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Hallo @Miina.
Das ist meiner Meinung nach möglich. Ich habe dies bei mir unter Langzeitnebenwirkungen eingeordnet. Geholfen hat mir Sport und regelmäßige Schlaf- und Zubettgehzeiten.
Dennoch, ganz verschwunden ist es bei mir nie. Ich war dann teilweise sehr müde tagsüber.
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04/11/2023 at 22:43 in reply to: WHO: Psychische Gesundheit, Menschenrechte und Gesetzgebung:Anleitung und Praxis #316405Vielleicht passend dazu:
Bei der Wahl zur Miss Germany gibt es unter den letzten 15 Kandidatinnen jemanden mit dem Herzensthema mentale Gesundheit.
Also: Ich bin mir sicher es wird schon noch einen Wandel geben, der zur Mitte der Gesellschaft durchdringen wird. Und auch wenn ich an keine Entstigmatisierung in allen Bereichen glaube, dann glaube ich zumindest an ein breiteres Verständnis.
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02/11/2023 at 17:37 in reply to: WHO: Psychische Gesundheit, Menschenrechte und Gesetzgebung:Anleitung und Praxis #316122Pia du reißt meinen Post aus dem Zusammenhang.
Ich bin schlicht und ergreifend der Meinung, dass aller Aktivismus und aller Beschulung zum Trotz der Mensch seine Meinung hat und das Stigma bestehen bleiben wird.
Eine Schulnote 6 bleibt eine Schulnote 6 und das sollte einem nicht schön geredet werden.
Oder anders: Ich bin der Meinung, dass forcierter gesellschaftlicher Aktivismus nicht zu einer Entstigmatisierung führt, sondern eher auf verstärkte eigene Meinung und realitätsüberprüfung bei anderen Menschen. Das habe ich auch bei anderen Minderheitenaktivismus erlebt, allem politischen Willen und Festivals zum Trotz.
Edit: Wobei ich es natürlich begrüße, dass Thema aufzuarbeiten und die Öffentlichkeit zu sensibilisieren. Nicht einfach im Dunkeln lässt und etwas entgegensetzen kann. Und wir als Betroffene unsere Unterstützer haben.
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02/11/2023 at 15:53 in reply to: WHO: Psychische Gesundheit, Menschenrechte und Gesetzgebung:Anleitung und Praxis #316102Wie will man denn Gesetze gegen eine gesellschaftliche Stigmatisierung erlassen?
Das ist ja als ob ich eine Meinung oder ein Gefühl verbieten wollen würde.
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Es gab hier mal die Diskussion um eine Verfügung. Weiß nicht mehr wo und ich habe es mir auch nicht gemerkt. Ich weiß auch nicht, wie da die rechtliche Lage ist und ob Ärzte so etwas umsetzen müssen.
Aber es gibt auch andere Wege, wie zum Beispiel @mowa und die Redundanz.
Dieses Konzept wende ich auch bei mir sehr erfolgreich an.
Und da gibt es bestimmt auch andere Gründe.
Zu viel Arbeit zum Beispiel. Oder schlechte Beziehungen. Aber das wäre dann Rücksichtnahme auf sich selbst im Sinne der Erkankung und weitere Arbeit daran mithilfe von Therapie oder ähnlichem, gegen das eigene Selbstbild oder gegen selbst gesteckte Ziele. Oder aber auch gegen den eigenen Lebensstandard, für welchen man sich aber auch mit dem Wissen um die Erkrankung dann wieder selbst entschieden hat.
Es fällt sicherlich schwer im Zusammenhang mit dem Stigma und der damit einhergehenden Abwertung mit der Krankheitsbezeichnung vor dem eigenen Selbst zu bestehen. Insbesondere nach der Akutphase.
Vielleicht kann man wirklich nichts für diese Erkrankung. Aber dann ist es wohl immer noch ratsamer diesen Zustand zu akzeptieren und daran zu arbeiten. Denn die Opferrolle ist vielen heutzutage egal. Außer dem Hilfesystem vielleicht.
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Es ist ja auch nicht so, dass man sich einen Grund einfach aussuchen könnte.
Das Unterbewusstsein ist schließlich sehr aktiv und woran man gefühlt und gedanklich glaubt, dass es eine Einheit ergibt, dass kann man nicht unbedingt wählen. Denn irgendwo würde man sich selber belügen wenn man das täte. Und ich glaube nicht, dass das zum Erfolg führt.
Deswegen bringen Einflussversuche von außen auch nur bedingt etwas. Weil die Bereitschaft mit der Auseinandersetzung häufig schon an der Stabilität scheitert.
Wenn ich zum Beispiel gehört habe, dass läge schlicht und ergreifend an den Drogen, dann hat sich alles bei mir gewehrt. Dafür war ich einfach nicht zugänglich. Erst im Laufe der Zeit, nach viel Arbeit und Annahme von Hilfen konnte ich mein Bild zusammenlegen.
Und heute ist es eben was es ist. Und ich bin zufrieden.
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Stimmt. Im Wahn kann man sich seinen Zustand und den Grund des Leidens manchmal nicht so genau erklären. Aufgrund eines Mangels an Informationen oder einer falschen Herleitung.
Ich konnte mir mein Leid zunächst auch nicht besser erklären, als mit verdrängtem sexuellem Missbrauch im Kindesalter. Habe mich dann auch daran aufgehangen, obwohl es noch viel mehr gab.
Jedoch diente diese Erklärung als Grund und Boden für meine Vorgehensweise. Dessen Grund womöglich eben nur auf Sand gebaut war bzw. ist. Denn eine Anzeige und Gespräche förderten nichts zu Tage.
Aber immerhin gab es dann keine zwanzig Erklärungsversuche und man hat sich dann eben daran abgearbeitet.
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Wenn man plötzlich denkt, man wurde sexuell missbraucht, es wurde einem Schlimmes in der Kindheit angetan, liegt das Problem bzw. die Ursache nicht intrinsisch in einem selbst, sondern bei anderen, die einen schlimmes angetan haben könnten. Man gibt somit etwas Verantwortung für seine Situation ab. Auch wenn man ja nie entschieden hat schizophren zu werden und die Kontrolle über sein Leben zu verlieren, fühlt es sich so an, als trage man eine Art Schuld dafür das man diese fürchterliche Krankheit hat. Als sei man selbst dafür verantwortlich.
Die Verantwortung ist doch nur für die spezifische Situation des Missbrauchs in der Kindheit nicht bei einem selbst. Das ist doch kein automatischer Zwang der dann zur Schizophrenie führt. Darin liegt doch nicht alles begründet. Natürlich ist man selber ob seines Schicksals am Schreien und stellt sich selbst in den Mittelpunkt. Aber damit ist dann doch nicht Ende, indem ich als Erwachsener alle Verantwortung von mir schiebe.
Ich kann anzeigen. Ins Krankenhaus gehen. Medikamente nehmen. Recherchieren. Hilfe nutzen.
Akzeptieren lernen.
Oder mich isolieren. Weiter Drogen nehmen. Ohne Medikamente leben wollen. Sogar Selbstjustiz üben.
Da kann ich doch nicht sagen ,,Hey, entscheide du mal für mich.” Und auch das letzte bisschen Verantwortung abgeben, wofür ich dann, wenns nicht klappt, auch dem anderen die Schuld zuschiebe.
Dafür gibt es (in Notfallsituationen) Ärzte.
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Er kann glauben, meinen und leben wie er will.
Naja…. Als Psychosebetroffene sehe ich das anders: Leider konnte ich in vielen Momenten in meinem Leben nicht gute Entscheidungen treffen, wenn ich psychotisch war. Ich wünsche mir schon länger, dass einem in akuten Phasen die Grenzen vom Staat deutlicher aufgezeigt werden und man Hilfe in Form von Freiheitsentzug und Behandlungszwang bekommt.
Das ist sehr bedauerlich. Für dich. Als eine einzelne Person.
Der Staat hat die gesetzgebende Gewalt. Für alle. Er sieht vor in die Freiheit eines Einzelnen nur aufgrund von Selbst- oder Fremdgefährdung einzugreifen. Ansonsten obliegen Entscheidungen jedem selbst.
Schlechte Entscheidungen kann jeder und in jeder Lebenslage treffen. Man hat nicht immer 100 Punkte. Das nennt man Lebensweg.
Für Schizophreniekranke gibt es Hilfe und Nachsorge. Das Hilfesystem ist gut.
Man muss es als Einzelner eben nutzen wollen und auch können. Oder man scheitert in letzter Konsequenz auch daran.
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So hart es klingt:
Dein Sohn ist 31 und für sich selbst verantwortlich.
Er kann glauben, meinen und leben wie er will.
Und ja, meiner Meinung nach zählt sexueller Missbrauch zu den negativ Faktoren die eine Schizophrenie auslösen können, gerade wenn man diesen verdrängt.
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Guter Beitrag, symphatischer Typ Mensch und ein tolles Beispiel für die Öffentlichkeit.
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Ich habe auf meinem Weg öfter das Gefühl bekommen oder den Satz direkt ausgesprochen bekommen, dass ich mit dieser Erkrankung mein Leben lang zu tun haben werde.
Ich wollte diesen Satz nie wahr haben.
Heute zumindest sehe ich es so:
Das Ereignis, oder die Ereignisse, die den Grund darstellen und die Lebensumstände vor Ausbruch der Erkrankung, haben insofern einen Einfluss, dass mein Leben zumindest nicht mehr dasselbe sein wird. Also eine kleine Zustimmung.
Aber! Ich habe nach anfänglichem Widerstand diesen Satz zumindest gefühlt abschwächen können und ihn eine andere Bedeutung gegeben.
Indem ich beharrlich an eine Besserung geglaubt, gearbeitet und viel in verschiedene Richtungen gesucht habe, konnte ich mich schließlich in einem neuen Leben wiederfinden, mit dem ich nicht unglücklich bin.
Ich habe vieles mit bereits vorhandenen (kassenfinanzierten) Hilfeleistungen bewerkstelligen können.
Die letzten Schritte waren etwas knifflig und sind sehr individuell, aber meiner Meinung nach ist ein gutes Leben auf jeden Fall möglich.
Von vollständiger Heilung habe ich gehört und auch daran glaube ich, aber es könnte bei einer vagen Hoffnung bleiben.
Jedoch gebe ich nicht auf und ich bin bereit weiterhin viel dafür zu tun.
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Klingt als bräuchtest du Ruhe und Tagesstruktur.
Vielleicht durch fremde Hilfe oder du berappelst dich selber wieder.
Gute Besserung.
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14/08/2023 at 22:25 in reply to: Führerscheinumtausch könnte wegen Neuroleptika zum Führerscheinentzug führen #304354Auto fahren kann sehr angenehm sein.
Ich habe es erlebt akutpsychotisch Auto zu fahren. Ich habe zu der Zeit sogar noch gearbeitet.
Autobahn, Winter, Landstraße. Es ist kein Unfall passiert. Bis zu einem Moment, wo mir eine Wahnidee einen Streich gespielt hat und da hätte es nicht nur für mich schlimme Folgen geben können. Es war ein Firmenauto und mit fortschreitender Erkrankung wurde ich dann auch gekündigt und war ohne Auto.
Heute bin ich froh über mein Fahrrad und fahre sehr gerne damit.
Im Falle von Akutpsychotikern kann das keiner wissen, wenn derjenige Auto fährt.
Im juristischen Sinne ist meine persönliche Meinung eine genau solche Fahrtauglichkeit oder ein Verbot zumindest fragwürdig. Es hängt nämlich im Verbot von Bedienen von Maschinen mit drin. Und damit wären dann auch gewisse Arbeiten miteingeschlossen. Müsste also meines Wissens so verboten werden.
Ich denke beim Thema Autofahren gibt es hierzulande einen Ermessensspielraum des Fahrers und einen Verbotsrahmen. Menschen mit Führerschein lernen vor Fahrtantritt ihre Fahrtauglichkeit zu überprüfen und ansonsten die Fahrt zu unterlassen. Da gibt es für mich dann auch keine Ausnahme.
Und bei Menschen mit Neuroleptika sollte eine Selbsteinschätzung gegeben sein, ansonsten sollte der Fahrer zur MPU, weil er scheinbar nicht fähig ist das einzusehen.
Ich empfand zum Beispiel damals Fahrten im Winter bei entgegenkommenden Schnee auf der Windschutzscheibe als sehr unfallgefährdend für mich.
Führerscheinentzug bei Akutpsychotikern? Und bei wem noch?
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This reply was modified 1 Jahr, 7 Monate ago by
rebus.
Ich dachte hier geht es um Psychose, nicht um Angst?
Bei einer Psychose würde eine Konfrontation gegen die Stärke des Glaubenssatzes des Klienten spielen.
Wenn diese Person dann zusätzlich keinen Menschen hat, denen sie vertraut, dann wird es meiner Meinung nach extrem unwahrscheinlich, dass sich an dem Psychosegerüst noch etwas ändert, außer die betroffene Person kommt durch eigene Herleitungen auf neue oder andere Ideen.
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