Mowa

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  • in reply to: Notizen von Mowa – Teil 3 #392451

    Danke schön, liebe Blaustern :-)

    gut das der hohe Blutdruck erkannt wurde und jetzt behandelt wird.

    Erkannt wurde der hohe Blutdruck bereits vor mehreren Jahren, bei verschiedenen Arztbesuchen, und ich bin froh, dass ich jetzt behandelt werde.

    Die Antwort darauf von ChatGPT:

    Ich finde ChatGPT oder auch Wikipedia praktisch und benutze sie täglich, aber gleichzeitig finde ich sie gleichermaßen bedenklich. Die Bequemlichkeit kann nämlich dazu führen, dass ich immer mehr verlerne, die Quellen selbst zu überprüfen und meine Fragen selbst zu beurteilen.

    Danke @Pia, ich habe das Interview mit Prof. Harding in Mad in America gelesen, teilweise überflogen und finde es spannend. Die im Interview genannten Aspekte zur Besserung und Genesung von Schizophrenie decken sich mit meinen persönlichen Erfahrungen und denen meines Mannes.

    Das Interview zeigt mir, dass in der Psychiatrie und in der Art und Weise, wie Patienten psychiatrisch behandelt werden, noch Veränderungen möglich sind. Hindernisse sind vielleicht eher politischer als technischer Natur.

    … handelt es sich wieder einmal um Fake-News von P. !


    @Horst
    , es ist ja schön, dass Du die Unterschiede entdeckt hast und darüber schreibst. Aber bevor Du unreflektiert “Fake-News!” schreist, versuche doch sachlich zu bleiben und den Unterschieden auf den Grund zu gehen.

    Spontane Frage an ChatGPT:

    Nehmen wir zum Beispiel die Langzeitstudie von Bleuler 1972 (M. Bleuer: Die Schizophrenen Geistesstörungen im Lichte langjähriger Kranken- und Familiengeschichten. Thieme, Stuttgart 1972). Diese Langzeitstudie taucht sowohl im Interview mit Prof. Courtenay Harding auf als auch in der Tabelle im besagten Wikipedia-Artikel. Im ersteren wird der Anteil mit dem günstigen Verlauf mit 53-68% beziffert, im letzteren nur mit 30%. Kannst Du herausfinden, woher die Diskrepanz in diesem speziellen Vergleich genau kommt?

    Die Antwort darauf von ChatGPT:

    Die unterschiedlichen Angaben zum Anteil der Patienten mit günstigem Verlauf in der Studie von Manfred Bleuler (1972) – 53-68% laut Interview mit Prof. Courtenay Harding und 30% laut Wikipedia-Artikel – resultieren aus unterschiedlichen Definitionen und Kriterien für “günstigen Verlauf” in den jeweiligen Quellen.

    In Bleulers Studie wurden 208 Patienten über 20 Jahre beobachtet. Die Ergebnisse variierten je nach angewandten Kriterien:

    • 53-68%: Dieser höhere Prozentsatz bezieht sich auf Patienten, die eine signifikante Verbesserung oder vollständige Remission der Symptome erfuhren, einschließlich solcher mit schizoaffektiven Störungen.
    • 30%: Dieser niedrigere Prozentsatz berücksichtigt nur Patienten mit strikter Definition eines günstigen Verlaufs, möglicherweise unter Ausschluss von schizoaffektiven Störungen.

    Diese Diskrepanz verdeutlicht, wie unterschiedliche methodische Ansätze und Diagnosekriterien die Ergebnisse von Langzeitstudien beeinflussen können.

    Was ich nicht verstehe, ist, warum Schizophrenie und schizoaffektive Störungen anscheinend so strikt voneinander abgegrenzt werden. Ich selbst erlebe das Krankheitsbild einer schizoaffektiven Störung so, dass ich Symptome einer Schizophrenie und zusätzlich Symptome einer affektiven Störung habe. Das kann sich gegenseitig verstärken.

    • This reply was modified 3 Wochen, 6 Tage ago by Mowa.
    in reply to: Notizen von Mowa – Teil 3 #392373

    Das sehe ich auch so :-)

    Danke, @Dopplereffekt :-)

    Letzte Woche habe ich meinen Arbeitsplatz in der Arbeitstherapie aufgeräumt. Das meiste, was ich gearbeitet habe, habe ich als Erinnerung mit nach Hause genommen.

    Ich werde schon emotional, wenn ich die Glückwunschkarten, die Gelplatten- und Linoldrucke sortiere und mir alles noch einmal anschaue. Damit verbunden sind viele Erinnerungen, wie es mir zu Beginn der Tagesklinik vor knapp 8 Wochen ging und was ich seitdem durchlebt habe.

    Im Wohnzimmer habe ich eine Linolplatte aufgehängt. Ich finde es zu düster, um die Wohnung zu schmücken, aber mein Mann findet es gut:

    Bei der Arbeitstherapie in der Druckerei habe ich heute den Linolschnitt gedruckt.


    Titel: Erschöpfung
    Linolschnitt, Februar 2025

    Dann habe ich noch einen gerahmten Linoldruck aufgehängt. Eigentlich wollte ich noch 3 Wochen warten, bevor ich diesen Druck hier einstelle.

    In der Arbeitstherapie konnte ich ein Projekt abschließen, an dem ich 9 Tage gearbeitet habe.


    Titel: Sehnsucht
    Linoldruck, März 2025

    Das Foto, das als Vorlage für den Linolschnitt gedient hat, habe ich am 13. August 2010, etwa zwei Wochen vor meiner ersten Erkrankung, an der Dreisam in Freiburg i. Br. aufgenommen. Ich hatte es im alten KNS-Forum gepostet, hier im neuen Forum noch nicht.

    Das Motiv ist mit Erinnerungen an die besondere Stimmung von damals verbunden und für mich sehr wichtig.

    Technisch gesehen habe ich aus lauter Vorsicht und gutem Willen das Bild im Prozess leider zweimal horizontal gespiegelt, so dass ich im Druck doch das spiegelverkehrte Ergebnis erhalten habe. Das ist mir zu spät aufgefallen, und ich hatte nur begrenzte Zeit für das Projekt.

    Naja, dem anderen Betrachter wird es kaum auffallen… :scratch:

    • This reply was modified 3 Wochen ago by Mowa.
    in reply to: Notizen von Mowa – Teil 3 #392372

    Ich bin gespannt, ob und inwiefern ich in der Tagesklinik mit dem Behandlungsteam über dieses Thema sprechen kann.

    Ja, der letzte Mittwoch war für mich besonders spannend.

    Der Morgen hat neben der Arbeitstherapie mit der Oberarztvisite begonnen. Ich konnte der Vertretungsoberärztin berichten, dass es mir viel besser geht, woran ich das merke, was mir geholfen hat und dass meine Entlassung in zwei Wochen bevorsteht.

    Sie hat sich meine Blutdruckwerte angeschaut und mich gebeten, ab jetzt dreimal täglich den Blutdruck zu messen, weil er zu hoch ist und das auf Dauer nicht gut für mich ist.

    Dann konnte ich noch die Zeit nutzen, um meine Fragen zu stellen:

    Ich frage mich: Welche Rolle spielen die Psychiatrien und Psychiater in diesem Spannungsfeld?

    Wenn ich mich richtig erinnere, hat mir die Vertretungsoberärztin gesagt, dass es gut ist, wenn mein Mann und ich in der Lage sind, ohne oder mit wenig Medikamenten auszukommen. Und dass die Patienten die Wahl haben und freiwillig medikamentös behandelt werden.

    Meine Aussage über die institutionelle Funktion der Psychiatrie, die Einnahme von Neuroleptika zu regulieren usw., wurde von ihr nicht weiter kommentiert.

    Meine Zeit war dann abgelaufen und der Stationspsychologe hat vorgeschlagen, in der Psychotherapiegruppe oder in der Psychoedukationsstunde weiter zu diskutieren.

    Am Nachmittag fand nach der Psychotherapiegruppe die Psychoedukationsstunde zum Thema Psychose statt. Zum ersten Mal habe ich erlebt, wie eine Psychoedukationsstunde gestaltet werden kann, ohne dass ich mich selbst von einer akuten Psychose erhole, sondern ganz nüchtern bin.

    Was mir besonders in Erinnerung geblieben ist und was ich als besonders hilfreich empfunden habe, war die Gesprächsrunde, in der jeder zu Wort kommen konnte, wie er seine Psychose erlebt hat, vor allem den Wahn.

    Ich erinnere mich, als ich 2010 zum ersten Mal psychotisch wurde und in der Psychiatrie behandelt wurde, haben mir die Assistenzärztinnen lächelnd gesagt, ich solle lieber nicht über meine Wahnvorstellungen sprechen, ich könnte es bereuen.

    Danach wurde ich von verschiedenen Psychiatern behandelt, und bei meinen beiden Rückfällen 2018 und 2019 in der hiesigen Psychiatrie, auch in der Tagesklinik, habe ich bis zu dieser Psychoedukationsstunde am Mittwoch nicht erlebt, dass es mir im therapeutischen Kontext ermöglicht wurde, offen über psychotische Erlebnisse zu sprechen.

    Bei dieser Gelegenheit habe ich in der Betroffenenrunde gesagt, dass es schmerzhaft sein kann, an den eigenen Wahn zu denken, und dass ich selbst mehrere Jahre gebraucht habe, um mir die Wahninhalte bewusst zu machen, sie anzunehmen und schließlich zu überwinden.

    Ich wünsche mir, dass solche professionell begleiteten Gesprächsmöglichkeiten für Menschen mit Schizophrenie ein fester Bestandteil jeder Therapie werden. Ich jedenfalls war begeistert von der heilenden, besänftigenden Wirkung, die ich bereits während dieser Psychoedukationsstunde gespürt habe.

    Zum Beispiel so, wie unser Chorleiter des Beschwerdechors es geschafft hat:

    Ja, und inzwischen habe ich die Chormitglieder auch zu meinem Blog eingeladen :-)

    Am Dienstag ist die nächste Chorprobe und ich habe mir vorgenommen, daran teilzunehmen. Seit dem Tod meines Vaters vor anderthalb Jahren konnte ich die Lieder nicht mehr üben, aber der Chor ist einverstanden, dass ich langsam wieder einsteige. Das ist toll :yes:

    Nach der Einzelvisite am Freitag habe ich zum ersten Mal in meinem Leben einen Blutdrucksenker genommen, einen ACE-Hemmer, und ich habe ziemlich schnell die erste Wirkung bemerkt. Heute ist der dritte Tag, an dem ich das Medikament nehme, und mein Blutdruck ist von etwa 155/110 auf jetzt 125/83 mmHg gesunken.

    Ich hatte diesen erhöhten Wert seit meinem letzten Krankenhausaufenthalt im Jahr 2019, wahrscheinlich noch länger. Ich habe mir vorgenommen, gesünder zu leben, aber wenn der ACE-Hemmer das Risiko eines Herzinfarkts oder Schlaganfalls senken kann, dann nehme ich es gerne gleich.

    in reply to: Notizen von Mowa – Teil 3 #392230

    Hallo zusammen,
    liebe Foris,

    naja, was soll ich sagen…

    Ich setze auf die

    Selbstheilungstendenzen

    des Forums :scratch:

    Wenn Threads stellenweise durch Konflikte gestört werden, dann passiert das nicht aus dem Nichts, sondern weil das eine Eigenschaft dieses Forums ist, das sich aus den unterschiedlichsten Menschen zusammensetzt.

    Am Ende bleibt das, was für die Forumsgemeinschaft tragbar ist. Wenn ich nicht mehr Teil dieser Gemeinschaft sein will, dann muss ich selbst gehen und einen eigenen Blog außerhalb dieses Forums eröffnen.

    Meiner Meinung nach ist @Mowa absolut selbstreflektiert und kann dadurch auch schlechte Zeiten erkennen und aktiv dagegen angehen.

    Danke für diese Einschätzung @PlanB.

    Mal gucken, ob ich heute oder erst morgen dazu komme:

    Am Wochenende werde ich mir die Zeit nehmen, über meine weiteren Erfahrungen in der Tagesklinik zu berichten.

    Ich wünsche allen Mitlesenden ein sonniges, frühlingshaftes Wochenende :yahoo:

    Liebe Grüße,
    Mowa

    in reply to: Notizen von Mowa – Teil 3 #392150

    Hier haben definitiv mehrere ein Problem mit der Realität und deren Erkenntnis, was ja nicht weiter wundert, da Schizophrene prinzipiell damit Probleme haben. Dass somit meine Weckrufe nicht gerne gesehen werden ist damit klar ?!


    @Horst
    , hast Du schon mal daran gedacht, dass Du derjenige sein könntest, der meine Realität verkennt, als ich oder die verschiedenen medizinischen und psychologischen Fachleute, die mich persönlich kennen und nicht nur aus dem Forum?

    In der Tagesklinik wurde ich bei verschiedenen Gelegenheiten gelobt, dass ich gut und richtig handle, auch vom Oberarzt bei der Oberarztvisite. Das ist mir selbst schon bewusst, daher hänge ich es nicht an die große Glocke :unsure:

    Am Wochenende werde ich mir die Zeit nehmen, über meine weiteren Erfahrungen in der Tagesklinik zu berichten. Auf Dein Gemecker @Horst kann ich jetzt nicht weiter eingehen. Mit Deinem Frust musst Du schon alleine klarkommen :unsure:

    in reply to: Notizen von Mowa – Teil 3 #392133

    Danke @Isa, @Snoopy und Blaustern.

    Für mich geht es in diesem Forum um Diskussionen zum Thema Schizophrenie

    Das wundert mich sehr, denn ich habe nicht den Eindruck, dass meine Argumente bei Dir @Horst ankommen, egal, wie gut sie sind. Die einzige Reaktion, die ich bei Dir beobachte, ist, dass Du immerzu meckerst und nicht auf das eingehst, das ich geschrieben habe.

    Die Augen vor der Realität zu verschließen und sich alles schönreden ist natürlich auch eine Option mit unserer Erkrankung umzugehen ?!

    Glaubst Du @Horst wirklich, dass wir, d.h. ich, mein Psychiater (der mich seit 2017 begleitet), mein ehemaliger Psychotherapeut (der mich zwischen 2017 und 2023 begleitet hat) und das Behandlungsteam der Tagesklinik (in der ich seit über 7 Wochen behandelt werde), alle zusammen meine Realität verkennen?

    Ich glaube, Du hast meine Beiträge nicht gelesen, oder wenn, dann nicht verstanden :unsure:

    Ansonsten erinnere ich Dich an das, was ich Dir schon einmal in meinem Blog geschrieben habe, falls ein Austausch zwischen uns jetzt wieder nicht zustande kommt:

    Mowa wrote:

    Ich werde keine Zeit mehr mit diesem Pingpong verschwenden. Wundere Dich also nicht, wenn ich Deine Beiträge konsequent nicht lesen und ignorieren werde.

    in reply to: Notizen von Mowa – Teil 3 #392003

    Was meine Gesundheit und Genesung betrifft, ist diese seit 2018 in meinem Blog dokumentiert, und davor im alten KNS-Forum seit 2012. Dass ich ab Oktober 2024 zunehmend unter Erschöpfung litt, hatte mehrere Auslöser, vor allem den plötzlichen Tod meines Vaters und den Stress als Betriebsratsvorsitzende. Wenn ich bedenke, was in den letzten ein, zwei Jahren alles in meinem Leben passiert ist und ich mit einem Burnout davongekommen bin, ohne psychotisch zu werden, dann muss ich mich und meine Resilienz, die ich mit viel Unterstützung aus meinem Umfeld aufgebaut habe, wirklich loben.

    Gesundheit und Genesung sind für mich ein dynamisches Spektrum und kein statisches Entweder-Oder:

    24/11/2022 at 6:33 (…) ich glaube, jeder Mensch kann etwas tun, damit es ihm besser geht. Das hat etwas damit zu tun, dass der Gesundheitszustand ein Spektrum bildet, sagen wir von extrem schlecht (sterbend) bis vollständig gesund. Die Extremen werden nicht erreicht, solange wir leben. (…)

    Und wie bereits oben gesagt:

    05/03/2025 at 4:41 Für mich bedeutet Resilienz die Fähigkeit, immer wieder aus Krisen und Erkrankungen herauszuwachsen. (…)

    Meine Bezugspsychologin und auch die Kunsttherapeutin in der Tagesklinik haben angeregt, Gesundheit als etwas Zyklisches zu sehen, wie die Jahreszeiten vielleicht, so dass sie nicht immer gleich bleibt. Ich finde das Bild der Jahreszeiten schön und möchte es verinnerlichen.

    Ich muss nicht lange im Blog zurückblättern, um zu sehen, dass ich seit 2018 und vor allem seit 2019, seit ich die niedrigstmögliche Dosis Aripiprazol von 1 mg/d einnehme, schrittweise genesen bin:

    10/09/2022 at 5:30 (…) Gestern hatte ich meinen zweimonatlichen, regulären Psychiatertermin. Wir haben uns darüber unterhalten, dass es mir gut geht, und auch darüber, wie es mir gelingt, trotz des großen Stresses in den letzten Monaten frei von Symptomen einer erhöhten Stress- und Psychoseanfälligkeit zu sein (…)

    04/08/2023 at 13:17 (…) Heute hatte ich meinen regulären Psychitatertermin. Mein Psychiater hat mir gesagt “Sie sind gesund”, nachdem ich berichtet habe, wie es mir geht.
    Ja! Ich bin gesund, und das ist so ein Luxus!!
    Klar muss ich immer wieder auf meinen Stresspegel achten, dass ich nicht mit den Aktivitäten übertreibe.
    Aber ich weiß und spüre es auch, dass ich inzwischen ein gesunder Mensch geworden bin, 13 Jahre nach meiner Ersterkrankung.

    06/12/2023 at 7:18 (…) Das kurzfristig terminierte Gespräch mit meinem ehemaligen Therapeuten war hilfreich. Er hat gesagt, dass Trauer in meiner Situation gesund und normal ist und dass sie sich von Depressionen unterscheidet. Es gibt auch chronische Trauer, aber die sieht er bei mir nicht. Trauer ist sehr individuell und nur ich selbst entscheide, wie, wie lange, wann etc. ich trauere. (…)

    01/11/2024 at 5:33 Mir ist noch eingefallen, dass wir zum Schluss über die Prognose gesprochen haben, weil ich ihn (Anmerkung: meinen Psychiater) danach gefragt habe. Er hat mir sinngemäß gesagt, dass mein Gesundheitszustand immer wieder kippen kann, weil ich eine Grenzgängerin bin, und so wie es mir bisher immer wieder besser gegangen ist, wird es mir auch jetzt wieder besser gehen.

    Ja, und mein Psychiater und das Behandlungsteam in der Tagesklinik haben Recht, es geht mir immer besser und ich fühle mich immer fitter. In 12 Tagen kann ich aus der Tagesklinik entlassen werden :-)

    in reply to: Notizen von Mowa – Teil 3 #392002

    Danke, @Blaustern :ciao:

    Ich habe den Eindruck, @Horst und @Molly, dass Ihr in Euren Beiträgen oft das hervorhebt, was aus Eurer Sicht an mir oder meinem Verhalten problematisch ist. Das gibt mir das Gefühl, dass Ihr mir sagen wollt, wie krank ich bin und dass ich versagt habe.

    Gleichzeitig ist mir aufgefallen, dass Ihr selten darüber schreibt, wie positiv Euer Leben ist. Natürlich kann ich nicht wissen, wie es Euch wirklich geht, aber wenn Ihr mit bestimmten Dingen unzufrieden seid, könnte es Euch vielleicht helfen, Euch auch auf positive Aspekte zu konzentrieren.

    Ich persönlich habe die Erfahrung gemacht, dass es gut tut, sich für Erfolge – und seien sie noch so klein – zu loben. Vielleicht wäre das auch etwas für Euch.

    in reply to: Notizen von Mowa – Teil 3 #391855

    Erkrankungen und Genesungswege sind immer individuell, weil wir als Menschen immer individuell sind, weil unser Umfeld und unsere Lebenssituationen immer individuell sind.

    Wenn es um Therapiemöglichkeiten für Schizophreniepatienten geht, bin ich immer für eine individuell angepasste Therapie aus medikamentösen und nicht-medikamentösen Maßnahmen.

    Eine pauschale, primär medikamentöse Behandlung von Schizophreniepatienten ist im Vergleich einfacher und schneller, und das ist das, was unsere Gesellschaft uns heute ermöglichen kann.

    Wenn ich bedenke, wie viel Unterstützung ich seit meiner ersten Psychose erhalten habe, um meine Genesung zu erreichen, und gleichzeitig, wie viel Eigeninitiative ich dafür aufgebracht habe, dann frage ich mich auch, ob und wie eine individuell angepasste Therapie in der Breite realisierbar ist.

    Hoffnung gibt mir der aktuelle Kontakt mit der Tagesklinik und dem Behandlungsteam, denn ich sehe, dass die Patienten dort die bestmögliche Behandlung erhalten. Das Behandlungsteam ist modern, offen und hilfsbereit für Fragen und Anregungen.

    Ich bin sehr froh, wenn ich feststellen kann, dass die Psychiatrie eine wichtige Säule für die Genesung von Menschen mit Schizophrenie ist und dass es auch sehr viel von uns Betroffenen selbst, unseren Angehörigen und unserem Umfeld abhängt, wie wir zusammenwirken und eine gesellschaftliche Resilienz aufbauen und stärken.

    Übrigens fand ich den Vorschlag von ChatGPT interessant und habe gestern tatsächlich einen Leserbrief eingereicht mit der Anfrage, ob ich einen eigenen Artikel aus meiner Sicht als eine Betroffene schreiben könnte.

    Leider habe ich noch keine Antwort von der Zeit Online-Redaktion erhalten, aber ich werde diese Gedanken auf jeden Fall noch in einem Artikel für mich zusammenfassen.

    Vielleicht schicke ich den Text dann an Mad in America :-)

    ***

    Mein Co-Pilot, der hier vor mir in den Browser integriert ist, tippt dazu Folgendes (alles ohne Gewähr):

    Finde ich gut und verständlich @kadaj, was Co-Pilot geschrieben hat :-)

    Guten Morgen, Mowa!

    Liebe @Mowa,

    Vielleicht, wenn ich Zeit finde, kann ich später auf Eure Beiträge eingehen @Molly und @Horst.

    Nächste Woche am Montag geht’s weiter.

    Ich finde es toll @Dremwalker, dass Du etwas Neues ausprobierst. Aller Anfang ist schwer, bekanntlich ;-)

    ***

    Gleich ist Spazieren mit Chanchan angesagt. Ich freue mich auf den neuen Tag.

    Allen Mitlesenden wüsche ich einen guten Donnerstag!

    in reply to: Notizen von Mowa – Teil 3 #391725

    Liebe @Dremwalker, danke auch für Deinen Beitrag :ciao:

    Toll, mit dem Stricken. Dann hast Du die Reha bereits abgeschlossen. Ich bin sehr gespannt auf Deine Rückmeldung.

    in reply to: Notizen von Mowa – Teil 3 #391724

    Du bist doch aber gerade in der Tagesklinik, weil es dir so schlecht geht, was in den letzten Jahren schon einige Male vorgekommen ist.

    Für mich bedeutet Resilienz die Fähigkeit, immer wieder aus Krisen und Erkrankungen herauszuwachsen.

    Ich glaube, dass ich mit zunehmendem Alter immer resilienter geworden bin und auch in jüngeren Jahren vor meiner Ersterkrankung nicht so resilient war, wie ich es heute bin. Nur hatte ich in jüngeren Jahren nicht so schwere Krisen wie bei meiner Ersterkrankung 2010.

    Ich weiß nicht @Molly, ob Du auch die größeren Zusammenhänge der letzten Jahre sehen kannst, wie es dazu kam, dass ich mich in der Tagesklinik angemeldet habe.

    Im Übrigen war ich bei meinen beiden psychotischen Rückfällen 2018 und 2019 in der Tagesklinik, im Anschluss an den stationären Aufenthalt, ja. Das ist jetzt 6 bis 7 Jahre her.

    Daher wundere ich mich, wie Du zu Deiner Aussage kommst, ich sei “die letzten Jahre” “einige Male” in der Tagesklinik gewesen :unsure:

    Denkst du, das hat nur externe Ursachen?

    Wie kommst Du darauf zu schreiben, dass ich denke, dass die Schwankungen meines Gesundheitszustandes nur äußere Ursachen haben?

    Was mich immer wieder wundert und stört, ist, dass Deine Aussagen über mich immer so alternativlos und stark vereinfacht nach “schwarz oder schwarz” klingen und ich mich selbst ganz anders einschätze.

    Und wenn Du Dich selektiv wiederholst, dann kann ich Dir auch nur die gleiche Antwort wiederholen:

    Es kommt mir gerade fast so vor, als würdest Du auf Fehler lauern @Molly.

    Ich erwarte nicht, dass du verstehst, was mich ausmacht.

    Wenn Du Dich in Deinen Konventionen sicher fühlst, ist das Dein gutes Recht, liebe @Molly.

    Ich komme gerade nicht dazu hier viel zu lesen, aber dieser Satz liest sich so, dass es dir wieder besser geht :-)

    Danke Dir, @Dopplereffekt. Ja, es geht mir wieder viel besser :-)

    Guten Morgen,

    Hallo @kadaj, danke für Deinen Beitrag. Ich werde ihn noch lesen und darauf antworten.

    ***

    Am Montag und Dienstag habe ich in der Bewegungstherapie Basketball gespielt und das hat mir sehr viel Spaß gemacht. Das letzte Mal, dass ich Basketball gespielt habe, war in der Schule, das ist 30 Jahre her! Mit 15 und 16 war ich auch in der Schulmannschaft an der Deutschen Schule in Yokohama… In einem Spiel habe ich am Montag nur 3 Punkte getroffen, am Dienstag aber 9.

    Es war, als würde ich mich an das Körpergefühl erinnern, das ich früher beim Basketballspielen hatte. Ein tolles Gefühl :yes:

    Gestern in der Musiktherapie haben wir ein bisschen aus dem Liederbuch gesungen. Ich kannte 2 oder 3 Lieder und konnte mitsingen, was mir sehr gut getan hat. Unter den Mitpatienten waren einige, die die Lieder nicht kannten. Ich fühle mich immer ausgeschlossen, wenn ich die Lieder nicht kenne und nicht mitsingen kann.

    Deshalb fände ich es toll, wenn wir gemeinsam etwas singen könnten, was alle gleich gut mitsingen können.

    Zum Beispiel so, wie unser Chorleiter des Beschwerdechors es geschafft hat:

    :gut:

    in reply to: Notizen von Mowa – Teil 3 #391592

    Dass NL negative Nebenwirkungen haben können ist allen Ärzten bekannt.

    “Negative Nebenwirkungen” ist für mich unspezifisch @Horst.

    Ich meine sehr spezifisch, dass Neuroleptika so wirken können, dass sie Negativsymptome und schwere kognitive Störungen hervorrufen, die insgesamt zu einer Wesensveränderung der Betroffenen führen.

    wird bestritten und nicht erforscht.

    Dass die Wirkung von Neuroleptika auf Negativsymptome und kognitive Störungen nicht erforscht ist, ist wahrscheinlich falsch, wenn die Antworten von ChatGPT zutreffen.

    Dass diese Erkenntnisse von den Ärzten nicht immer transparent an die Patienten kommuniziert werden, habe ich zumindest persönlich oft beobachtet.

    In diesem Zusammenhang fällt mir ein, dass ich im Forum einmal einen Auszug aus einer Veröffentlichung von Klaus Ernst aus dem Jahr 1954 zitiert habe:

    Wir sind uns aber klar darüber, dass das Mittel die gesamte und nicht nur die krankhafte Affektivität dämpft. Eine solch umfassende Dämpfung könnte vielleicht auch diejenigen Impulse erfassen, die Selbstheilungstendenzen entspringen. Einzelne freilich unkontrollierbare Eindrücke bei akut Erkrankten ließen uns sogar die Frage aufwerfen, ob nicht unter der medikamentösen Apathisierung eine Stagnation der psychotischen Entwicklung auftreten kann, die nicht bloß das Rezividieren (Wiederauftreten), sondern auch das Remittieren (Rückbilden) betrifft.« (1954, S. 588)

    Er und seine Frau hatten die Wirkung des ersten Neuroleptikums Chlorpromazin, als es neu auf den Markt kam, an sich selbst getestet und die Wirkung untersucht. Die Veröffentlichung, laut Wikipedia eine Dissertation an der Universität Zürich, ist online verfügbar:
    https://link.springer.com/article/10.1007/BF00344703

    Wenn Du und Dein Mann ohne NL klar kommt gehört ihr zu obigen ersten Drittel.

    Der springende Punkt für mich ist, dass sowohl mein Mann als auch ich aktiv gelernt haben, mit einem Minimum an Neuroleptika/Psychopharmaka psychisch stabil zu bleiben.

    Ich wünsche mir, dass mehr Betroffene von diesen und ähnlichen Erfahrungen profitieren und die Möglichkeit erhalten, mit ärztlicher und therapeutischer Begleitung ebenso aktiv zu lernen, mit einem Minimum an Neuroleptika/Psychopharmaka gesund zu bleiben.

    Beim zweiten Rückfall im Jahr 2019 wurde mir vom damaligen Oberarzt gesagt, ich solle mir überlegen, Aripiprazol in Depotform zu nehmen. Auch meinem Mann wurde nahegelegt, das Neuroleptikum lebenslang einzunehmen.

    Dass mein Mann vor 15 Jahren allein durch mentale Auseinandersetzung aus seiner akuten wahnhaften Psychose herausgefunden hat und seither weder Psychopharmaka noch psychiatrische Behandlung benötigt, um stabil zu bleiben, wird eher als “unmöglich” dargestellt.

    (…) Doch das Problem ist: sich von Wahngedanken und Halluzinationen selbst zu distanzieren, also zu einer rationalen Krankheitseinsicht zu gelangen, ist ohne medikamentöse Behandlung fast unmöglich. (…)

    Quelle: https://www.zeit.de/gesundheit/2025-02/psychatrische-versorgung-gesundheitssystem-migration-attentate-psychose

    Auch ich habe gelernt, mich mit einem Minimum an Neuroleptika von meinen Wahnvorstellungen zu distanzieren, so dass ich heute sagen kann, dass ich meine hartnäckigsten Wahnvorstellungen überwunden habe.

    Meiner Meinung nach sollte immer versucht werden, Neuroleptika und Psychopharmaka in individuell ermittelten, minimalen Dosen einzusetzen, denn:

    Eine Übermedikation mit Neuroleptika und Psychopharmaka im Allgemeinen kann die echten Ursachen von psychischen Problemen und Erkrankungen verschleiern, eine echte Heilung der Betroffenen verhindern und echtes soziales Miteinander zerstören.

    So wie Klaus Ernst schon 1954 vermutet hat, dass Chlorpromazin Selbstheilungstendenzen blockieren kann.

    Tatsächlich wird die “niedrigstmögliche Dosierung” auch in der 2. Version der S3-Leitlinie empfohlen, die im März 2023 ausgelaufen ist:

    5.5.2 Bestimmung der niedrigst möglichen Dosierung (…) Tabelle 8 beschreibt mögliche Dosisbereiche für die niedrigst mögliche Dosierung.

    Aus Tabelle 8 ist ersichtlich, dass die Empfehlung pauschal und nicht individuell angepasst ist.

    Für mich sind die angegebenen Dosierungen viel zu hoch, wie ich durch meine Selbstversuche herausgefunden und hier dokumentiert habe:

    Seitdem ich nach einer 3-monatigen NL-Pause und seit knapp 3 Wochen wieder prophylaktisch eine niedrige Dosis Aripiprazol nehme, bin ich selbst dabei, nach der für mich niedrigst mögliche Dosis des NLs zu erkunden.

    Wo bitte ist ein polit. Druck Psychosen zu verhindern und wie bitte sollte das gehen, kein Mensch weiß vor einer Psychose wann diese ausbricht. Psychiater versuchen in der Regel unser Leben erträglich zu gestalten, bei 2/3 der Erkrankten geht das nur mit NL. That´s it, mehr gibt es nicht !

    Eine institutionelle Funktion der Psychiatrie sehe ich darin, dass sie die Einnahme von Neuroleptika bei Schizophreniepatienten reguliert:

    Der Tenor in der ärztlichen Literatur scheint bis heute zu sein: “Schizophrenie-Patienten mit Neuroleptika behandeln, dann stellen sie keine Gefahr für die Familienangehörigen, für die Allgemeinheit und für sich selbst dar”.

    Ich bin gespannt, ob und inwiefern ich in der Tagesklinik mit dem Behandlungsteam über dieses Thema sprechen kann.

    in reply to: Notizen von Mowa – Teil 3 #391562

    Vielen Dank, liebe @Dremwalker.

    Vielleicht werde ich diese Punkte bei der nächsten Oberarztvisite ansprechen.

    Bei der nächsten Oberarztvisite am Mittwoch möchte ich die Gelegenheit erneut nutzen, um Fragen zu stellen:

    Bis heute ist der Konsens weit verbreitet, dass Schizophrenie unheilbar und eine Dauerbehandlung mit Neuroleptika unumgänglich ist. Dass Neuroleptika die kognitiven Fähigkeiten stark beeinträchtigen und Negativsymptome hervorrufen können, wird bestritten und nicht erforscht.

    Meine persönlichen Erfahrungen und die meines Mannes zeigen, dass nichtmedikamentöse Maßnahmen die medikamentöse Behandlung teilweise oder ganz ersetzen können. Sollte die Medizin hier nicht hellhörig werden und die konventionelle Behandlung der Schizophrenie überdenken?

    Einerseits spüre ich den politisch-gesellschaftlichen Druck, akute Psychosen zu verhindern, andererseits sehe ich das ärztliche Ethos, (teilweise) heilbare Krankheiten (teilweise) zu heilen. Ich frage mich: Welche Rolle spielen die Psychiatrien und Psychiater in diesem Spannungsfeld?

    in reply to: Notizen von Mowa – Teil 3 #391402

    Das sonnige Wochenende habe ich angenehm aktiv verbracht, ohne in einen Erschöpfungszustand zu verfallen B-)

    Mar 3, 2025
    Gestern am sonnigen Sonntag sind wir auf dem Königstuhl gewandert.

    Ich wünsche allen Mitlesenden einen guten Start in die erste Märzwoche :ciao:

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