Kognitive Leistungseinbuße

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Dieses Thema enthält 13 Antworten und 8 Teilnehmer. Es wurde zuletzt aktualisiert von Felinor Felinor vor 1 Monat.

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  • #78398

    Hab das Gefühl ich verblöde. Irgendwie scheint da doch was übrig geblieben zusein.

    Erst merk ich wie ich nach einer Stunde Buch lesen total erschöpft bin.

    Dann war meine Kollegin heut da. Ich habe die Milch in den Kaffee gegossen und sie klopft an die Wand ( da fehlt ne Hänge, meint sie) und ich gieß weiter die Milch in den Kaffee. Naja und da ist sie übergeschwappt. Nich schlimm aber irgendwie bin ich leicht ablenkbar. Und „zerstreut“. Stelle irgendwo meinen Kaffeebecher ab und finde ihn dann nicht.verlege meinen Schlüssel im Drusch.  Naja das reinste Chaos. Versuch mich zu strukturieren. (Alles an seinen Platz) aber irgendwie klappt dass nicht. Räume die Käsereibe in den Schrank, obwohl wir dafür nen Haken haben. Und ich auch dann auch am Haken. Und ich brauche ewig um Dinge zu erledigen. weil ich manchmal keinen Handlungsplan hab oder ich mitten in der Handlung vergesse was ich machen wollt. Ist das vorübergehend oder bleibt das so. Liegt das am Quetiapin oder ist das so?

    Als ich noch gearbeitet hab meinte meine Kollegin schreib es auf. Und ich hab immer gedacht, DAS ist wichtig das merk ich mir. Aber Nö puff es ist weg sobald ich die Tür hinter mir zugezogen hab. Früher hatte ich ein gutes Gedächtnis. Heut kann ich mir den Namen des Reiterhofes meiner Tochter einfach nicht merken. Es ist verhext. Kann man da was tun? Ist irgendwie frustrierend.

    #78416

    Fangen wir mal an mit dem pathologischen. Eine Schizophrenie geht einher mit einer Verkleinerung des Gehirns. Nicht nur mit den einnehmen von Neuroleptika. Es sind rund 10% der Gehirnmasse. Das hat schon mal mit der Erkrankung alleine zu tun. Das da kognitive Einbußen dabei sind ist klar.

    Jetzt zu meinen eigenen Erfahrungen. Ja man wird vergesslich. Ich kann mir auch nichts merken, als ich nur auf Atypische Neuroleptika war. Da waren einfach zu viele Gedanken im Kopf die mich lähmten. In letzter Zeit ist es besser geworden, aber noch nicht gut genug. Ich vergesse teilweise auch was ich in dem Forum geschrieben habe. Egal wie lang ein Text war. Ich kann mich nicht mehr dran erinnern. Erst wenn ich es wieder sehe, dann kommt mir die Erleuchtung. Ich habe auch Defizite im Gespräch. Ich antworte ziemlich kurz. Kann keine langen Gespräche mehr führen, aber ich kann auch besser zu hören, worin auch meine Stärke steckt. Es hat nicht immer alles etwas negatives. Meiner Meinung nach darfst Du Dich nicht an solchen Dingen groß aufhängen. Bewerte den Tag neu. Lass Dich nicht unterkriegen von Kleinigkeiten. So lange du noch weißt wer du bist und wo deine Stärken liegt, ist doch alles gut. :-)

    #78422

    Wenn ich mir Texte von mir vor oder zu Beginn meiner Schizophrenie ansehe, merke ich, dass ich damals komplizierte Gedankengänge viel besser verarbeiten konnte. Heute kann ich zwar auch z. B. ein längeres Kapitel schreiben, aber da sitze ich dann mehrere Tage dran. Ich merke aber auch, dass das Schreiben mein Gehirn trainiert. Mein Therapeut bestärkt mich immer darin, mit dem Schreiben weiter zu machen. Wenn ich das Schreiben nicht hätte, sähe es mit meinen geistigen Fähigkeiten wahrscheinlich viel schlimmer aus. Vielleicht suchst du dir eine Beschäftigung, die dein Gehirn trainiert. Es muss ja nicht unbedingt schreiben sein.

    #78433

    ich kenne auch das leidige thema mit den “kognitiven leistungseinbußen”.

    meine konzentration und aufmerksamkeit sind sehr schlecht, manchmal vergesse ich, wenn ich etwas tue, was ich eigentlich wirklich wollte. ich habe eine arbeit, die sehr weit unter meiner ausbildung liegt! mein orientierungssinn ist sehr stark beeinträchtigt und etwas zu suchen, steht bei mir am alltagsprogramm. wenn ich mein tagebuch oder dokumente von mir lese, frage ich mich des öfteren,  was das ganze mit mir zu tun hat und kann mich manchmal gar nicht mehr erinnern, das gelesene wirklich erlebt zu haben!

    da ich nur am wochenende arbeite, besuche ich einmal in der Woche eine “kognitive gruppe”, wo es darum geht, die aufmerksamkeit und die konzentration zu stärken. auch besuche ich einmal in der Woche das tageszentrum und seit voriger woche fange ich dort mit einem “kognitiven einzeltraining”, das wir am pc machen, an. ich finde es gut, dass es solche hilfestellungen gibt und ich gehe auch recht gern hin. ich befürchte, wenn es das nicht gäbe, würde ich mir im alltag und auch in der arbeit noch schwerer tun.

     

     

    #78486
    #78529

    Sport macht schlau. Finde ich super 👍🏻

    #78537

    Bewegung ist nachweislich gut fürs Gehirn.

    Habe dazu zwei Blogposts geschrieben.

    #48956

    #48952

    Mir hat es geholfen, letzten Sommer, Herbst und Winter zu joggen. Bis man einen Effekt hat, dauert es natürlich, ein, zwei oder auch zehnmal nützt noch nichts. Es ist auch kein alleinseligmachendes Allheilmittel, aber immerhin eine Stellschraube.

    Man kann aber beim Joggen auch viel falsch machen, wenn man es falsch anstellt und sich überbelastet, ist der Körper schnell im Eimer. Bei Übergewicht und langer Sportabstinenz mit Spazieren anfangen und sich langsam steigern.

    #78538
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    Anonym

    Meine Ärztin hat mir gesagt, dass ich so gut wie keine kognitiven Leistungseinbussen durch die Erkrankung erlitten habe. Und ich bin ja schliesslich schon 30 Jahre krank. Auch bei einem MRT wurden keine Hirnveränderungen durch Neuroleptika festgestellt, alles ist komplett normal.

    Ich kann auch nichts besonderes in dieser Hinsicht feststellen, allerdings lese ich auch viel, bin immer geistig aktiv und bewege mich auch viel, indem ich wandere oder Fahrrad fahre. Ich habe ja schon lange kein Auto mehr, und bin immer in öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs. Da habe ich auch eine Monatskarte.

    Ansonsten eben beschäftige ich mich eigentlich fast den ganzen Tag mit irgendwas. Fernsehen ist bei mir, bis auf die Nachrichten und selten mal ein Spielfilm auf Amazon Prime, ganz aus.

     

    #78632

    Vielleicht ist es aber auch so, dass ich eben andere Dinge im Kopf habe und die Aufmerksamkeit eben darauf gerichtet ist. Keine Ahnung.

    Als Tochters Papa an Depressionen erkrankt war,  ging es ihm genauso. Er ist richtig wütend geworden, primär auf sich selbst. War nicht schön mit anzusehen.

    #78709

    hm…..vergesse auch öfter was, dafür weiss ich viele alte Sachen noch. Hab mal online IQ Test wiederholt. Früher 116 heute 105. Meine Mom meint liegt auch immer am Test. Aber glaub schon das da bissl was verloren gegangen ist. Kann das aber schlecht einschätzen weil ich mit der Überfunktion der Schilddrüse schon so schusselig wurde. Dafür hab ich gestern in 2-3Min. meine Telefonnummern auf der Fritzbox eingerichtet. War ganz stolz das mir das so leicht fiel. :bye:

    • Diese Antwort wurde geändert vor 1 Monat, 1 Woche von Blumenduft Blumenduft.
    #78732

    Mich hat das Thema im letzten Jahr sehr beschäftigt, war depressiv und habe dadurch sehr stark an mir gezweifelt, auch in diesem Bereich. Ohne Frage ist etwas verloren gegangen, wieviel kann ich nicht sagen. Für mich stellt sich die Frage, wie ich mit dem was noch da ist (und das ist auch nicht wenig!), weitermache. Nach einem Verlust können auch immer wieder neue Fähigkeiten, Wissen etc dazukommen. Ich denke es ist gut, auf diese Entwicklungsmöglichkeiten den Fokus zu legen.

    • Diese Antwort wurde geändert vor 1 Monat, 1 Woche von cochon dinde cochon dinde.
    #78836
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    Anonym

    Ich denke es ist gut, auf diese Entwicklungsmöglichkeiten den Fokus zu legen.

    Ja, auf jeden Fall. Das Gehirn ist das, was man damit macht. Das, was Du z.B. an Medien konsumierst, das ist auch das, was da dann später drin ist. Das Gehirn verändert sich bis ins hohe Alter, und selbst wenn man mit 70 was Neues lernt, dann kann man es immer noch lernen. Diese Fähigkeit geht eigentlich nicht verloren, es sei denn, man hat z.B. Demenz. Allerdings behindern einen die Neuroleptika beim Lernen, weil sie die Dopaminrezeptoren, die besonders für das Lernen notwendig sind, blockieren. Das bedeutet jetzt aber nicht, dass man gar nicht mehr lernen kann, sondern nur, dass man langsamer lernt und vielleicht mehr Mühe braucht als jemand, der keine Neuroleptika einnimmt.

    Wenn Du den ganzen Tag Probleme löst, dann wird Dein Gehirn irgendwann gut Probleme lösen können und wenn Du eben nichts damit machst, dann wird es nichts können.

    Es gibt auch das kognitive Training. Das hatte ich vor einigen Jahren mal gemacht und es war dann irgendwann ein Gefühl, als ob da Brausebonbons im Gehirn sind, so sehr hat es das Gehirn aktiviert.

    Das Training hier habe ich gemacht: https://mybraintraining.com/de/

    Das kann ich auch sehr empfehlen und ich fand es richtig gut. Mittlerweile mache ich das nicht mehr, weil ich denke, dass es auch langsam reicht.

    Weiterhin eben viel Bewegung in der Natur und ein Hobby, das einen fordert. Fotografieren finde ich da ganz gut, weil es die Aufmerksamkeit schult und es sind ja auch ein paar technische Gegebenheiten zu beachten. Und es ist auch irgendwie kreativ. Kommt ja ganz drauf an, was man macht.

    Was ich auch gemacht habe, das ist metakognitives Training. Dabei geht es nicht so sehr darum, irgendwie die Intelligenz oder das Gedächtnis zu fördern, sondern eher darum, die besonderen Schwächen von Schizophrenen, die oft in der Erkennung von Emotionen bei anderen liegen, zu bearbeiten.

     

     

    #78853
    Avatar
    Anonym

    Auch eine Sache, die ich jetzt lösen will:

    Ravensburger Krypt Black Puzzle.

     

    #79345

    Das ist ja Augenpulver…wünsch Dir viel Erfolg beim Puzzeln. Das wird bestimmt schwer.

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