Was ist eigentlich „normal“?

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  • #194394

    Was bitte bedeutet Leverage?

    #194395

    @Angora Ich glaube, dass du im wissenschaftlichen Sinne Recht hast: 1 % der Weltbevölkerung entsprechen nicht der Norm. Das, mit deiner Grund-Andersartigkeit kann ich nach empfinden. Mir ging es in Jugendjahren ähnlich. Einige haben mich deswegen gemieden, andere dafür gemocht.

    Für einen Psychiater gibt es wohl typische, psychotische Symptome, wie z.B. Ich-Störungen, Halluzinationen, Wahngedanken, etc. Kann es in diesem Kontext eine „normale Psychose“ geben?

    Ich denke, für einen Psychiater vielleicht schon, für den Betroffenen und seine Angehörigen eher weniger, da eine Psychose immer ein Ausnahmezustand ist. Habe es bei mir selbst als Betroffene und auch bei meiner Mutter als Angehörige erfahren dürfen. Auch, wenn ich in ihrer Gedankenwelt nicht drin steckte während ihrer Psychose, habe ich für eine Psychose „normale“ Symptome erkannt, die für das eigentliche Verhalten meiner Mutter eben nicht normal waren.

    Man kann nicht immer ein Held sein - aber man kann immer ein Mensch sein. (Goethe)

    #194396

    @Blumenduft Bedeutet für dich „normal“ gesellschaftlich akzeptiert? Ich denke, das ist eine gängige Auffassung. So würde ich es eigentlich auch verstehen.

    Man kann nicht immer ein Held sein - aber man kann immer ein Mensch sein. (Goethe)

    #194397

    @Floeckchen Damals hätte ich es dir erklären können, heute habe ich etwas bei Google dazu gefunden:

    Der Hebelwert (englisch leverage) ist ein Maß dafür, wie weit der Wert einer unabhängigen Variablen von anderen Werten entfernt liegt. Ein hoher Hebelwert würde bedeuten, das sich in der Nähe dieses Falls keine weiteren Fälle befinden. Es könnte sich hierbei um einen Ausreißer handeln.

    So, wie ich es verstehe, ist es ein Maß, inwiefern ein statistischer Wert noch in die Statistik mit einbezogen werden kann oder als „Ausreisser“ (outlier) abgestempelt und weg gerechnet werden kann.

    Man kann nicht immer ein Held sein - aber man kann immer ein Mensch sein. (Goethe)

    #194398

    Statt von einer normalen würde ich eher von einer typischen Psychose sprechen. Der Begriff der Psychose ist ja ziemlich klar definiert. Insofern ist sie dann wohl typisch oder meinetwegen auch „normal“.

    #194400

    @Angora Stimme dir zu. Für mich klingt „typische Psychose“ auch besser als „normale Psychose“ – obwohl beide Varianten wahrscheinlich dasselbe ausdrücken wollen.

    Man kann nicht immer ein Held sein - aber man kann immer ein Mensch sein. (Goethe)

    #194401

    Im übrigen habe ich mich nach meiner Erkankung auch als sehr Abseits des Normalen empfunden.

    Es gab dann einen Zeitraum in welchem ich bestrebt war mich wieder anzupassen.

    Irgendwann fiel mir auf, dass ich dies nicht erreichen kann und einem Phantom hinterherjage.

    Ich habe dann für mich, aus meinen Vorstellungen für mein Leben und meinen Erfahrungen, eine Entwicklung begonnen zu mir selbst, mit welcher ich mittlerweile zufrieden bin und mich da auf einem gutem Weg sehe. Es ist mir jetzt wichtiger ich selbst zu sein und zu erspüren was und wie mir etwas gut tut und mich voranbringt.

    Und anscheinend scheint dieses meine Verhalten irgendwie auch gesellschaftlich akzeptiert.

    Zumindest verspüre ich das so, denn es gibt da wenig Widerstände bei mir oder bei anderen.

    #194404

    Im übrigen habe ich mich nach meiner Erkankung auch als sehr Abseits des Normalen empfunden. Es gab dann einen Zeitraum in welchem ich bestrebt war mich wieder anzupassen. Irgendwann fiel mir auf, dass ich dies nicht erreichen kann und einem Phantom hinterherjage.

    Ich habe dann für mich, aus meinen Vorstellungen für mein Leben und meinen Erfahrungen, eine Entwicklung begonnen zu mir selbst, mit welcher ich mittlerweile zufrieden bin und mich da auf einem gutem Weg sehe. Es ist mir jetzt wichtiger ich selbst zu sein und zu erspüren was und wie mir etwas gut tut und mich voranbringt. Und anscheinend scheint dieses meine Verhalten irgendwie auch gesellschaftlich akzeptiert. Zumindest verspüre ich das so, denn es gibt da wenig Widerstände bei mir oder bei anderen.

    ich finde Du beschreibst sehr gut was Normal ist und was Gesund bedeutet. Das eine ist eine Anpassung nach Außen und das andere eine Anpassung nach Innen an das Selbst. :good:


    Quetiapin 0-0-100

    #194406

    Genauso, @rebus! Das ist die richtige Einstellung. Da bin ich auch grad dran – mich an das, was ich (noch oder nicht mehr) kann, anzunähern und mich mit meinem SoSein anzufreunden.

    #194411

    An meiner Arbeitsstelle wissen die Kollegen und Vorgesetzten nichts von meiner Erkrankung.

    Ich werde von meiner Chefin als „Original“ bezeichnet.

    Ist das noch normal? :wacko:   :scratch:

    #194431

    Das finde ich sehr konsequent. Bei mir wissen es eigentlich alle. Ich bin für sie also kein Original sondern ein Schizo. Original wär besser, is aber zu spät. Glückwunsch für dich, @DiBaDu!

    • Diese Antwort wurde geändert vor 2 Wochen, 4 Tage von Angora.
    #194485

    Danke, @Angora. :-)

    #194488

    Ich habe dann für mich, aus meinen Vorstellungen für mein Leben und meinen Erfahrungen, eine Entwicklung begonnen zu mir selbst, mit welcher ich mittlerweile zufrieden bin und mich da auf einem gutem Weg sehe.

    Es ist viel wert, zufrieden mit sich selbst zu sein, wie ich finde. :good:
    Wenn das gegeben ist, kann es einem selbst ja egal sein, ob man als „normal“ angesehen wird oder als „Orginal“, wie bei @DiBaDu . Diese Bezeichnung würde ich als Kompliment werten. :-)


    @Angora
    Wissen es bei deinem Arbeitsplatz alle? Wie gehen deine Kollegen und deine Vorgesetzten damit um?

    • Diese Antwort wurde geändert vor 2 Wochen, 4 Tage von Cellardoor.

    Man kann nicht immer ein Held sein - aber man kann immer ein Mensch sein. (Goethe)

    #194491

    Ich arbeite von zu Hause aus, auf Honorarbasis, @Cellardoor, deshalb fällt meine Erkrankung im Umgang mit meinen Kollegen nicht so ins Gewicht. Es wissen alle aber es spielt keine Rolle. Nur, wenn ich in die Klinik muss, fällt es auf. Deshalb musste ich auch offen sein, weil ich sonst die mehrwöchigen Ausfälle nicht hätte erklären können.

    #194500

    @Angora Das ist bestimmt ein Vorteil mit dem von Zuhause aus arbeiten. :good:
    Kenne das mit den Klinikaufenthalten bei mir selbst, wenn sich entweder eine psychotische, manische oder depressive Phase entwickelt oder schon am wirken ist. Mir kam das in der Vergangenheit sehr unberechenbar vor. Meistens hat das zum Jobverlust geführt in der Vergangenheit.

    Von daher finde ich es in deinem Fall sehr schlau, offen damit umzugehen.
    Ich hätte meine vergangenen Jobs wohl gar nicht erst bekommen, wenn ich offen gewesen wäre…ein kleines Dilemma.

    • Diese Antwort wurde geändert vor 2 Wochen, 4 Tage von Cellardoor.

    Man kann nicht immer ein Held sein - aber man kann immer ein Mensch sein. (Goethe)

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