Elternschaft und Psychose

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  • #41313

    Hallo,

    ich bin seit 10 Jahren schizophren erkrankt und habe seit 4 Jahren eine Tochter.

    Ich suche Eltern mit Psychose. Zum Austausch.

    Freue mich über Kontakt!

    #41315
    Anonym

      Huhu marique ich bin auch eine Mama. Gern können wir uns austauschen :-)

      #41317
      Anonym

        Ich habe zu dem Thema neulich ein Buch gelesen. Kinder psychisch kranker Eltern. Ich glaube von Lenz. Schizophrene Eltern und deren Kinder kommen dabei nicht besonders gut weg. Sie haben ja die massiven Probleme ihrer Erkrankung noch dazu. Mein Kind musste mich leider auch Psychotisch erleben. Da war sie 7. ich fände einen Ratgeber oder Erfahrungsbericht für uns Betroffene sehr gut. Kennst du so etwas? Liebe Grüße

        #41322

        Meine Tochter war 2 als sie miterlebt hat wie die Polizei mich abgeführt hat.

        Es kam 2017/18 zu drei Einweisungen, eine davon mehr oder weniger dramatisch.

        Nein. Kenne nichts zu dem Thema.

        Ich habe relativ viel Unterstützung, unter anderem auch Familienhilfe. Würde es aber auch alleine nicht schaffen.

        Dass ich in eine Mutter-Kind-Einrichtung gegangen bin war unter Zwang. Ich durfte sie alleine nicht behalten.

        #41323
        Anonym

          Das klingt ja alles sehr dramatisch. Wie hast du das verkraftet? So ein junges Kind würde ich auch nicht allein schaffen, denk ich. Ich hab ja noch den Kinderwunsch. Ich glaube dann würde ich nicht mehr arbeiten und für das Baby da sein.

          #41328

          Oh du schaffst die Doppelbelastung Elternschaft und Arbeit mit deiner Krankheit? Respekt.

          Ich hab nur mal für zwei Monate ein Praktikum gemacht, und das waren nur 2 mal 3 Stunden die Woche.

          Wünsche mir eigentlich auch noch Kinder. Aber wahrscheinlich werde ich nie mehr eins bekommen.

          #41369

          Hallo @marique !

          Ich habe zwei inzwischen erwachsene Kinder (24 und 27), die eine bodenständige Ausbildung gemacht haben und bisher anscheinend gesund geblieben sind.

          Meine erste Diagnose war Wochenbettpsychose, nachdem mein Sohn (erstes Kind) geboren war. Allerdings denke ich heute, dass ich auch schon vorher krank war.

          Obwohl ich meinen Mann an meiner Seite hatte, fiel mir vor allem der Umgang mit Erzieherinnen im Kindergarten, Kinderärzten oder Lehrern usw. sehr schwer, weil ich immer Angst hatte, dass ich Ärger wegen meiner Erkrankung bekommen könnte. Die ganzen Jahre waren sowieso von Angst und Depressionen geprägt, weil ich kein Medikament hatte, das ich richtig vertrug. Ich hörte ständig Stimmen und war wie gesagt depressiv, ängstlich und bedingt wahnhaft. Von dem damaligen Medikament war ich wenn ich es einnahm ständig müde und antriebslos, was es sehr anstrengend machte, die Kinder zu versorgen. Ich war froh, als sie in einem Alter waren, wo sie mit Freunden spielen konnten.

          Als die Kinder 10 und 13 Jahre alt war, trennte sich mein Mann von mir und die Kinder wuchsen dann bei ihm auf. Wir hatten aber gemeinsames Sorgerecht und alle zwei Wochen waren sie übers Wochenende bei mir. Ich habe ein sehr gutes Verhältnis zu meinen Kindern, aber ich finde wir reden zu wenig. Inzwischen habe ich ein Medikament, das mich gut stabilisiert. Die Stimmen sind weitestgehend weg.

          Ich war in den letzten 27 Jahren drei Mal freiwillig in der Klinik und ansonsten regelmäßig ambulant in Behandlung.


          Ursprüngliche Medikation:400 mg Amisulprid,12,5 mg HCT,10 mg Ramipril
          Ab 04.03.2024:500 mg Amisulprid,5 mg Olanzapin,12,5 mg HCT,10 mg Ramipril
          Ab 15.03.2024: 600 mg Amisulprid,12,5 mg HCT,10 mg Ramipril,4mg Doxagamma
          Ab 22.04.2024, statt 600 mg Amisulprid, 400 und 150 mg
          Ab 02.05. 6 mg Doxagamma und 25 mg HCT, 550 mg Amisulprid und 10 mg Ramipril
          Ab 12.05. noch 500 mg Amisulprid + HCT+Doxa+Rami siehe oben!

          #41398

          Aus eigener Erfahrung da meiner Mutter Psychisch Krank war und mein Vater tot war, ist es so das Kinder in dieser Situation die aufgaben übernehmen ob es nun schlecht ist weiß ich nicht bin erst 19 aber sterben werden sie nicht davon! Gibt bestimmt positive wieso negative konsequenzen.

          #41399

          Ich kann nur sagen egal wie viel eure Kinder in der Psychose übernehmen müssen werden sie euch lieben auch wenn sie manchmal ablassande kommentare abgeben, wenn sie reif genug sind wissen sie wie schwer es für euch war.

          #41419
          Anonym

            Ich hatte eine Mutter die schizopren war, aber nicht in ärztlicher Behandlung. Daher würde ich mir für andere Kinder wünschen das Eltern ihre Verantwortung für ihre Krankheit übernehmen, d.h. Medikamente nehmen, Stressmanagement, kein Alkohol u.a., Theraphie um sich zu hinterfragen, Netz aus Familie oder Freunden oder Helferleins. Ich denke wenn man so bewußt lebt kann man es auch mit einem Kind schaffen. Und natürlich ganz viel Liebe fürs Kind, aber auch zu sich selbst stehen.

            Lg, Bernadette

            #41537

            Ich bin Vater mit Psychose.

            Seit letztem Jahr leben meine beiden Söhne (10 und 13) vorwiegend bei der Mutter, die sich von mir getrennt hat, u. a. weil sie mit der Krankheit nicht umgehen konnte.

            Ich sehe die Kinder im Allgemeinen jedes zweite Wochenende, telefoniere aber täglich mit ihnen.

            #41541

            Nachdem @equites geschrieben hatte, dass Kinder sehr viele Aufgaben übernehmen müssen, wenn ein Elternteil psychisch krank ist, hab ich das jetzt mal bei  mir hinterfragt.

            Ich will nicht ausschließen, dass ich vielleicht nicht alles hinbekommen hätte, wenn ich alleinerziehend gewesen wäre, aber als meine Kinder noch klein waren, hab ich alles für sie gemacht. Mein Mann hat sich damals aus der Erziehung und sonstigen Aufgaben weitestgehend herausgehalten, obwohl ich mir immer schwer getan habe.

            Heutzutage ist die Krux bei der Sache, dass ich nicht mehr Auto fahre und da bitte ich meine Kinder schon ab und zu mal, für mich einzukaufen, wie gerade vor einiger Zeit, als ich die Knie-OP hatte. Auch müssen eben immer sie fahren, wenn wir irgendwo zusammen hingehen. Das ist aber bisher das Einzigste, wo sie mir helfen müssen.


            Ursprüngliche Medikation:400 mg Amisulprid,12,5 mg HCT,10 mg Ramipril
            Ab 04.03.2024:500 mg Amisulprid,5 mg Olanzapin,12,5 mg HCT,10 mg Ramipril
            Ab 15.03.2024: 600 mg Amisulprid,12,5 mg HCT,10 mg Ramipril,4mg Doxagamma
            Ab 22.04.2024, statt 600 mg Amisulprid, 400 und 150 mg
            Ab 02.05. 6 mg Doxagamma und 25 mg HCT, 550 mg Amisulprid und 10 mg Ramipril
            Ab 12.05. noch 500 mg Amisulprid + HCT+Doxa+Rami siehe oben!

            #44008

            Meine Kinder waren 5 und 7 bzw. 9 und 11 als sie miterleben mussten, dass ihr Vater psychotisch wurde. Das erste Mal ist für meine Große die Welt zusammengebrochen, als Papa in die Klinik musste. Beim zweiten Mal merkten beide, dass er sich veränderte und sprachen mich dann darauf einzeln an. Mittlerweile ziehen sie sich dann etwas aus der Beziehung zu ihm (wahrscheinlich um sich zu schützen) und unterstüzten mich. Sie sind dann erwachsener, helfen sich gegenseitig und fordern weniger Unterstützung. Selbst die Pupertät meiner Tochter scheint dann einen Moment Halt zu machen, um dann, wenn es ihm besser geht, wieder mit voller Wucht weiter zu gehen. :scratch: Zum Glück übernimmt mein Partner weitgehend Verantwortung für sich und seine Krankheit. Sonst wäre das ohne viel weitere Unterstützung nicht möglich.

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