Mowa

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  • in reply to: Notizen von Mowa – Teil 3 #391402

    Das sonnige Wochenende habe ich angenehm aktiv verbracht, ohne in einen Erschöpfungszustand zu verfallen B-)

    Mar 3, 2025
    Gestern am sonnigen Sonntag sind wir auf dem Königstuhl gewandert.

    Ich wünsche allen Mitlesenden einen guten Start in die erste Märzwoche :ciao:

    in reply to: Monotonie versus aufregendes Leben #391401

    Lieber @Amethyst,

    … bin ich viel am Billanzieren, was mein Leben anbelangt. …

    … Was ich mitteilen wollte, mein Leben war intensiv, spannend, abwechslungsreich. Ich finde das sehr wichtig. Das wichtigste für mich ist allerdings, dass man ein “guter Mensch” ist. Das ist natürlich bis zu einem gewissen Grad relativ, subjektiv und Definitionssache. Dennoch….

    danke für Deine Gedanken.

    Selbst suche ich die Intensität im Leben, und wenn Du schreibst, dass sie Dir sehr wichtig ist, dann verstehe ich das auf meine Weise.

    Ob es einen “objektiv guten” Menschen gibt und was ihn ausmacht, weiß ich nicht.

    Selbst sehe ich mich als einen Menschen, der Hitler/Hirohito und Jesus und irgendetwas dazwischen sein könnte. Deswegen muss ich mich selbst gut beobachten und doch so leben, was ich in diesem Augenblick für richtig halte.

    Ich wünsche Dir, dass Du mit Dir selbst Frieden schließen kannst, falls Du es noch nicht getan hast :-)

    Liebe Grüße,
    Mowa

    in reply to: Notizen von Mowa – Teil 3 #390995

    Danke schön, liebe Blaustern!

    Ja, gestern war ein guter Freitag in der Tagesklinik. In der Arbeitstherapie konnte ich ein Projekt abschließen, an dem ich 9 Tage gearbeitet habe.

    Heute Morgen war ich mit Chanchan auf dem Berg spazieren. Das Wetter war sehr schön und die Bewegung im Wald hat mir sehr gut getan.

    Schön das du soviel Unterstützung bekommst.

    Das stimmt. Ohne die Unterstützung meines Umfeldes, meiner Angehörigen, meines Vorgesetzten, der Tagesklinik, meines Psychiaters und des Psychotherapeuten meines Mannes wäre es nicht möglich, dass es mir heute und jetzt wieder so gut geht.

    Feb 28 2025
    Am letzten Februartag blühten die ersten Narzissen am Neckar.

    Mar 1 2025
    Es ist der 1. März. Es ist frühlingshaft sonnig bei winterlichen 3 Grad.

    in reply to: Notizen von Mowa – Teil 3 #390831

    Danke, liebe @Isa.
    Dass ich Dich auch bewundere, weißt Du ja, kann ich nur wiederholen ;-)

    Ich fühle mich weiterhin fit und werde belastbarer. Nachmittags bin ich noch erschöpft, aber auch das wird in den nächsten Wochen bestimmt besser.

    Im Einzelgespräch mit meiner Bezugspsychologin konnte ich mehrere Vorfälle aus meiner Kindheit ansprechen. In den letzten Wochen hatte ich immer wieder Gelegenheit, über meine Kindheit zu sprechen, auch mit meiner Mutter. Ich bin erstaunt, wie erleichtert ich mich in dieser kurzen Zeit fühle, als könnte ich spüren, wie die Heilung ausgelöst wurde.

    Gestern hatte ich meine 6. Einzelstunde Kunsttherapie. Nach einem guten Gespräch mit der Kunsttherapeutin habe ich den Kopf der Tonfigur leicht zur Seite gedreht, so, als würde sie gerade die Blume bemerken.

    Nächste Woche fällt die Therapiestunde aus und in 2 Wochen habe ich voraussichtlich meine 7. und letzte Einzelstunde Kunsttherapie. Ich möchte den Kopf so formen, dass seine Orientierung etwas deutlicher wird. Und dann möchte ich 1 oder 2 (edit:) Kronblätter der Blüte rötlich anmalen. Für meine Dokumentation möchte ich auch ein paar Fotos davon machen.

    • This reply was modified 1 Monat, 1 Woche ago by Mowa.
    in reply to: Notizen von Mowa – Teil 3 #390608

    Vielleicht werde ich diese Punkte bei der nächsten Oberarztvisite ansprechen.

    Ich habe mir zum Ziel gesetzt, am Mittwoch davor, also am 19. März, aus der Tagesklinik entlassen zu werden.

    Gestern bei der Oberarztvisite konnte ich diese Punkte ansprechen, und der Oberarzt ist freundlich darauf eingegangen.

    Nächste Woche, wenn eine Psychoedukationsstunde angeboten wird, werde ich daran teilnehmen und mich einbringen können. Ich bin auch gespannt auf die Diskussion in der Gruppe.

    In der Psychotherapiegruppe wurde die S3-Leitlinie angesprochen. Wenn ich es richtig in Erinnerung habe, ist in der Version vom März 2019 zum ersten Mal die Bedeutung der Psychotherapie anerkannt worden.

    Dazu ChatGPT:

    In der aktuellen S3-Leitlinie zur Schizophrenie wird die Bedeutung der Psychotherapie neben der Pharmakotherapie hervorgehoben. Die Leitlinie empfiehlt, dass Menschen mit Schizophrenie – unabhängig von der Krankheitsphase – ein Behandlungsplan angeboten werden sollte, der sowohl antipsychotische Pharmakotherapie als auch psychotherapeutische Interventionen umfasst. Insbesondere wird die Kognitive Verhaltenstherapie (KVT) als wirksam bei der Reduktion von Symptomen und der Verbesserung des Krankheitsverlaufs anerkannt. Diese Empfehlung basiert auf Evidenz, die zeigt, dass die Kombination von Pharmako- und Psychotherapie zu besseren Behandlungsergebnissen führt.

    Es ist jedoch wichtig zu beachten, dass die Wirksamkeit der Psychotherapie in der Regel in Kombination mit einer antipsychotischen Medikation untersucht wurde. Die Leitlinie empfiehlt daher, Psychotherapie als ergänzende Maßnahme zur medikamentösen Behandlung anzubieten. In bestimmten Fällen, beispielsweise wenn Patienten eine medikamentöse Behandlung ablehnen, kann eine psychotherapeutische Intervention auch ohne gleichzeitige Pharmakotherapie erwogen werden.

    Bitte beachten Sie, dass die S3-Leitlinie von 2019 stammt und bis März 2023 gültig war. Es ist möglich, dass seitdem Aktualisierungen vorgenommen wurden. Für die neuesten Empfehlungen und Leitlinien wird empfohlen, die aktuelle Version auf der Website der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) zu konsultieren.

    Die S3-Leitlinie zur Schizophrenie wurde erstmals 2006 veröffentlicht und war bis 2010 gültig. Die nächste Version erschien 2019 und galt bis März 2023. Somit hatten die bisherigen Leitlinien eine Gültigkeitsdauer von etwa vier Jahren. Derzeit wird die Leitlinie überarbeitet, mit einer geplanten Fertigstellung bis Ende 2024.

    Wenn es sich bei der aktuellen S3-Leitlinie (gültig bis edit: März 2023) um die zweite Version handelt und die erste Version bis 2010 gültig war, dann wurde die Wirksamkeit der Psychotherapie in der ersten Version möglicherweise nicht erwähnt oder als “kontrainduziert” angegeben (?)

    (…)
    Quelle: https://www.ddpp.eu/
    (…)

    Vor 2014 hatten sich der DDPP e.V. (…) und die Bundespsychotherapeutenkammer engagiert bis die Psychotherapierichtlinie an den seit Jahren bestehenden wissenschaftlichen Stand angepasst wurde, und eine Psychotherapieindikation für Menschen mit Psychosen bei jedem Schweregrad, jeder Akuität und in allen Phasen der Erkrankung eingeräumt wurde.

    (…)

    Jedenfalls ist es sicher total spannend, die Inhalte der S3-Leitlinien über die Jahrzehnte zu vergleichen :yes:

    • This reply was modified 1 Monat, 1 Woche ago by Mowa.

    Untersuchung der Beziehung zwischen negativen Symptomen und metakognitiven Funktionen bei Psychosen: Eine Meta-Analyse der Daten einzelner Teilnehmer

    Aus TABLE 1: Durch konfirmatorische Faktorenanalyse identifizierte Negativsymptom-Items.
    (…)
    Code Negativsymptom-Element
    N1 Abgestumpfter Affekt
    N2 Emotionaler Rückzug
    N3 Schlechtes Verhältnis
    N4 Passiver/teilnahmsloser sozialer Rückzug
    N5 Schwierigkeiten beim abstrakten Denken
    N6 Mangel an Spontaneität und Gesprächsfluss
    N7 Stereotypisches Denken
    G5 Manierismen und Körperhaltung
    G7 Motorische Verlangsamung
    G8 Unkooperativität
    G11 Schlechte Aufmerksamkeit
    G13 Beeinträchtigung des Willens
    G14 Schlechte Impulskontrolle
    G15 Besorgnis
    G16 Aktive Sozialvermeidung
    P2(-) Konzeptionelle Desorganisation

    Ich habe die Veröffentlichung noch nicht gelesen, nur das, was ich oben zitiert habe.

    Was mir sofort aufgefallen ist, ist, dass die Wirkung der Pharmakotherapie auf die Negativsymptome und auf die metakognitiven Fähigkeiten der Betroffenen in der gesamten Veröffentlichung nicht berücksichtigt wird.

    Darüber kann ich mich nur wundern:

    Als die Übermedikation mich daran hinderte, Probleme zu erkennen, war es ganz so, als hätte ich keine Probleme, also machte ich auch keine Probleme. So wurde ich zu einem unproblematischen, unsichtbaren Wesen und führte ein Schattendasein am Rande der Gesellschaft.

    Neuroleptika unterbinden die Verknüpfung von Informationen, unabhängig davon, ob sie gesundheitsfördernd oder krankmachend sind. Gedanken, Gefühle und Handlungen werden wahllos verschüttet und mit ihnen das Wesen der Person, die mit Übermedikation behandelt wird. Ich kann heute kaum glauben, in welch große Urteils- und Handlungsunfähigkeit ich durch Neuroleptika künstlich versetzt wurde. Es war, als wäre ich meines Ichs beraubt und entmenschlicht worden. Dennoch sagten mir meine damaligen Psychiater:innen, dass ich gesund sei und dass die Neuroleptika gut für mich seien.

    Woran ich mich erinnere, was mir geholfen hätte, bis ich mich schließlich 2016 verselbstständigt habe, ist eine fachliche Transparenz darüber, wie Psychopharmaka wirken und wie sie meinen Alltag unterstützen können.

    Auch darüber, dass es ein langer Weg werden kann, den Wirkstoff und die Dosis individuell anzupassen, was gemeinsam mit dem ambulant behandelnden Psychiater besprochen werden kann, wenn der Betroffene das möchte.

    Quelle:
    https://www.ddpp.eu/publikationen

    McGuire N. et al. (2023). Investigating the relationship between negative symptoms and metacognitive functioning in psychosis: An individual participant data meta-analysis. Psychological Medicine, 53(13), 2281-2292. https://doi.org/10.1111/papt.12484

    Mit DeepL übersetzt:

    Untersuchung der Beziehung zwischen negativen Symptomen und metakognitiven Funktionen bei Psychosen: Eine Meta-Analyse der Daten einzelner Teilnehmer

    Abstract:
    Hintergrund: Negative Symptome sind ein hartnäckiges, aber wenig erforschtes Problem bei Psychosen. Störungen der Metakognition sind ein möglicher kausaler Faktor für die Entwicklung und Aufrechterhaltung von Negativsymptomen. In dieser Meta-Analyse werden Daten einzelner Teilnehmer (IPD) aus bestehenden Untersuchungen verwendet, um die Beziehung zwischen Negativsymptomen und Metakognition zu bewerten, die als Summenwerte und Domänen behandelt werden.
    Methoden: Datensätze, die Personen mit Negativsymptomen und Metakognitionsdaten im Alter von 16 Jahren und älter mit Psychose enthielten, wurden anhand von vorgegebenen Parametern identifiziert. Die Integrität und Vollständigkeit der IPD wurde überprüft, und die Daten wurden in zweistufigen Meta-Analysen jedes Clusters mit Negativsymptomen im Vergleich zur Metakognition in scheinbar unverbundener Regression unter Verwendung einer eingeschränkten Maximum- Likelihood-Schätzung zusammengefasst. Geplante und explorative Sensitivitätsanalysen wurden ebenfalls durchgeführt.
    Ergebnisse: Es wurden dreiunddreißig in Frage kommende Datensätze identifiziert, von denen 21 eine ausreichende Ähnlichkeit und Verfügbarkeit aufwiesen, um in die Meta- Analysen einbezogen zu werden, was 1301 Teilnehmern entspricht. Die stärksten Zusammenhänge wurden zwischen den Summenwerten der Negativsymptome und der Metakognition beobachtet. Die metakognitiven Bereiche der Selbstreflexion und des Verstehens der Gedanken anderer sowie die expressiven Negativsymptome erwiesen sich in einigen Meta-Analysen als signifikant. Die Ungewissheit mehrerer Effektschätzungen nahm deutlich zu, wenn für Kovariaten kontrolliert wurde.
    Schlussfolgerungen: Diese robuste Meta-Analyse unterstreicht die Auswirkungen der Verwendung von summierten gegenüber bereichsspezifischen Scores von Metakognition und Negativsymptomen, und die Beziehungen sind nicht so eindeutig wie einst angenommen. Die Ergebnisse sprechen für eine weitere Differenzierung der Negativsymptom-Profile und eine weitere detaillierte Erforschung der Beziehung zwischen Metakognition und Negativsymptomen.

    KEYWORDS
    Anhedonie, Apathie, Metakognition, Psychose, Schizophrenie

    (…)

    Punkte für Praktiker
    • Es gibt genügend Beweise für einen allgemeinen Zusammenhang zwischen zusammengesetzten negativen Symptomwerten und Metakognition, um die weitere Entwicklung von Behandlungen zu rechtfertigen, die auf metakognitive Schwierigkeiten bei Menschen mit problematischen negativen Symptomen abzielen.
    • Beeinträchtigungen der metakognitiven Fähigkeit, sich selbst und andere zu verstehen, sind am stärksten mit negativen Symptomen verbunden.
    • Die Dauer der Erkrankung und das Vorhandensein oder Fehlen von Desorganisationssymptomen haben keinen Einfluss auf die Auswirkungen von metakognitiven Problemen auf die Negativsymptome.

    (…)

    SCHLUSSFOLGERUNGEN
    Diese IPDMA bietet die bisher solideste und umfassendste Untersuchung des Zusammenhangs zwischen Metakognition und negativen Symptomen. Es ist klar, dass diese Beziehung komplexer ist, als aus den Ergebnissen der einzelnen Studien hervorgeht, und es scheint auch Probleme bei der Stichprobenziehung und Messung zu geben, die zu den festgestellten Mustern beitragen können. Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass die metakognitive Funktion ein relevantes Behandlungsziel zur Unterstützung der Erholung von negativen Symptomen im Allgemeinen und möglicherweise von expressiven Defiziten im Besonderen sein könnte. Es ist möglich, dass Behandlungen, die erfolgreich auf die Metakognition abzielen, wie z. B. metakognitive Reflexion und Einsichtstherapie (Lysaker, Gagen, et al., 2020), zu einer Verbesserung der negativen Symptome führen. Studien mit vielfältigeren Stichproben, die aktualisierte Symptommessungen verwenden, sind gerechtfertigt, um ein besseres Verständnis der erreichbaren Behandlungsziele zu unterstützen.

    in reply to: Notizen von Mowa – Teil 3 #390137

    Das Wochenende war erholsam, und ich freue mich auf die neue Woche :-)

    Meinen letzten regulären Termin beim Psychiater Mitte Januar habe ich abgesagt, da ich in die Tagesklinik aufgenommen wurde. Der nächste reguläre Termin ist in dreieinhalb Wochen, den ich gerne wahrnehmen möchte. Ich habe mir zum Ziel gesetzt, am Mittwoch davor, also am 19. März, aus der Tagesklinik entlassen zu werden.

    Hast du schon überlegt, einen Leserbrief oder Kommentar an Zeit Online zu schreiben? Solche Perspektiven sind wichtig, um ein differenzierteres Bild in die Diskussion einzubringen.

    Übrigens fand ich den Vorschlag von ChatGPT interessant und habe gestern tatsächlich einen Leserbrief eingereicht mit der Anfrage, ob ich einen eigenen Artikel aus meiner Sicht als eine Betroffene schreiben könnte.

    Ich bin gespannt, ob ich eine Antwort bekomme.

    Samstag habe ich fast nur geschlafen. Ich glaube, ich musste mich noch von dem vorletzten und für mich sehr ereignisreichen Wochenende erholen.

    Gestern konnte ich nach Monaten wieder meine Hantelübungen machen und bin mit Chanchan eine große Runde spazieren gegangen. Das hat mir bei dem frühlingshaften Wetter sehr gut getan, und auch Chanchan hat es sichtlich genossen.

    23.02.2025
    Chanchan ist so sportlich, dass sie sicher auch Hantelübungen machen würde, wenn sie könnte.

    Wie war denn deine genaue Fragestellung zu der Antwort von ChatGPT, Mowa?

    Wörtlich genau der Text in meinem obigen Beitrag, den ich zwischen den beiden Zitaten angegeben habe.

    Bei gefährlichen und gleichzeitig behandlungsunwilligen und/oder unzuverlässigen Patienten, halte ich deshalb eine medikamentöse Therapie für den einzig möglichen Weg. Eine Depottherapie dürfte am sichersten sein.

    Zwischen “kein Betroffener soll mit Depotspritzen zwangsbehandelt werden” und “alle Betroffenen sollen mit Depotspritzen zwangsbehandelt werden” gibt es ja ein sehr breites Spektrum an Möglichkeiten.

    Wenn man Betroffene einfach eindeutig identifizieren könnte, die “jederzeit fremd- und/oder eigengefährdend sind” und gleichzeitig “jederzeit die Behandlung mit Neuroleptika ablehnen”, dann könnte ich Dir @Molly zustimmen.

    Ich vermute, dass das so einfach nicht möglich ist und dass genau darin das Problem liegt.

    Das Problem heißt Psychose
    In der Debatte über Amokläufe kommt ein ursächlicher Aspekt zu kurz: Viele Täter hatten eine Psychose. Das Gesundheitssystem hat sie nicht vor sich selbst beschützt.
    Von Christina Rietz
    21. Februar 2025, 14:26 Uhr

    In dem Zeit Online-Artikel “Das Problem heißt Psychose” von Frau Rietz wird die Psychose als Ursache für Amokläufe erklärt, da viele Täter eine Psychose hatten. Damit habe ich persönlich ein großes Problem, weil es erst einmal nur eine Korrelation ist, wenn viele Täter eine Psychose hatten und noch keine Ursache. Grundsätzlich ist eine Psychose für mich keine Ursache, sondern ein Symptom. Es gibt immer individuelle Ursachen für das Auftreten einer akuten Psychose. Der Tenor des Artikels, so wie ich ihn verstehe, nämlich dass die Psychose das Problem ist und damit die Menschen mit Psychosen, die medikamentös behandelt werden müssen, am besten mit einer Depotspritze, macht mich als Betroffene wütend. Denn es ist praktisch das Gegenteil von dem, was meine persönliche Erfahrung seit 15 Jahren ausmacht, nämlich eine (Teil-)Heilung psychotischer Symptome durch primär nichtmedikamentöse Maßnahmen, ergänzt durch einen minimalen Einsatz von Neuroleptika/Psychopharmaka.

    ChatGPT:

    Ich kann sehr gut verstehen, warum dich dieser Artikel wütend macht. Psychosen sind komplex, und die Vorstellung, dass sie als die Ursache für Amokläufe dargestellt werden, ist problematisch. Wie du sagst, ist eine Psychose eher ein Symptom als eine Ursache – und die individuellen Hintergründe, die zu einer Psychose führen, sind oft vielschichtig und nicht allein auf eine biologische oder medikamentös zu behandelnde Komponente reduzierbar.

    Die Gleichsetzung „Psychose = Gefahr“ trägt zur Stigmatisierung von Menschen mit psychischen Erkrankungen bei. Das Problem dabei ist nicht nur, dass es wissenschaftlich verkürzt ist (weil Korrelation keine Kausalität bedeutet), sondern auch, dass es in der öffentlichen Wahrnehmung Ängste schürt. Die allermeisten Menschen mit Psychosen sind nicht gewalttätig – und umgekehrt begehen Menschen ohne diagnostizierte Psychose ebenfalls schwere Gewalttaten.

    Deine persönliche Erfahrung zeigt, dass der Umgang mit psychotischen Symptomen individuell ist und nicht zwangsläufig auf eine medikamentöse Lösung hinauslaufen muss. Dass du mit einem ganzheitlichen Ansatz positive Erfahrungen gemacht hast, ist ein wichtiger Punkt, der in der öffentlichen Debatte oft zu kurz kommt. Viele Betroffene erleben Heilung oder Besserung gerade durch psychosoziale Maßnahmen, Therapie und Unterstützung – nicht nur durch Medikamente.

    Hast du schon überlegt, einen Leserbrief oder Kommentar an Zeit Online zu schreiben? Solche Perspektiven sind wichtig, um ein differenzierteres Bild in die Diskussion einzubringen.

    • This reply was modified 1 Monat, 1 Woche ago by Mowa.

    Hallo zusammen,

    ich möchte Euch dringend bitten, für Euch selbst zu überprüfen, was aus diesem Thread seit gestern Mittag geworden ist.

    Es handelt sich um einen Thread, den ich vor 3 Jahren zum Thema “Gewalt- und Straftaten von Menschen mit Schizophreniediagnose” eröffnet habe, weil mir das Thema sehr wichtig ist. Ich denke, kein Betroffener würde sagen, dass ihn das Thema nicht betrifft.

    Es ist schade, wie dieser Thread durch interne Konflikte kaputt gemacht wird.

    Wahrscheinlich haben die Admins @admin450 keine Zeit, die letzten Beiträge, die nichts mehr mit dem Thema des Threads zu tun haben, zu löschen. Daher wäre es am hilfreichsten, wenn Ihr Euch selbst die Mühe macht, die betroffenen Inhalte zu löschen.

    Trotzdem werde ich die Admins @admin450 bitten, diesen Beitrag und alle folgenden Beiträge aus diesem Thread zu entfernen, um das Thema des Threads wieder in den Vordergrund zu stellen:
    https://schizophrenie-online.com/forums/Thema/gewalt-und-straftaten-von-menschen-mit-schizophreniediagnose/page/3/#post-389841

    :unsure:

    Liebe Grüße,
    Mowa

    Vorhin in der Zeit-Online gelesen:

    Das Problem heißt Psychose
    In der Debatte über Amokläufe kommt ein ursächlicher Aspekt zu kurz: Viele Täter hatten eine Psychose. Das Gesundheitssystem hat sie nicht vor sich selbst beschützt.
    Von Christina Rietz
    21. Februar 2025, 14:26 Uhr

    (…) Doch das Problem ist: sich von Wahngedanken und Halluzinationen selbst zu distanzieren, also zu einer rationalen Krankheitseinsicht zu gelangen, ist ohne medikamentöse Behandlung fast unmöglich. Schon für gesunde Menschen ist es schwer genug, Abstand zu den eigenen Gedanken zu bekommen, sie einem Realitätscheck zu unterziehen. (…)

    (…) Wenn man mit Psychiatern spricht, so hört man gelegentlich den streitbaren Vorschlag, dass es doch rechtlich möglich gemacht werden müsse, Menschen mit Psychosen einmal im Monat eine sogenannte Depotspritze mit einem antipsychotisch wirksamen Neuroleptikum zu geben – um wenigstens die Symptome zu behandeln, auch gegen ihren Willen. Ähnliches forderte auch der Leiter der Klinik, in der der Täter von Aschaffenburg behandelt wurde – seit mehreren Jahren. (…)

    (…) Beim CDU-Sonderparteitag in Berlin bemerkte Markus Söder in seiner Rede hingegen, über die psychologischen Hintergründe von Amokverbrechen zu sprechen, komme einer Verharmlosung gleich. Er irrt sich. Darüber zu sprechen ist nötig; nicht darüber zu sprechen ist gefährlich.

    Quelle: https://www.zeit.de/gesundheit/2025-02/psychatrische-versorgung-gesundheitssystem-migration-attentate-psychose

    Ich begrüße es, wenn über die psychologischen Hintergründe von Amokläufen offen gesprochen und gemeinsam überlegt wird, ob und wie sie vorgebeugt werden können.

    Es macht mich wütend, dass es Psychiater gibt, die Menschen mit Psychoseerfahrungen pauschal, auch gegen ihren Willen, mit einer monatlichen Depotspritze behandeln wollen. Was sind das für Menschen, die überzeugt sind, damit das Richtige zu tun? Ich könnte das nur verstehen, wenn sie keine Ahnung hätten, wovon sie reden.

    Mein Mann, der seine letzte akute Psychose vor 15 Jahren allein durch mentale Auseinandersetzung mit seinen Krisen überwunden hat, taucht in den offiziellen Statistiken nicht auf. Seitdem nimmt er keine Psychopharmaka mehr und wird nicht mehr psychiatrisch behandelt.

    Ich selbst bin inzwischen wiederholt in der Lage, psychotische Frühsymptome durch nichtmedikamentöse Maßnahmen mit minimalem Einsatz von Psychopharmaka zu bewältigen.

    Solange es meine Gesundheit zulässt und ich selbst entscheiden kann, werde ich keine Depotspritze nehmen :negative:

    in reply to: Notizen von Mowa – Teil 3 #389823

    Edit, gelöscht: Ich wollte den gelöschten Beitrag hier posten:
    https://schizophrenie-online.com/forums/Thema/gewalt-und-straftaten-von-menschen-mit-schizophreniediagnose/page/3/#post-389824

    • This reply was modified 1 Monat, 1 Woche ago by Mowa.

    Hallo zusammen,

    nochmal zur Erinnerung, das Anliegen dieses Threads ist Folgendes:

    In diesem Thread möchte ich auf die Aktivitäten des DDPP eingehen.

    Für dieses Wochenende habe ich mir vorgenommen mal “nichts zu tun”, daher kann es bis zum nächsten Beitrag noch ein paar Tage dauern.

    Liebe Grüße,
    Mowa

    in reply to: Notizen von Mowa – Teil 3 #389802

    Seit der gestrigen Einzelvisite habe ich mich gefragt, ob und wie ich mich dafür einsetzen kann, dass Mitbetroffene mit Psychoseerfahrungen die bestmögliche Hilfe von Psychiatern erhalten.

    Für mich ist klar, dass jeder Betroffene sein eigenes Leben lebt und seinen eigenen Weg sucht. Auch keine eigenen Entscheidungen zu treffen, ist ein eigener Weg, für den sich der Betroffene selbstverantwortlich entscheidet.

    Woran ich mich erinnere, was mir geholfen hätte, bis ich mich schließlich 2016 verselbstständigt habe, ist eine fachliche Transparenz darüber, wie Psychopharmaka wirken und wie sie meinen Alltag unterstützen können.

    Auch darüber, dass es ein langer Weg werden kann, den Wirkstoff und die Dosis individuell anzupassen, was gemeinsam mit dem ambulant behandelnden Psychiater besprochen werden kann, wenn der Betroffene das möchte.

    Vielleicht werde ich diese Punkte bei der nächsten Oberarztvisite ansprechen.

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