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Guten Abend zusammen,
danke Dopplereffekt nochmal, dass Du mich auf die Nebenwirkungen von Ciclosporin aufmerksam gemacht hattest. Durch meinen letzten Rückfall waren meine Erinnerungen etwas durcheinander geraten, aber jetzt habe ich ein bisschen nachgelesen, was hier zu diesem Thema geschrieben wurde.
Heute Nachmittag musste ich mich krankmelden, nachdem ich seit Donnerstagabend geschwächelt und mich leicht krank gefühlt habe. Im September hatte ich 3 Dienstreisen anstatt nur 2mal monatlich wie sonst, und den Unterschied merke ich doch deutlich. Es geht mir wieder besser, nachdem ich 2 Stunden geschlafen habe und sonst auch nichts getan habe… Hoffe, dass ich bis morgen früh wieder fit bin und normal arbeiten kann, mal schauen.
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Zum Monatsende habe ich wieder eine Auswertung der Haushaltsausgaben gemacht:

Für Essbares haben wir 441 Euro im Supermarkt ausgegeben.
Es wäre gesünder und auch günstiger, wenn wir weniger Fertigprodukte konsumieren würden (edit: dazu zähle ich auch gezuckerten Joghurt usw.). Und wir kaufen und essen immer noch zu viel Naschzeugs – obwohl die Menge im Vergleich zum Vormonat August deutlich reduziert wurde, nachdem wir schockiert festgestellt hatten, wie viel wir (bzw. eher ich) naschen.
Hier habe ich auch festgestellt, dass wir die letzten Wochen nur sehr wenig Fisch gegessen haben. Und immer noch zu viel Wurstwaren und Fleisch. Fleisch versuchen wir nur noch Bio zu kaufen (aber dafür weniger), und Eier kaufen wir auch weniger, diese auch Bio und mit Hahnenaufzucht.
Sonstiges Genussmittel, wie Alkohol und Tabak für meinen Mann, hält sich im Rahmen, denke ich. Der Gesundheit zuliebe nimmt mein Mann sich immer wieder vor, mit dem Rauchen aufzuhören und weniger Bier zu trinken.
Wie schon mal geschrieben, diese Auswertungen machen mir Spaß, und ich halte sie auch für informativ. Ich würde gerne zumindest bis zum Ende des Jahres weiterhin Quittungen sammeln und auswerten. Interessant ist bestimmt auch, die Kosten in Japan zu vergleichen, wenn wir in knapp 3 Wochen hinfliegen
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Am Wochenende haben wir endlich eine Zahnzusatzversicherung abgeschlossen. Es gibt einen aktuellen Bericht von Stiftung Warentest, den ich zurate gezogen habe. Vor horrenden Zahnarztkosten habe ich Angst, und damit wären wir recht gut abgesichert. Ich glaube, dass die Versicherung sich auf jeden Fall bei uns lohnen wird.Damit haben wir 3 private Versicherungen, d.h. noch die Auslandskrankenversicherung und private Haftpflichversicherung. Achso und bei der jetzigen Japan-Reise haben wir natürlich wieder eine Reiserücktrittsversicherung dazugebucht. Für die stornierte Japan-Reise von April haben wir bereits eine Rückerstattung bekommen. Insgesamt wurden dabei ca. 84% der Gesamtkosten zurückerstattet.
LG,
MowaHallo @Dopplereffekt,
nein das Ciclosporin nehme ich nicht. So sehr empflichdlich gegenüber dem Sonnenlicht zu werden, würde mich doch sehr einschränken.
LG,
MowaDiese geringe Dosis ist praktisch mit meinem Psychiater abgesprochen. Bei meinem letzten Termin vor gut 2 Wochen hat er mir geraten, mir zu überlegen, ob ich das Aripiprazol doch nicht prophylaktisch nehmen möchte, selbst wenn es nur 2,5 mg wären. Im Moment scheint die 5 mg Dosis bei mir angemessen zu wirken. Wenn es dabei bleibt, dass ich weder dieses Gefühl des Eingegipst-Seins im Kopf noch Appetit-Steigerung habe, dann wäre ich sehr froh.
Ja, leider ist es bei 5 mg Aripiprazol nicht nebenwirkungsfrei für mich geblieben. Nach 8 Tagen der Einnahme habe ich übermäßiges Hungergefühl bekommen, und seitdem esse ich wieder vermehrt. Und nach 11 Tagen der Einnahme habe ich auch das erste Mal so einen Klotz im Kopf gespürt. Standhaft bin ich nicht geblieben, und vor 5 Tagen habe ich meine Dosis auf 2,5 mg halbiert.
Auch trage ich seit 4 Tagen wieder eine mittelstarke Cortison-Salbe auf die Hände. Eigentlich wollte ich ja Cortison nicht mehr nehmen, wie im Januar und März dieses Jahr, um nicht wieder psychotische Symptome zu fördern. Aber so langsam geht es leider nicht mehr. Allmählich bekomme ich am Gesicht usw. auch Neurodermitis-Symptome, und sie könnten sich immer weiter ausbreiten und verschlimmern. Besonders beim Absetzen des Cortison-Präparats muss ich also aufmerksam sein.
Guten Morgen zusammen,
danke @Grenfell, @DiBaDu und @christine für Eure Posts.
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Das stimmt, Grenfell, das man mit einer Niederlassungserlaubnis gut leben kann. Seit Juli 2018 habe ich auch eine Niederlassungserlaubnis, und damit muss ich nicht mehr alle 2 Jahre meinen Aufenthaltstitel verlängern lassen. Das ist wertvoll.Es wäre für mich wünschenswert, dass Ausländer mit Niederlassungserlaubnis auch das Wahlrecht bekommen. Nun habe ich mit Unterbrechungen 24 Jahre in Deutschland gelebt; bin hier zur Schule gegangen (und zusätzliche 2 Jahre auf einer Deutschen Schule in Japan), habe studiert und gearbeitet. Da würde ich lieber auf mein Wahlrecht in Japan verzichten und in Deutschland wählen, weil mich die Politik in Deutschland unmittelbar betrifft.
In Japan bin ich geboren und habe dort 12 Jahre meiner Kindheit verbracht, was meine Person bestimmt stark geprägt hat. Leicht verzichten könnte ich auch nicht auf den japanischen Pass, aber wenn diese finanzielle Abhängigkeit durch die Volksrente nicht wäre, würde ich mir ernsthaft überlegen, ob ich mich in Deutschland einbürgern lassen möchte.
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Ja, DiBa, schlecht wäre es nicht, wenn mein Mann eine bezahlte Arbeit hätte, na klar
Aber einen ernst zu nehmenden finanziellen Druck werden wir nicht bekommen, auch wenn ich eine teilweise Erwerbsminderungsrente bekommen würde. Jedes Jahr teuren Urlaub buchen geht dann nicht, aber das tun wir ja sowieso nicht.
Glücklicherweise ist es ja so, dass ich einen sicheren und für unsere Situation ausreichend bezahlten Job habe, den ich gerne mache, und bei dem ich auch noch geschätzt werde, trotz meiner Psychose-Rückfälle.
In seiner Heimatstadt hätte mein Mann damals vor 3 Jahren Grundsicherung genehmigt bekommen, denn Rentenanspruch hat er keinen. Das hat gesundheitliche Hintergründe, und als Psychose-Betroffener wäre er ja auch kein Einzelfall, den es so früh im Leben getroffen hat und eine schwierige Biographie hat usw.
Viel mehr als eine bezahlte Arbeit wünsche ich mir für meinen Mann, dass er eine Beschäftigung findet, durch die er soziale Kontakte knüpfen kann und Anerkennung für das bekommt, was er kann und gerne macht. Er ist ja Musiker, wie christine schon geschrieben hat. Dass diese Beschäftigung bezahlt würde, wäre für mich nicht wichtig.
Die Hauptsache ist also mich, dass unser Haushalt weiterhin funktioniert; und nicht, dass mein Mann Geld verdient. Wie gut mein Mann selbst mit dieser Situation klarkommt, ist eine andere Geschichte, ja…
LG,
MowaIch will auch die japanische Volksrente!
Ja, da habe ich wirklich Glück, diese „japanische Volksrente“ wird mir von meinen Eltern geschenkt. Seitdem ich volljährig bin (in Japan mit 20 Jahren), haben sie in diese Rente eingezahlt, und sie haben vor, die Einzahlung bis zur Vollrente fortzusetzen. Wenn ich es richtig mitbekommen habe, würde man HEUTE eine Vollrente von ca. 600 Euro monatlich bekommen, ab einem Alter von 65 Jahren. Wie die Rente in 20, 30 Jahren ausfällt, ist eine andere Geschichte, aber mit diesem zusätzlichen Betrag hätten wir weniger finanzielle Sorgen im Alter.
Übrigens, das war auch so eine hilfreiche Information von der Deutschen Rentenversicherung: Wenn die Wartezeit von 6 Jahren(?) nicht erreicht ist, dann lässt sich die Beitragsjahre, die man in EU-Ländern als deutscher Staatsbürger eingezahlt hat (und in den anderen Ländern mit vergeichbaren Rentenabkommen, wie z.B. mit Japan), übertragen. D.h. wenn ich deutsche Staatsbürgerin wäre und ich hätte nur 4 Jahre in die deutsche Rentenkasse eingezahlt, dann könnte ich meine 2 Beitragsjahre bei der britischen Rentenkasse übertragen lassen, so dass ich insgesamt auf 6 Jahre käme und die Wartezeit entfiele.
Da geht es halt nur um die Beitragsjahre bei nicht erfüllter Wartezeit, die sich übertragen ließen. Auf die Höhe der Rente in Deutschland haben diese Einzahlungen im Ausland keinerlei Einfluss. Ausgezahlt wird nur, wenn in Deutschland eingezahlt wurde. Und ich als Japanerin könnte sowieso nichts mit meinem britischen Rentenbeitrag in Deutschland erreichen. Ja, und da die Briten wahrscheinlich auch eine Wartezeit von mehreren Jahren haben werden, werde ich wohl nichts für meine 2 Beitragsjahre in U.K. bekommen. Der Betrag wäre sowieso nur ein paar Euro, aber trotzdem, schade.
Eine Konsequenz für mich ist auch, dass ich wahrscheinlich auf die Einbürgerung in Deutschland verzichten werde, solange wir im Alter von der japanischen Volksrente abhängig werden könnten. Denn einen Anspruch auf diese japanische Rente hätte ich als Deutsche natürlich nicht mehr. Naja, das Wahlrecht in Deutschland hätte ich gerne wahrgenommen, aber daraus wird wohl so bald nichts. Wird wohl Zeit, mich mehr für die Politik in Japan zu interessieren und mein Briefwahlrecht für Japan endlich mal umzusetzen…
Hallo @christine,
könntest Du mir bitte per PM eine E-Mail-Adresse von Dir schicken? Dann kann ich Dir die genannte Präsentation als pdf zukommen lassen. Der Rechtsanwalt hat mich gebeten, dafür Sorge zu tragen, dass diese nicht noch weitergehender weitergereicht bzw. veröffenlicht wird. D.h. Du kannst sie gerne im persönlichen Gespräch mit Herrn Hentschel benutzen.
LG,
MowaGuten Morgen zusammen,
Das interessiert mich sehr.
na gut @christine, dann melde ich mich hierzu wieder später. Inzwischen habe ich nachgeschaut und gemerkt, dass es zur Gefährdungsbeurteilung bei psychischen Belastungen und DIN EN ISO 10075 keine Folien ausgeteilt wurden. Ich habe die Kanzlei angeschrieben, ob ich eine Kopie davon bekommen könte. Falls ich Dir die Folien nicht geben darf, dann könnte ich sie zumindest umschreiben und den Inhalt zusammenfassen. Das wird sicher noch eine Weile dauern, bis ich vom Rechtsanwalt eine Rückmeldung bekomme.
Gestern habe ich für nächsten Mittwoch einen Beratungstermin beim Mieterverein vereinbart. Es geht darum, dass es im/am benachbarten Gebäude, das zum selben Gebäudekomplex gehört, die kommenden 2,5 Jahre Umbaumaßnahmen stattfinden werden. Zwischen unserer Wohnung und der Baustelle gibt es nur eine Wand.
Der gesamte Gebäudekomplex gehört meinem Arbeitsgeber, wir wohnen ja in einer Werkmietwohnung des Instituts. Bei unserem Einzug im Januar 2017 haben wir davon nichts gewusst, und bis jetzt gibt es auch kein offizielles Schreiben von der Verwaltung, dass es diesen Umbau gibt.
Gegeben hat es aber bereits eine Mietminderung der Kaltmiete um 20% „während der Bauphase“. In den Wochen zuvor hatte ich gegenüber meinem Mann geäußert, dass selbst eine mietfreie Wohnung nicht ausreichen würde, wenn die Wohnung durch den Lärm unbewohnbar würde. Insofern war ich über diese Mietminderung nicht erfreut, eher war ich noch mehr entschlossen, den Beratungstermin beim Mieterverein frühzeitig einzuholen.
Die große Baustelle vor unserem Balkon (von einem großen Konzern) nervt uns schon seit über 2 Jahren, vor allem leidet mein Mann darunter, da er tagsüber auch zu Hause ist. Zeitweise, als sie den Boden gestampft und gebohrt haben, war es sehr unangenehm auf den Ohren. Meistens lässt sich der Baulärm in den Griff bekommen, indem wir die Fenster und Türen schließen. Wenn bald aber direkt nebenan gebaut wird, dann helfen diese Maßnahmen auch nicht mehr…
Vermutlich werden wir ein Lärmprotokoll führen und immer wieder uns bei der Verwaltung beschweren. Und ein offizielles Schreiben, in dem die Umbaumaßnahmen angekündigt und erläutert werden, müssten wir auch endlich mal bekommen können. Wahrscheinlich haben wir auch einen Anspruch auf „noise-cancelling“ (lärm-unterdrückend?) Kopfhörern, und sicher auch auf mehr Mietminderung in besonders lauten Bauphasen. Aber es ist ja nicht das Geld, das uns beim Baulärm den Stress nimmt und das Gehör schützt.
Bin jedenfalls sehr gespannt, wozu wir vom Mieterverein beraten werden.
Ansonsten ist heute für mich ein normaler Arbeitstag, morgen habe ich einen Urlaubstag, und am Do./Fr. geht es wieder auf eine Dienstreise. Gestern war auch ok, war etwas entspannter als sonst. Am frühen Abend haben wir noch einen kleinen Vorhang an das Oberfenster im Schlafzimmer angebracht. Jetzt stört das Licht im Flur oder im Bad nicht mehr, wenn eine/r von uns dort schläft.
LG,
MowaDie Ereignisse der letzten ~2 Monate wollte ich noch zusammenfassen. Vor allem hatte ich ja nach dem Rückfall im April wieder versucht, ganz ohne NLs mich zu stabilisieren. Die Frage war für mich, ob neue Maßnahmen zur Stressreduktion die NLs langfristig ersetzen könnten:
Diese Maßnahmen waren:
* berufliche Wiedereingliederung nach dem Rückfall im April 2019
* weniger Dienstreisen, alle 2 Wochen statt jede Woche
* wöchentliche Urlaubstage, zuerst 2 Tage, dann 1 Tag pro Woche
* eventuell Erwerbsminderungsrente beantragen, z.B. für 80% TeilzeitZusätzlich zum Psychiater, Psychotherapeuten und Hausarzt habe ich inzwischen auch einen Sozialarbeiter, den ich regelmäßig sehen werde.
Das geschieht im Rahmen des „Netzwerks für psychische Gesundheit“ und ist ein poststationäres Betreuungsangebot von der Krankenkasse. Jetzt am Freitag hatte ich meinen 2. Termin, und ich sehe ihn ca. alle 6 Wochen. Ob und wie dieses Zusatzangebot mir hilft, kann ich noch nicht sagen, aber ich kann mir gut vorstellen, dass mir ein solches Angebot vor dem Rückfall im April geholfen hätte.
Meinen Therapeuten habe ich letzte Woche am Dienstag gesehen. Als weitere Stressreduktionsmaßnahmen hat er angestoßen, mal auf Kur zu gehen oder mal vom Hausarzt geplant krankschreiben zu lassen, z.B. für eine Woche alle 2, 3 Monate. Finde ich super, diese Ideen.
Mit meiner Arbeit komme ich gut zurecht, inzwischen sind die Scherben durch meinen Rückfall fast wieder aufgeräumt. Um so wichtiger ist für mich jetzt meine Stabilität und Kontinuität, um nicht alles wieder mühsam aufbauen zu müssen. Ich versuche bewusst Pausen zu machen und entspannt zu bleiben, anstatt mich hineinzusteigern und Druck auf mich selbst und auch teilweise auf meine Mitarbeiter auszuüben…
Anfang August war ich ja bei der Deutschen Rentenversicherung. Ich habe dort hilfreiche Informationen bekommen. Danach wussten wir u.a., dass uns noch ca. 250 Euro monatlich fehlen würden, wenn ich eine teilweise Erwerbsminderungsrente bekommen würde und in Teilzeit zu 80% arbeiten würde.
Um zu sehen, wie wir diesen Verlust verkraften könnten, haben wir angefangen, unsere monatlichen Ausgaben zu analysieren. Das wollte ich schon früher immer machen, aber die Not war nicht groß genug und der Aufwand zu groß usw. Auf jeden Fall ist das SEHR interessant! In den ersten 4 Wochen haben wir 4 kg Brot, 19 kg Gemüse, 2 kg Fisch usw. usf. gekauft. Und haben festgestellt, dass wir mit einer teilweisen Erwerbsminderungsrente auch relativ enspannt haushalten können müssten.
Außerdem war meine große Sorge, dass wir möglicherweise nicht von der Rente leben könnten, auch wenn ich bis zum Rentenalter durcharbeiten könnte. Diese Sorge wurde mir/uns auch glücklicherweise genommen (da wir zusätzlich zur Regelaltersrente noch die Betriebsrente und die japanische Volksrente erhalten würden). Also wenn ich weiterhin so fit bleiben kann wie bis jetzt, dann müssten wir, nach der heutigen Rechnung wohl bemerkt, auch relativ entspannt mit der Rente haushalten können.
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Diese Antwort wurde vor 6 Jahren, 7 Monaten von
Mowa geändert.
Guten Morgen zusammen,
hallo @christine,
Den Vortrag, den du vor deinem Betriebsrat zur Arbeitsplatznorm zur Psychischen Gesundheit gehalten hattest.
da ist eine Verwechselung, bzw. hatte ich mich vielleicht nocht so klar geäußert, ist auch etwas länger her. Den Vortrag, den ich Mitte August vor den Mitarbeiter der Abteilung halten wollte, habe ich erstmal abgesagt, da ich mich nicht stressen wollte. Seitdem habe ich da auch nichts mehr daran gearbeitet, so dass ich Dir nur diese grobe Struktur von damals anbieten könnte, aber keine Folien.
Einen Vortrag, in dem es u.a. um DIN soundso „zur Arbeitsplatznorm zur Psychischen Gesundheit“ ging, hatte ich auf einem Fortbildungsseminar Ende Mai mitgehört, an dem ich im Rahmen der Betriebsratstätigkeit teilnahm. Der Vortrag wurde von einem Fachanwalt des Arbeitsrechts gehalten. Ich kann mal nachschauen, welche Folien ich damals bekommen habe, und ob der Inhalt für Dich/Euch interessant sein könnte?
LG,
MowaDanke für Eure Posts @DiBaDu, @Felinor, @Dopplereffekt, @Isa und @christine.
Beim ersten Mal sind doch entsprechend der Schulmedizin “nur” zwei bis zweieinhalb Jahre Medikamenteneinnahme “gefordert”.
Mein jetziger Psychiater ist der erste, der mir diese Richtlinien bei der ersten Sitzung erläutert hat. Er hat sich auch gewundert, warum noch kein Absetzversuch unternommen wurde.
Vor ihm hatte ich durch meine Umzüge usw. mehrere Psychiater, und niemand von ihnen hat von sich aus vorgeschlagen, zu reduzieren oder gar abzusetzen. Und ich selbst war dermaßen antriebslos und gleichmütig, so dass ich nicht selbst darauf gekommen war, etwas an diesem Zustand zu ändern.
Vor Patienten, die reduzieren und/oder absetzen und wieder akut werden, wurde oft genug gewarnt, und dafür, dass ich vorbildlich ärztlichen Anweisungen befolgt hatte und pflegeleicht war, wurde ich auch schon von verschiedenen Psychiatern gelobt.
So habe ich in diesen Jahren den Eindruck gewonnen, dass es Psychiater gibt, die am liebsten nur Rezepte ausstellen wollen, anstatt sich mehr Zeit für ihre Patienten zu nehmen und sich für sie zu interessieren.
Auf jeden Fall bin ich sehr froh, dass ich meinen jetzigen Psychiater getroffen habe.
es war nur mein Eindruck, weil es Dir in letzter Zeit ja wirklich nicht gut ging.
Meinst Du die beiden Rückfälle, die ich 2018 und 2019 hatte…? Das stimmt, in den akuten Phasen ging es mir „wirklich nicht gut“, aber das war ja zum Glück nur vorübergehend.
Ich wollte nur vermeiden, dass Du Dich von vornherein daran so festbeisst, dass Du das mit dem Medi so handhaben willst, denn ich wünsche Niemanden einen erneuten Rückfall, wo dann alles wieder von vorne los geht.
Hier denke ich eher, dass Du da nichts vermeiden kannst, außer bei Dir selbst.
Ich finde jedenfalls sowohl die Psychose selbst, als auch die Medikamente dagegen, ziemlich schlimm. Für mich sind Medikamente zur Zeit lediglich das geringere Übel.
Das verstehe ich gut, und Du hast sicher eine gute Entscheidung für Dich und Deine Situation getroffen. Alles hat so seine Zeit, denke ich. Zum Glück werde ich von Ärzten, Therapeuten und (seit Kurzem auch) Sozialarbeiter begleitet, die mich in meiner Selbstbestimmtheit unterstützen.
Ich selbst war 10 Jahre symptomfrei ohne Medikamente und keiner weiß so genau, wieso danach wieder eine Psychose ausgebrochen ist.
Wirklich schade, dass die Symptomfreiheit nicht länger angedauert hat.
Wenn es eine Möglichkeit gäbe, rechtzeitig mit NL zu intervenieren und sie vorübergehend zu nehmen, dann wäre das ein großer Schritt in die NL-Freiheit.
Das wäre es tatsächlich auch für mich, aber mal schauen, wie weit ich damit komme. Wenn dieser Schritt für mich nicht funktioniert, dann wäre der nächste konsequente Schritt eine Dauermedikation, ja. Da würde ich wahrscheinlich bei 2,5 mg Aripiprazol Erhaltungsdosis einsteigen.
Hast du deine Unterlagen zu dem DIN-Vortrag noch griffbereit? Ich hab mit Hentschel von der KVS über einen Arbeitsausschuss zur Integrierten Versorgung gesprochen, um die berufliche Teilhabe zu fördern.
Klingt interessant, aber welchen DIN-Vortrag meinst Du genau? Sorry, Du hattest schon vorher danch gefragt, und ich hatte vergessen darauf einzugehen…
LG,
MowaGuten Morgen zusammen,
und danke @Felinor, @DiBaDu, @Dopplereffekt und @erdbeere für Eure Zeilen. Danke DiBa auch für Deine besondere Aufmerksamkeit.
Hallo Feli,
Ich lese das und denke, dass ist bei Dir auch so ein Rein und Raus mit dem Medis.
was Du meinst Du mit „auch so ein Rein und Raus“?
Es ist mir schon klar, dass es für Mitleser dieses Blogs nicht immer nachvollziehbar sein muss, wann, wie, & warum ich (keine) NLs genommen habe. Ich fasse mein „Rein und Raus mit den Medis“ so zusammen:
(A) Meine NL-Einnahmen waren veranlasst durch:
i. stationäre Aufnahmen, nachdem ich akut wurde, d.h.:
* Ersterkrankung (aug2010)
* Rückfall Nr. 1 (feb2018)
* Rückfall Nr. 2 (apr2019)ii. ambulante Unternehmungen, Psychosen zuvorzukommen, d.h.:
* vor Rückfall Nr. 2 (mar2019)
* vor eventuellem Rückfall Nr. 3 (sep2019)(B) Abgesetzt habe ich NLs:
* nach Ersterkrankung (jul2016, also nach 6-jähriger Dauermedikation)
* nach Entlassung Rückfall Nr. 1 (jul2018)
* nach Entlassung Rückfall Nr. 2 (jun2019)Daher ist es aus meiner Sicht so, dass mein Selbstversuch kein willkürliches Hin und Her ist, sondern wohl ein systematisches Herantasten, um die Menge und Dauer der NL-Einnahme zu minimieren.
Dann lieber ein Bedarfsmedi, dass Du im Notfall nehmen kannst, als wieder mit einer regelmäßigen Medikation anzufangen, die Du nach ein paar Wochen wieder in die Tonne treten willst.
Es ist auch mein persönliches Ziel, NLs nur auf Bedarf zu nehmen, also nur in akuten und besonders belastenden Phasen, falls Du das auch meinst…?
Laut meinem Psychiater funktioniert Bedarfseinname von NLs bei Psychotikern jedoch nicht, aber das ist etwas, was ich durch meine eigenen Erfahrungen erst erschließen möchte (weil ich ein Dickkopf bin).
Bei Dir habe ich den Eindruck, Du fühlst Dich unvollkommen, wenn Du es ohne Medis nicht schaffst und das ist Quatsch.
Dann war es ein Eindruck, der mich überrascht. Mir geht es nicht um Unvollkommenheit, denn ich weiß, dass jeder Mensch nun mal sehr unvollkommen ist.
Ich bin nur generell der Überzeugung, dass es besser ist, auf Medikamenten zu verzichten, wenn es auch ohne geht. Und wenn Medikamente nötig sind, dann so gering- und kurzfristig wie möglich.
Darum geht es ja in meinem Selbstversuch, wie oben auch erwähnt. Ohne eigene Einsicht ärztlichen Anweisungen zu folgen, mache ich nicht mehr. Das habe ich 6 Jahre lang getan, als ich das erste Mal erkrankte und noch keine Ahnung hatte, was das heißt.
LG,
MowaGuten Morgen zusammen,
hier mal wieder ein kurzes Update über mich. Viel ist in den letzten 2 Monaten nicht passiert, alles in einem für mich normalen Rahmen…
Heute ist der 5. Morgen, an dem ich 5 mg Aripiprazol nehmen werde. Von Nebenwirkungen merke ich nicht, wohl aber von der schützenden Wirkung, und das gibt mir ein gutes Gefühl.
Zu meiner Entscheidung, für die kommenden Wochen eine geringe Dosis Medis wieder zu nehmen, kam es nach anhäufenden Situationen in den letzten ~ 3 Wochen, in denen ich mich gestresst gefühlt habe.
Im Prinzip ist es dasselbe Muster wie bei meinen beiden Rückfällen (im Frühjahr 2018 und im April 2019): In den Wochen und Monaten davor ging es mir immer besser, wurde stabiler und lebendiger. Dann übernahm ich mich mit Aktivitäten, bis ich in einen Erschöpfungszustand fiel, danach hypomanisch wurde und bald psychotisch.
Ja, und ich habe gemerkt, dass ich gerade wieder dabei bin, meine sich stabilisierende und lebendiger werdende Phase möglicherweise wieder zu verlieren, weil ich mich schlecht selbst bremsen kann. Es ist nicht, dass ich präpsychotische Symptome habe, aber ich erkenne dieses Verhaltensmuster bei mir wieder, und habe beschlossen früher mit Medis einzugreifen.
Diese geringe Dosis ist praktisch mit meinem Psychiater abgesprochen. Bei meinem letzten Termin vor gut 2 Wochen hat er mir geraten, mir zu überlegen, ob ich das Aripiprazol doch nicht prophylaktisch nehmen möchte, selbst wenn es nur 2,5 mg wären. Im Moment scheint die 5 mg Dosis bei mir angemessen zu wirken. Wenn es dabei bleibt, dass ich weder dieses Gefühl des Eingegipst-Seins im Kopf noch Appetit-Steigerung habe, dann wäre ich sehr froh.
Würde aber nach 1, 2 Monaten wieder versuchen auf 0 mg zu gehen, wenn ich mich dann wieder besser unter Kontrolle habe. Oder die Dosis erhöhen, falls ich mich noch schlechter bremesen kann und der Stress nicht nachlässt. Mein Selbstversuch, ohne Psychopharmaka auszukommen, setzt sich also immer weiter fort. Ich glaube, das wird sich so schnell auch nicht ändern.
LG an alle, noch eine schöne (spätsommerliche, d.h. in unserer Region zumindest…) Restwoche wünscht Euch
Mowa :bye:Guten Abend liebe Leute,
danke sehr für die lieben Grüße! Ich habe mich darüber gefreut
Es geht mir gut, vorhin haben wir lecker zu Abend gegessen und jetzt entspanne ich mich bei einer Tier-Doku.
Die Foren- und FB-pause tun mir gut, dadurch habe ich mehr Zeit für mich selbst, mehr Fokus auf mein eigenes Leben. Das fehlt mir gerade, irgendwie.
Wir wollen jetzt unsere Japan-Reise ab dem 20. Oktober nachholen. Hoffentlich bleibe ich so stabil wie jetzt.
Ganz liebe Grüße und bis bald :bye:
Mowa
Guten Abend @all,
habe 4 schöne freie Tage verbracht. Am Freitag und Samstag habe ich noch spontan über 5 Stunden gearbeitet, nachdem mein Chef mich gefragt hatte, ob ich einen kleinen Teil aus einem japanischen Patent übersetzen kann. Das war anstrengend (über wiederaufladbare Batterien, da habe ich keine Ahnung), hat mir auch Spaß gemacht. Morgen am Montag werde ich daher nur kurz arbeiten, 2 Meetings, nicht mehr.
LG,
MowaHallo @Ladybird,
finde ich schwierig, hier eine allgemeine Aussage zu machen.
Vereinzelt habe ich auch schon gelesen (vor allem im alten KNS-Forum), dass Betroffene monatelang unbehandelt akut waren und die Angehörigen sich Sorgen machten.
Dann gibt es ja Betroffene, die auch mit Medikamenten dauerhaft bzw. immer wieder psychotische Symptome haben.
Die Aussage Deiner Ärztin *muss* nicht auf jeden Fall zutreffen, sie meinte wohl eher, dass es nach jedem psychotischen Schub schwieriger werden *kann*, den Patienten medikamentös einzustellen.
Wie es konkret bei Dir aussehen könnte, wenn Du Deine Medikamente absetzt und wieder rückfällig würdest, kann ja niemand voraussagen. Dazu fällt mir ein, dass Du ja eine 11/12-jährige (?) Tochter hast, die Dich mit 7 Jahren psychotisch erlebt hat. Was würde mit ihr geschehen, wenn Du nochmal rückfällig würdest?
Bei mir vermute ich, dass das Aripiprazol meine Negativsymptome (Antriebslosigkeit, Affektverflachung usw.) tatsächlich verursacht hat, als ich es 6 Jahre lang dauerhaft genommen habe. Unmittelbar nach dem damaligen Schub hatte ich sicher auch postpsychotische Negativsymptome, vielleicht bis zu 1 Jahr lang, aber sicher nicht dauerhaft 6 Jahre lang. Als ich das Aripiprazol dann abgesetzt habe, hatte ich im Laufe der folgenden Monate auch keine Negativsymptome mehr.
Daher kann ich Dich verstehen, dass Du das Olanzapin nicht mehr nehmen möchtest. Es *kann* sein, dass Deine depressive Verstimmungen sich dadurch bessern. Allerdings würden die Probleme, die Du unabhängig von den Medikamenten hast, nicht dadurch weggehen. Ohne medikamentöse Dämpfung müsstest Du mit diesen Problemen alleine zurechtkommen. Auch, wenn Du weißt, dass Du affektiv nicht stabil bist, könntest Du ohne Medikamente anfälliger für Stimmungsschwankungen sein. Das alles könnte Dich leicht überfordern und einen erneuten psychotischen Schub fördern. (Zumindest würde ich das so aufgrund meiner eigenen Absetz-Erfahrungen vermuten).
Allein wenn ich an Deine Tochter denke, würde ich es vermutlich vorziehen, mit Medikamenten stabil zu bleiben. Aber verstehen kann ich Dich, na klar!
LG,
Mowa -
Diese Antwort wurde vor 6 Jahren, 7 Monaten von
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