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Vielen Dank liebe @erdbeere, inzwischen fühlt sich mein Kopf deutlich fester an. Die Frühwarnsymptome bilden sich seit Montag oder so langsam aber spürbar wieder zurück. Mal sehen, wie es weitergeht… :bye:
Zitat christine:
Wie geht es dir mit Begriffsmethoden per FreeMind?
Meinst Du DIESE App zum Mind-Mapping? Kannte ich noch nicht, aber hast Du denn selbst Erfahrungen damit? Genau, die Gefühle und Gedanken loslassen zu können („auszuspülen“) ist scheinbar sehr hilfreich und neutralisierend.
Hallo @Molly, hallo @christine,
danke auch für Eure Posts.
Zitat Molly:
Ich finde es sehr mutig von Dir, so offen damit umzugehen. Hoffentlich ergeben sich für Dich später keine Nachteile daraus.
Es stimmt schon, dass ich nicht wissen kann, was morgen und später passiert. Allerdings kennt mein Chef und meine (v.a. langjährigen) Kollegen mich nicht anders, ich war immer schon sehr offen damit, wie es mir geht. Ich muss (weil ich will) auch offen sein, denn schließlich will ich langfristig mit meinem Chef vertrauensvoll zusammenarbeiten können. Wenn ich es nicht könnte, dann müsste ich wohl aufhören bei ihm zu arbeiten und andere Wege suchen.
Übrigens finde ich nicht, dass @christine akut ist. Ihr/Dein Text ist für mich ein bisschen schwierig zu lesen, wenn verschiedene Themen in einem Absatz hintereinander angesprochen werden. Und sie/Du hat/hast einen eigenartigen Humor, der mir aber gefällt. Was ihr/Dein letzter, an Molly gerichteter Satz zu bedeuten hat, weiß ich nicht. Vielleicht hattet ihr in einem anderen Thread Euch schon ausgetauscht.
Zitat christine:
Sich dazu extra eine Auszeit nehmen zu müssen, um das Umdenken anzustoßen, ist ärgerlich.
Für mich ist es nicht ärgerlich, denn *ich* muss (weil ich will) selbst in der Lage sein, meine eigenen Grenzen frühzeitig zu erkennen und diese auch den Anderen verständlich zu kommunizieren.
Bei mir ist es eben sehr oft so, dass ich versuche, mir meine eigenen Erwartungen an mich zu erfüllen, die niemand sonst so von mir erwartet. D.h. ich mache häufig ungefragt übertrieben zu viel und verausgabe mich dabei, von alleine, ohne Druck von außen. Es ist also in erster Linie *mein* eigenes Problem, nicht das der Anderen…
Die Geschichte über die Bäckereiverkäuferin finde ich schön. Ich habe auch erst durch meine technischen Kollegen gelernt, was es heißt, regelmäßige Pausen zu machen und sich dabei über alles Mögliche auszutauschen. Wir lachen oft zusammen, das entspannt und stärkt den Geminschaftssinn. Während meiner aktiven Zeit in der Forschung habe ich das auf diese Art noch nicht gekannt (aber ich war schon damals schon verrückt, irgendwie).
LG,
Mowa-
Diese Antwort wurde vor 6 Jahren, 9 Monate von
Mowa geändert.
Guten Abend zusammen,
danke @DiBaDu, ja tatsächlich fand ich die von Dir verlinkte Seite hilfreich, jedenfalls deckt sich vieles mit meinen eigenen Erfahrungen, soweit ich gelesen habe. Und ja, ich würde jetzt auch nichts Neues anfangen, das wäre mir zu stressig und verunsichernd.
Übrigens scheint meine Wasserhahnmethode tatsächlich stabilisierend auf mich zu wirken. Ich habe eine zweite Variante daraus gemacht, bei der ich eine Barriere mental im Kopf aufbaue, um mich gegen übermäßige Reize zu wehren und diese wieder auszuschalten, wenn diese Reize nicht mehr vorhanden sind bzw. ich mich nicht mehr unwohl fühle.
Es ist schon ziemlich interessant festzustellen, wie meine Frühwarnsymptome verstärkt oder abgeschwächt und im besten Fall dann neutralisiert werden können. Wenn ich diesen Ist-Zustand beibehalten könnte, wäre ich sehr froh.
Heute habe ich auch zum ersten Mal seit sehr Langem wieder mit meinen uralten Hanteln einige Übungen gemacht, und das tat mir wirklich gut. Nur habe ich leider nach der 3. Übung leichte Atemprobleme bekommen und habe mich erschrocken, wie geschwächt mein Körper schon ist. Ich will versuchen, die nächsten Tage die Übungen täglich zu absolvieren, vielleicht jeden Tag eine mehr, das wäre echt super…
Ja, danach war ich auf dem Balkon und habe die dreckigsten Stellen von unserer Vogelecke geputzt, wurde auch endlich mal Zeit. Der Balkon ist jetzt viel gemütlicher als noch vor einer Woche. Der Frühling kann kommen!
LG,
MowaZitat Weichhai:
Meine Frau Mama zeigte sich, verständlicherweise, hierüber sichtlich erfreut .
Köstlich, danke :good:
Shoplifters haben wir uns übrigens auch schon angeschaut. Hat Dir/Euch der Film gefallen?Ich warte immer noch auf die Antwort des Landratamts, nachdem ich im November eine Erhöhung des GdB beantragt habe. Seit 2013 habe ich einen GdB von 30, und mein Gleichstellungsantrag wurde 2015 abgelehnt.
LG,
MowaGuten Morgen zusammen,
danke für Eure Inputs @DiBaDu und @Grenfell, das hilft. Ich möchte später nochmal in Ruhe auf sie eingehen.
Vorhin habe ich an meinen Chef eine E-Mail geschickt und diese auch an meine engsten Kollegen weitergeleitet:
******
Guten Morgen (Chef) (Cc an (IT-Leiter) und (Sekretärin)),gerne würde ich Dich darüber informieren, dass ich seit Dienstag leider krankgeschrieben bin, bis Ende dieser Woche, und anschließend kommt mein 2-wöchiger Uralub, den ich neulich eingereicht hatte. Meine Hausärztin (und auch mein Psychotherapeut) empfiehlt mir, diese Woche höchstens Home Office zu machen, woran ich auch gerne halten möchte.
Es ist so, dass es mir seit den letzten Wochen und Monaten psychisch wieder spürbar besser geht, und doch konnte ich mich immer weniger abgrenzen, so dass ich mit Aufgaben (auch privat) wieder übertrieben habe. Zuerst hatte ich vor einem Monat einen Neurodermitis-Schub, und vor einer Woche hatte ich dann auch psychotische Frühwarnsymptome, die jetzt noch leicht nachklingen, und daher wurde es für mich wieder höchste Zeit, meine mentale Handbremse fest anzuziehen.
Einfach fällt es mir nicht, ohne Psychopharmaka meine Gesundheit aufrechtzuerhalten, aber ich würde so gerne in der Lage sein, ohne Medikamente selbst auf mich aufzupassen. Ich glaube, dass es möglich ist, aber eine Garantie gibt es nicht. Einen 10-Schritte-Notfallplan haben mein Mann und ich uns schon erarbeitet, falls ich wieder in eine akut manische und akut psychotische Phase rutschen sollte, und darin habe ich meinen Mann gebeten, Dich und meine Kollegen zeitnah darüber zu informieren.
Vielen Dank und liebe Grüße,
(Mowa)
******Der Leiter unserer IT-Gruppe hat mir prompt eine sehr verständnisvolle, unterstützende Antwort geschrieben, und auch meine besonders liebe Büro-Kollegin…
Erstmal brauche ich jetzt ein bisschen Pause.
LG,
MowaHallo liebe Leute,
über Eure freundlichen Posts freue ich mich sehr, vielen Dank!
Ja, liebe @Freia, mag sein & um ehrlich zu sein, weiß ich noch nicht, was mir genau helfen würde und was nicht, weil ich noch noch ein Neuling bin, wenn es um psychotische (Frühwarn-)Symptome geht.
Das mit dem Vogelbuch könnte trotzdem funktionieren, weil ich ja vor einem Jahr im akuten Zustand eine positive Erfahrung damit schon gemacht habe (d.h. dieses Stutzig-Werden usw.). Das könnte etwas damit zusammenhängen, dass das Vogelbuch ja dazu da ist, um sachliche Informationen über die verschiedenen Vogelarten zu vermitteln, was an sich so eine rationale Angelegenheit ist und emotional eher neutral.
Vielleicht wusste ich damals im akuten Zustand noch irgendwie, dass es eigentlich nicht sein kann, dass der abgebildete Vogel dermaßen extreme Gefühlsregungen zeigen soll. Aber keine Ahnung. Jedenfalls habe ich heute Morgen, nach dem ich meinen obigen Beitrag gepostet habe, den Vogelbuch-Test mal ausprobiert, und da war es eher so, dass ich gedacht habe: „Ja, könnte schon sein, dass er ein wenig traurig auf mich wirkt“.
Im Vergleich zum Beginn der Woche habe ich zwar schwächere Symptome, aber über den Tag verteilt gibt es noch Aufs und Abs, oft stabil, aber einige Male am Tag kommt es doch zu spürbaren Erschöpfungen oder Aufheiterungen.
Bis jetzt ist mein Eindruck, dass diese Aufs und Abs sich auch gezielt gegensteuern lassen. Ich habe nämlich schon mehrfach festgestellt, dass, wenn ich mir kraftvoll fließendes Wasser (aus dem Wasserhahn oder so) bewusst vorstelle, das meine Emotionen und Gedanken ausspült, dass diese Symptome deutlich schwächer werden und nach einer Weile auch verschwinden können. Wenn ich diese Vorstellung nicht habe, bleiben die Emotionen und die Gedanken im Kopf haften und häufen sich schnell an, wodurch sich die Symptome verstärkt werden können. Diesen Effekt will ich die nächste Zeit auf den Grund gehen.
Es gibt ja diese progressive Muskelentspannung nach Jacobson, die kennen hier bestimmt viele aus der Klinik. Da geht es auch darum, die Gedanken und die Aufmerksamkeit wie Wolken am Himmel ziehen zu lassen usw. Gut möglich, dass das mit dem kraftvoll fließenden Wasser in meinem Kopf ähnliche Effekte erzeugt.
Mein Mann hat mir empfohlen in solchen Situationen zu meditieren, aber ich habe keine Ahnung von Mediationen, und vielleicht geht es ja auch mit meiner Wasserhahn-Methode.
Wir sind heute beim schönen Wetter kurz draußen geradelt und haben uns in einer Eisdiele leckeres Eis gegönnt. Als wir zu Hause wieder ankamen, fiel mir auf, dass meine Erschöpfung kaum mehr zu spüren war, obwohl ich zuvor erschöpft war und mir schon einen Ruck geben musste, um doch rauszugehen. Daher habe ich gedacht, dass meine Erschöpfung vielleicht vor allem psychisch verursacht wird, die nicht nur durch Schlaf, sondern auch (bzw. vielleicht sogar vor allem) durch Bewegung im Freien o.ä. abgefedert werden kann.
Morgen bleibe ich auf jeden Fall noch zu Hause – bin ja noch eine ganze Woche krankgeschrieben, und dann ist schon der neulich eingereichte Urlaub dran, und wir werden erstmal in den Norden fahren. Ich würde morgen dann gerne meinem Chef eine E-Mail schreiben, um ihn über meinen gesundheitlichen Zustand zu informieren. Meinem Therapeuten hatte ich auch versprochen, dass ich ihn morgen benachrichtigen werde, wenn ich noch stabil geblieben bin. Er hat sogar letzten Dienstag angestoßen, ob ich nicht über eine Erwerbsminderunsrente oder Teilzeit nachdenken möchte, aber ich weiß, eigentlich möchte ich das noch nicht. Mal sehen.
LG,
Mowa-
Diese Antwort wurde vor 6 Jahren, 9 Monate von
Mowa geändert.
Sorry nochmal @Lightness,
dass die Leute nie gelernt haben, sich den Tag über sinnvoll zu beschäftigen.
Hier möchte ich noch etwas dazwischenfunken, wie ich diese Stelle im Interview verstanden habe. Precht sagt glaube ich nicht, „die Leute haben nie gelernt, sich sinnvoll zu beschäftigen“, und so wie ich seine öffentlichen Auftritte mitbekommen habe, würde er sowas nicht sagen. Er weist auf das offensichtliche Problem hin, dass es zu Unruhen und auch zu gewaltbereiten Konflikten kommen kann, *wenn* die Menschen, die durch die Digitalisierung ihre Lohnarbeit verlieren würden, sich nicht sinnvoll beschäftigen könnten usw.
Das zu kommentieren war mir noch wichtig, da ich Prechts Videos recht mag.
LG,
MowaHallo liebe @mango,
Zitat mango:
Und es ist in vielen Fällen eine Unterstellung, dass Menschen im öffentlichen Dienst keine Armut kennen.
Falls Du meine Aussage meinst (vielleicht ja nicht), dann meinte ich mit „Entscheidungsträgern“ nicht die Angestellten im öffentlichen Dienst, sondern eher solche Menschen, die heute so reich und/oder einflussreich sind, dass sie die Gesellschaftsordnung gestalten können. Eigentlich sollten Politiker ja eher eine vermittelnde Rolle einnehmen, zwischen ihren Wählern und den Entsendern der zahlreichen Lobbygruppen, die im Bundestag vertreten sind.
Hallo liebe @Lightness,
Zitat Lightness:
Das Video von @mowa ist interessant.
Das freut mich, dass Du das Video auch interessant findest. Prechts Interview habe ich teilweise etwas anders verstanden, z.B. warnt er nicht vor der Digitalisierung selbst, glaube ich, sondern eher vor fehlenden langfristigeren Strategien, wie die Politik mit dem gewaltigen gesellschaftlichen Umbruch umzugehen gedenkt, der mit der Digitalisierung einhergehen wird usw.
LG,
Mowa-
Diese Antwort wurde vor 6 Jahren, 9 Monate von
Mowa geändert.
Guten Morgen zusammen,
Zitat christine:
Fakt bleibt, dass meine Beiträge kein notwendiger, unumgänglicher Bestandteil deines Tages sind.
Einverstanden @christine, danke. Ich pflege auch meine To-Do-Listen in einem Tagebuch-Format, aber meine private Liste ist seit meinem Rückfall sehr entspannt, kaum Einträge und eher so Arzttermine, Urlaubsdaten usw. Meine berufliche Liste, ja, da würde ich jetzt auch strenger darauf achten, dass sich die Einträge nicht häufen.
Ausgewogenheit und Entschleunigung sind eben sehr wichtig um gesund zu bleiben :good:
Zitat @escargot:
Versuche gerade auch ohne aufzudosieren, aber fühle mich absetzpsychotisch
Gute Besserung, liebe escargot! Ist für Dich bestimmt auch nicht einfach, mit weniger bzw. wenig Medis.
Ja, ich glaube, so wie ich die letzten Tage mit mir umgegangen bin, werde ich es schaffen, die Medis noch rechtzeitig zu nehmen und mich notfalls auch selbst einzuweisen. Übrigens habe ich ja auch Quetiapin, davon würde ich 50 oder 25 mg nehmen, falls ich nicht mehr schlafen könnte. Diese Woche hatte ich eher Schläfrigkeitsattacken und schlafe länger als sonst.
Danke Dir auch, lieber @DiBaDu :bye:
Ja, gestern war das Wetter wieder so schön. Ich habe die Tische und die Stühle (die ganzjährig draußen stehen) sauber gewischt, was ich zuletzt vor vielen Monaten getan hatte, und entsprechend waren sie sehr schmutzig.
Später waren wir im nahegelegenen Einkaufszentrum einkaufen und waren dort in 4 verschiedenen Läden, und im letzten Laden hatten wir beide die Nase voll und wollten nur noch nach Hause radeln. Als wir den Einkaufswagen geleert haben, waren mir die Gesichter der 2, 3 anderen Einkäufer wie eine Momentaufnahme (Fotos) ins Auge gesprungen, und zwar jeweils mit einer leicht ablehnenden Mimik, aber ich wusste, dass das nur meine kränkelnde Wahrnehmung war, d.h. es ist nur ein weiteres Frühwarnsymptom für mich und ein Zeichen dafür, dass es höchste Zeit wurde das (reizüberflutende) Einkaufszentrum zu verlassen.
In der Akutphase hatte ich es letztes Jahr ständig, als ich (mit meinem Mann) in der Stadt unterwegs war, dass die Gesichter von Erwachsenen sich zu einem ablehnend-feindseligen, wütenden Ausdruck verformt hatten, und kleine Kinder und Säuglinge hatten immer einen leeren, toten Blick. Und ich habe auf die Eltern geschimpft und sie angebrüllt, die armen Leute, das tut mir heute noch leid
Außerdem haben wir zu Hause so ein Vogelkunde-Buch, und als ich mir eine Seite daraus angeschaut hatte und knallpsychotisch war, kam mir der rote Vogel auf dieser Seite extrem leidend und erschöpft vor. Ich weiß noch, wie ich trotz des akuten Zustandes in dem Moment etwas stutzig wurde, da ich wusste, dass mir sowas früher nicht passiert war. Später, als ich weniger psychotisch war, habe ich mir dieselbe Seite nochmal angeschaut, und der rote Vogel blickte fast wieder neutral. Nach der Stabilisierung war dieser Effekt beim abermaligen Betrachten verschwunden usw.
Vielleicht lege ich dieses Buch in die Reichweite und nehme es als eine Art Wahrnehmungsbarometer, wenn dieser Effekt reproduzierbar wäre?
Gleich wird’s draußen heller, und dann wird es bestimmt wieder schön sonnig und mild. Darauf freue ich mich :good:
LG,
MowaZitat Lightness (Eingangspost):
Bill Gates vorschlägt, für den flächendeckenden Einsatz von Maschinen und Robotern in der Industrie eine Steuer zu erheben, die der Unternehmensbesitzer an den Staat bezahlen soll, um damit für die Bürger ein bedingungsloses Grundeinkommen zu finanzieren.
Zum Threadthema kann ich noch DIESES Phoenix-Video mit Richard David Precht empfehlen, das vor der letzten Bundestagswahl 2017 ausgestrahlt wurde. Precht schlägt darin vor, *jede* Finanztransaktion zu besteuern (z.B. 2%) und weniger die Lohnarbeit (ab ca. 3:30 min), und hält dies für das einzig sinnvolle Konzept. Die Fragen des Moderators finde ich übrigens auch gut.
LG,
MowaLiebe @christine,
oh, bitte mache Dir keine Sorgen, Deine Beiträge haben mich nicht angestrengt, soweit ich das so wahrgenommen habe. Meine Wahrnehmungen können radikal selektiv funktionieren, und durchs alte KNS-Forum bin ich derart schon abgebrüht, dass ich im Forum meistens nur das mitbekomme, was ich will
Ganz liebe Grüße an Dich auch,
MowaZitat Jela:
dass Hartz4 staatlich verordnete Armut ist
Ja, und auch eine staatlich angeprangerte, finde ich.
Bei „Bürgergeld“ denke ich, dass das gerade von der SPD, die Hartz IV entworfen und durchgesetzt hat, zu einer typisch-politischen Augenwischerei werden kann, dass diese Sozialleistung nun ein neues Etikett bekommen soll. Ich frage mich, ob es nicht wesentlich einfacher realisierbar wäre, wenn der Inhalt zumindest erstmal bei Hartz IV bleibt und die nachteiligsten Auswirkungen auf die Empfänger stufenweise gemildert und dann gestrichen werden. So ist es jedem bzw. vor allem den Empfängern klar, was die Änderungen für sie gebracht haben.
Armut lässt sich nicht nachvollziehen, wenn man sie nicht selbst durchlebt hat. Ich habe während meines Zweitstudiums in einer gekünstelten Konstellation in Armut gelebt, noch unter dem Hartz-IV-Niveau, und diese finanzielle und soziale Not war ganz klar ein Faktor, der meine erste Psychose mit-ausgelöst hat. Etwas nachempfinden kann ich also schon, was es bedeutet, kein Geld zu haben und ausgegrenzt zu werden. Von daher, den Empfängern der Sozialleistung i.a. Faulheit und Selbstschuld usw. zu unterstellen, halte ich für unsagbar ahnungs- und empathielos auch, ja, absolut…
Edit: Und *wer* von den Entscheidungsträgern kennt schon Armut aus Erfahrung und weiß, was sie wirklich bedeutet? Wie sollen sie dann in der Lage sein, die Sozialleistungen sozialer zu machen, wenn sie im Alleingang alles entscheiden?
LG,
MowaGuten Morgen liebe @Mitlesende,
zuletzt habe ich hier vor einer Woche über mich berichtet, und jetzt kann ich Euch wieder updaten.
Es ging mir die Woche über nämlich nicht so gut, und ich habe mir Sorgen gemacht, nachdem ich zwischen Sonntag und Dienstag zunehmende psychotische Frühwarnsymptome bei mir bemerkt habe.
Zum Glück hatte ich dann am Dienstagmittag einen Termin bei meinem Psychotherapeuten (habe ich derzeit nur alle 2 Monate), bei dem ich mich wieder sammeln konnte. Am Donnerstag war ich auch bei meiner Hausärztin, und sie hat mich rückwirkend ab Dienstagmittag krankgeschrieben, vorsorglich bis Ende nächster Woche. Sie hat mir geraten, nächste Woche höchstens Home-Office zu machen, wegen meiner momentanen Probleme mich abzugrenzen (und meine Gesundheit zu priorisieren).
Hier eine chronologische Zusammenfassung von den Ereignissen, von denen ich denke, dass sie meine aktuellen Frühwarnsymptome begünstigt haben, und auch vom Verlauf der letzten Tage:
* ab sep2018 Dienstreisen zum alten Standort, ab November wöchentlich und ab Mitte Dezember mit Übernachtung (die den Stress reduzierte)
* jan2019 auf den Dienstreisen zu wenig Pausen gemacht, teilweise Überstunden & Erschöpfung
* 20jan2019 Neurodermitis-Schub 2-3 Tage nach einer besonders anstrengenden Dienstreise
* 22jan2019 Psychiater & Hautarzt an einem Tag, Olanzapin (nur für den Notfall) und Cortison bekommen
* 06feb2019 2 Überstunden am neuen Standort
* 07feb2019 Dienstreise, und nach dem Feierabend freundschaftliches Arbeiten für eine ehemalige Kollegin bis nachts um 23 Uhr
* 08feb2019 Dienstreise ohne Mittagspause
* 09feb2019 Umfrage von Herrn Hall & E-Mail-Austausch
* 10feb2019 Teilnahme an der Umfrage, 2 Stunden pausenlose Konzentration, danach noch ziemlich aktiv bis abends
* 11feb2019 verkürzte Arbeitsstunden um die Überstunden wieder abzubauen, allgemein erschöpft und jetzt auch leichte Nervenschmerzen am ganzen Körper
* 12feb2019 Konzentrationsschwierigkeiten während der Betriebsratssitzung, mittags zum Glück Therapie-Sitzung, danach melde ich mich krank
* 13feb2019 Spazieren am Fluss und in der Sonne mit Mann, abends frisch kochen & lecker essen.
* 14feb2019 Hausärztin schreibt mich krank, nachmittags erstelle ich noch einen „10-Schritte-Notfallplan“ für mich und meinen Mann
* 15feb2019 körperliches „Arbeiten“ auf dem Balkon (sonniges und mildes Wetter)
* 16feb2019 frühmorgens mit meiner Mutter skypen, die 90 Minuten taten mir gut!Hier sind die psychotischen Frühwarnsymptome, die ich Anfang der Woche zunehmend hatte und die seitdem noch ab und zu nachklingen:
* Überempfindlichkeit gegenüber Licht und Lärm
* sprunghafte Aufmerksamkeit und Konzentrationsschwierigkeiten
* Taubheitsgefühle, teilweise kreiselnd, teilweise spannend, am- und im Kopf
* schnelles Erschöpfen und Genervt-Sein, bis hin zu Nervenschmerzen am ganzen Körper
* vorauseilende Gedanken, die sich beim Aussprechen bemerkbar machen, da die Zunge motorisch nicht nachkommt
* Beziehungsdenken (noch mit Als-ob-Qualität)
* gesteigerte EmotionalitätUnd dann es gibt bestimmte Situationen im Alltag, die diese Frühwarnsymptome in mir auslösen und verstärken können, die aber nach viel Ruhe/Schlaf wieder weggehen:
* i.a. Aufregung und Verunsicherung, z.B. ungewohnte Umgebung in der Hausarzt-Praxis, in der ich seit Juli 2018 nicht mehr war
* bei bestimmten Musik-Arten ein sich sofort einstellendes Gefühl, die Tönen würden sich verzerren. Bei klassischer Musik passiert das anscheinend nicht
* plötzlicher Lärm (z.B. Baustelle, Straßenverkehr, Tür geht laut zu, usw.)Ja, also jetzt sind bei mir vor allem Abschaltung und Entspannung angesagt. Ich bin froh, dass ich seit dem Rückfall vor einem Jahr selbst in der Lage bin, mich in meine persönliche Psychose-Skala einzuordnen (die bei mir kein Ein/Aus-Zustand ist, sondern eine kontinuierliche Skala aus Zuständen von „nicht psychotisch“ bis „sehr psychotisch“). Ich habe diese frühen Symptome sogar selbst bemerkt, bevor mein Mann sie mitbekommen hat. Das zeigt mir, dass die eigenen Erfahrungen und die Auseinandersetzung mit ihnen mir beim Umgang mit meiner Psychose-Anfälligkeit hilft.
Insgesamt möchte ich feststellen, dass ich die Zeichen, die mein Körper mir sendet, nicht ignorieren darf, sondern möglichst diese bewusst wahrnehmen und dann zeitnah gegensteuern muss. Dazu gehört für mich unbedingt auch, dass ich meine Gesundheit und sonst auch meine Aufgaben besser priorisiere, ich mich noch besser abgrenze und auch Pausen einlege, *bevor* ich sie vergesse…
Wenn ich weiterhin medi-los bleiben möchte, dann muss ich darauf achten, ansonsten ist ein Rückfall ganz bestimmt unausweichlich.
Heute fängt der Tag wieder sonnig und mild an, und ich würde gerne nochmal auf dem Balkon und ein bisschen in der frischen Luft & mit Händen „arbeiten“.
Wünsche uns allen noch ein schönes erholsames Wochenende :bye:
LG,
Mowa-
Diese Antwort wurde vor 6 Jahren, 9 Monate von
Mowa geändert.
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Diese Antwort wurde vor 6 Jahren, 9 Monate von
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