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Mowa aktualisiert.
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01/06/2019 um 9:46 Uhr #41292
Gell Mowa, als Betriebsrat hast Du Kündigungsschutz, oder?
01/06/2019 um 11:29 Uhr #41296Zur abgeschnittenen Persönlichkeit: Mir fällt es echt schwer mich so richtig zu freuen. So richtig traurig war ich in letzter Zeit auch nicht, obwohl meine Stimmung insgesamt eher schlecht ist. Ich fühle mich auch gedämpft. Auch habe ich das Gefühl, dass die Negativsymptomatik zu einem guten Teil auf das Medikament zurückgeht. Schade, dass bei dir nach Absetzen dann doch wieder eine Psychose aufgetreten ist. Das du funktionierst, würde ich schonmal, an deiner Stelle, als sehr positiv ansehen. Nimmst du jetzt dauerhaft 7,5mg Aripiprazol?
01/06/2019 um 13:48 Uhr #41310Sorry, zu deiner Dosis hatte ich dich ja schon gefragt, du bist ja gerade bei 10mg Aripiprazol. Da war ich beim Schreiben wohl etwas verpeilt.
01/06/2019 um 15:17 Uhr #41325Danke schön @DiBaDu und @erdbeere.
als Betriebsrat hast Du Kündigungsschutz, oder?
Ja @Molly. Dieser Schutz gilt nicht für außerordentliche Kündigungen. Wenn ein Betriebsrat z.B. eine Straftat begeht, kann er außerordentlich gekündigt werden.
Bei Betriebsräten mit befristeten Arbeitsverträgen kann es passieren, dass der Vertrag nicht verlängert wird. Das wäre keine Kündigung, sondern ein ordentlicher Ablauf des gültigen Vertrages. Ist ein wesentlicher Grund, warum nicht viele Mitarbeiter mit befristeten Verträgen im Betriebsrat sind.
Ich fühle mich auch gedämpft. Auch habe ich das Gefühl, dass die Negativsymptomatik zu einem guten Teil auf das Medikament zurückgeht.
Da kann ich Dir nur zustimmen. Meine Antrieblosigkeit und Appetitsteigerung bildeten sich zurück, sobald ich das Aripiprazol abgesetzt hatte. Ich habe ja zwei Male in den letzten 3 Jahren abgesetzt, und zwei Male habe ich den Unterschied bemerkt. Da kann mir kein Arzt mehr erzählen, dass das Aripiprazol bei mir antriebssteigernd und gewichtsneutral wirken soll.
Sorry, zu deiner Dosis hatte ich dich ja schon gefragt, du bist ja gerade bei 10mg Aripiprazol. Da war ich beim Schreiben wohl etwas verpeilt.
Das macht doch nichts, ich hätte Dir einfach nochmal erklärt. Kein Problem!
LG,
Mowa02/06/2019 um 5:29 Uhr #41400Guten Morgen @all,
gestern habe ich von meiner Krankenkasse ein Schreiben bekommen, über ein Angebot „Netzwerk für psychische Gesundheit“. Es geht wohl darum, dass ich zu jeder Uhrzeit an 365 Tagen im Jahr eine zusätzliche ambulante Betreeung bekommen kann, freiwillig, mit einem Partnerunternehmen der Krankenkasse.
Da sind mir erstmal die Alarmglocken geläutet, dass die Krankenkasse vor allem an der Ökonomisierung interessiert ist, und nicht daran, wie es mir geht. Meine Patientenakte, die dieses Partnerunternehmen hätte, wäre ganz sicher transparent für die Krankenkasse.
Das will ich nun ganz und gar nicht, und ich lasse meinen Ärzten und meinem Psychotherapeuten, denen ich vertraue, entscheiden, welche Behandlung wie lange angebracht wäre und warum usw.
Tatsächlich hatte die Krankenkasse bei mir vor wenigen Tagen angerufen. Die Mitarbeiterin fand ich auch nicht vertrauenswürdig (hörte sich eher an wie eine aufdringliche Verkäuferin).
Die Krankenkasse tut also alles, um Patientenrechte zu reduzieren und ihre finanziellen Kosten zu senken.
LG,
Mowa-
Diese Antwort wurde vor 6 Jahren, 10 Monaten von
Mowa geändert.
02/06/2019 um 8:45 Uhr #41427
Anonym
Ja, das ist ja auch nachhvollziehbar. Wie sollen Nichtbetroffene uns Betroffene verstehen, wenn sie keine Erfahrung haben? Ich denke, ein guter Helfer hört nicht auf, Interesse an uns zu haben und Fragen zu stellen, um Missverständnisse zu vermeiden.
ja, Adorno. Negative Dialektik. Leiden-beredt-werden-lassen. Vielleicht geht es nicht so sehr darum das Leid zu wandeln, sondern einen Ausdruck dafür zu finden, weil, so der Gedanke, dass innerste des Menschen objektiv, also durch Gesellschaft vermittelt ist.
Unsere Themen unterscheiden sich ja im wesentlichen nicht von anderen und daher bedarf es meiner Meinung nach, eine der Sache zugewandte Sprache und Haltung. Wir alle Leiden und wir machen alle Erfahrungen. Ein von mir sehr geschätzter Autor, Rolf Schwendter, sprach von Leidenserfahrungen.
Es ist schon arg, wenn statisch und auf funktionelle Nützlichkeit, ein Mensch konstruiert wird, der rational und planbar sein soll, aber durch diese Lebensweise und mit seinen Problemen allein gelassen wird.
Wünsche, Hoffnungen und Träume bleiben unverwirklicht, scheitern an einer Unveränderbarkeit und werden zur selbsterfüllenden Prophezeihung, die sich entweder im erstarken von radikalen Kräften bis hin zum Krieg oder im Privaten zur Psychose steigert.
In unserem Leid erfahren wir ja diese Radikalität, bemerken und hören, wie es um uns steht und dafür einen Ausdruck zu finden, ja, dass ist wohl das schwierigste von allem.
Du arbeitest ja in einem IT Bereich. Habt ihr Teamsitzungen und könnt Probleme die ihr im Miteinander erlebt ansprechen?
Als ich meine Ausbildung gemacht habe, ja, danach wollte ich auf jeden Fall was anderes machen, aber dieses ganze Dienstleistungsding und Kunde ist Königzeugs ist mittlerweile auch im sozialen Bereich König.
Ein Wahnsinn. Und ich erlebe es zur Zeit umso mehr, weil ich ja jetzt Kunde geworden bin und ja, mir sitzt ein trauriges Lächeln im Gesicht, wenn ich dies schreibe..
Ich drücke Dir die Daumen für Deinen Wiedereinstieg und alles was Du Dir vornimmst :)
LG
02/06/2019 um 9:20 Uhr #41431guten morgen :bye:
und was wollten die von dir am telefon?meine hat mich noch nie angerufen.
erinnert mich an meine ständigen anrufe von vodafone,die fake sind.
lass uns fremde bleiben
02/06/2019 um 14:07 Uhr #41470In unserem Leid erfahren wir ja diese Radikalität, bemerken und hören, wie es um uns steht und dafür einen Ausdruck zu finden, ja, dass ist wohl das schwierigste von allem.
Finde ich zutreffend, sehr gut beschrieben :good:
Du arbeitest ja in einem IT Bereich. Habt ihr Teamsitzungen und könnt Probleme die ihr im Miteinander erlebt ansprechen?
Ja, zum Glück, wir haben wöchentliche Gruppensitzungen, in denen ich auch über meine persönlichen Angelegenheiten sprechen kann. Diese offene und freundliche Stimmung in der Gruppe liegt sowohl am Gruppenleiter als auch an den Mitarbeitern.
Danke @Mallory, ich wünsche Dir auch alles Gute weiterhin!
und was wollten die von dir am telefon?
Ja ich habe mich auch gefragt, was sie wollen, nachdem ich 3 Anrufe von ihnen verpasst habe.
Die Mitarbeiterin hat dabei nur angekündigt, dass ich die Unterlagen für dieses „Netzwerk für psychische Gesundheit“ bekommen werde. Was ich dann am nächsten Tag auch schon prompt bekommen habe.
Vermutlich war das so gedacht, dass die Mitarbeiterin mit ihrer echt menschlichen Stimme bei mir als Kundin erstmal Vertrauen wecken soll, damit sie mir dieses Netzwerk als etwas Hilfreiches verkaufen kann…
Danke auch für Deine Rückmeldung, lieber @NuJu.
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Diese Antwort wurde vor 6 Jahren, 10 Monaten von
Mowa geändert.
02/06/2019 um 20:25 Uhr #41540ich nehme teil an dieser poststationären Betreuung (Netzwerk psychische Gesundheit) und profitiere davon.
lieben Gruss, DiBa
03/06/2019 um 5:13 Uhr #41582Guten Morgen @DiBaDu,
ich nehme teil an dieser poststationären Betreuung (Netzwerk psychische Gesundheit) und profitiere davon.
ah das ist gut zu lesen, danke. Würdest Du etwas von Deinen positiven Erfahrugen hier mit mir/uns teilen? Das würde mich interessieren. Ich wollte morgen bei meiner Therapie auch über das Netzwerk sprechen. Vielleicht sind meine Bedenken unbegründet.
LG,
Mowa03/06/2019 um 5:36 Uhr #41583Gerade bereite ich japanische Curry-Brötchen zu. Später gehen wir zum Picknick mit anderen Japanern und Japaninteressierten, und wir sollen alle ein japanisches Essen mitberingen. Bin mal gespannt, kenne noch keine Japaner in meiner Stadt.
Die Curry-Brötchen habe ich zum ersten Mal gebacken, aber sie sind richtig gut geworden:

Auch die japanischen Jugendlichen (Austauschstudenten, Sprachschulschüler und Praktikanten, im Alter von 20-25? Jahren) waren begiestert und haben mich gelobt, das sei wie vom Bäcker in Japan
Bis heute habe ich in den verschiedenen Städten, in denen ich gelebt habe, nie aktiv Kontakt zu Japanern gesucht. Gestern war’s anders, und es war sehr schön. Auf einmal hatte ich später 5 FB-Freunde mehr.
Die 2, 3 Jugendlichen, mit denen ich gesprochen habe, haben berichtet, dass sie die Zeit in Deutschland genossen haben und die Lebensqualität hier höher sei. Aus der Ferne sieht die Heimat ja nochmal anders aus, und da fällt einem auf, was anders, was gut oder schwierig ist. Die jungen Leute waren nachdenklich, und das hat mir sehr gefallen.
Ich finde, Austausch sollte für Jeden möglich sein. Es gibt so vieles, was man miteinander und voneinander lernen kann.
LG,
Mowa03/06/2019 um 17:30 Uhr #41634Puhh, heute habe ich beim IT-Gruppentreffen wieder gemerkt, dass meine Konzentrationsfähigekeit und Erinnerungen, mein Verständnis der Zusammenhänge, usw. ziemlich eingeschränkt sind. Einerseits ist mein letzter Schub noch frisch, andererseits kenne ich das auch schon vom Aripiprazol, dass es mich dauerhaft einschränkt.
Das nervt..!
Ich will und kann doch nicht immer eisern diszipliniert sein und mich mit Gehirntraining oder Diät rumschlagen, wenn ich weiß, dass das nur blöde Wirkungen von den Medis sind…
Ansonsten war der Tag ok. Inzwischen habe ich meinem Chef per E-Mail mitgeteilt, dass ich gerne eine freiwillige stufenweise Wiedereingliederung machen möchte (neulich hatte ich ihn ja persönlich sprechen wollen, hat nur leider nicht geklappt). Da ich noch keine Antwort von ihm bekommen habe, gehe ich davon aus, dass er damit einverstanden ist… Vollzeit schaffe ich im Moment nicht ganz. Also habe ich auch keine andere Wahl.
03/06/2019 um 17:54 Uhr #41638So weit ich es verstanden habe, ist der Grundgedanke, etwas von der skandinavischen Methode mit der Krankheit umzugehen, hier zu implementieren.
Das heißt psychosoziale Betreuung mit dem Ziel Krankenhausaufenthalte zu reduzieren (Drehtüreffekt). In dem Ort, in dem ich lebe, gibt es zur Krisenintervention eine reizarme Wohnung, die ggf. zur Verfügung gestellt werden kann.
Die psychosoziale Betreuung kann längstens 3 Jahre (je nach Bedarf des Betreuten) nach stationärem Aufenthalt gewährt werden.
Ich werde von einer Sozialarbeiterin betreut, die Spezialistin im Umgang mit Psychosen ist (ggf. also einem darin eher unerfahrenen Psychologen in gewisser Weise überlegen ist). Weder mein Psychologe noch meine Psychiaterin empfinden die Zusammenarbeit mit einer zusätzlichen Fachkraft als schwierig, denn die zusätzliche Kraft hat sich mit den weiteren Behandlern abzustimmen.
Üblich ist wohl ein Termin pro Monat. Ich selbst kann meine behandelnde Psychiaterin nur alle drei Monate sehen, da sie noch eine Oberarztstelle innehat.
Das einzige, was ich etwas schwierig finde, ist, dass ich mich verpflichte, bevor ich durch einen Psychiater stationär eingewiesen werde, die Sozialarbeiterin einzubinden, allerdings gibt es von der Betreuungsstelle auch eine Notfallnummer, die Tag und Nacht besetzt ist.
An Deiner Stelle, liebe @Mowa, würde ich Deinen Psychiater fragen, was er davon hält – er kann Deine momentane Situation ja einfach viel besser abschätzen.
Das fürs Erste, wenn Du weitere Fragen hast, beantworte ich diese gerne.
lg, DiBa
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Diese Antwort wurde vor 6 Jahren, 10 Monaten von
DiBaDu geändert.
03/06/2019 um 18:06 Uhr #4164403/06/2019 um 21:10 Uhr #41657
Anonym
Die Curry Brötchen sehen ja lecker aus. Schön das du bereits so viel nach kurzer Zeit schaffst, gib dir Zeit für den Rest.
Danke auch DiBaDu für dein Mitteilen, das klingt sehr interessant. Hab mich schon gefragt was denn in Skandinavia anders gemacht wird, weil das hier an anderer Stelle angesprochen wurde.
Lg, Bernadette
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