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25/09/2021 um 10:49 Uhr als Antwort auf: Ist die Welt eher freundlich oder feindlich für Euch? #178714
Es kommt immer darauf an, wo ich mich befinde. In der Psychiatrie ist mir die Welt wohlgesonnen. Außerhalb ist es situationsabhängig. Ich habe zum Beispiel die Angewohnheit, dass bei vielen Leuten immer die Lage abchecke und schau mir jeden einzelnen Passanten an. Das hilft mir klar zu sehen!
Danke @freia und @oceana und @schneeflocke
Liebe Foris,
diese Woche hatte ich EKT 4 und 5. Bin jetzt so gesagt in der Halbzeit. Bei der vierten EKT hatte ich den darauffolgenden Tag ein Glücksgefühl wie schon lange nicht mehr. War sowieso ein guter Tag. Meine Schwester besuchte mich und wir machten einen Ausflug. Das Wetter geht langsam aber sicher in den Herbst um. Jetzt ist grad viel Nebel. Aber egal. Es soll ja hier um die EKT gehen.
Gestern hatte ich meine fünfte EKT und was soll ich sagen? So gut habe ich mich schon lange nicht mehr gefühlt. Ich habe so viel Freude, dass ich nicht mehr weiß wohin damit. Wahn und Verkennungen sind wie weggeblasen. Auch mit dem Stimmen hören ist es besser geworden. Ich fühle mich sehr wohl in meiner Haut. Ein interessanter Aspekt habe ich erst gestern mitbekommen und zwar wird mir als Narkosemittel Ketamin gegeben. Das ist nochmal ein antidepressiver „Booster“ mehr oder weniger. Die Medikamentendosis konnte auch schon reduziert werden. Nehme nur noch 20 mg Olanzapin und 75 mg Clomipramin.
Ich kann Euch nur wärmstens empfehlen eine EKT zu machen, wenn Eure Medikamente nicht mehr funktionieren, oder Ihr das Gefühl habt, dass die Medikamente zu schreckliche Nebenwirkungen haben. Falls Fragen da sind, haut sie raus an mich. Bis denn :bye:
Ich wünsche Euch eine schöne Woche. Ich werde wieder nächsten Samstag berichten. Bis dorthin haltet die Ohren steif. Bis denn :bye:
:good: :good: :good:
Wie oft wird das bei dir so durchgeführt?
Elektrokonvulsionstherapie heißt es. Ich mache eine Serie von 10 Behandlungen.
Wie langanhaltend ist die Wirkung des EKT?
Das ist die große Frage die ich mir auch stelle. Erkennt man nur mit Fail and errormethode!
Dass du fast jedes Jahr in die Klinik musst tut mir Leid, das muss schrecklich sein.
Ja es ist nerventötend. Ich hasse die Klinik, aber ich sehe es auch als Rückzugspunkt an.
Ja die Frage steht im Raum und ist mir auch bewusst. Danke Dir @molly. Sagen wir es mal so. Nehmen wir an die Therapie hätte einen Erfolg und ich vielleicht zwei bis drei Jahre stabil bin, wäre es ein riesengroßer Erfolg. Nur 5 Wochen in der Klinik sein und dann währenddessen die nächste EKT. Mehr will ich gar nicht. Möglicherweise sind meine Erwartungen zu hoch gestellt. Auch darüber bin ich mir im klaren. Aber jetzt erstmal abwarten und die Serie der EKT’s laufen lassen.
In den 6 Jahren meiner Psychose war ich jedes Jahr in der Klinik mit Ausnahme 2019 und 2017. Deswegen nehme ich die EKT dankend an und versuche dadurch meine Abwärtsspirale zu unterbinden. Ich hatte auch schon eine postpsychotische Depression, sogar mehrmals fällt mir ein. Viel Glück, dass es nicht wie bei mir eine Chronifizierung gibt!
Danke Dir @blumenduft
Danke Dir @bernadette Mutig bin ich nicht. Pragmatisch trifft es eher
Danke Dir @mari
Danke @isa und @bartholomew Ja probiere es aus. Ist wirklich nicht schlimm. Nur die erste EKT ist am schlimmsten.
Du brauchst keine Angst davor zu haben @isa. Das mulmige Gefühl vergeht nach der zweiten EKT.
Ich hab noch ganz vergessen, dass man an ein Sauerstoffgerät angeschlossen ist!
So liebe Forengemeinde. Zunächst mal vielen Dank für die vielen Glückwünsche. Ich fühle mich geehrt. Und jetzt zum eigentlichen Bericht. Ich habe bisher drei EKT’s mitgemacht. Ich erzähle Euch einfach mal den Ablauf. Zuerst muss man ein bisschen Papierkram erledigen und unterschreiben. Wie zum Beispiel die Narkose abläuft ect. ect. ect.. Dann liegt man sich hin, wird verkabelt, also an EKG angeschlossen und Stellen im Gesicht für die Elektroden. Danach wird noch eine Infusion gelegt, wodurch dann das Narkosemittel und die Muskelrelaxans gegeben wird. Ich habe keine Ahnung mehr wie das Narkosemittel heißt. Ich weiß nur, dass die Muskelrelaxans Curare ist. Man schläft dann ein und dann beginnt die EKT. Man spürt überhaupt nichts. Das erste Mal ist immer das Schlimmste. Man kann wegen der Muskelrelaxans nicht mehr richtig laufen. Alles fällt schwer. Ich musste mit dem Rollstuhl zur Station gebracht werden. Zwei Pfleger haben mich dann gestützt auf die Couch gebracht. Ich schlief dann noch zwei Stunden und dann ging es wieder. Bei der zweiten und dritten war es dann nicht ganz so schlimm. Ist nur beim ersten Mal so. Man darf 6 Stunden vorher was Essen und trinken nur zwei Stunden davor. Danach ist Sense. Man muss einigermaßen nüchtern sein. An den Tagen wo ich die EKT gehabt habe, habe ich danach auch nicht geraucht. Man sollte keinen Alkohol trinken und nicht rauchen. Eigentlich sind glaube ich auch meine Nicotine Pouches verboten. Ich muss mal den Anästhesisten fragen
Ganz kurz zu den Ergebnissen:
Nach der ersten EKT passiert noch gar nichts. Nach der zweiten war ich schon spontaner und dieser Nebel durch die Medikamente löst sich auf. Ein bisschen hat sich auch meine Mimik verbessert, aber nur ein bisschen. Jetzt bei der dritten konnte ich von nichts neuem berichten. Und ich habe keinerlei Gedächtnisverlust, außer das mein Namensgedächtnis etwas in Mitleidenschaft gezogen wird. Aber des war schon vorher beschissen. Der Psychiater hat gesagt, dass man bei depressiven nach 6 Sitzungen eine deutliche Besserung der Symptome spürt und bis das psychotische sich bessert, braucht es 8 Sitzungen. Es bleibt wie immer sehr spannend. Ich werde Euch immer berichten wenn ich daheim bin. Wenn Ihr fragen habt, nur raus damit! Bis denn. Bin bis Sonntag online da
LG Metalhead :bye:
Danke @molly
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