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Hallo @Metalhead666,
in Norwegen wurde vor ein paar Jahren, als das erste „medikamentenfreie“ Krankenhaus zur Behandlung psychischer Erkrankungen etwas bekannter dort wurde, eine Umfrage gemacht. Damals wollten 52% der Betroffenen lieber medikamentenfrei behandelt werden und 48% lieber mit Medikamenten.
Darum beschloss die Politik dort, dass in allen Psychiatrien mindestens eine solche Station mit den Behandlungsmethoden der „medikamentenfreien“ Klinik eingerichtet werden sollen.
Das finde ich schon einen ziemlichen Fortschritt, zumindest in Norwegen.
Ich denke, dass wir und der Großteil der Bevölkerung einfach nicht genügend Wissen und Aufklärung und wohl auch deshalb zu wenig Möglichkeiten haben, uns für eine oder mehrere alternative Möglichkeiten zur Psychopharmatherapie oder zusätzlich dazu entscheiden zu können, eben auch, weil es Alternativen eben nicht überall in Deutschland und wohnortnah gibt und wenig bekannt sind und z.B. leider (noch?) keine solche Klinik.
LG Pia
Hindsight is 20/20 – Rückblick ist 20/20 -Erfahrungsbericht einer Frau mit bipolarer Diagnose und ihre Erfahrungen mit EKT und Ketamin im 20jährigen Rückblick
Von Jahel Anohi auf Mad in America vom 20.01.2023:
Guten Morgen, liebe @Mowa,
danke, ich hatte gestern, nachdem ich dir geschrieben hatte, direkt bei Google Scholar nach der Martin-Harrow-Studie gesucht und auch gefunden. Da hatte ich vorher nicht nachgesehen und noch nicht wirklich gesucht. Ich habe noch nicht alles davon gelesen und deswegen noch nicht ins Forum gepostet.
Zu dem Absetzen oder Reduzieren:
Es ist ja so, dass die Synapsen im Gehirn durch Psychopharmaka empfindlicher werden und zum Teil vermehrt oder vermindert werden, weil der Körper sich an die Psychopharmaka ja gewöhnt und anpasst.
Deswegen sollte man grundsätzlich gerade beim Rest sehr vorsichtig vorgehen und ganz langsam ausschleichen und sich Zeit lassen. Das Gehirn ist neuroplastisch und kann sich an andere Dosierungen anpassen. Das dauert aber und geschieht nicht von heute auf morgen. Bei Vielen funktioniert eine Anpassungszeit von 4 bis 6 Wochen nach jedem Reduktionsschritt. Wenn man in der Zeit zu starke Entzugserscheinungen bekommt oder Symptome, kann man wieder etwas hochdosieren, so die Empfehlungen etlicher Selbsthilfe-Internetforen weltweit und auch der DGSP zum Beispiel. Von der DGSP gibt es auch eine kostenlose Broschüre dazu, auch als PDF-Download. Bücher gibt es auch etliche darüber.
Entzugserscheinungen können extrem werden und ein Rebound wird oft als Rückfall diagnostiziert.
Natürlich ist es klar, dass es wichtig ist, ob man mit einer gewissen individuellen Dosis stabil ist, darum ja auch die Zeit zur Anpassung nach jeder Reduktion.
Nu ja, ich bin da nicht die Expertin. Xeplion habe ich immer 3 Monate in der selben Dosis genommen und dann auf die nächst niedrigere Dosis reduziert. Das hat problemlos geklappt. Mein Psychiater sagte damals, ich könne dann ganz absetzen, als wir bei den 25 mg ankamen. Gern, bloß habe ich soviel von Anderen über abrubtes Absetzen gelesen, dass ich das nicht tun werde. Dafür nehme ich das Xeplion zu lange.
Ich hatte dir das gestern nur geschrieben, weil du mal schriebst, dass du es irgendwann wieder ohne Neuroleptika probieren möchtest.
Ich will dir da natürlich nicht reinreden, sondern dich nur darauf aufmerksam machen.
Ich wünsche dir einen schönen Tag und weiterhin gute Besserung.
Liebe Grüße Pia
PS: Ich würde dir wirklich empfehlen, falls du absetzen willst, das letzte Milligramm Aripiprazol, was du ja jetzt schon länger nimmst, ganz ganz langsam in x-tel Milligramm auszuschleichen und dir zwischen jeder Reduktion so 4 bis 6 Wochen Zeit zu lassen, auch länger, das ist ganz individuell.
Ich habe damals, als ich das Paliperidon, also Xeplion, wegen der Nebenwirkungen gleich wieder los werden wollte, das ADFD-Forum gefunden (inzwischen ist es das Psyab.net, las ich). Das hat mir die Augen geöffnet, dass man Psychopharmaka nur ganz langsam risikominimiert ausschleichen sollte. Ich habe da damals eine Weile mitgelesen und war und bin schockiert, wie schlecht es so vielen Menschen durch Entzugssymptome von Psychophsrmaka geht und wie viele Rebonds erleiden, durch abrubtes Absetzen oder zu schnellem Reduzieren und dann von den Psychiatern wieder vollgepumpt wurden, statt ihnen langsames Ausschleichen zu empfehlen.
Paliperidon gibt es leider nur in Retardform als Tabletten und als Depot und keine Dosierungen zum Ausschleichen. Von den Herstellern so gewollt, leider. Das habe ich vorher leider nicht gewusst.
Du hast ja das flüssige Aripiprazol, mit dem ganz langsames Ausschleichen mit einer anderen Spritze wie beigelegt, möglich ist, mit der Wasserlösemethode.
LG Pia
Hallo liebe @Mowa,
bei deinem Schlafrhytmus hast du dann ja wenigstens einige Stunden ohne Baulärm. Schön, dass du tagsüber trotzdem auch etwas schlafen kannst. Das kann ich nicht, ich war heute Nacht nur kurz vom Weg ins Bad im Forum. Ich bin aber meist so gegen 5 Uhr auf und genieße dann die Ruhe.
Ich finde deinen Erfahrungsbericht sehr gut. Auch dein Foto und deine Zeichnung.
Toll, dass dein Kollege schon angefangen hat, den Bericht zu übersetzen.
Ich habe letzt auf MIA von der Martin-Harrow-Studie gelesen. Leider ist die wohl nicht kostenlos öffentlich zugänglich, ich habe sie bisher jedenfalls nicht gefunden, sonst hätte ich sie verlinkt. Martin Harrow hat jedenfalls zig Jahre zu Schizophrenie geforscht und die Ergebnisse seiner Studien sind, dass erheblich mehr Betroffene, die keine Psychopharmaka erhielten, genesen sind, als Betroffene, die mit Psychopharmaka medikamentiert wurden und eben die, die die Psychopharmaka langsam ausgeschlichen haben. Das zeigen ja auch die Erfolge des offenen Dialogs. Martin Harrow hat aber einige Bücher darüber veröffentlicht.
Ich bin darüber wirklich traurig und sauer, dass die Pharmabranche einschließlich der psychiatrischen Versorgung zum großen Teil nicht umdenken will und immer noch die nie bewiesene und längst widerlegte Hypothese, Behauptung, verbreitet, dass psychisch Leidende ein chemisches Ungleichgewicht im Gehirn hätten und deshalb Psychopharmaka benötigen wie Diabetiker Insulin.
Von der Martin-Harrow-Studie habe ich in dem Artikel zum medikamentenfreien Krankenhaus in Norwegen gelesen. Den Artikel habe ich vor ein paar Tagen hier im Forum gepostet. Auch deren „Methoden“ sind ja wirksam. Sie gründeten die Klinik, nachdem sie von der Martin-Harrow-Studie gehört hatten.
Ich wünsche dir einen schönen Tag und weiterhin gute Genesung und weiterhin viel Erfolg mit all deinen Aktivitäten.
Liebe Grüße Pia
Guten Morgen liebe @Mowa,
das hört sich gut an, dass du wieder symptomfrei bist. Leider mit Nebenwirkungen.
Ich hoffe, du kannst noch schlafen.
Gute Nacht und weiterhin gute Besserung.
Liebe Grüße Pia
Hallo liebe @Mowa,
ich denke gerade, dass du die Reise ja schon jetzt buchen müsstest und ihr wahrscheinlich schon in 10, 11 Tagen fliegen würdet.
Es kann ja leider bei psychotischen Symptomen passieren, dass man in eine volle Psychose rutscht. Das wäre bestimmt nicht so klasse, dann eventuell auf Teneriffa in eine Psychiatrie zu kommen.
Ich würde genau gucken, was die Anbieter für Reiserücktrittsversicherungen anbieten und ob ihr im Falle von Erkrankung auch direkt kostenlos zurückfliegen könntet.
Aber daran denkst du wahrscheinlich sicher selbst.
Liebe Grüße Pia
18/01/2023 um 9:41 Uhr als Antwort auf: Offener Dialog, eine alternative Methode aus Finnland zur Heilung von Psychosen #263595Auch dieser Thread ist leider technisch defekt, man muss erst auf die vorherige Seite des Threads, um die bisher letzten Beiträge sehen zu können.
Ich habe gerade auf Seite 4 „Rehumanisierung unserer psychischen Gesundheitssysteme: ein Interview mit Jaakko Seikkula über den Ansatz des offenen Dialogs – von Mad in the UK, vom 20.10.2022“ gepostet.
18/01/2023 um 9:32 Uhr als Antwort auf: Offener Dialog, eine alternative Methode aus Finnland zur Heilung von Psychosen #263593Rehumanisierung unserer psychischen Gesundheitssysteme: ein Interview mit Jaakko Seikkula über den Ansatz des offenen Dialogs – von Mad in the UK, vom 20.10.2022:
Jaakko Seikkula hat zusammen mit Markku Sutela den Ansatz des offenen Dialogs für akute Krisen in Finnland entwickelt. Jaakko ist klinischer Psychologe, Forscher und Professor für Psychotherapie an der Universität Jyv ä skyl ä, Finnland. Seit mehr als 40 Jahren entwickelt Jaakko die menschliche Praxis, mit den schwersten Arten von psychischem und emotionalem Stress zu arbeiten. Seine Arbeit hat weltweites Interesse geweckt und seine Bücher wurden in 15 Sprachen übersetzt. In letzter Zeit galt sein Hauptinteresse der Organisation eines weltweiten Trainingsnetzwerks im Offenen Dialog, um dessen Entwicklung zu unterstützen. Dies geschah bisher in mehr als 30 Ländern, darunter mehrere wichtige Forschungsprojekte…..(Englisch):
Guten Morgen liebe @Mowa,
du hast ja offenbar eines von den seltenen Exemplaren der guten Psychiater.
Es tut dir bestimmt gut, dich mal richtig zu erholen und nichts tun zu müssen. Der Baulärm ist ist ja auch schwer auszuhalten und geht natürlich an die Nerven.
So ein All-Inclusive-Urlaub bei milden Temperaturen klingt toll. Da könnt ihr sicher beide mal entspannen und euch Gutes tun. Auch Manager:innen brauchen mal Pausen und Urlaube.
Ich wünsche dir weiterhin gute Besserung und dass dir die 1,5 mg ausreichen und du schnell wieder symptomfrei wirst und natürlich einen schönen Tag.
Liebe Grüße Pia
John Read und Irving Kirsch – Elektrokrampftherapie (EKT) Rechtfertigt die Evidenz aus klinischen Studien ihre fortgesetzte Anwendung?
Von James Moore, Mad in America, 13.Juni 2020
Studie, die behauptet, ECT sei sicher für Kinder, ist fehlerhaft und ethisch besorgniserregend – Mad in the UK 09.01.2023
Study that claims ECT is safe for children is flawed and ethically concerning
Ein TMS-Experte aus Erfahrung teilt sein Wissen über Schäden, die durch TMS verursacht werden. Er beschreibt die Wirkung der transkraniellen Magnetstimulation und warum es oft lange dauert, bis sich Verletzungen zeigen und erwähnt die Ähnlichkeiten mit der EKT. Er zeigt auf, warum der Personenschaden von Ärzten kaum erkannt wird und teilt abschließend sein persönliches Erfahrungswissen darüber, was zur Behebung des durch TMS-Behandlungen verursachten Schadens beitragen kann.
Von James Hall (Der selbe Mann, der seinen Erfahrungsbericht 2020 in MIA teilte, obiger Post), Mad in America, 17.01.2021 (Englisch):
Im vergangenen Jahr habe ich mit ungefähr hundert TMS-Verletzten, unzähligen Ärzten und etlichen medizinischen Forschern und Wissenschaftlern gesprochen. Was ich über die Natur der TMS-Verletzung und die sie umgebende Kultur lernen und zusammenstellen konnte, ergibt einen unglaublichen Einblick in die Behandlung selbst und in die Natur des medizinischen Modells in seiner derzeitigen Form.
Dieser Artikel widmet sich der Analyse der Schäden, die derzeit durch TMS verursacht werden. Es ist nicht beabsichtigt, einen ausgewogenen Überblick über die Therapie oder ihre Praxis zu geben:
Zu schön um wahr zu sein, wie TMS, transkranielle Magnetstimulation, mein Gehirn geschädigt hat.
Erfahrungsbericht von James Hall in Mad in America, 21.04.2020: (Englisch)
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