Selbsterziehung zu positivem Verhalten als Heilungschance?

Home Foren Austausch (öffentlich) Selbsterziehung zu positivem Verhalten als Heilungschance?

  • Dieses Thema hat 14 Antworten sowie 8 Teilnehmer und wurde zuletzt vor vor 4 Jahre, 7 Monate von Anonym aktualisiert.
Ansicht von 15 Beiträgen – 1 bis 15 (von insgesamt 15)
  • Autor
    Beiträge
  • #71074
    Anonym

      Hallo Leute!

      Eigentlich wollte ich hier nicht mehr so mitmischen. Ich habe aber ein Thema, was mich derzeit besonders bewegt. Deswegen möchte ich es mit euch teilen, und gerne von anderen ihre Erfahrungen dazu lesen.

      Es geht um die “Selbsterziehung” zu “positiverem” Verhalten. Also so, dass man sich selbst vornimmt, sich anderen Menschen gegenüber stärker im Guten zu verhalten. Sich selbst gegenüber natürlich auch! Und das dann versucht nach und nach immer mehr in seinen Alltag einzubauen. Also einfach gesagt: das Vorhaben, ein “besserer Mensch” zu werden.

      Manche Menschen machen dies ja aus religiösen/spirituellen Gründen, und da bin ich sehr gespannt, ob Menschen aus der christlichen oder buddhistischen oder muslimischen, oder auch der esoterischen Ecke, hier dazu etwas zu berichten haben. Ich denke, dass ein Glauben und die Kenntnis fruchtbarer Lehren stark hilfreich dabei sein können, die Erfahrung mache ich derzeit auch intensiv. Man braucht schon noch Vorbilder, nach denen man dann konkret handeln will, nicht jeder kann das intuitiv aus sich heraus. Aber bei mir ging es schon los, als ich noch konfessionslos als Agnostiker unterwegs war – ich hatte einfach ein starkes inneres Bedürfnis, das zu tun, mich zu ändern um ein anderer, Mensch zu werden, der besser für sich und andere ist. Auch habe ich ähnliche Wege in der Betroffenenliteratur gelesen, und auch generell aus Berichten von Menschen in Lebenskrisen. So habe ich den Eindruck, dass viele Menschen auf solche Wege der Selbstveränderung stossen, auf die unterschiedlichsten Weisen. Und haben diese Menschen dann einmal irgendwie Fuss gefasst darin, und haben mit einiger Anstrengung ihr Verhalten tatsächlich zum positiven verändern können, berichten sehr viele von überaus positiven Auswirkungen auf sich, ihr Leben, ihre Mitmenschen usw.

      Also das ist natürlich kein kleines Vorhaben, auch bestimmt für viele von uns kein einfaches. Bei mir war es ein langsamer Prozess, der über etliche Jahre verlief. Wo ich gute Erfahrungen gemacht habe, manchmal auch schlechte, und Rückschläge. Aber auch grossen Gewinn erleben darf, den ich so gar nicht erwartet hatte! Ich denke mittlerweile, dass es in meiner Krankengeschichte das wichtigste Element war, was mich hat besser klarkommen lassen und mich vor Abstürzen retten konnte. Mehr noch, ich habe dadurch eine enorm viel bessere Lebensqualität auf allen Ebenen gewinnen können, und viel mehr Kraft auch für andere heilsame Veränderungen, wie Sport machen, gesund ernähren, Alkohol und Tabak aufgeben, sinnvoll beschäftigen… Wenn man sich vornimmt, anderen Menschen gegenüber konsequent besser drauf zu sein, dann kostet das gerade Anfangs vielleicht viel Überwindung. Aber durch diese Überwindung lernt man auch irgendwie nach und nach sich auch bei anderen Dingen zu überwinden. Natürlich ist es kein “Zaubermittel” und braucht Anstrengungen und viel Geduld, meine Psychose geht davon auch nicht ganz weg. Es hat mich aber wie ich glaube enorm viel stärker gemacht, trotz Psychose ein gutes Leben führen zu können, und der Psychose dauerhaft besser widerstehen zu können.

      Natürlich kann man auch viele Rückschläge dabei erleben, oder sich ungesund versteigen, gerade wenn Psychosen mit im Spiel sind. Ich sehe es gerne so, dass ich immer versuchen will, möglichst natürlich dabei zu bleiben. Also nicht lügen, vorspielen usw. Sondern nur machen, was ich ehrlich für mich und andere als gutes Verhalten annehmen kann! Wenn ich mal nicht locker flockig bin, sondern eher down, dann versuche ich nicht etwas mir fremdes zu tun, sondern halt auf ernste Weise gut für mich und andere zu sein. Auch kann es Rückschläge geben, wenn man mal in Situationen war, wo einem nicht das richtige zur richtigen Zeit in den Sinn kam. Oder wo einen etwas anderes abgelenkt hat, dann ärgert man sich hinterher auch über sich selbst. Aber das gehört leider scheinbar dazu, und macht einen mit der Zeit nur immer stärker in dieser Disziplin. Auch ist diese Welt ja nun mal so, dass manche anderen Menschen halt nicht unbedingt gut für andere sein wollen. Das sehe ich für dieses Vorhaben auch oft als schwere Prüfungen an, dass man dann nicht dadurch zu schnell in negative Muster zurückfällt, sondern sich in Geduld üben muss. Und manchmal muss man sich auch darin üben, einfach zu akzeptieren, dass es auch mal schief laufen kann, und andere Menschen halt manchmal lieber aggressiv anstatt kooperativ sein wollen.

      Auch muss man dabei lernen, dass man sich manchmal auch durchsetzen muss im Leben, und nicht immer nur lieb sein kann, da man sonst schnell von negativen Menschen ausgenutzt werden kann. Das ist sehr wichtig glaube ich, dass man sich nicht zu sehr selbst die Zähne zieht, denn bei allem guten Willen muss man immer auch mit dem schlechten Willen anderer umgehen können. Aber auch hier versuche ich etwa Zurückhaltung und Geduld zu üben, und nicht in Aggression zu verfallen oder nachtragend zu werden. Und einfach Mut zu haben und auf guten Positionen stehen zu bleiben – dann aber auch wie ein Wellenbrecher möglichst fest im Stand zu sein und mich nicht verrücken zu lassen.

      Ach ich möchte jetzt gar nicht allzu viel darüber schreiben jetzt wie und was ich gemacht habe, es ist eine Wissenschaft für sich. Und jeder geht dabei mit Sicherheit seinen ureigenen, individuellen Weg. Ich gehe auch so, ich versuche mich nicht verrückt zu machen, sondern loszulassen und mich mehr auf meine Intuition im Augenblick zu verlassen. Anfangs war das noch ein wenig befremdlich für mich, und ich habe nicht immer an gute Möglichkeiten gedacht, wie ich mit anderen umgehen kann. Auch habe ich Anfangs natürlich immer wieder vergessen, was ich mir da vorgenommen habe, aber mit der Zeit habe ich immer öfters dran gedacht, und irgendwann wurde das positive Verhalten wie eine zweite Natur. Und die alte Angst, die Vorurteile usw., die dem ganzen Anfangs im Weg stehen konnten, haben sich nach und nach abgeschwächt.

      Mir sind halt über die Jahre nach und nach etliche positive Veränderungen, die durch das Vorhaben gekommen zu sein scheinen, aufgefallen. Es hält sich scheinbar wie mit den meisten heilsamen Veränderungen am Geist: man muss etwas einfaches, heilsames immer wieder mit eigener Anstrengung erfolgreich tun, dann kommen bestimmte tiefgreifende Veränderungen wie von selbst. Also nicht bewusst erzeugt, sondern man merkt es einfach irgendwann, dass sich etwas geändert hat. Es ist wie mit der Blume, die nicht schneller wächst, wenn man an ihr zieht. Man kann sie jedoch regelmässig wässern und düngen, dann wächst und blüht sie von alleine. Veränderungen dadurch, dass ich anderen Menschen gegenüber positiver geworden bin, sind unter anderem: sehr viel weniger Angst in sozialen Situationen, weniger Selbstzweifel, so weit, dass Paranoia mich kaum noch beeindrucken kann…denn ich kenne Menschen nun besser, und fühle mich dadurch in der Welt sicherer. Insgesamt bin ich viel glücklicher geworden, fühle mich auch ganz konkret viel besser. Viel positive Emotionen sind entstanden, auch konkret in Momenten, wo ich etwas gutes sehe. Etwa fühle ich stark, wenn ich Menschen sehe, die auf friedliche Weise Zeichen setzen gegen Dinge wie Mobbing, Gewalt, Hass auf Homosexuelle, generelle Ungerechtigkeiten usw. Und das Gefühl macht mich stark darin, selbst so sein zu wollen. Es ist mir eine Freude geworden, so zu sein, wie ich dadurch geworden bin, und keine grosse Anstrengung mehr… Ich habe gelernt mich mehr zurückzunehmen und auch öfters Dinge für andere und nicht nur für mich zu tun, und dadurch sehe ich andere Menschen auch anders – bzw überhaupt erst, auch mit stark gesteigerter Empathie. Ich habe gelernt anderen Menschen zu verzeihen, und auch mal Unglück gelassen aufzunehmen. Ich kann insgesamt mehr Leid tragen, auch das der Psychose, ohne daran zu zerbrechen. Ich habe gelernt, mit meinen Fehltritten besser umzugehen, sie zu akzeptieren und mir zu verzeihen, und sie auf die richtige Weise zu verarbeiten. Ich bin sehr offen geworden, und akzeptiere andere Menschen in sehr viel höherem Ausmass.

      Auch haben konkrete Handlungen, die für einen selbst und andere gut sind, ja Rück- und Nachwirkungen in der Welt. Ich denke, die Menschen, mit denen ich Kontakt habe, respektieren mich sehr viel mehr und sind mir offener gegenüber. Das muss etwas mit der Ausstrahlung durch das veränderte Verhalten zu tun haben – ebenso, wie man nach und nach anderen Menschen ihre Stimmung besser ansehen kann, wenn man geübt hat sich selbst dabei zurückzunehmen, strahlt man als eher gutmütiger Mensch eine andere Stimmung aus, als ein aggressiver oder ängstlicher Mensch. Viele Menschen mögen das, und mir ist dadurch überhaupt erst aufgefallen, wie gutartig die meisten Menschen im Kern sind, sie zeigen es halt erst wenn man selbst positiv ihnen gegenüber ist. Und wenn man mal in Not ist – wird einem ein Mensch, zu dem man immer freundlich und hilfsbereit war, einem eher beistehen, als einer, den man vorher nicht respektiert hat. Auch wenn man sich zurücknimmt, anderen Menschen zu schaden oder von ihnen zu viel zu verlangen, sondern fair und verzeihen und grosszügig ihnen gegenüber ist – auch wenn man in einem schwierigen Verhältnis ist – werden manche dieser Menschen durch das andere Verhalten eben nicht zu “Feinden”, sondern bleiben einem neutral oder sogar freundlich gestimmt gegenüber. Das gilt natürlich nicht für jeden, mit dem man es zu tun hat, manche Menschen sind halt einfach negativ und können auch nicht anders. Das zu akzeptieren war auch eine wichtige Lektion für mich auf meinem Weg.

      Ich habe ein bisschen gehadert, das so intensiv beschreiben zu wollen…weil ich natürlich dachte, dass es manche Menschen sehr frustrieren könnte, so etwas ohne das richtige Rüstzeug zu versuchen, und dann erstmal dabei tüchtig auf die Nase zu fallen. Es hat vielleicht nicht jeder gleich die richtigen Anlagen, sowas durchzuziehen, und der Weg ist natürlich nicht für jeden gleich lang… Bitte macht euch nicht verrückt damit, wenn ihr sowas probieren wollt, versucht es locker zu nehmen, seid auch euch selbst gegenüber so positiv, wie ihr es anderen gegenüber sein wollt! Wenn ihr Probleme oder Frustrationen habt mit solch einem Vorhaben, dann sucht euch lieber den richtigen Gesprächspartner dafür – einen guten Therapeuten oder einen Seelsorger, der euch wieder gerade rücken kann. Ich hatte das Glück, dass mich irgendwie mein “Schicksal” bei der Hand genommen hat, und nach und nach ohne Hilfe von Aussen durch meinen Weg gezogen hat. Aber positiv gegenüber anderen zu sein, heisst auch Hilfen anzunehmen, wenn man sie braucht, und nicht zu stolz dazu zu sein. Manch einer kommt vielleicht nicht immer gleich auf gute Verhaltensweisen, und hier können einem erfahrene Menschen sicher viel helfen – man braucht auch ein bisschen Input und “Vorbilder”, nach denen man sich dann verhalten will.

      Na ich bin gespannt, ob und wie Erfahrungen anderer über die kleine grosse Kunst der Selbsterziehung hier reinkommen!

      #71078
      Anonym

        Meine Vorbilder sind Bodybuilder, manche. Ich erziehe mich auch zum Bodybuilder. Weil es gesund ist, solange man nicht übertreibt und Medikamente dafür nimmt. Ist das gemeint? Der Text ist mir nach 0,5 mg tavor zu lange. Aber ich hoffe ich hab die Überschrift richtig gelesen. :) außerdem bin ich in Verhaltenstherapie. Um den Umgang mit Emotionen zu lernen.

        #71079
        Anonym

          Heilung ist meiner Ansicht nach nicht möglich.

          #71084
          Anonym

            Das ist ein sehr guter Beitrag und er gibt mir sehr viel Input für meine Lebensführung, aber ich befürchte ich kann so schnell her keinen wirklich brauchbaren Beitrag dazu leisten, ich wünschte ich wäre schon soweit hier wirklich Erfolge vermelden zu können, ich befürchte ich bin es nicht.

            Aber vielleicht fällt mir ja noch was ein, wollte nur unbedingt schnell was schreiben, ich war immer ein großer Fan von deinen Beiträgen.

            #71108

            Lieber HSP,

            dein Bericht hat mich sehr berührt und ich habe jedes Wort verstanden.

            Ich bin einen anderen Weg gegangen. Die Psychose hatte mich zwei Jahrzehnte im Griff. Auch wenn ich jetzt die Hintergründe und Zusammenhänge für meine Psychose kenne, hadere ich mit dem Sinn. Auch wenn ich in einem anderen Beitrag geschrieben habe, dass sich mir der Sinn im Tode erschließen wird, möchte ich nicht so lange warten. Denn ich empfinde dieses Schicksal als harte Prüfung und auch Bestrafung für etwas, dass nicht ich sondern Gott allein zu verantworten hat. Ich könnte jetzt sehr persönlich werden, erspare mir das aber lieber. Eins kann ich aber sagen: ICH bin in dieser Zeit erwachsen geworden. Bei Gott bin ich mir nicht ganz sicher. Ich finde dieses ganze Bestrafungskonzept einfach nur unsinnig, denn es fordert nur noch mehr Leid und sogar so unsinnige Konzepte wie Rache, deren Bestrafung bei Verfehlung sogar bis ins siebte Glied reichen soll.

            Du hast recht, wenn du schreibst, man muss Geduld haben. Man muss sogar Geduld mit Gott haben. Mein Leben gehört ihm und was ich daraus mache, trägt seine Handschrift. Also warum soll ich für etwas bestraft werden, was er zu verantworten hat? Mir erschließt sich die Logik nicht. Zum Glück habe ich Freunde, die mir die ganze Zeit im Hintergrund zur Seite standen. Und glaub mir, ich musste eine Menge ertragen und aushalten, weil die Welt eben so ist, wie sie ist. Und das geht auf keine Kuhhaut. Hier herrscht täglich der Wahnsinn. Die Nachrichten bezeugen den Wahnsinn tagtäglich. Im Grunde wird täglich dokumentiert, was für ein Wahnsinn hier herrscht. Und kümmert sich Gott darum? Wir leiden hier wie die Hunde und er sieht weg oder was? Es heißt, wir sind nach seinem Ebenbild erschaffen. Ja, und? WIR kümmern uns umeinander und versuchen dem anderen ein gutes Gefühl zu machen, indem wir uns ihm beistehen uns Sorgen machen und helfen, wenn Hilfe benötigt wird. Aber sobald Geld im Spiel ist, ist es aus. Dann geht es nur noch um Profit und alles andere wird egal. Und woraus die im Laufe der Zeit alles Profit geschlagen haben, geht ebenfalls auf keine Kuhhaut. Die Liste der Verfehlungen ist lang – Leute! Wenn ihr die Schriften von Gott nicht versteht, dann tut es mir leid, dann wird es früher oder später aus sein mit euch!

            Tja, nun befindet sich Gott in einem Dilemma. Er hat ja alles so hergerichtet, hat aber vergessen, wie sehr seine Schöpfung dabei ausgebeutet wird.

            Tja, was willst du also tun?

            Na er wird sicher einen Plan haben. Ich bin gespannt.

            #71142
            Anonym

              Lightness hat die Weißheit. Wahrscheinlich hat er mit Gott gesprochen. Für mich bist du ein Extremist , tut mir leid. Hör auf anderen zu drohen.

              #71145

              Ja, es gibt so ein gesundes Dreieck aus Verhalten, Feeling und Denken und ich sehe darin auch viel Potential.
              – Wenn man sich gut verhält, denkt man gesund und fühlt sich wohl.
              – Wenn man logisch denkt, verhält man sich vernünftig und es geht einem gut dabei.
              – Oder wenn man zufrieden ist, hat man tolle Ideen und macht coole Sachen
              Zudem denke ich, dass die Sprache unser Denken bestimmt. Da kann man sich also auch bewusst richtig verhalten.

              #71146
              Anonym

                Yuri hat recht. Das übe ich immer. Gelingt auch recht gut.

                #71165
                FMS

                  Also ich versuche jeden Tag auf’s Neue ein möglichst “guter” Mensch zu sein. Das gelingt natürlich nicht immer, was ja wiederum auch menschlich ist.

                  Dass das heilsam sein könnte, habe ich mir noch nie überlegt und sehe da auch keinen richtigen Zusammenhang, weil paranoid schizophren zu sein, heißt ja nicht, dass man schlechtes tut, sondern man ist krank. Trotzdem ist es sicher auch gesund und gut, zu sich selbst ein guter Mensch zu sein.

                  #71227
                  Anonym

                    Danke für eure Rückmeldungen zu meinem Beitrag. Und entschuldigt bitte noch mal die Länge, ich habe versucht mich kurz zu fassen, aber ich  kann das scheinbar oft aufgrund meiner Eigenheiten nur schwer…

                     


                    @Lightness
                    Hm ja ich weiss nicht genau, was ich zu deinem Standpunkt sagen soll. Ich selbst versuche mittlerweile, Schicksalsschläge nicht als “Strafe” zu sehen, denn das führt bei mir nur zu Verbitterung und Hadern. Zumal mein Schicksal mir genau wie deines echt immer wieder viel mehr Kummer bereitet, als ich aus meiner Sicht “verdient” hätte. Vielmehr versuche ich es als “Herausforderung” zu sehen, mich trotz der Probleme zu wahren und zu entwickeln und stärker zu werden! Herausforderungen haben auch ihren Sinn ohne eigene Schuld oder Beteiligung… Wobei ich aber sehr wohl immer mal über meine Verfehlungen und Schwächen in diesem Leben nachdenke, und darüber, wie ich sie in Zukunft vermeiden kann, indem ich mich erziehe es nicht zu schnell wieder falsch zu machen, oder sie vielleicht irgendwie symbolisch irgendwie wieder gut zu machen. Das ist auch Teil meiner Praxis geworden.

                    Vielleicht ist es ja sogar auch ein gutes Zeichen, wenn wir so viel leiden müssen, da wir ja dadurch gefordert werden, und deswegen ja sicherlich nicht vom grossen Manitou ganz und gar aufgegeben sein können. Es gibt Menschen, die sagen, wenn das Leid gross ist, dann auch der Frieden hinterher umso mehr! Und vielleicht würde es dir ganz gut tun, mal eine Weile nicht zu sehr über Gott, Religion und Spiritualität zu grübeln, sondern zu versuchen das einfache Leben und das einfache im Leben zu umarmen, da wo du es trotz allem noch kannst. Das kann einen nämlich glaube ich mit der Zeit ein kleines Stück weit heilen, und genau darum sollte es in meinem Beitrag auch gehen!

                     

                    @Lowcarbtörtchen Ja zum BB kann man sich auch erziehen. Du übst damit Disziplin, und das ist eine sehr gute und heilsame Eigenschaft, die man haben kann. Ich selbst könnte z.B. auch einiges mehr an Disziplin gebrauchen. Genauso wie man sich auf der Spur halten lernen kann, kann man auch lernen, mit anderen Menschen positiver umzugehen, das habe ich halt hauptsächlich getan und es hat einen anderen Menschen aus mir gemacht.

                     


                    @Yuri
                    ja deine Punkte sind sehr gut und richtig. Genau das meine ich, durch die Selbsterziehung verändert man ja seine ganze psychische Haltung. Und dadurch können, wenn man’s richtig macht, viele gute Dinge entstehen und negative in den Hintergrund rücken.

                     

                    @Candykills Naja, jeder hat seine Verfassung und seinen Zustand. Zum harmonischen Verhalten mit anderen ist der Weg für manche kurz, für andere lang. Wenn du schon sehr gut mit anderen Menschen umgehst, dann bist du wahrscheinlich jemand mit einem kurzen Weg, oder bist schon gut aufgestellt. Ja, ich glaube, wenn man ein angeschlagenes Sozialverhalten und damit auch Selbstbild usw. hat, dann kann einen das in Schicksalsschlägen wie einer Psychose sehr benachteiligen. Andersrum, wenn man einen glücklichen Stand in solchen Dingen hat, kann einem das Schicksal vielleicht nicht mehr ganz so viel anhaben, oder man verwindet es besser. Also ich denke schon, dass wenn man sich im Verhalten ändert, man dadurch auch glücklicher und gesünder werden kann insgesamt. Ich habe das bei mir selbst jedenfalls stark so erleben dürfen.

                    #71231
                    Anonym

                      Das Ganze geht auch kürzer. Kauf Dir so ein Blechschild und hänge es Dir auf. Und dann halte Dich dran. Das hilft:

                       

                      #71270

                      Guten Morgen @HSP,

                      Es geht um die “Selbsterziehung” zu “positiverem” Verhalten. Also so, dass man sich selbst vornimmt, sich anderen Menschen gegenüber stärker im Guten zu verhalten. Sich selbst gegenüber natürlich auch! Und das dann versucht nach und nach immer mehr in seinen Alltag einzubauen. Also einfach gesagt: das Vorhaben, ein “besserer Mensch” zu werden.

                      Hmm ich bin mir nicht sicher, wie das gemeint ist. Ich glaube, mich selbst habe ich nicht so erlebt. Ich nehme mir nicht bewusst vor, gut zu den Anderen zu sein. Ich bin weder religiös noch spirituell und habe keine “Anleitung von oben”, wie ich leben soll.

                      Nur merke ich tagtäglich, dass mein Leben viel entspannter ist, wenn der zwischenmenschliche Umgang positiv ist. Es ist ja auch so, dass ich selbst Freude empfinde, wenn mein Gegenüber sich durch mein Handeln freut. Und es ist so ein tieferes Bedürfnis, an erfreulichen Momenten festzuhalten und persönliches Glück zu genießen, wenn die Welt da draußen scheinbar zusammenbricht.

                      Es ist auch so, dass ich mich darin übe, negative Gefühle und Gedanken zuzulassen. Das nehme ich mir manchmal bewusst vor. Ich nehme mir auch bewusst vor, soweit ich mich unter Kontrolle halten kann, die Anderen nicht schlecht zu behandeln und zu verletzen, auch wenn das manchmal fair und eine zwingende Konsequenz zu sein scheint. Das gelingt mir nicht immer, leider!

                      LG,
                      Mowa

                      #71276

                      Es ist auch so, dass ich mich darin übe, negative Gefühle und Gedanken zuzulassen. Das nehme ich mir manchmal bewusst vor.

                      Ich finde das auch sehr wichtig, damit man ganzheitlich gesunden kann. Sonst wird das positive Verhalten irgendwann zum Bumerang. Irgendwie muss sich das die Waage halten insgesamt.

                      #71296

                      Und vielleicht würde es dir ganz gut tun, mal eine Weile nicht zu sehr über Gott, Religion und Spiritualität zu grübeln, sondern zu versuchen das einfache Leben und das einfache im Leben zu umarmen, da wo du es trotz allem noch kannst.

                      Danke für den Tipp, aber ich kann nicht anders.

                      #71407
                      Anonym

                        @Lightness

                        Mir fehlen auch immer noch die richtigen Worte, mit denen ich gerne versuchen würde, dir etwas positives mitzugeben. Ich denke ich kann deine Situation ganz gut nachvollziehen, ich habe ja auch so eine krasse Psychose, auch derzeit noch akut…

                        Vielleicht hilft dir meine Erfahrung, wie ich es zwar nicht loswerden, aber zumindest nach und nach etwas lindern konnte. Viel geholfen haben mir ganz reale und sinnvolle Beschäftigungen, die halt nichts mit Spiritualität zu tun hat. Ich habe halt meine Hobbies, aber man kann im Ergotherapie-Style sonst ja auch so einiges tun, einfaches, oder auch anspruchsvolles.

                        Anfangs war es bei mir auch so, dass ich dachte, das hilft alles nichts, und ich käme ja eh nicht dagegen an, und ich musste die Beschäftigungen immer wieder abbrechen. Nun ja, eine Blume wächst wie ich geschrieben habe nicht indem man an ihr zieht, sondern man braucht Geduld dafür, und darf nicht nachlassen sie richtig zu pflegen. Mit der Zeit wurden die Ablenkungen bei mir schwächer, ich konnte immer mehr und immer öfters den ganzen kranken Scheiss im Kopf einfach mal loslassen und fahren lassen, und dann konnte ich mit jedem Versuch ein kleines Stückchen besser meine Beschäftigungen pflegen. Erst war es so, dass ich parallel immer noch an die ganzen Geschichten im Kopf denken musste, und die mich auch immer wieder aus der Spur gebracht haben – aber je mehr ich mich in die Tätigkeit vertiefen konnte, umso schwächer wurde es, bis ich irgendwann hauptsächlich bei der Beschäftigung war, und die Psychose nur noch nebenher plätschern, mich aber nicht mehr abhalten konnte!

                        Ich sehe auch, dass du hier im Forum viel unterwegs bist und immerzu Zoff mit deinen Positionen hast. Klar ist es auch mal ganz gut, sich zu behaupten, aber das kann auch stressig und ungesund sein auf Dauer wie es zwischen dir und den anderen Nutzern hier passiert. Ich habe sowas in der Art auch schon durch (ungesundes Schreiben im Netz), und mir hat geholfen einfach eine Weile darauf zu verzichten – “Netzdiät” zu machen, und mich in der Zeit wo ich sonst im Netz rumgeluschert hätte mit anderen Sachen zu beschäftigen. Die Psychose verrückt halt die Grenzen im Kopf, und man muss sie dann wohl wieder finden und neu zu wahren lernen. Und statt spirituell überall in den Dingen nur Strafen zu sehen, kann man auch lernen, zu versuchen stattdessen die Gnade in all dem Unheil zu erahnen. Das wir existieren und leben ist allein schon eine grosse Gnade, und es gibt noch viel andere, in fast jedem Aspekt unseres Lebens – und das einzusehen kann auch helfen, die schwierigen Seiten des Lebens zu versuchen besser zu tragen.

                        Und lass dir bitte helfen, so gut es geht, von Menschen denen du vertrauen kannst. Sowas, was du da andeutest, steht man nicht so einfach alleine duch, und schon gar nicht indem man sich täglich in Foren immerzu mit (ignoranten…) Menschen zoffen muss.

                      Ansicht von 15 Beiträgen – 1 bis 15 (von insgesamt 15)
                      • Sie müssen angemeldet sein, um auf dieses Thema antworten zu können.