wachsmalbloeckchen

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  • als Antwort auf: Arbeiten gehen mit Schizophrenie #5644

    Nur kurz vorm schlafengehen – danke für eure vielen Antworten. Das gibt mir Kraft. Morgen geht die Arbeit weiter – sie vereinnahmt mich schon sehr. Aber sie lenkt mich ab – fordert mich auch vorallem im Kopf. Ich werde es im Moment so belassen wie es ist. Hab keine Lust auf den ganzen Wirbel um mich rum, wenn ich es thematisiere.Ich arbeite in einem Betrieb mit 120 Leuten, wir haben keinen Betriebsrat oder Behindertenbeauftragten oder ähnliches.

    Bin am überlegen ob ich malwieder was an den Medikamenten drehe. Nehme zur Zeit doch sehr viel. Mein Artzt ist kein guter Beistand, der hat maximal 5 Minuten Zeit. Aber er verschreibt mir immer was ich gerade brauche bzw haben will. Als ich vor zwei Jahren zu ihm kam wollte er reduzieren – hat aber keinen Bericht von meinem vorherigem Artzt verlangt. Er weiß nicht viel über mich. Im Augenblick geht es mir recht gut, aber ich hatte schon schwer verlaufende Psychosen.
    Bin am überlegen, mir einen anderen Artzt zu suchen. Aber eigentlich bin ich auch ganz zufrieden, dass er mir wenigstens nicht groß reinredet. Nach der langen Krankheitsdauer weiß ich selbst, was ich grad brauch und welche Medikamente mir helfen.

    Mit meinem Psychologen vom sozial psychiatrischem Dienst kann ich gute Gespräche führen, nur leider hat der von den Medikamenten wenig Ahnung.

    Im Augeblick nehme ich Morgens 2 mg ciatyl und 40 mg Ziprasidon. Am Abend 600mg Quetiapin retard ,2 mg ciatyl und 40 mg Ziprasidon. Nebenwirkungen sind nicht ideal – hab durch das Quetiapin viel zugenommen…

    So, jetzt schweife ich selbst vom Thema ab, aber das ging mir eben so durch den Kopf..
    Gute Nacht und grüße.

    als Antwort auf: Arbeiten gehen mit Schizophrenie #5437

    Danke für eure Antworten. Ich werde auch weiterhin in der Arbeit meine Diagnose nicht kundtun. Ich hab ja einen unbefristeten Arbeitsvertrag und da greift auch der Kündigungsschutz für Schwerbehinderte, wenn mein Arbeitgeber nichts davon weiß. So hat man mich informiert, der Kündigungsschutz greift, wenn man länger als ein halbes Jahr beschäftigt ist.
    Naja, aber Kündigung steht zur Zeit nicht zur Debatte. @escargot, natürlich weiß ich, dass ich nicht nur aus Arbeitskraft bestehe – ziehe daraus aber doch viel Selbstwert. Danke, nichtraucher für deinen langen Beitrag. Mein Freundeskreis weiß auch über meine Krankheit bescheid, ich versuche es manchmal auf eine lustige Art und Weise zu erklären. Aber ich muss die Informationen vom Gegenüber abhängig immer Filtern. Nicht jeder kann alles verstehen und das Erwarte ich auch gar nicht.Mit Gott und Kirche kann ich weniger anfangen, obwohl ich mich als spirituellen Menschen bezeichne. Ich bastel mir meinen Glauben selber zusammen. Leider hab ich jetzt nicht mehr so intensive Freundschaften wie früher, ich habe öfter den Wohnort gewechselt und mich nach meinen Psychosen stark zurückgezogen. Es ist auch anstrengend immer auf die Menschen zugehen zu müssen. Soviel erstmalwieder von mir.

    als Antwort auf: Arbeiten gehen mit Schizophrenie #5416

    @ Reisender. Der Chef wägt aber ab, wenn er weiß das ich behindert bin. Er muss seine lachhafte(sorry) Abgabe zwar nicht zahlen, aber er rechnet auch damit, dass ich weniger Leistungsfähig bin und so durch Krankheitstage Verluste einfahren könnte. Es ist eben nicht so einfach mit der Offenheit. Natürlich hab ich auch Ängste, die mich ausbremsen. Aber es geht nicht darum, ob man mich mag, wenn ich offen damit umgehe. Es geht darum ob ich meinen Arbeitsplatz behalte.So empfinde ich es jedenfalls. Außerdem bin ich im Widerspruch, ich möchte wegen meiner Krankheit nicht mit Samthandschuhen behandelt werden, trotzdem hätte ich gern Verständniss. Gibt es jemand hier, der in der Arbeit offen damit umgeht und welche Erfahrungen habt ihr damit? Ich fände das schon sehr mutig, aber vielleicht auch ein bischen naiv. Naja, bei mir wabert um mich in der Arbeit so eine Art Halbwahrheit, was meine Krankheit betrifft. Das ist auch nicht ideal, aber ich halte mich wacker, trotz mancher Konflikte vorletzten Sommer. So sehen die Kollegen, dass ich auch was leisten kann und nicht nur krank bin.

    als Antwort auf: Arbeiten gehen mit Schizophrenie #5409

    Hallo Escargot,
    Danke für deine Antwort, tut gut zu hören, dass es auch anderen so geht. Für mich ist die Arbeit sehr wichtig – weil ich mich dadurch gesellschaftlich integriert fühle. Trotzdem finde ich diesen Weg der Selbstbestätigung auch bedänklich, geht so in die Richtung der eigenen Wertschätzung, wenn ich ein produktives Teil der Gesellschaft bin. Aber was mache ich dann, wenn ich malwieder nicht arbeiten kann. Damit muss ich unter meinen Voraussetzungen immer rechnen..Ich denke eben auch das die eigene Wertschätzung nicht von einer Nützlichkeit ausgehen sollte. Da lebe ich in einer Ambivalenz. Ich muss sagen das ich aber zur Zeit auch stolz bin, dass ich die Arbeit schaffe. Aber es ist halt sehr anstrengend und erfordert eine höhere Dosierung der Medikamente. Ich mach es auch ein bischen für meine Familie, will nicht nur krank sein..
    Grüßla Wachsmalbloeckchen

    als Antwort auf: Selbstmordgedanken #5381

    Also ich finde es schon in Ordnung, mal über dieses Thema zu reden. Um es dem Tabu etwas zu entziehen. Man muss natürlich differenzieren ob es nur darüber geht, das Thema zu diskutieren – was ich nicht schlecht finde – oder ob es um ernsthafte Absichten geht..Suizid ist denke ich doch leider immerwieder ber Schizophrenie erkrankten ein Thema. Manchen passiert es im psychotischem Rausch, sich beispielsweise aus dem Fenster zu stürzen unter der Annahme fliegen zu können..Andere ertragen die depressive Minussymptomatik nicht mehr..Ich selbst hatte auch oft suicid Gedanken, konnte aber nicht darüber reden, weil ich niemandem Sorgen bereiten wollte und meinem Artzt oder Psychologen schon gar nicht – wollte ja nicht wieder weggesperrt werden. Deshalb finde ich es gut, hier mal darüber schreiben zu können – irgendwie hab ich das Gefühl es entkräftet das alles ein Bischen, wenn man sich darüber austauschen kann. Zur Zeit ist der Suicidgedanke nicht sehr present – mir geht es doch relativ gut in meinem Alltag. Ich hatte früher beim einschlafen oft den Gedanken es wäre einfacher einfach nicht mehr aufzuwachen. Tagsüber hab ich wenig darüber nachgedacht – mein Alltag hat mich abgelenkt. Nur wollte ich nie darüber reden – wollte niemanden beunruhigen. Ich will mir aber nichts antun und möchte auch nicht noch öl ins Feuer schütten andere zu beunruhigen. Es ist eben ein brisantes Thema – wo jeder gleich alarmiert ist. Ich denke aber auch es gibt die sorte Mensch, die darüber nachdenkt, oder auch spricht und es eben nicht in die Tat umsetzt. Juri hat es eben sehr offen eingeworfen, wo man nicht genau wusste, wie aktuell das Thema bei ihm oder ihr ist.Das war jedenfalls mein Eindruck. Ich denke auch, dass es das Leben sogar manchmal paradoxerweise einfacher macht, wenn man über den Tod nachdenkt. Ich habe das Gefühl es relativiert die aktuellen Probleme – wenn man den Tod – den absoluten Nullpunkt sag ich mal- gegenüberstellt.

    als Antwort auf: Vorstellung neuer Mitglieder #5358

    Hallo, ich bin froh hier zu sein. Ja Jela, manchmal male ich gerne – weiß nur nicht wohin mit all den Bildern. Habe sie bis jetzt der Öffentlichkeit vorenthalten.

    als Antwort auf: Identität #5351

    Zum Thema Idetität und Psychose kann ich nur sagen, dass ich mich in den letzten Jahren immer mehr über meine Krankheit identifiziere. Das war früher nicht so ausgeprägt, ich bin schon seit 2001 erkrankt. Aber meine Person hat ja auch noch andere Facetten, außer dass ich krank bin. Bei meinem Psychologen ist mir kürzlich aufgefallen, dass ich mich eben auf die Schizophrenie immer mehr reduziere. Vielleicht beschäftige ich mich in den letzten Jahren auch nur mehr damit – und hab früher die Tatsache unheilbar zu sein mehr verdrängt. Es hat wohl auch sein Gutes, sich der Tatsache mehr bewußt zu sein. Nur sollte es mich nicht so vereinnahmen. Ich denke die Wagschale ist wichtig, zwischen dem bewußten Kranksein und anderen gesunden Anteilen, die einen ebenso ausmachen.
    In der Psychose selbst hatte ich auch oft das Gefühl, mein wahres selbst entdeckt zu haben. Ich habe auch oft gesagt „so bin ich wirklich“, was meine Umwelt sehr erschreckt hat – weil ich sehr extrem, ja vielleicht „überzeichnet“ in meinen Aussagen war. Aber jetzt , im nicht Psychotischem Zustand denke ich nicht, dass das mein einzig wahres selbst ist. Es ist ein Teil von mir, der dann zu Tage tritt. Leider nicht sehr sozialverträglich, weil meine Extremität die normen gesprent hat. Manchmal sehn ich mich aber auch in diesen extremen Zustand zurück. Ich fühle dann die ganze Bandbreite von Gefühlen, und bin nicht so abgestumpft wie jetzt mit all den medis.Aber ich will meinen Alltag nicht wieder zerstören, und würde nie die Medis aus diesem Grund absetzen. Das Psychotisch sein war für eine zeitlang immer ganz schön – ich hatte wenig Angstszenarios. Aber dauerhaft psychotisch möchte ich nicht sein, dazu liegt mir zuviel an meinem geregelten Alltag, der regelmäßig zerbröckelt ist. Und dann die Depriphasen nach der Psychose – unerträglich..
    So, ich merke das ich etwas abschweife – also erstmal genug…

    als Antwort auf: Vorstellung neuer Mitglieder #5329

    Hallo an alle!
    Oft habe ich in dem alten Forum mitgelesen, aber für meinen Geschmack wurde zuviel rumgestritten. Jetzt versuche ich es mal hier mit einer aktiven Teilnahme. Ich bin schon seit 2001 „schizo affektiv gestört“ mit vielen aufs und abs. Hatte bis jetzt vier Psychosen und mehrere depressive Phasen dazwischen. Bin jetzt aber seit Frühling 2013 relativ stabil. Seit zwei Jahren gehe ich nach einer Umschulung arbeiten-40 Stunden die Woche. Das ist oft sehr anstrengend und ich habe meine Dosis erhöht, um vom Stress nicht wieder krank zu werden. Aber mir macht die Arbeit auch Spaß – ich brauch eben eine Aufgabe die mich fordert.Am Wochenende zuhause häng ich oft nur rum , kann mich alleine nicht so gut beschäftigen..Naja, das ein bischen was von mir. Ich bin gespannt auf den Austausch im Forum, ist ja premiere für mich. Also hier bin ich :bye:

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