Notizen von Mowa

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  • #19553
    Anonym

      Hoppes Frau ist Anästhesieschwester, seine Tochter Fine Logopädin. Ich hatte sie am 24. Dezember um 12 Uhr mittags rausgepelzt. Die waren grad beim Gänsebraten. Fine war ziemlich sauer auf mich. Schließlich ist es ihr Vater und nicht meiner. Der mokierte sich dann als erstes über meine verhauchte Stimme. Aber wer einmal von ihr angeblafft wurde, kann nur noch hauchen. Wie das eben so ist mit dem oben und unten.

      #19741

      Hallo @christine,

      ah…! Das Missverständnis tut mir sehr leid, ich habe keine Ahnung und den Namen von Herrn Hoppe nicht wiedererkannt, aber „Mephisto“ habe ich vor vielen Jahren gesehen, ein Meisterwerk!! Und an die eine Szene auf rbb-online.de mit Herrn Hoppe & Braundauer meine ich mich auch zu erinnern.

      Dann hattest Du zu Herrn Hoppe und seiner Familie eine freundschaftliche Beziehung. Es ist bestimmt eine prägende Erfahrung, von ihm für Deine Interviews so geschätzt zu werden, nicht nur als Journalistin…

      Danke jedenfalls, dass Du Deine Erfahrungen hier mit uns teilst.

      LG,
      Mowa

      • Diese Antwort wurde vor 7 Jahren, 2 Monaten von Mowa geändert.
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      #19751
      Anonym

        Der Hoppe war einer der zentralen Filmfiguren meiner Kindheit. Er hat bei in „Ulzana“ den Bösewicht gespielt, später den Nathan in „Nathan, der Weise“. Der Wechsel war für mich ein Schlüsselerlebnis. Ich hab zwischen Rolle und Mensch zu trennen begonnen, als ich ihn auf der Bühne sah, es aber sofort wieder vergessen, als ich ihn interviewte und er als Dankeschön für den Füllerschriebs „ich liebe dich“ sagte. Der schaute dir mit seinen Mitte 80 strahlend in die Augen und sagt dir einfach so „ich liebe dich“ – so unmittelbar, authentisch und spontan, dass es dich umhaut. Seine Frau drehte sich währenddessen nicht mal um. Sie kennt ihn eben, den Schauspieler. Sie kämpfte mit ihren ganz eigenen Mitteln um ihn: ihrem unerschütterlichen Vertrauen. Er konnte sich neben ihr tatsächlich jederzeit fallen lassen. Von ihr hab ich fast noch mehr gelernt als von ihm. Er hatte ein verwirrendes Raumverständnis durch die jahrzehntelangen Dreharbeiten, sodass realer Blickkontakt tatsächlich auf Fotos kaum nachvollziehbar war. Andererseits schaffte er es auf Fotos Blickkontakt zu suggerieren, obwohl er quer zur Kamera meterweit an dir vorbeischaute. Um Bühne zu verstehen, braucht es tatsächlich die Konfrontation mit einer Rampensau. Ich bin noch nicht so weit, dass ich es verständlich in Worte packen kann, was mich da alles verwirrte. Fine ist ja auch Schauspielerin. Wenn da die Stimmfärbung innerhalb eines Wortes mehrfach wechselte, gefror mir fast das Blut in den Adern. Der Spannungsbogen, den die aufbaut, versteinert die Zeit. Das Hoftheater gibt es nach wie vor. Da sitzen dir die Akteure fast auf dem Schoß.

        #20621

        Hallo @christine,

        danke für Deine Geschichte. Es ist so eine dieser persönlichen, intimen Erlebnisse, die ich als Außenstehende nicht genug würdigen kann.

        LG,
        Mowa

        #20644

        Guten Morgen liebe @Mitlesende,

        zuletzt habe ich hier vor einer Woche über mich berichtet, und jetzt kann ich Euch wieder updaten.

        Es ging mir die Woche über nämlich nicht so gut, und ich habe mir Sorgen gemacht, nachdem ich zwischen Sonntag und Dienstag zunehmende psychotische Frühwarnsymptome bei mir bemerkt habe.

        Zum Glück hatte ich dann am Dienstagmittag einen Termin bei meinem Psychotherapeuten (habe ich derzeit nur alle 2 Monate), bei dem ich mich wieder sammeln konnte. Am Donnerstag war ich auch bei meiner Hausärztin, und sie hat mich rückwirkend ab Dienstagmittag krankgeschrieben, vorsorglich bis Ende nächster Woche. Sie hat mir geraten, nächste Woche höchstens Home-Office zu machen, wegen meiner momentanen Probleme mich abzugrenzen (und meine Gesundheit zu priorisieren).

        Hier eine chronologische Zusammenfassung von den Ereignissen, von denen ich denke, dass sie meine aktuellen Frühwarnsymptome begünstigt haben, und auch vom Verlauf der letzten Tage:
        * ab sep2018 Dienstreisen zum alten Standort, ab November wöchentlich und ab Mitte Dezember mit Übernachtung (die den Stress reduzierte)
        * jan2019 auf den Dienstreisen zu wenig Pausen gemacht, teilweise Überstunden & Erschöpfung
        * 20jan2019 Neurodermitis-Schub 2-3 Tage nach einer besonders anstrengenden Dienstreise
        * 22jan2019 Psychiater & Hautarzt an einem Tag, Olanzapin (nur für den Notfall) und Cortison bekommen
        * 06feb2019 2 Überstunden am neuen Standort
        * 07feb2019 Dienstreise, und nach dem Feierabend freundschaftliches Arbeiten für eine ehemalige Kollegin bis nachts um 23 Uhr
        * 08feb2019 Dienstreise ohne Mittagspause
        * 09feb2019 Umfrage von Herrn Hall & E-Mail-Austausch
        * 10feb2019 Teilnahme an der Umfrage, 2 Stunden pausenlose Konzentration, danach noch ziemlich aktiv bis abends
        * 11feb2019 verkürzte Arbeitsstunden um die Überstunden wieder abzubauen, allgemein erschöpft und jetzt auch leichte Nervenschmerzen am ganzen Körper
        * 12feb2019 Konzentrationsschwierigkeiten während der Betriebsratssitzung, mittags zum Glück Therapie-Sitzung, danach melde ich mich krank
        * 13feb2019 Spazieren am Fluss und in der Sonne mit Mann, abends frisch kochen & lecker essen.
        * 14feb2019 Hausärztin schreibt mich krank, nachmittags erstelle ich noch einen „10-Schritte-Notfallplan“ für mich und meinen Mann
        * 15feb2019 körperliches „Arbeiten“ auf dem Balkon (sonniges und mildes Wetter)
        * 16feb2019 frühmorgens mit meiner Mutter skypen, die 90 Minuten taten mir gut!

        Hier sind die psychotischen Frühwarnsymptome, die ich Anfang der Woche zunehmend hatte und die seitdem noch ab und zu nachklingen:
        * Überempfindlichkeit gegenüber Licht und Lärm
        * sprunghafte Aufmerksamkeit und Konzentrationsschwierigkeiten
        * Taubheitsgefühle, teilweise kreiselnd, teilweise spannend, am- und im Kopf
        * schnelles Erschöpfen und Genervt-Sein, bis hin zu Nervenschmerzen am ganzen Körper
        * vorauseilende Gedanken, die sich beim Aussprechen bemerkbar machen, da die Zunge motorisch nicht nachkommt
        * Beziehungsdenken (noch mit Als-ob-Qualität)
        * gesteigerte Emotionalität

        Und dann es gibt bestimmte Situationen im Alltag, die diese Frühwarnsymptome in mir auslösen und verstärken können, die aber nach viel Ruhe/Schlaf wieder weggehen:
        * i.a. Aufregung und Verunsicherung, z.B. ungewohnte Umgebung in der Hausarzt-Praxis, in der ich seit Juli 2018 nicht mehr war
        * bei bestimmten Musik-Arten ein sich sofort einstellendes Gefühl, die Tönen würden sich verzerren. Bei klassischer Musik passiert das anscheinend nicht
        * plötzlicher Lärm (z.B. Baustelle, Straßenverkehr, Tür geht laut zu, usw.)

        Ja, also jetzt sind bei mir vor allem Abschaltung und Entspannung angesagt. Ich bin froh, dass ich seit dem Rückfall vor einem Jahr selbst in der Lage bin, mich in meine persönliche Psychose-Skala einzuordnen (die bei mir kein Ein/Aus-Zustand ist, sondern eine kontinuierliche Skala aus Zuständen von „nicht psychotisch“ bis „sehr psychotisch“). Ich habe diese frühen Symptome sogar selbst bemerkt, bevor mein Mann sie mitbekommen hat. Das zeigt mir, dass die eigenen Erfahrungen und die Auseinandersetzung mit ihnen mir beim Umgang mit meiner Psychose-Anfälligkeit hilft.

        Insgesamt möchte ich feststellen, dass ich die Zeichen, die mein Körper mir sendet, nicht ignorieren darf, sondern möglichst diese bewusst wahrnehmen und dann zeitnah gegensteuern muss. Dazu gehört für mich unbedingt auch, dass ich meine Gesundheit und sonst auch meine Aufgaben besser priorisiere, ich mich noch besser abgrenze und auch Pausen einlege, *bevor* ich sie vergesse…

        Wenn ich weiterhin medi-los bleiben möchte, dann muss ich darauf achten, ansonsten ist ein Rückfall ganz bestimmt unausweichlich.

        Heute fängt der Tag wieder sonnig und mild an, und ich würde gerne nochmal auf dem Balkon und ein bisschen in der frischen Luft & mit Händen „arbeiten“.

        Wünsche uns allen noch ein schönes erholsames Wochenende :bye:
        LG,
        Mowa

        • Diese Antwort wurde vor 7 Jahren, 2 Monaten von Mowa geändert.
        #20647

        guten morgen liebe @mowa,

        es hilft schon ungeneim wenn man seine frühen frühwarnzeichen kennt und dann auch möglichst früh gegensetuern kann…ohne medis ja wahrscheinlich mit möglichst viel ruhe und erdenden täigkeiten…
        gut auch das du erstmal krank geschrieben bist, sehr vernüfntig…

        ich wünsche dir alles gute und das du es gut bewältigen kannst diese ja doch schwierigen zustände,
        die man dann so durchlebt…drück dir die daumen das du keine medis brauchst …

        ganz liebe grüße und ein ruhiges wochenende dir auch…
        erdbeere

        #20650

        Vielen Dank liebe @erdbeere :heart:

        #20673
        Anonym

          @mowa, vielen Dank für das Feedback. Mir fiel auf, dass du außerordentlich empathisch auftrittst. Das hatte mich sehr beeindruckt, sodass ich offensiver argumentiert habe als zum Beispiel innerhalb meiner Familie. Mir war nicht bewusst, wie sehr das anstrengen könnte. Darum bitte ich dich um Verzeihung für die von mir ausgehende Spannung und würde mich freuen, wenn du Belastung zeitnah signalisierst, damit ich dich nicht stresse. Meine Tochter sagt mir in solchen Momenten: „Mutter, ich habe ohne dich Probleme genug“, und packt den Moment dann in eine Visuelle Analogskala mit 4-6 = angenehme Alltagssituation, 7-8 = erhöhte Anspannung und 9-10 = Panik. Sie reagiert dann spätestens ab einer gefühlten 5 mit dem entsprechenden Codewort (bei uns zu zweit ohne anwesende Dritte ist das DUHU, also ein verhauchtes du). Dann weiß ich, dass sie auch wenn sie topfit anmutet, keine zusätzliche Anstrengung zulassen mag. So eine zusätzliche Anspannung wäre dann auch meine Stimme, sobald ich sie nötige mich zu hören, und sie nicht einschätzen kann wie wichtig und dringend mein Anliegen für mich ist und deshalb mehr Nähe zulässt, als für sie selbst in dem Moment sinnvoll ist, wenn sie ihre eigene Selbstfürsorge angesichts ihrer Verpflichtungen nicht aus den Augen verlieren will. Ich würde mich freuen, wenn du bei aller Empathie, die ich persönlich außerordentlich genieße, dich ähnlich konsequent von meinen Anliegen abgrenzt, sobald sie deinen Alltag beeinträchtigen oder du sogar ein Schuldempfinden aus einem Nichtreagieren ableiten würdest. Online geht das für mich leider nur so. Sonst sehe ich mich gezwungen mich aus dem Forum zurückzuziehen, was ich außerordentlich bedauern würde. Alles Liebe, Christine

          #20677

          Liebe @christine,

          oh, bitte mache Dir keine Sorgen, Deine Beiträge haben mich nicht angestrengt, soweit ich das so wahrgenommen habe. Meine Wahrnehmungen können radikal selektiv funktionieren, und durchs alte KNS-Forum bin ich derart schon abgebrüht, dass ich im Forum meistens nur das mitbekomme, was ich will B-)

          Ganz liebe Grüße an Dich auch,
          Mowa

          #20678
          Anonym

            @mowa: Fakt bleibt, dass meine Beiträge kein notwendiger, unumgänglicher Bestandteil deines Tages sind. Deshalb wäre ich dir dankbar, wenn du im Laufe des Tages immer wieder neu entscheidest, was dir gut tut und wofür du grad dankbar bist, damit Selbstfürsorge und Pflichtempfinden ein ausgewogenes Maß gewinnen. Ich habe von meiner Krisenprävention (Sozialarbeiter des PlanB im PTV Sachsen) dafür ganz zu Anfang eine Liste bekommen, in der für Beides jeweils maximal drei ToDos pro Tag anfallen, damit nicht ich sondern die ToDos am Ende des Tages erledigt sind. Bei meiner Rubrik „Wichtig“ und „Dringend“ sind dementsprechend 2×3 Felder frei. Ich habe mir eine Hängeregistratur gekauft, um die ToDos zu bündeln, zeitlich zu staffeln und die Prioritäten zu aktualisieren. Dabei kommt es mir darauf an, dass alle Lebensbereiche (ausgehend von den 10 Sätzen meine Imagination in der Psychotherapie) ausgewogen vertreten sind, damit ich nicht am Ende des Tages merke, dass ich zwar ein guter Zuhörer geworden bin, dadurch aber beim Rumsitzen Cellulite bekam. Nett zu sein ist nicht alles.

            #20685

            Liebe @Mowa,

            drücke die Daumen,dass du es schaffst ohne NL und dich stabilisieren kannst! Ansonsten hast du ja auch für alle Fälle das Olanzapin da.

            Versuche gerade auch ohne aufzudosieren, aber fühle mich absetzpsychotisch :(

            Liebe Grüße
            escargot

            #20714

            aber fühle mich absetzpsychotisch

            Ich hab immer die Vermutung, dass die „Absetzpsychose“ ein Internetmythos ist. Meiner Meinung kann man eben wenn man absetzt einfach wieder psychotisch werden weil die Symptome, die man immer ohne NL hatte, dann automatisch wieder anfluten wenn die Umgebungsbelastung geblieben ist. :scratch:

            #20720
            Anonym

              @molly Viele Medikamente verändern die Elektrophysiologie bildgebend. Das zu akzeptieren, fällt schwer – besonders wenn es um Hirnströme (QEEG) geht. Wenn du Flüssigkeitshaushalt, Kreislaufträining und Energiebilanz (Nahrungsaufnahme, Themenreduktion) täglich bilanzierst und korrigierst, tust du mehr als jeder forensische Psychiater, der bei einem eventuellen Strafprozess gegen dich auftreten würde. Es ist wie beim Diabetiker, der sein Insulin reduziert, weil er nicht mehr so viele Kalorien sinnlos in sich reinfrisst. Wer andererseits lebenslang Medikamente zum Entschleunigen braucht, unterstellt sich damit täglich selbst, dass er sonst seine Mietwohnungstür ständig mit der Axt öffnet, weil er lernresistent ist. Formel1 macht Wolfshunger, da bleibt nur Insulin im Boxenstopp, wenn die Welt wartet.

              #20724

              Liebe @christine !

              Wenn die Medikamente nicht irgendwie wirken würden, bräuchte ich auch keine zu nehmen. Ich brauche sie nicht zum Entschleunigen.

              #20727

              Liebe @Molly, nein das denke ich nicht und es gibt auch eine logische Erklärung dafür: Nämlich, dass sich neue Rezeptoren bilden usw. usf.

              letztlich ist es aber auch egal, wie man es nennt. Mir jedenfalls. Mag jetzt nicht Mowas Thread damit zutexten.

              Liebe Grüße
              escargot

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