Arbeiten gehen mit Schizophrenie

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  • Dieses Thema hat 65 Antworten und 25 Teilnehmer, und wurde zuletzt aktualisiert vor 4 Jahre von Molly.
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  • #5345

    Ich hab mal ne Frage:
    Wie geht ihr in der Arbeit mit eurer Erkrankung um? Ich arbeite jetzt seit zwei Jahren und habe anfangs nichts gesagt.Hatte immer Angst “entlarvt” zu werden und war deshalb sehr unsicher. Meine Arbeit ist 25 km von meinem Dorf – wo es die meisten wissen- entfernt. Ein Kollege wohnte aber auch in meinem Dorf und über ihn ist es dann ans Licht gekommen. Ich hab dann gesagt, dass ich mal Depressionen hatte, das ist ja noch relativ sozialverträglich..Ich bin auch 50 prozent schwerbehindert – was ich ebenfalls nicht offenbart habe – aus Angst nach der Probezeit nicht übernommen zu werden. Am liebsten würde ich offen mit meiner Erkrankung umgehen können aber das finde ich im Arbeitsalltag doch etwas gewagt. So bin ich immer unsicher, was ich sagen kann und was nicht..Aber ich will auch nicht auf meine Krankheit reduziert werden – in unserer Arbeit geht es um Leistung. Manchmal bin ich zu langsam, was denk ich an den Medikamenten liegt. Trotzdem mach ich auch gute Arbeit, hab letzten Sommer sogar ungefragt eine Gehaltserhöhung bekommen. Ich bin aber oft sehr selbstkritisch und habe nicht das beste Selbstbewußtsein. Im Team bin ich eher der Außenseiter, hab auch oft in den Pausen nicht die Kraft, mich mit den Kollegen groß auszutauschen, weil ich mich dann kurz ausruhen will. Manchmal frag ich mich schon, warum ich mich nicht einfach berenten lasse. Aber ich brauche die Arbeit , die Tagesstruktur und das gefordert sein. Zuhause würde ich nur rumhängen, kann mich schlecht selbst beschäftigen. Ich würde aber gern weniger als 40 Stunden arbeiten, nur ich weiß nicht, wie ich es bei meinem Chef begründen soll. Mit meiner Erkrankung will ich nicht ankommen…Er weiß jetzt zwar schon einiges davon, aber das wäre wie ein Eingeständnis, dass ich nicht voll Leistungsfähug bin. Ich will keine Schwäche eingestehen – es ist ein Dilemma. Ich schaffe ja schon die 40 Stunden – wenn dann aber Überstunden dazu kommen wirds kritisch..Wegen dem Arbeitsstreß hab ich auch die Medikamente erhöht, sonst käme ich wieder aus der Spur…
    Soviel erstmal zu meiner Situation, würde mich freuen, von euren Erfahrungen zu hören.

    #5387

    Liebes @wachsmalbloeckchen!

    Ich arbeite auch aber “nur” 30 Stunden die Woche und bin damit auch leistungsmäßig am Limit. Muss ich mal länger machen oder sogar mehrere Tage hintereinander, endet das nie gut.

    War auch schon öfter und lang krank geschrieben und habe aber bisher das Glück, dass mein Chef mich protegiert. Noch!

    Wie du habe ich auch den Schwerbehindertenausweis und es aber noch nicht offiziell gemeldet.

    Ab und an geht unser Team zusammen Mittagessen. Da gehe ich mangels Kraft auch so gut wie nie mit.

    Manchmal denke ich es wäre einfacher nicht zusätzlich dieses Versteckspiel spielen zu müssen. Das frisst auch enorme Energien. Und bei mir zumindest wissen sie, dass ich was psychisches habe.
    Kämpfe auch tagsüber oft genug mit mir.

    Liebe Grüße
    escargot

    #5408

    Also ,wenn ich noch arbeiten gehen würde,dann erzähle ich den chefs und Arbeitskollegen doch ,daß ich psychisch krank bin.
    Dann nehmen manche ja auch rücksicht und der chef bekommt dann sogar noch Zuschuß vom Amt wenn er einen in Lohn und Brot bringt.
    Für mich hat da der offene umgang mit der krankheit vorteile.
    Die Menschen ,die einen negativ über eingestellt sind muß man ja auch nicht mögen. B-)

    #5409

    Hallo Escargot,
    Danke für deine Antwort, tut gut zu hören, dass es auch anderen so geht. Für mich ist die Arbeit sehr wichtig – weil ich mich dadurch gesellschaftlich integriert fühle. Trotzdem finde ich diesen Weg der Selbstbestätigung auch bedänklich, geht so in die Richtung der eigenen Wertschätzung, wenn ich ein produktives Teil der Gesellschaft bin. Aber was mache ich dann, wenn ich malwieder nicht arbeiten kann. Damit muss ich unter meinen Voraussetzungen immer rechnen..Ich denke eben auch das die eigene Wertschätzung nicht von einer Nützlichkeit ausgehen sollte. Da lebe ich in einer Ambivalenz. Ich muss sagen das ich aber zur Zeit auch stolz bin, dass ich die Arbeit schaffe. Aber es ist halt sehr anstrengend und erfordert eine höhere Dosierung der Medikamente. Ich mach es auch ein bischen für meine Familie, will nicht nur krank sein..
    Grüßla Wachsmalbloeckchen

    #5416

    @ Reisender. Der Chef wägt aber ab, wenn er weiß das ich behindert bin. Er muss seine lachhafte(sorry) Abgabe zwar nicht zahlen, aber er rechnet auch damit, dass ich weniger Leistungsfähig bin und so durch Krankheitstage Verluste einfahren könnte. Es ist eben nicht so einfach mit der Offenheit. Natürlich hab ich auch Ängste, die mich ausbremsen. Aber es geht nicht darum, ob man mich mag, wenn ich offen damit umgehe. Es geht darum ob ich meinen Arbeitsplatz behalte.So empfinde ich es jedenfalls. Außerdem bin ich im Widerspruch, ich möchte wegen meiner Krankheit nicht mit Samthandschuhen behandelt werden, trotzdem hätte ich gern Verständniss. Gibt es jemand hier, der in der Arbeit offen damit umgeht und welche Erfahrungen habt ihr damit? Ich fände das schon sehr mutig, aber vielleicht auch ein bischen naiv. Naja, bei mir wabert um mich in der Arbeit so eine Art Halbwahrheit, was meine Krankheit betrifft. Das ist auch nicht ideal, aber ich halte mich wacker, trotz mancher Konflikte vorletzten Sommer. So sehen die Kollegen, dass ich auch was leisten kann und nicht nur krank bin.

    #5422

    Liebes @wachsmalbloeckchen!

    Ja man muss die Für und Widers schon gut abwägen. Ich habe mich auch aus den Gründen dagegen entschieden, dass ich gerade nicht anders behandelt werden will als die anderen. Und auf Verständbis kann man viel hoffen oder sich auch wünschen. Nur gehen Wünsche auch nicht immer in Erfüllung.

    Und es ist ein bisschen auch wie beim Psychiater. Hat man den Stempel einmal aufgedrückt bekommen und erzählt vielleicht noch einen Bruchteil seines komischen Erlebens, ist es schwer sich zu rehabilitieren.

    Übrigens war die Arbeit bei mir mit der Hauptgrund das Olanzapin zu reduzieren. War einfach zu langsam damit!

    Mir gibt die Arbeit auch Struktur und alles und ich bin dankbar, dass ich sie (noch) habe.

    Liebes Wachsmalbloeckchen ich glaube übrigens dich macht noch mehr aus als deine Arbeitskraft. Lohnt sich sicher mal in einer ruhigen Stunde darüber nachzudenken!

    Liebe Grüße
    escargot

    #5423
    Anonym

      Hallo @wachsmalbloeckchen

      ich habe die F20 Diagnose schon zwanzig Jahre und arbeite seit 17 Jahren auch damit in Vollzeit. Es ist eigentlich kein Thema obwohl allen es seit 2012 bekannt ist. Habe mich durch eine Psychose in 2012 selbst entlarvt. Bei der Anstellung habe ich meine Lücke im Lebenslauf mit einer Lebenskrise erklärt. Es ist trotzdem kein Thema und ich merke auch nicht das da in irgendeiner Form darauf Rücksicht genommen wird.
      Offen damit umgehen brauch man nur damit, wenn man offen und ehrlich danach gefragt wird. Sonst macht man halt so gut man kann und wenn man dann mal krank ist, ist dass eben so. Hinter der Krankheiten verstecken gilt auch nicht.
      Ich hatte in 2014 noch eine Psychose und hatte Glück mit wenig Negativsymptomen immer zurück zu kommen.
      Mir macht der Job auch riesig Spaß, da ich in meinem Hobby arbeite. Denke ohne diesen Umstand wäre ich auch schon EM. Ich mach solange wie es geht und wenns nicht mehr geht kann ich jederzeit meine Psychiaterin anrufen die mich dann rausnimmt. Ohne Rücksicht auf Andere.
      Kämpfen muss ich trotzdem, aber nur mit mir.

      :bye: ecki

      #5425
      Anonym

        Gelöscht 0821

        #5428

        Ich habe nur einen befristeten Arbeitsvertrag, daher kann ich von einem Kündigungsschutz als Schwerbehinderter oder Gleichgestellter nicht profitieren. Mein Ziel ist es, nach meiner Promotion irgendwo in der Industrie eine feste Stelle zu bekommen und dann im Fall eines Rückfalls den Antrag auf Schwerbehinderung einzureichen.

        In meinem Lebenslauf gibt es zwar schon merkwürdige “Kurven” aber keine größeren Lücken. Somit kann ich die Krankheit auch gut verstecken, denke ich.

        Selbst wenn ich als Schwerbehinderter anerkannt wäre, würde ich meinem Arbeitgeber die Diagnose nicht sagen. Ich glaube nicht, dass die Leute damit umgehen können. Ich stelle sogar fest, selbst sehr sozial eingestelle Menschen, welche schon von Berufswegen Inklusion betreiben sollten, wie Sozialarbeiter, Priester, Seelsorger, ja selbst Psychotherapeuten, reagieren etwas irritiert wenn sie von der Diagnose erfahren und ich habe das Gefühl dass sie mich dann nicht mehr ganz für voll nehmen, sondern statt dessen irgendwie sehr vorsichtig, wie auf Eierschalen um mich rumtanzen. Aber sie bemühen sich zumindest, es sich nicht anmerken zu lassen und mich “normal” zu behandeln, das rechne ich ihnen hoch an. Aber von einem Arbeitgeber oder Kollegen könnte ich das nicht erwarten.

        Meine engeren Freunde und mein engeres Umfeld wissen eigentlich alle davon, außer meine Oma. Die sind teilweise interessiert, aber es ist auch so, dass wir uns ein bisschen auseinander gelebt haben, und da ist es nie mehr ganz so wie es früher war. Aber ein bisschen habe ich schon den Eindruck, als würden mich manche schon ein bisschen fallen lassen, wenn ich denen nicht hinterher wäre. Die Initiative liegt halt meistens bei mir. Ist ja auch klar, mit meiner Krankheit bin ich für mein Umfeld ja eher ein Risiko, und ich muss schon etwas mehr leisten, um auch eine Bereicherung zu sein. Andererseits haben viele von denen jetzt auch Kinder und Familie und da haben die von Haus aus nicht mehr soviel Zeit und Energie.

        Jedenfalls will ich mich auch nicht an die Leute klammern. Früher, als ich jung war, war ich sehr eng mit diesem Freundeskreis verbunden, dort habe ich Geborgenheit und Orientierung erfahren. Aber es war halt auch alles ziemlich ungerichtet und daher kam es auch regelmäßig zu Alkoholexzessen oder anderen Dummheiten. Jetzt klammere ich mich an Gott und die Kirche. Dort finde ich Halt und Orientierung die man bei keinem anderen Menschen so finden kann, weder bei Freunden noch bei den Eltern. Und es ist auch gut so, weil diese Menschen nicht immer für einen da sein können.

        #5429

        Hallo @wachsmalbloeckchen,

        ich bin 2010 erstmals erkrankt und habe einen Vollzeitjob im öffentlichen Dienst seit 2011. Mit meiner Erkrankung bin ich von Anfang offen umgegangen und habe sie nie verheimlichen brauchen. Mein Chef hat mich damals in einem lockeren Gespräch sofort eingestellt (ich habe 2003 bei ihm meine Diplomarbeit geschrieben), und nach einem Jahr meinen Vertrag entfristet. Ich habe auch meinen Kollegen offen darüber erzählt und habe nur gute Erfahrungen damit gemacht.

        Jetzt bei meinem Rückfall war die Situation etwas anders, weil ich teilweise manisch-psychotisch auf der Arbeit war, und das im neuen Standort, wo man mich noch nicht gut kennt. Und doch kommen meine Kollegen scheinbar gut mit mir zurecht. Nur über Ecken habe ich kurz nach meinem Rückfall zwei Male mitbekommen, dass nicht alle meine Offenheit gut finden. Es waren wohl “normale” Nicht-Betroffene, die mit psychischen Erkrankungen noch nicht zu tun hatten.

        Ich selber hatte bis zu meiner eigenen Erkrankung auch keine Berührung mit psychischen Erkrankungen und auch keine Vor-Urteile. Seitdem ich eigene Erfahrungen als Betroffene sammele, verstehe ich immer noch nicht wirklich, wie diese allgemeine Stigmatisierung von psychisch Kranken entsteht. Selbst empfinde ich keine Scham oder Schuld, dafür dass ich akut krank war. Wohl aber eine Art Ratlosigkeit, wie ich meinen Mitmenschen verständlich machen kann, bei wie vielen Weltuntergängen ich schon mitgemacht habe.

        Seit 2013 habe ich einen GdB von 30. Mein Gleichstellungsantrag wurde später abgelehnt. In diesem Monat habe ich eine Erhöhung des GdB beantragt. Mal schauen, was daraus wird.

        Sorry vielleicht schreibe ich etwas durcheinander, bin nämlich schon ziemlich erschöpft und lege mich auch gleich schlafen…

        LG,
        Mowa

        #5437

        Danke für eure Antworten. Ich werde auch weiterhin in der Arbeit meine Diagnose nicht kundtun. Ich hab ja einen unbefristeten Arbeitsvertrag und da greift auch der Kündigungsschutz für Schwerbehinderte, wenn mein Arbeitgeber nichts davon weiß. So hat man mich informiert, der Kündigungsschutz greift, wenn man länger als ein halbes Jahr beschäftigt ist.
        Naja, aber Kündigung steht zur Zeit nicht zur Debatte. @escargot, natürlich weiß ich, dass ich nicht nur aus Arbeitskraft bestehe – ziehe daraus aber doch viel Selbstwert. Danke, nichtraucher für deinen langen Beitrag. Mein Freundeskreis weiß auch über meine Krankheit bescheid, ich versuche es manchmal auf eine lustige Art und Weise zu erklären. Aber ich muss die Informationen vom Gegenüber abhängig immer Filtern. Nicht jeder kann alles verstehen und das Erwarte ich auch gar nicht.Mit Gott und Kirche kann ich weniger anfangen, obwohl ich mich als spirituellen Menschen bezeichne. Ich bastel mir meinen Glauben selber zusammen. Leider hab ich jetzt nicht mehr so intensive Freundschaften wie früher, ich habe öfter den Wohnort gewechselt und mich nach meinen Psychosen stark zurückgezogen. Es ist auch anstrengend immer auf die Menschen zugehen zu müssen. Soviel erstmalwieder von mir.

        #5491

        Guten Morgen,

        Zitat wachsmalbloeckchen:

        ziehe daraus aber doch viel Selbstwert.

        Im allgemeinen ist es bei mir wohl so, dass eine Umgebung, in der ich überschaubare Probleme meistens selbstbestimmt lösen kann, mein Selbstbewusstsein stabilisiert.

        Mir hilft mein Arbeitsplatz wesentlich bei meiner Genesung. Die Tagesstruktur, die sozialen Kotakte, und die Sicherheit in finanzieller Hinsicht, plus das Gefühl, durch meine Arbeit meinem Chef und meinen Kollegen meine Dankbarkeit zeigen zu können, das alles tut mir wirklich gut.

        Wenn ich mitbekomme, wie es den meisten Mitbetroffenen geht, ob im Forum oder real in der Klinik und auch durch die Erzählungen meines Mannes, der auch schon sehr viel erlebt hat, dann muss ich sagen, was für unwahrscheinliche Privilegien es sind und waren, die ich seit meiner Erkrankung genossen habe (und auch schon davor).

        Ich vermute immer noch, dass eine Rehabilitation, in einer vergleichbaren Form so wie ich sie bis heute praktisch erlebt habe, für viele andere Mitbetroffenen auch hilfreich sein würde. Die schwierige Frage ist dann für mich, wie solche positiven Umgebungen in unserer Gesellschaft konkret gefördert werden könnten.

        Leider habe ich meinen Initiativenthread im KNS-Forum löschen lassen, nachdem ich bei meinem Rückfall psychotische Posts mit meinem Echtnamen unterzeichnet habe, die per Google leicht auffindbar waren, aber ja, Rückschläge gehören dazu, und es gilt, damit umgehen zu lernen.

        Bald bin ich hoffentlich selber wieder rehabilitiert genug, um diesen Thread fortsetzen zu können.

        LG,
        Mowa

        • Diese Antwort wurde geändert vor 5 Jahre, 5 Monate von Mowa.
        #5492

        Hallo wachsmalblöckchen,

        darf ich Dich bitten zukünftig Absätze in Deine langen Texte zu machen? Dann liest es sich für viele einfacher.

        Die Offenbarung der Erkrankung ist eine Vertrauenssache. Wie groß ist Dein Betrieb? Habt Ihr eine Betriebsärztin? Hast Du einen Vorgesetzten, dem Du vertraust? Gibt es eine Personalabteilung? Eine Schwerbehindertenvertretung oder einen Betriebsrat?

        Dort kannst Du mal fragen, wie in Eurer Firma mit dem Thema Schwerbehinderung umgegangen wird und wer, wenn überhaupt, etwas wissen müsste.

        Wenn Du Dich auf die Fürsorgepflicht Deiner Chefs berufen möchtest, z.B. bei der Überlegung keine Überstunden machen zu müssen oder zusätzliche kniffligere Aufgaben übertragen zu bekommen, müsstest Du schon jemand einweihen.

        Ich würde auch nicht das Wort Schizophrenie in den Mund nehmen, wenn ich unsicher wäre, wie mein Umfeld reagiert. Von einer Stoffwechselstörung zu sprechen, klingt weit harmloser und Du bekommst nicht gleich den Stempel “Verrückt” oder “irre”. Eine Stoffwechselstörung kann z.B. auch Diabetes sein und auch da sind einige Betroffene eben nicht so belastbar.

        Ich würde nur mit der Erkrankung rausrücken, wenn ich bei der Arbeit fest im Sattel säße und mein Stuhl nicht gerade kippeln würde. Du hast eine Lohnerhöhung bekommen? Wegen guter Leistung? Oder haben alle die bekommen wie z.B. bei einer Tariferhöhung?

        Wenn Du die Arbeit Vollzeit nicht schaffst, kannst Du auch über eine Teilerwerbsminderungsrente nachdenken. Es ist aber nicht so leicht daran zu kommen. Gibt es in der Stadt in der Du arbeitest einen “Integrationsfachdienst”? Da könntest Du Dich kostenlos mit Beratern unterhalten die zu dem Thema gesundheitliche Einschränkungen und Arbeit viel Wissen haben.

        Alles Gute Dir!
        mango

        #5590

        Ich bin froh, auf der Arbeit meine Erkrankung nicht kundgetan zu haben.
        Der Hauptgrund ist vielleicht, dass über Klatsch und Tratsch (ich arbeite in einer mittelgroßen Behörde) dies ungefiltert weiter getragen würde zu Personen, die ich nicht ins Vertrauen ziehen möchte.

        Manchmal denke ich, wir machen zu viel Bohei um unsere Krankheit. Wir sollten nicht darauf reduziert werden.

        Was ich schwierig finde, in Deinem Fall @wachsmalbloeckchen ist der Punkt, dass Du glaubst nur mit einer Medikamentenerhöhung Dein überdurchschnittliches Pensum zu schaffen.

        Das darf so aus meiner Sicht nicht sein.

        Dir alles Gute wünscht, DiBa

        #5597

        Hallo Wachsmalblöckchen,

        meine erste Psychose bekam ich 2009-2010 (8Mon.) davor war ich schon ein Jahr wg. Depression (und PTBS) krankgeschrieben. Also da war nichts mit verstecken. Habe unüberlegt gekündigt weil ich dort gemobbt wurde. Habe dann ein dreivierteljahr später die Beruf-und med.-Reha bekommen, einige Praktika mit 3-4Std. gemacht. Mehr ging nicht ohne Symptome trotz hoch dosierter Medis. Ich habe einen Behindertenausweis mit 70% unbefristet und eine volle Erwerbsminderungsrente. Ich hatte 2016 ein einjahres Vertrag mit 3Std. Mo.-Do. Dort war ja durch meine Bewerbung bekannt das was psychisches vorliegt. Ich habe aber die Depression vorgeschoben…aus Angst nicht für voll genommen zu werden. Jetzt sitz ich daheim und find keinen Minijpb im Büro in der Nähe (habe kein Auto und dürfte mit den Medis auch keins fahren). Bahnfahrt geht bei mir mit Tavor. Also cool das Du es überhaupt schaffst so lang zu arbeiten. Es kann wie man bei mir sieht auch anders ausgehen. Kürzen würd ich jetzt auch kein Problem drin sehen. Dann musst Du halt dazu stehen das es Dir zuviel wird. Ist halt so.
        Dir noch viel Kraft und
        liebe Grüsse.


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        D / 49Jahre
        Quetiapin 200 +400 , Risperidon 2mg, Doxepin 2x 50mg,
        Ofiril 2x 150mg, Bedarf Lorazepam
        L-Thyroxin

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