Niedrigst mögliche NL-Dosis, individuell ermittelt?

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  • #249186

    Ich hab grade eben auf Basis dieser Tabelle hier:

    Wie rechne ich die Dosis eines Neuroleptikums auf ein anderes um?

    meine Reagila Dosis auf Aripiprazol umgerechnet. 0,2mg Reagila entsprechen tatsächlich 1mg Aripiprazol, wobei mir schon bewusst ist, dass man die Umrechnung bestimmt nicht 1:1 nehmen kann.
    Trotzdem finde ich das interessant, somit sind @mowa und ich auf einer ähnlich Dosierung unterwegs.

    #249192

    Ich war 2004/05 1,5 Jahre auf 25 mg Solian (mit meinem Therapeuten), also 0,9 mg Abilify bzw. 0,18 mg Reagila und hatte dann meinen zweiten Schub !!!

    #249202

    Danke @wunder und @Ludwig für Eure Rückmeldungen.

    Es freut mich zu lesen, dass es Dir, wunder, mit der sehr niedrigen NL-Dosis besser geht.

    Ich glaube, dass es lebensnotwendig ist, mit sich selbst gut verbunden zu sein, und früh zu spüren, wenn sich Symptome anbahnen, um aktiv gegensteuern zu können.

    Ich war 2004/05 1,5 Jahre auf 25 mg Solian (mit meinem Therapeuten), also 0,9 mg Abilify bzw. 0,18 mg Reagila und hatte dann meinen zweiten Schub !!!

    OK, Ludwig, und was denkst Du, warum Du damals einen erneuten Rückfall hattest?

    Wenn Dein letzter Reduktionsversuch 17 Jahre zurückliegen, dann ist es vielleicht schwierig Dich an die damalige Zeit zu erinnern.

    #249213

    @Mowa, ich führe seit Anbeginn meiner Erkrankung Buch und weiß über 28 Jahren genau was ich geschluckt habe. Gott sei Dank komme ich seit Anbeginn der Erkrankung immer mit Minimaldosen aus, d.h. vor den 25 mg Solian schluckte ich 10 Jahre Fluanxol 2 mg. Dann kamen diese 25 mg Solian und mir ging es prächtig nur beendete ich da auch mein Studium und das war dann zuviel Stress. Der zweite Schub nach den 25 mg Solian kostete mich sehr viel und mir ging es seit 2005 nie wieder so gut. Jetzt schlucke ich 300 mg Solian. D.h. jeder Schub bringt für uns massive Einbußen und läßt uns eine Stufe in unserem Wohlbefinden sinken.

    In Deiner Situation würde ich auf der Minimaldosis bleiben und Dein Leben genießen, wenn Du einen Schub riskierst wirft Dich das Jahre zurück !

    #249215

    Hallo in die Runde,

    Ich habe früher Jahre lang 2,5mg Zyprexa genommen, weitestgehend ohne Symptome zu haben. NW hatte ich aber schon, wie Affektverflachung, Denkschwierigkeiten und Antriebsstörungen. Nach dem ich von 2,5mg Zyprexa auf 0mg gegangen bin, konnte ich wieder tiefer fühlen, normal und gut denken und hatte mehr Antrieb. Dann ging es allerdings schnell gesundheitlich bergab. Nach einem Jahr hatte ich dann meine 2. Psychose. Hätte ich bestimmt abwenden können, hätte ich die Frühwarnsymptome als solche erkannt.

    Jetzt wurde ich wegen meiner starken Negativsymptomatik (Apathie, Anhedonie, Affektverflachung, Antriebsmangel, Denkschwierigkeiten..) von 75mg Xeplion auf 5mg Abilify eingestellt.

    Da @wunder ja durch die Reduktion schon Verbesserungen der NS erreicht hatte, möchte ich mit meinem Psychiater besprechen ob perspektivisch eine Reduktion sinnvoll wäre, bzw. Ob er mich dabei unterstützen würde.

    Ich leide, wie auch @wunder damals, sehr unter meinem Zustand, der jetzt schon fast 2 Jahre geht. Ich bin sehr weit entfernt von der Person die ich mal war. Ich funktioniere nur noch irgendwie. Ich bin ein Schatten meiner selbst, es ist gruselig.

    Ich hoffe, dass das Absetzen vom Paliperidon noch etwas positives bringt. Meine letzte Spritze ist jetzt 35 Tage her. Der Arzt in der Klinik in der ich umgestellt habe meinte positive Effekte könnten sich noch einstellen. Bin aber schon etwas enttäuscht, dass sich bisher gar nichts verbessert hat.

    Ich finde es sehr spannend, und ermutigend zu lesen, dass doch einige mit recht geringen Dosen auskommen. Und würde mich freuen wenn sich hier im Forum positive Beiträge vermehren.

    Es ist auf jeden Fall toll, dass es hier im Forum einige gibt, die die Negativsymptomatik überwunden haben!!

    :ciao: Grüße, Paula


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    • Diese Antwort wurde geändert vor 2 Wochen, 3 Tage von Paulahier.
    #249327

    Hallo Ludwig,

    D.h. jeder Schub bringt für uns massive Einbußen und läßt uns eine Stufe in unserem Wohlbefinden sinken.

    meine erste Psychose hatte ich 2010, und als ich die NLs abrupt abgesetzt habe, hatte ich zunächst auch Rückfälle, 2018 und 2019, jeweils nach mehr als einem Jahr des Absetzens.

    Ich habe schon verstanden, das Du die Erfahrung gemacht hast, dass es Dir nach jedem Rückfall schlechter gegangen ist, nur kann ich sie mit meiner eigenen Erfahrung nicht bestätigen. Über meine Erfahrung würde ich schreiben, dass ich mit jedem Rückfall viel dazugelernt habe, um mit den Jahren weniger stress- und psychoseanfällig zu werden.

    Daher habe ich Dich auch gefragt, was Du denkst, warum Du erneut einen Rückfall hattest. Für mich gehört es unbedingt dazu, dass man aktiv an seiner Stress- und Psychoseanfälligkeit arbeiten muss, über mehrere Jahre, um schrittweise widerstandsfähiger zu werden.

    Hallo Paulahier,

    wenn Dir die Umstellung von 75 mg Paliperidon auf 5 mg Aripiprazol nicht geholfen hat und Du ansonsten über mehrere Wochen und unter normaler Belastung stabil geblieben bist, könntest Du mit Deinem Arzt darüber sprechen, die Aripiprazol-Dosis schrittweise zu reduzieren.

    5 mg Aripiprazol wäre für mich immer noch eine zu hohe Dosis, die mich handlungsunfähig machen würde mit zu viel Antriebslosigkeit, Gleichgültigkeit und fehlende Sättigung (die zur Adipositas führt).

    Ich glaube, dass es beim Reduzieren oder Absetzen das Wichtigste ist, dass man lernt, die frühen Krankheitssymptome immer früher zu erkennen und sich davon bewusst innerlich zu distanzieren. Das ist eine Übung, die man lernen kann.

    Dann ist es wichtig unterscheiden zu können, was medikamentöse Absetzsymptome sind und was eigene Stress- und Psychoseanfälligkeit sind. Auch das ist eine Übungssache.

    Die medikamentösen Absetzsymptome gibt es nur vorübergehend, und das Gehirn gewöhnt sich bald an die neue Dosis. Wenn der Reduktionsschritt nicht zu groß gewählt wurde, damit das Gehirn seine momentane Stress- und Psychoseanfälligkeit auffangen kann, dann bleibt es auch nach der Reduktion stabil.

    Ich würde solange bei einem Reduktionsschritt bleiben, bis ich sicher sein kann, dass ich in einer deutlichen Belastungssituation wiederholt keine Symptome entwickele oder die frühen Frühsymptome als solche erkenne und diese durch gezielte Übung immer wieder zum Abklingen bringen kann.

    Gerade weil jeder Mensch unterschiedliche Stress- und Psychoseanfälligkeit hat, mit unterschiedlichen Ursachen, und weil jeder Mensch auch unterschiedlich auf unterschiedliche NLs und NL-Dosen reagiert, würde ich mich nicht nach heute gängigen Literaturwerten richten, wenn es um das optimale Präparat und um die optimale Dosis des Präparats geht.

    5 mg Aripiprazol ist z.B. ein solcher Literaturwert, bei dem viele Ärzte sagen, dass diese Dosis die Minimaldosis sei, die fast nicht mehr therapeutisch wirksam d.h. antipsychotisch sei usw. Bei mir stimmt das so gar nicht, wie ich seit mehr als 6 Jahren selbst herausgefunden habe, und sicher auch nicht bei jedem Betroffenen.

    Eine Besserung bzw. eine teilweise Heilung der eigenen Stress- und Psychoseanfälligkeit bleibt kaum wahrscheinlich, wenn man nicht bereit ist, aktiv und systematisch dagegen vorzugehen. Wir können nicht auf gut Glück reduzieren oder absetzen, passiv bleiben und hoffen, keinen Rückfall zu erleiden.

    Auf jeden Fall wünsche ich Euch, und mir selbst natürlich auch, alles Gute!

    Liebe Grüße,
    Mowa

    #249336

    @Mowa, erklär mir bitte einmal wie Du Stress- und Psychoseanfälligkeit bearbeiten möchtest !? Wie soll das gehen, was tust Du dabei ? Klingt für mich unrealistisch ! Wenn ich zu viel Stress durch z. Bsp. einen Todesfall in der Familie habe kommt das schlagartig und unvermutet und kann nicht bearbeitet werden !? Wir alle leiden an einer verminderten Stressgrenze und wenn die überschritten wird starten wir ! Ich sehe da keine Möglichkeit, außer Psychopharmaka, die Stressgrenze zu erhöhen !?

    • Diese Antwort wurde geändert vor 2 Wochen, 1 Tag von Ludwig.
    #249338

    Moin @Mowa

    Das ist ja interessant, dass deine ersten Absetzversuche auch innerhalb eines Jahres zum Rückfall geführt haben und, dass es jetzt funktiiniert! Das macht Mut!

    Ich hatte meine erste Psychose auch 2010 und war dann 10 Jahre lang ohne Positiv oder Negativsymptome. Deswegen habe ich mit meiner Psychiaterin zusammen abgesetzt. Vllt. War der Sprung von 2,5 mg Zyprexa auf 0mg dann zu hoch. Und ich war in der Zeit auch nicht sonderlich glücklich und hatte einige Schulden, und habe in einer EG Wohnung gewohnt mit viel Fußgänger Verkehr vorm Fenster und freier Einsicht in die Bude. Der Stress hat garantiert auch dazu geführt, dass ich wieder psychotisch geworden bin.

    Erstmal warte ich ab, wie ärztlich empfohlen, und schaue ob sich in den nächsten Wochen nichts tut. Und dann werde ich mir einen Überblick verschaffen über meine Lage (Stressoren, Unterstützung, Stabilisatoren) und vllt. Reduzieren. Bin allerdings bei einem neuen Psychiater und weiß noch nicht wie er zum reduzieren steht. Er meinte nur mal, so wenig wie möglich sollte man nehmen. Damit meinte er vermutlich so wenig wie möglich und soviel wie nötig.

    Wo kann man sich denn vertrauenswürdig und fachlich korrekt beraten lassen oder nachlesen bezüglich Medis reduzieren? Bei Aderholdt? Sonst setze ich erstmal auf meinen Psychiater.

    Ich wünsche Dir alles Gute Mowa! :gut:


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    #249456

    erklär mir bitte einmal wie Du Stress- und Psychoseanfälligkeit bearbeiten möchtest !? Wie soll das gehen, was tust Du dabei ? Klingt für mich unrealistisch !

    Hallo @Ludwig,

    ich glaube, jeder Mensch kann etwas tun, damit es ihm besser geht. Das hat etwas damit zu tun, dass der Gesundheitszustand ein Spektrum bildet, sagen wir von extrem schlecht (sterbend) bis vollständig gesund. Die Extremen werden nicht erreicht, solange wir leben.

    Und so ist es meiner Überzeugung nach auch mit den Menschen mit Schizophrenie-Diagnose. Ich weiß, dass mein Psychiater, genau wie Du, sagen würde, dass die Stress- und Psychoseanfälligkeit nicht aktiv geändert werden könnten, weil organisch / genetisch bedingt usw. Nur stelle ich seit mehr als 6 Jahren an mir selbst fest, dass diese Annahme, die unter Ärzten sehr verbreitet zu sein scheint, bei mir falsch ist bzw. so ganz nicht stimmen kann.

    Vielleicht bist Du, Ludwig, neu im Forum, ich inzwischen nicht mehr. Ich habe mich im Juni 2012 im alten KNS-Forum angemeldet, und in diesem neuen Forum bin ich auch seit über 4 Jahren von Anfang an dabei. Ich habe öffentlich dokumentiert, dass es mir schrittwese besser ging und wie ich aktiv meine seelisch-geistige Widerstandsfähigkeit aufgebaut habe.

    Grundsätzlich gehe ich so vor, mir aktiv bewusst zu machen, wie es mir geht und warum. Hierzu habe ich im Forum schon mehrfach den „redundanten mentalen Filter“ beschrieben:

    Was ich vermute, was Metakognition ist und mir jedenfalls sehr gut hilft um dauerhaft seelisch stabil zu bleiben: Ich mache mir meine momentanen Vorgänge im Kopf (Gedanken, Gefühle) und den Kontext, in dem diese Vorgänge stattgefunden haben, bewusst. Dadurch grenze ich die Vorgänge und den Kontext für mich innerlich ein, das gibt mir Sicherheit, und ich kann das Bewusstgewordene loslassen.

    Wenn ich mir bewusst gemacht habe, wie es mir geht, dann stelle ich mir die Frage, ob es etwas an meinen Gedanken und Gefühlen gibt, das psychotisch sein kann. Denn ich weiß nach zwei Rückfällen genau, wie sich Psychosen anfühlen. Wenn ich dauerhaft sehr belastet bin, dann kann es noch heute bei mir vorkommen, dass sich frühe Frühsymptome bemerkbar machen. Inzwischen, nach viel aktiver Übung, bin ich in der Lage, das auch so anzuerkennen und mich bewusst davon zu distanzieren, dass es krankhafte frühe Frühsymptome sind. Und ich stelle fest, dass die Wiederholung dieser Übung bei mir sehr wohl wirkt und die frühen Frühsymptome sich dadurch zurückbilden.

    Und ja, stimmt, es kann immer Extremsituationen im Leben geben, wie Todesfall eines geliebten Menschen, vor denen man sich kaum vorbeugend schützen kann. Aber das Leben besteht ja zum Glück nicht nur aus Extremsituationen, sonst wären wir kaum überlebensfähig. Es ist sicher für jeden Menschen möglich, sich einen besseren Umgang mit Belastungen im Alltag beizubringen. Wie das im Einzelnen passiert, das muss jeder Mensch für sich selbst herausfinden, da es ja keine Patentrezepte zum Überleben gibt…

    Auf jeden Fall würde ich die Hoffnung nicht aufgeben, dass die eigene Stress- und Psychoseanfälligkeit durch aktives Training reduziert – und dann die NLs auch reduziert werden können.

    dass deine ersten Absetzversuche auch innerhalb eines Jahres zum Rückfall geführt haben

    Hallo @Paulahier,

    genau genommen waren es 18 Monate beim ersten Rückfall und 10 Monate beim zweiten Rückfall. Der zweite Rückfall war auch medikamentös beschleinigt, da ich einen aggressiven Neurodermitisschub mit Cortisontabletten unter Kontrolle bringen musste. Mein Psychiater hat bei anderen Patienten auch schon beobachtet, dass beim Absetzen von Cortisontabletten Psychosen ausgelöst werden können.

    Vllt. War der Sprung von 2,5 mg Zyprexa auf 0mg dann zu hoch.

    Das kann sein, und wie Du erwähnst, hattest Du zu der Zeit auch viel Stress.

    Erstmal warte ich ab, wie ärztlich empfohlen, und schaue ob sich in den nächsten Wochen nichts tut. Und dann werde ich mir einen Überblick verschaffen über meine Lage (Stressoren, Unterstützung, Stabilisatoren) und vllt. Reduzieren.

    Das klingt gut.

    Wo kann man sich denn vertrauenswürdig und fachlich korrekt beraten lassen oder nachlesen bezüglich Medis reduzieren? Bei Aderholdt? Sonst setze ich erstmal auf meinen Psychiater.

    Leider kenne ich mich mit Ratgebern gar nicht aus. Wie gut Dein neuer Psychiater Dich bei Deinem Genesungsprozess begleiten kann, das wirst Du bestimmt noch herausfinden können.

    Insgesamt habe ich seit meiner Erkrankung viel Unterstützung in Anspruch genommen (Arzt, Therapeut, sozialpädagogische Betreuung, dann natürlich Lebenspartner, Familie, sicherer Vollzeitjob mit viel Flexibilität, usw.).

    Übrigens ist mein Mann auch Psychoseerfahrener und lebt jetzt im 13. Jahr ganz ohne Psychopharmaka und ohne Psychiater. Er geht seinen eigenen Weg, der anders ist als mein eigener Weg. Und ganz sicher ist er für mich eine große Stütze, auch wenn wir vor allem in den ersten Jahren sehr konfliktreiche Zeit miteinander verbracht haben.

    Mir selbst zu helfen ist mindestens genauso wichtig wie mir helfen zu lassen.

    Du kennst Dich selbst ja noch am besten, nicht Dein Arzt, Dein Therapeut oder sonst jemand. Und genau das finde ich sehr wichtig, DIE Fragen nicht aus den Augen zu verlieren, was bin ich (Identität) und wo ist mein Platz in dieser Welt (Integrität)? Mich heranzutasten, was es ist, was mich an diesem Leben erhält.

    Über die Genesungsprozesse von Schizophrenie-Diagnostizierten gibt es noch kaum Dokumentationen. Zumindest mache ich die Erfahrung, dass Menschen staunen, wenn ich von mir selbst erzähle oder von meinem Mann. Ich bin überzeugt, dass wir diese positiven Erfahrungen viel mehr sammeln und der Öffentlichkeit mitteilen sollten, dass es sehr wohl Besserung und teilweise Heilung von der sogenannten Schizophrenie geben kann, ohne oder mit Niedrigstdosen von Psychopharmaka, was heute in der ärztlichen Literatur noch so überhaupt nicht anerkannt wird.

    Liebe Grüße,
    Mowa

    #249571

    Hi, @mowa vielen Dank für dein Engagement und deine Unterstützung. Ich werde auch weiter versuchen, meine Medis weiter mit ärztlicher Absprache zu Reduzieren. Ich habe die Erfahrung gemacht, dass kein Psichiater oder Psychologe sagt:,, Jetzt sind Sie Gesund und brauchen mich nicht mehr.“ Es gibt ja auch mehrere Berichte, dass die Psychiatrie gesunde von psychischkanken Menschen nicht unterscheiden kann. Es wird immer der Behandelt der drin ist, mit ausnahme er lebt auf der Strasse. Somit wird die Diagnose immer bleiben, da kein Psychiater oder Psychologe die  Verantwortung für uns Psychoseerfahrene übernimmt. Deshalb bewundere ich dein Selbstvertrauen so, den die Konsequenzen muss man tragen können, sollte es schief gehen.

    Ich hätte ein Paar Fragen.

    1. Wie gehst du mit deinem Alltagstress um?

    2. Ist Struktur ein massgebliches Element, welches dir hilft deinen Tag zu meistern?

    3. Wie hast du den Weg zu dir und deiner Inneren Gefühlswelt ( zurück) gefunden?

    Ich würde einfach gerne mehr über dich erfahren, und was dich so Resilient gemacht hat. Ich hoffe, ich trete dir mit den Fragen nicht zu nahe.

     

    #249580

    @Mowa, jetzt weiß ich was Du meinst mit „Dich selber besser kennen lernen“ usw., Du meinst Deine Warnzeichen früh genug zu erkennen, oder !?

    Mann, und dann schluckst Du mal schnell wieder NL !? Das wird nicht klappen und wenn Du den Zug ganz verpaßt, wie 90% unserer Mitpatienten !? 90% von uns laufen schon heiß bevor sie nur irgendetwas mit bekommen und dann ist alles zu spät !

    Dein Vorhaben ist Russisches Roulette mit drei Patronen !? Viel Glück !

    #249589

    Guten Morgen zusammen,

    Brainleech, danke für Deine Rückmeldung, und es klingt gut, dass Du in Absprache mit dem Arzt Deine NLs weiter reduzieren möchtest.

    ,, Jetzt sind Sie Gesund und brauchen mich nicht mehr.“

    Ich hatte jetzt vor 3 Wochen meine vorerst letzte Therapiesitzung, und es war schon so, dass ich mich stabil genug gefühlt habe, um die Therapie mit dem Therapeuten einvernehmlich zu beenden. Die Verhaltentherapie hatte ich im August 2017 angefangen, das war damals während meines ersten Absetzversuchs. In den anfänglichen Wochen hatte ich wöchentliche Sitzung, dann monatlich und die letzten 3, 4 Jahre hatte ich nur noch alle 2 Monate eine Sitzung. Die Fortschritte, die ich in diesen Jahren gemacht habe, waren riesig. Ich bin froh und stolz, dass ich in der optimalen Form die Therapie abschließen konnte.

    Deshalb bewundere ich dein Selbstvertrauen so, den die Konsequenzen muss man tragen können, sollte es schief gehen.

    Für mich gibt so etwas wie „das richtige“ oder „das falsche“ Leben nicht, genauso wenig etwas, was „absolut gut“ oder „absolut böse“ in unserer Welt ist. Kein Mensch kann wissen, warum wir auf der Welt sind und was die Zukunft soll. Und ich lasse mir die Freiheit nicht nehmen, meine eigene Überzeugungen zu entwickeln und so zu leben, wie es sich für mich richtig anfühlt.

    Psychopharmaka und insbesondere Neuroleptika können, je nach Präparat und Dosis, einen solchen inneren Antrieb, möglichst intensiv leben zu wollen, zerstören. Die Wirkungen können so stark sein, dass Menschen kaum etwas mehr fühlen oder denken können, ohne dass sie es selbst so begreifen können. Ich habe auch schon geschrieben, dass ich „Schizophrenie“ und ihre medikamentöse Behandlung für ein Verknüpfungsproblem im Gehirn halte, wodurch die natürlichen seelisch-geistigen Fähigkeiten dezimiert werden können:

    Ein Mangel an gesunden Verknüpfungen von Informationen im eigenen Kopf und mit der Umwelt ist krankmachend, zugleich ist es erschwert, gesunde Verknüpfungen von Informationen herzustellen, wenn eine erhöhte Stress- und Psychoseanfälligkeit vorliegt und/oder die Dosis der NLs und anderen Psychopharmaka zu hoch ist.

    Daher, wenn ich jetzt versuche auf Deine Fragen einzugehen, dann würde ich differenzieren, zwischen (A) dem Zustand, wenn die medikamentösen Wirkungen zu stark sind und/oder die eigene Stress- und Psychoseanfälligkeit zu hoch, und (B) dem Zustand, wenn wir uns dauerhaft stabilisiert haben und in der Lage sind, die medikamentösen Wirkungen kontrolliert zu reduzieren und zugleich die eigene Stress- und Psychoseanfälligkeit kontrolliert zu erhöhen. Natürlich ist der Übergang von (A) zu (B) fließend, und auch hier ist es kein einfaches Entweder-oder.

    1. Wie gehst du mit deinem Alltagstress um?

    2. Ist Struktur ein massgebliches Element, welches dir hilft deinen Tag zu meistern?

    3. Wie hast du den Weg zu dir und deiner Inneren Gefühlswelt ( zurück) gefunden?

    Zu 1:
    (A) Reize vermeiden, Pause und Schlaf halten, mit Vertrauenspersonen sprechen, etwas tun, was einem Freude macht usw.
    (B) Zusätzlich zu (A), noch über die Ursachen des Stresses nachdenken und Strategien zum möglichst aktiven Handeln entwickeln, damit dieser Stress künftig weniger verursacht wird.

    Zu 2:
    (A) Ja, als ich kaum fühlen und denken konnte, was das Leben soll, dann hat mir damals, zwischen 2010 und 2016, eine stabile (Tages-)Struktur meinem Leben eine wesentliche Orientierung gegeben
    (B) Wie viel Struktur vs. Flexibilität ich in meinem Alltag benötigte, das hat sich mit den Jahren, seitdem ich versuche möglichst ohne Psychopharnaka zu leben, stark gewandelt. Je mehr Lebendigkeit und Antrieb ich wiederhergestellt habe, desto mehr hat sich die (Tages-)Struktur von alleine ergeben, und diese ist zunehmend in den Hintergrund meiner Aufmerksamkeit gerückt

    Zu 3:
    (A) In diesem Zustand hatte ich nicht die große Wahl, sondern musste die Abtrennung von der inneren Gefühlswelt so annehmen, zumindest solange, bis ich mich stabilisiert habe und in den Zustand (B) übergehen konnte.
    (B) Bei mir war es in diesem Zustand so, dass die innere Gefühlswelt mit dem Absetzen bzw. mit der Reduktion von alleine zurückgekommen ist. Die individuelle Herausforderung war dabei, dass ich mit mir selbst zurechtkommen musste, ohne oder mit weniger Dämpfung durch die Medikamente. Versuchen, mich selbst möglichst gut zu erkennen und mich so anzunehmen, wie ich wirklich bin, das ist ein Prozess, der mich wesentlich stabilisiert, bis heute.

    Mann, und dann schluckst Du mal schnell wieder NL !? Das wird nicht klappen und wenn Du den Zug ganz verpaßt, wie 90% unserer Mitpatienten !? 90% von uns laufen schon heiß bevor sie nur irgendetwas mit bekommen und dann ist alles zu spät !

    Hallo Ludwig, ich habe keine Ahnung, woher Du wieder Deine Zahlen her hast.

    Es ist für mich kein Argument zu sagen, dass wir nichts tun können, weil bis heute nichts geklappt hat. Dann schaue ich doch nach und versuche zu verstehen, warum bis heute nichts geklappt hat, ob das so überhaupt stimmt und was das Problem überhaupt ist, oder?

    Dass Du Dir aufgrund Deiner persönlichen Erfahrungen nicht vorstellen kannst, so vorzugehen und so zu leben wie ich es tue, das ist voll in Ordnung! Du bist nicht ich und ich bin nicht Du. Zum Glück können wir uns nicht zwingen, uns so zu ändern, wie es Dir oder mir oder uns beiden passt. Das wäre der Horror!

    Liebe Grüße,
    Mowa

    #249598

    @Mowa, ich weiß nicht, ob Du absichtlich alle Aussagen verwässerst oder ob das Deine Art ist ist !? Jedenfalls scheinst Du Dir schwierig zu tun mit klaren Aussagen ? Wieso diese ellenlangen Antworten ohne die Dinge beim Namen zu nennen oder auf den Punkt zu kommen ?

    Du möchtest NL-frei werden, dass kann jeder verstehen, und Du glaubst wenn Du all Deine Warnsignale früh genug erkennst, dass Du gegensteuern kannst. Dein Selbstexperiment läuft also dahingegen, dass Du keine NL mehr schlucktst aber wie die Haftelmacher darauf aufpassen möchtest, ob Du Frühwarnzeichen erkennst.

    Leider ist es aber so, dass 90% von uns nicht erkennen wenn ein Schub starten (das ist allgemein bekannt), daher gibt es ja die Ratschläge seine engsten Vertrauten in das Frühwarnsystem mit einzubeziehen und sie zu bitten auf Warnzeichen aufmerksam zu machen.

    Wenn man nur eine Psychose hatte kann man ja solch Unterfangen probieren, aber Du hattest doch schon zwei bzw. drei psychotische Schübe, was soll sich da ändern. Du mußt an Deiner AKZEPTANZ arbeiten, dass Du höchstwahrscheinlich bis zu Deinem Lebensende NL schlucken wirst. Sei doch froh, dass Du mit so einer geringen Dosis auskommst !?

    • Diese Antwort wurde geändert vor 2 Wochen von Ludwig.
    #249674

    @Mowa, vergiß was ich hier geschrieben habe, Dir fehlt es einfach an der sogenannten KRANKHEITSEINSICHT ! Du bist aufgrund von Absetzversuchen schon zweimal eingefahren und riskierst es jetzt noch ein drittes Mal, ich hoffe nur dass sich keiner von Dir beeinflussen läßt !?

    • Diese Antwort wurde geändert vor 1 Woche, 6 Tage von Ludwig.
    • Diese Antwort wurde geändert vor 1 Woche, 6 Tage von Ludwig.
    #249727

    Hallo @Ludwig,

    ein Problem mit solchen „klaren Aussagen“ hätte ich, wenn ich nicht nachvollziehen kann, wie sie zustande kommen. Welche wissenschaftlichen Studien sollen die „klaren Aussagen“ von Dir unterstützen? Kannst Du mir, dieses Mal endlich, eine vertrauenswürdige Quelle nennen?

    Es ist für mich OK, wenn Du subjektiv das Gefühl hast, Deine „klaren Aussagen“ seien wahr. Nur dann würde ich unbedingt „gefühlt 90%“ o. ä. schreiben und die „klaren Aussagen“ nicht als die letzte Wahrheit verkaufen.

    Dir fehlt es einfach an der sogenannten KRANKHEITSEINSICHT

    Aber weißt Du denn selbst so genau, was für eine Einsicht Du selbst hast?

    Woran machst Du es fest, dass Du krank bist, und das unheilbar und lebenlang, wenn es nach Deiner Überzeugung ginge? Und woher willst Du wissen, dass ich genauso unheilbar und lebenlang krank bin und mich nur mit viel Medikamenten behandeln lassen kann?

    Alleine meine Beobachtungen, die ich in diesem Forum und im alten KNS-Forum öffentlich dokumentiert habe, zeigen mir, dass Du mit Deiner Annahme total daneben liegst, um mich hier mal klar zu positionieren!

    So, wie ich mitbekommen habe, weiß die Wissenschaft noch kaum etwas über „Schizophrenie“, generell über psychische Erkrankungen, wenn es um die möglichen Ursachen geht. Wie willst Du eine Erkrankung bzw. gesundheitliche Störung behandeln und bessern, wenn Du nicht mal die Ursachen kennst?

    Daher nochmal meine Frage, was für eine Einsicht kannst Du oder kann ich haben, wenn wir nicht wissen, was „Schizophrenie“ bedeutet?

    Viele Grüße,
    Mowa

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