Schizophrenie und Psychotherapie

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Ansicht von 15 Beiträgen – 1 bis 15 (von insgesamt 23)
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    Beiträge
  • #30901
    Anonym

      wer hat damit Erfolg und Erfahrung? Habe nämlich heute ein Erstgespräch und bin so angespannt dass ich mich mit Einem Gebackenen Emmentaler gerade beruhigt habe. Um 3 in der Nacht lol. Natürlich habe ich jetzt Reflux lol.

      #30902
      Anonym

        Erfahrung ja, Ertrag gleich null.

        Mehrere Anläufe sogenannter probatorischer Sitzungen dazu verliefen im staubigen Gesprächswüstensande.
        In der Hinsicht ist zumindest bei mir auch Hopfen und Malz verloren; jedweder Gesprächstherapie gegenüber scheine ich resistent.
        Ganz grundsätzlich gilt dabei (bei mir) nämlich, was ich schon einmal an anderer Stelle hier geschrieben habe:
        Wenn ich auf Verlangen reden soll, dann kann ich nicht.
        Und wenn es hingehen gar nicht von mir verlangt wird, sei es während Mitfahrgelegenheiten oder auch gelegentlich in Kommentaren hier im Forum, dann ist das Verlangen, herauszulassen umso größer.
        Das Konstruierte der Situation vermittels extra anberaumter Sitzungen vereitelt demzufolge jeden Gesprächserfolg.

        Zu dir: Warum aber aufgeregt? Das ist doch uneingedenk des oben Gesagten eine denkbar komfortable und schmeichelhafte Situation für dich: Endlich hört (dir) einer mal zu!
        Kannst ja sogleich die Geschichte von dem gebackenen Emmentaler und dem Sodbrennen vortragen, als Einstieg und gleichzeitiger Eisbrecher sozusagen .
        ________________
        Ärzteblatt: “Psychotherapeuten müssen raus aus ihren Therapiezimmern!”, Ausgabe 03/2019

        #30904

        Ich besuche meine Therapeutin fast jede Woch seit gut einem Jahr.

        Zu Anfang war ich skeptisch, da ich zuvor schon 3 unergiebige Versuche der Psychotherapie hinter mir hatte und die neue Therapeutin noch in Ausbildung war und keine Erfahrung mit Psychosepatienten hatte.

        Aber es tut mir wirklich sehr gut, diese Begleitung und auch dass ich mit jemandem Erlebnisse aus der Psychose ansprechen kann und da eine Rückmeldung bekomme und dass dann auch langsam verarbeiten kann. Ich denke das ist sehr wichtig, weil ich in der Psychose so überwältigt war von dem Erleben und ich denke mir, wenn das nicht aufgearbeitet wird, dann kocht das in der nächsten Episode wieder hoch und wer weiß was das dann verursacht.

        Sehr wichtig bei meiner Therapeutin finde ich, dass Sie mir zugesteht meinen eigenen Weg zu gehen und nicht versucht mir die Religion auszureden. Sie gibt mir Freiheiten, aber auch Feedback, wenn sie den Eindruck hat, dass ich wieder etwas abdrehe.

        Das empfinde ich als sehr hilfreich.

        #30912

        alles gute für das erstgespräch @halbwahr :bye:

        #30919
        Anonym

          Ok danke. Naja ich finde es wichtig über Erlebnisse zu reden, auch wenn nur ein Teil stimmt. Oder die Psyche es ausgebaut hat. Aber ich riskiere damit eine bombastische Angststörung . Dass diese verstärkt wird. Aber die Ärzte fordern dass ich in Therapie gehe. Geht ja auch ums Geld. Es soll ja was weitergehen.

          #30926
          Anonym

            Ich bin seit einem Jahr in Theraphie. Habe glücklicherweise einen Kassaplatz bekommen, also von Krankenkasse finanziert.  Darauf mußte ich ein 3/4 Jahr warten. Ich hätte das Jahr direkt nach Psychose et etc nicht durchgestanden ohne diese Begleitung. Meine Thera ist super, das heißt respektvoll, hört wirklich zu, gibt auch eigene Meinung zum Besten was ich gut finde, ich will nicht nur mich hören, schlägt Lösungsansätze vor. Sie nimmt mich wie ich bin, und das ist sehr wertvoll gerade in einer Zeit wo man sich selber wieder annehmen muss.

            Dir viel Freude, aber wie sagt meine Thera, der Mensch selbst ist gefordert, d.h. nicht nur in der Stunde sein, sondern auch zuhause daran arbeiten, sonst geht nichts weiter und verkommt zu einer Märchenstunde. Kann auch unbequem sein, ist aber heilssam.

            Lg, Bernadette

            #30931

            Ich hatte 8J. Therapie, glaub die ersten 2hat Krankenkasse bezahlt, den Rest hat sie Ehrenamtlich übernommen. Hat viel zugehört, immer wieder ihre Gedanken mit eingebracht. Das hat mir viel gebracht. Ich weiss jetzt das ich mich nicht selbst verurteilen darf und mir das auch nicht gefallen lassen muss. Mehr Rücksicht auf mich nehmen muss u.s.w. Ich kann es nur empfehlen. Meine Therapeutin war damals die Ärztin auf Station, was ein weiterer Vorteil war. :bye:


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            D / 49Jahre
            Quetiapin 200 +400 , Risperidon 2mg, Doxepin 2x 50mg,
            Ofiril 2x 150mg, Bedarf Lorazepam
            L-Thyroxin

            #30949

            Alles Gute fürs Erstgespräch @Halbwahr. Ich bin froh, dass ich einen Therapeuten gefunden habe, dem ich vertraue. Ob die Chemie zwischen Euch passt, wirst Du schon selbst merken, denke ich. Es gibt ja immer solche und solche Therapeuten, und eine vertrauensvolle Beziehung will auch erstmal aufgebaut werden.

            #30957
            Anonym

              Geschafft, zurück mit einer starken Angst aber wieder jemand der sagt ich sei nicht schizophren, weil ich zu geordnet bin. Die Ursache soll bei mir im Angstkreislauf stecken, was zu psychoseähnlichen Symptomen führen kann. Mein Erinnerungsvermögen ist kognitiv zu gut für einen Richtigen Psychotiker. Lösungen finden ist die nächste Aufgabe. Vor allem Angst bekämpfen.

              #30959

              hast du dich dort gut aufgehoben gefühlt so für den ersten eindruck @halbwahr ?

              #30960
              Anonym

                Ja eigentlich schon weil er auch auf der Psychiatrie arbeitet.

                #30961

                ist doch schonmal super das du ein gutes erstes gefühl hattest …

                #31029

                Mh, kriegst du das öfter denn gesagt, dass Schizophrenie nicht passt?

                Es ist halt eine psychiatrische Diagnose und nicht eine psychotherapeutische Diagnose, deswegen ist das sehr gewagt sowas in der ersten Stunde gleich loszulassen.

                Was denkst du denn?

                #31035
                Anonym

                  Ich mach seit 2009 eine Verhaltenstherapie bei einer Schulkameradin kassenfinanziert. Nachdem ich gespürt hab, wie dramatisch sich die Therapie auf ihre eigene Familie auswirkt, strebe ich den Wechsel zu einer Tiefenpsychologin in meinem Nachbarhaus an, den die Kasse ebenfalls übernehmen wird. Die setzt allerdings einen geordneten Abschluss der vorherigen Therapie voraus, bevor sie mit dem Beginn einverstanden ist. Um mir klar zu werden, worauf ich mich da einlasse, hab ich per Facebook zu einem Musiker ihres Namens Kontakt aufgenommen, der ihr ein bisschen ähnelt. Tiefenpsychologie ist ein bisschen invasiver. Sie hat auch kein Wartezimmer, sodass ich übergangslos bei ihr eintauche, sobald ich meinen geschützten Raum – meine Wohnung – verlasse. Ich bereite das auch mit meiner Ergotherapeutin vor, der ich mittlerweile soweit vertraue, dass ich sogar den Psychiaterwechsel mit ihr abstimme. Meine Psychiaterin geht nämlich mit gefühlten 80 Jahren für mich um Jahrzehnte zu früh in Rente, um ihre Familie intensiver genießen zu können – allerdings nicht ohne zu fragen, was “meine” Piratenpartei und “mein” Disy-Magazin denn so macht, falls sich da eine Tür für sie öffnet. Es ist hart für mich, auch wenn ich schon bemerkt hatte, wie schwer es ihr fiel vor 12 in der Praxis aufzutauchen, wenn sie den ersten Patienten für 9 Uhr bestellt hatte. Aber wenn sie dann mit ihren High Heels die Treppe hochhumpelte, atmeten alle auf und spätestens beim Betreten ihres Sprechzimmers hatte sofort jeder sämtliche anderen Wartenden vollkommen vergessen. Es war, als ob du eine andere Welt betrittst. Heute wie gesagt, war ihr allerletzter Arbeitstag. Tiefenpsychologie setzt eine relative Stabilität voraus, weil die Vielzahl der entstehenden Baustellen schwer vorherzuahnen ist. Eine Schizophrenie entsteht ja nicht aus dem Nichts. Da war bei jedem mehr als nur ein Gau, bevor der Stoffwechsel derart entgleiste. Ich freue mich auf die Phase und habe dafür berufliche Pläne zurückgestellt. Seit 2014 hab ich außerdem Plan B, falls mir die Decke über dem Kopf zusammenbricht. Dort ist auch eine Krisenwohnung, wenn die Nachbarn zu sehr in Gedanken sind um mich zu begleiten. Im Moment sind sogar meine Kinder davon überzeugt, dass Risperdal-Ausschleichen vernünftig ist, auch wenn meine Tochter ein bisschen Schiss vor der Psychotherapieumstellung hat. Mein Sohn will sogar den Kontakt zwischen seiner Freundin und mir per Skype herstellen, mit der er seit seinem FSJ in der Arche in Dijon zusammenlebt. Außerdem suche ich jetzt auch mehr und mehr das Gespräch im Fitnessstudio und will sogar das Gruppentraining ausprobieren.

                  #31056
                  Anonym

                    Ja das bekomme ich öfters zu hören. Angstkreislauf soll das sein. Dadurch entstehen Symptome.

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