielen Weltuntergängen ich schon mitgemacht habe.
Seit 2013 habe ich einen GdB von 30. Mein Gleichstellungsantrag wurde später abgelehnt. In diesem Monat habe ich eine Erhöhung des GdB beantragt. Mal schauen, was daraus wird.
Sorry vielleicht schreibe ich etwas durcheinander, bin nämlich schon ziemlich erschöpft und lege mich auch gleich schlafen…
LG,
MowaGuten Morgen,
danke schön @erdbeere und @Jenie für Eure Rückmeldungen
Zitat erdbeere:
du einen notfallplan hast für den akutfall
Na ja, ein Notfallplan ist es nicht wirklich, sondern meine persönliche Spekulation (und Wunsch) darüber, was mir am besten helfen könnte, wenn ich jetzt einem erneuten Rückfall zusteuern würde, basierend auf meine bisherigen Erfahrungen mit meinen Psychosen und der Genesung von Psychosen.
Zitat Jenie:
dann sind es nämlich keine mehr dir mir im Wege stehen.
Das ist das Entscheidende, finde ich, wie ich mich selbst wahrnehme und wie es mir selbst dabei geht.
Zum Testergebnis habe ich mir auch schon meine Gedanken gemacht, aber ja, ich habe 10 Minuten(?) gebraucht um diesen Test abzuschließen, und da erwarte ich auch nicht, dass ich eine differenzierte Analyse meiner Person bekomme. “Keine auffälligen Stärken” z.B. bedeutet für mich, dass meine Stärken ausgeglichen sind. Jedenfalls ist meine Selbst-Wertschätzung robust und ein solches Ergebnis kann auch nichts daran ändern.
Wenn ich im Umgang mit mir selbst oder mit meinen Mitmenschen merke, dass es Probleme gibt, dann versuche ich erfahrungsgemäß irgendwann schon, über mein eigenes Verhalten nachzudenken und es irgendwie besser zu machen. Fehlverhalten von Anderen zu erkennen ist eben sehr einfach und mein eigenes Verhalten nicht zu ändern ist bequem für mich, aber irgendwann dämmert’s mir dann doch, dass ich selber nicht besser bin als die Anderen.
Liebe Grüße,
Mowa-
This reply was modified 6 Jahre, 4 Monate ago by
Mowa.
Guten Morgen @ all,
endlich Wochenende, und ich kann mich wieder entspannen.
Ich habe nochmal über meine Chronologie nachgedacht und die Frage, was für mich “erfolgreich sein” bedeutet.
Als “erfolglos” habe ich mich nie wirklich gefühlt, vermute ich, am ehesten noch vielleicht in der Schulzeit, als es unumgänglich war mit Mitschülern verglichen zu werden und festzustellen, “nicht dazuzugehören”.
Meine erfolgreiche Zeit im Beruf, sie war für mich vor allem deswegen so erfolgreich, weil ich mich zum ersten Mal austoben konnte, so wie ich es selbst wollte. Im Umgang mit mir (und meiner Gesundheit) war ich noch ganz klar jugendlich, mangels Erfahrungen, Grenzen gesetzt zu bekommen.
Dann kommt die Ersterkrankung und die Jahre danach, als ich aus der Sicht meiner damaligen Ärzte eine vorbildliche Patientin war, weil ich ihre medikamentösen Therapien nicht in Frage stellte und mit meiner allgemeinen Situation dauerhaft zufrieden war.
Auch bin ich mit meinen persönlichen Entwicklungen seitdem zufrieden und halte sie rückblickend auch für recht erfolgreich. Die wichtigste Frage ist für mich, wie ich sein und leben will. Wie will ich mit meinen psychischen Eigenheiten umgehen, die bis zum Lebensende ein Teil von mir bleiben werden? Vorgefertigte Antworten darauf gibt es für mich nicht, und daher ja, ich halte das ganze Leben für ein Selbstexperiment, mit vorwiegend ungewisser Zukunft.
Auch habe ich mir Gedanken darüber gemacht, wie ich einen erneuten Rückfall hinauszögern könnte und darüber spekuliert, wie ich meine Stabilität und Genesung am besten fördern könnte. Meine Gedankenzüge sehen grob so aus:
***Rückfallprophylaxe Stufe 1: Mich rechtzeitig vor Extremsituationen selbst schützen. Wie konkret, muss sich erst noch zeigen…
***Rückfallprophylaxe Stufe 2: Bei dauerhafter Erschöpfung Stressoren meiden und positive Erlebnisse stärken.
***Akutphase möglichst schnell erkennen und idealerweise sich selbst einweisen.
***Akutklinik 1 bis 2 Wochen, im Einzelzimmer (= Reizabschirmung + Selbstbestimmung), 2- bis 3-tägige Behandlung mit starken Medikamenten, nach dem ersten Abklingen der akuten Symptome zügig reduzieren. Begleitend konstruktive Gespräche führen mit Klinik + Angehörigen.
***Tagesklinik 2- bis 3 Wochen, zur Beobachtung und zum zügigen Ausschleichen von Psychopharmaka.
***Urlaub zu Hause 1- bis 2 Wochen, um sich Ruhe zu gönnen und an alltäglichen Situationen zu gewöhnen.
***Berufliche Wiedereingliederung 3 Monate, flexible Steigerung der Arbeitszeit von 2, auf 4, 6, und 8 Stunden. Allmähliche Stabilisierung durch Tagesstruktur und soziale Kontakte, übersichtliche Aufgaben selbstbestimmt erledigen.
***Allmähliche Rückkehr zur Normalität, allmähliche Verarbeitung des aktuellen Krankheitsverlaufs und die wichtige Frage, was ich ab jetzt anders und möglicherweise besser machen kann…Eventuell melde ich mich später hier wieder. Jetzt ist erstmal Pause und Skypen mit Familie angesagt
Uns allen einen guten Samstag wünscht
MowaGute Besserung, Ingo!
Liebe erdbeere,
vielen Dank für Deine Aufmerksamkeit, wollte ich Dir nur schreiben, bevor ich erschöpft ins Bett falle
Noch einen schönen Dienstagabend wünsche ich :bye:
MowaHallo Hirnsehprogramm (Dein Nick gefällt mir!),
Denn wenn Menschen einem subtil so eine „Nutzlosigkeit“ einreden wollen, dann macht das ganz ganz schlechte Stimmung.
Menschen, die überhaupt in der Lage sind anderen Menschen eine “Nutzlosigkeit” zu unterstellen, halten sich selbst für nützlich(er), denke ich. Ich könnte solche Menschen nur verstehen, wenn sie in ihrem Leben noch nicht wirkliches Leid selbst erleben mussten und sich so einbilden, ihre “Nützlichkeit” hätten sie sich selbst zu verdanken, da sie fähiger, stärker, klüger, und überhaupt besser sind als die “Nutzlosen”.
Mich machen solche Arroganz und Ignoranz wütend und daher ja, auch ganz, ganz schlechte Stimmung.
LG, Mowa
Guten Morgen allerseits,
nachdem ich mir neulich durch dieses Forum eine Beschreibung über “krankhaftes Lügen” auf psychomeda.de durchgelesen habe, habe ich mich noch an einem Persönlichkeitstest beteiligt. Aus Neugierde, da ich keine Ahnung von solchen Tests habe (klingt eher nach Scientology für mich).
Das Ergebnis ist für mich schon interessant, und ich meine, dass die Beschreibung meiner Person zutreffend ist. Womit ich nicht einverstanden bin, ist die Liste meiner vermeintlichen Stärken und Schwächen, da protestiere ich! Aber ja, habe sie dann so zur Kenntnis genommen, dass die persönlichen Eigenschaften von mir nach der hiesigen gesellschaftlichen Norm so klassifiziert werden können.
LG und uns allen noch einen guten Tag!
MowaEdit: Sorry falls jemand Interesse hat, die Bilder lassen sich durch Herunterladen vergrößern…
Guten Abend zusammen,
vielen Dank für Eure Rückmeldungen, liebe Molly, escargot & Isa
Hallo Molly,
Ich glaube, da sollte man versuchen, einen guten Mittelweg zu finden.
Stimmt, ich gehe da auch meinen individuellen Weg und suche nach meiner eigenen Mitte.
Hallo escargot,
Außenstehende haben halt schon nochmal einen anderen Blick und Unbeteiligte nochmal einen anderen als Familienangehörige zum Beispiel. Das kann sehr, sehr hilfreich sein.
Ja, z.B. merke ich selber lange nicht, wenn ich anfange mich anders als sonst zu verhalten. Es hilft mir dann sehr, wenn meine engsten Mitmenschen mir sagen, welche Veränderungen sie an mir beobachten.
Allein DAS sehe ich als wichtigen Fortschritt auch an.
Ich sehe es auch so, dass Rückschläge nicht immer vermeidbar sind und manchmal sogar notwendig um neue Wege auszuprobieren. Die Zukunft lässt sich nicht voraussagen, und ein Patentrezept für ein gutes/besseres Leben gibt es eben nicht…
Hallo Isa,
na klar kenne ich Dich noch aus dem KNS-ForumIch freue mich, Dich hier zu lesen. Danke für Deine Zeilen, kann ich nur zustimmen.
Sich selbst beobachten scheint mir das Wichtigste im Kampf gegen die Psychose.
Mich selbst zu beobachten, das fällt mir schwer! Einerseits im Sinne von “mich selbst erkennen”, und andererseits im Sinne von “in psychosenahen Zuständen mich von meinen Wahrnehmungen und Gedanken distanzieren können”. Bis jetzt habe ich den Eindruck, dass das auch eine Übungssache ist. Nicht alleine kämpfen zu müssen, hilft mir dabei sehr.
Liebe Grüße an Euch & an Mitlesende :bye:
Mowa
-
This reply was modified 6 Jahre, 4 Monate ago by
-
AuthorPosts