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Leben heißt Leiden. Überleben heißt, im Leiden einen Sinn zu sehen.
Viktor Frankl25/09/2021 um 16:16 Uhr als Antwort auf: Ist die Welt eher freundlich oder feindlich für Euch? #178745Danke für Eure interessanten Ansichten!
Danke @schneeflocke! :)
Cooler finnischer Metalsender, auf dem Musiker oft auflegen. Den hörte ich immer mit meinem Zimmergenossen und schlief dauernd ein dabei.
s39.myradiostream.com:11590/listen.m4a
Andauernd fliegen schwere blaue Helikopter der Bundespolizei über das Gelände und heute Morgen drehten ein Storchenpaar mit überdimensionaler Spannweite ihre Ehrenrunde über den hiesigen Stationsgarten; dafür habe ich wiederum Zeugen.
So, jetzt muss ich mal Pause machen. ;) Wollte nur mal einen Teil meiner vielfältigen Eindrücke schildern.
Eine Mitpatientin hat eine Liaison mit Liam Neeson und hat mir stichhaltige Beweise dafür gezeigt. Also, sogar Hollywood ist hier. ;)
Leider bin ich momentan zu sensibel für Serien im Fernsehen, sonst würde ich mir das alles anschauen. Ich habe sogar noch Netflix.
Es ist so cool: fast alle kommen aus der Umgebung und sehr viele aus dem Bayrischen Wald. Die Waidler sind recht friedfertig.
Es gibt eine wunderbare Parkanlage mit einem Springbrunnen, wo ich fast jeden Tag bade.
Ich habe dann dem Boxer gesagt, dass er noch lange nicht der Chef auf der Station wäre. Der eine Kronzeuge hat sofort alles denunziert, obwohl ich ihm eintrichtern wollte, dass er gefälligst Ruhe bewahren soll. Der Attackierer bekam Verständnis von der Stationsleitung entgegengebracht.
Ein Angreifer wollte auch mal auf mich losgehen auf der anderen Station oder zumindest schien es mir so; es gab nicht mal eine Handgreiflichkeit. Aber ich konnte mich durch ein Remis beim Armdrücken gegen in behaupten trotz 6 mg Risperdal intus.
Überhaupt wird hier sehr oft Gewalt angewandt. Ein EKT Behandelter sagte mir, er habe Groll auf die ganze Welt und lässt diesen dann immer an einer einzelnen Frau aus, die ich nur schwer beim Armdrücken besiegen konnte. lol
Es gab schon wieder eine Schlägerei heute Vormittag auf der Station. Ein junger eigentlich sympathischer Mitpatient hat einem alten perversen – er schleicht sich z.B. nachts einfach in Frauenzimmer und starrt die Schlafenden an – mit der Faust verdroschen; er hatte dann 2 Blinker und blutende Augenbrauen und wurde auf C12 verfrachtet, worüber ich ehrlicherweise sehr erleichtert bin.
Ich habe momentan auch eine QR-Verlängerung, was aber auch vom verminderten Schlaf herrühren kann. Außerdem schwöre ich auf die altbewährten Mittel Risperdal, Fluanxol und Haldol. Hier in der Psychiatrie habe ich bestimmt schon 8 verschiedene Mittel bekommen. Am schlimmsten waren für mich Melperon – da zieht es einem im wachen Zustand nachts die Schuhe aus und Zopiclon – extremer Nachhang am nächsten Tag und sehr schwerfälliges Fortbewegen zu Fuß und außer Atem sein – und eine Neuentdeckung ist Atosil, was gut gegen restless legs hilft. Andere auf der Station leiden unter Solian und dessen Nebenwirkungen.
Ich schäme mich bei Erfolg jeglicher Art, denke immer, dass es unverdient ist, was vielleicht auch stimmt. Denn oft spielen Glück und Zufall eine nicht ungewichtige Rolle.
Mein Ex-Zimmergenosse ist 2 Zimmer weiter und ich verstehe mich nach wie vor sehr gut mit ihm. Ich habe ihm Tipps zur Gewichtsreduzierung – keine Cola hard mehr etc. – gegeben; er wiegt nämlich 3 Doppelzentner; und ich kaufe ihm immer noch Zigaretten. Der Clou an der Sache ist, er leidet an Kleptomanie und er hat mir vor ein paar Tagen 400 Euro abgeluchst, worauf ich auf Anraten der Oberärztin eine Anzeige bei der Polizei erstattet habe. Die Polypen waren dann auch gleich zur Stelle und sie deuteten an, dass sowieso wieder nichts bei der Sache rauskommt, weil der Beschuldigte nur vermindert schuldfähig sei, außerdem ist er mit dem einen Beamten bekannt. Die Welt ist in diesem Teil unendlich klein. Ich bekam meine 400 Euro – 7 Fuchziger in bar und einen Fuchziger von der Mutter ersetzt – sogar am selben Vormittag zurück.
Eine Tonne Hektik ersetzt kein Gramm Dynamik.
Peter Horton -
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