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Warum bleibt, kämpft oder argumentiert man eigentlich für eine Sache, obwohl man weiß, dass man schuldig ist bzw. falsch liegt?
//Edit: Vielleicht hat man einfach irgendetwas gebraucht und die Konsequenzen sind egal.
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Diese Antwort wurde vor 2 Jahren, 7 Monate von
rebus geändert.
Sicherlich kann man sagen, dass die Deutschen unter dem Naziregime ein Verbrechervolk waren. Man kann auch sagen, dass wenn andere Regierungen gezielten und extremen Druck auf ein Land ausüben, sich gewissermaßen am Volk mit versündigen.
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Aber sie haben sich nicht alleine schuldig gemacht.
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Sexueller Missbrauch ist ein Verletzen des Intimsten. Es ist ein gewalttätiges Eindringen in eine gefühlsbetonte Intimssphäre. Wenn da ein Widerwille entsteht, man aber machtlos ist, kann das unglaubliche Wut erzeugen.
Diese Wut kann sich in einem Willen bahnbrechen, einer Fantasie, Hoffnung oder ähnlichem, manchmal auch in Ohnmacht und Hilflosigkeit. Wohl dem, dessen Übertragung funktioniert. Oft ist diese Ohnmacht nämlich nicht auszuhalten und geht einfach nur in Wut gegenüber den Straftätern über. Besser man bringt sich in die Lage kompensieren zu können.
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Wenn du Jurist bist, dann verstehst du sicherlich auch den Gedanken der Alliierten nicht ein Volk bestrafen zu wollen, sondern nur herausragende Persönlichkeiten. Danach gab es den Rechtsnachfolgerstaat: Die Bundesrepublik Deutschland, die dann in eigener Sacher weiter Urteile gesprochen hat.
Im übrigen gab es damals im juristischen Sinne keine Angriffskriege. Das waren formale Kriegserklärungen.
Des weiteren finde ich den Vergleich unsäglich aufgrund des schieren Ausmaßes an Toten und der Dimension des Vernichtungswillens, nicht nur auf deutscher Seite. Es war schlichtweg unbezahlbar geworden.
Es gibt sicherlich auch heute noch viel Leid auf der Welt. Es stellt sich einem die Frage nach der Möglichkeit sich selbst helfen zu können und nach ertragbaren Lebensumständen. Wenn ich arm bin, aber Essen und Leben kann, dann muss ich nicht zum Täter werden. Chancen hat nicht jeder. Das ist aber auch dem zivilisatorischen Ungleichgewicht zuzuschreiben. Da ist Europa einfach vorne in der Entwicklung, während andere Länder im Europa von vor 100 Jahren leben. Wo diese Armut ebenfalls zum Teil normal war.
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Der zweite Weltkrieg ist kein isoliertes Ereignis gewesen. Der erste Weltkrieg und auch Kriege, sowie Hungersnöte davor können ebenfalls mit imposanten Zahlen und Verantwortlichkeiten aufwarten. So ist es eben wenn die Diplomatie der Herrschenden scheitert und Völker verhetzt werden.
Zudem finde ich den Vergleich vom Leid und Tod Einzelner heute und dem Leid und Tod von Millionen von vor 80 Jahren nicht passend.
Um etwas provokanter zu werden behaupte ich mal, dass es heute manch ein Einzelschicksal gibt, das größeres Leid auf sich genommen hat, als ein Einzelschicksal damals, um den Vergleich mal abzurunden.
Ein Täter nimmt im besten Fall sich selbst und nicht dem Opfer seine Zukunft. Oft nimmt er es sich selbst und dem Opfer, manchmal auch nur dem Opfer während der Täter unbehelligt weiterlebt.
Wenn die Tat geschehen ist, ist es nicht mehr rückgängig zu machen.
Unser Strafsystem finde ich gut.
Das Hilfssystem für die Opfer könnte besser sein. Leider tragen diese nämlich wirklich eine größere Last, als die Täter. Vielleicht wäre auch ein zusätzliches Besserungssystem für Täter überlegenswert, aber da kenne ich mich nicht aus.
Schwierig auch immer, wenn ein Opfer zum Täter wird.
Da bin ich persönlich sehr froh, dass ich das bei mir verhindern konnte.
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Diese Antwort wurde vor 2 Jahren, 7 Monate von
rebus geändert.
Mich da abholen wo ich bin und mich auf dem Weg meiner Genesung begleiten, im besten Fall voranbringen.
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Ich kenne Ängste nach einer Dosisreduzierung. Ich verbleibe dann auf der Dosis und versuche die neu aufgekommenen Ängste durch Skills und Überlegen zu bearbeiten.
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Nun, heutzutage ersparen sich die meisten wohl die hunderte von Euro für eine Geistersitzung und Konsumenten von psychotropen Substanzen sind schlicht gesagt „irgendwelche Kiffer“.
Spiritualität wird dann wohl doch eher meist in der Religion ausgelebt, scheint mir allgemein aber (auch bei mir) verkümmert.
Interessant wird es für mich bei der zweckmäßigen Unterscheidung zwischen Spiritualität und Fantasie.
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In unserer westlichen Gesellschaft lautet das Credo eben:
Das bist nur du.
Wir sind eine Leistungsgesellschaft.
Du bist krank.
Und man wird allmählich ausgegrenzt.
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Ich erkläre mir das so (sehr spekulativ):
Schizophrene sind aufgrund eines traumatischen Erlebnisses, aus dem eine Hoffnung hervorging, welche dann im späteren Leben jedoch gescheitert ist, krank geworden und erleben das Trauma erneut.
In anderen Kulturen ist oder war man sich vielleicht dieses Vorgangs (unterbewusst) bewusst. Und als Wiedergutmachung wurden diese dann als Schamane oder ähnliches in den Stamm oder die Gesellschaft reintegriert. Dadurch fanden sie wieder Akzeptanz, eine Aufgabe und einen Bezug zurück zur Realität.
Das ist so für den Stamm praktikabel, da Schizophrene sonst einen Loop des zerstörten Traumes oder Hoffnung haben, bis es eben fremd- oder eigengefährdet wird.
Das waren dann eben böse Geister oder Hexen oder ähnliches, die dafür verantwortlich waren.
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Diese Antwort wurde vor 2 Jahren, 8 Monate von
rebus geändert.
Das klingt nach einer höchst zweifelhaften Aussage.
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Ich werde bald vom medizinischen Dienst der Agentur für Arbeit begutachtet, zumindest ist ein solcher Antrag raus.
Ich werde aufgrund des wahrscheinlichen Ausgangs der Erwerbsunfähigkeit (unter 3 Stunden) bald die Grundsicherung beantragen müssen.
Die Grundsicherung hat in etwa dieselbe Höhe wie das Bürgergeld (502€ + Kosten der Unterkunft).
Die Freibeträge sind etwas anders, aber für mich irrelevant.
Es werden in der Grundsicherung fast sämtliche Renten angerechnet, außer ein paar Ausnahmen.
Ich könnte jetzt also Erwerbsminderungsrente beantragen, welche dann jedoch aufgrund der geringen Höhe angerechnet wird. Also finanziell keinen oder kaum einen höheren Ertrag bringt. Den Antrag stellen werde ich aber aufjedenfall.
Zusätzlich übe ich noch einen Minijob mit maximal 15 Wochenstunden aus. Auch hier gibt es Freibeträge und Hinzuverdienstgrenzen.
Arbeitsunfähig wird man vom Arzt geschrieben und das kann sowohl im Beruf, als Arbeitsloser oder sonstigem Verhältnis geschehen. Das hat mit Geld oder Rente so ersteinmal nichts zu tun, sondern dient als Krankschreibung.
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Diese Antwort wurde vor 2 Jahren, 9 Monate von
rebus geändert.
Danke @rebus Ich habe meine Geschichte einfach mal hier eingefügt, weil sie mich einerseits momentan enorm belastet und deswegen immer wieder dazu treibt, sie in Worte zu fassen, aber auch weil ich dachte sie passt vielleicht gut zum Thema „Verantwortung“. Ich erlebe die Qualen und Anschuldigungen durch die Psychose nämlich extrem widersprüchlich und zwiespältig, deswegen einfach weil ich etwa in dieser Missbrauchsgeschichte gegen mich aus der Vergangenheit nicht weiss, was und warum die Beteiligten überhaupt gemacht haben, warum es mich so getroffen hat. Also man weiss nie, was eigentlich Sache ist bzw. war, oder kann es eben nicht akzeptieren, so wie es war[…]
Ich bin meiner Psychose ja auch auf den Grund gegangen. Meine Verhaltensweise war, dass ich soweit gegangen bin, wie mich mein Glaube tragen konnte und meine logische Herleitung mich führte. Alles darüber hinaus tat ich ab als nicht möglich zu glauben oder nicht möglich zu wissen oder uninteressant.
Jetzt z.B. erlebe ich gerade eben harte Stimmen und Anschuldigungen und schlimme qualvolle Gefühle dazu, dass ich „selbst Schuld“ wäre, dass ich damals nur in eine „Prüfung“ getan wurde, und hätte glauben sollen was ich an Gedankenbildern sah – etwa auch, als ich die Droge damals genommen habe, die mich wahrscheinlich behindert gemacht hat, hatte ich merkwürdige paranoide Gedanken ob sie schlecht wäre und es eine Prüfung ist, dass ich so tue als würde ich rauchen aber nicht inhalieren, ich glaube aber damals hatte ich einfach extrem widersprüchliche Gedanken, hatte schon lange geübt, meine Kifferparanoia, die eh die ganze Zeit immer wild durcheinander war einfach zu ignorieren und nur der Realität und dem tatsächlich gesagten Glauben zu schenken und meinen Freunden zu vertrauen – so habe ich inhaliert, und wurde sehr krank. Da erlebe ich dann schlimme Zerwürfnisse und Selbstanschuldigungen, etwa dass ich es nicht ernst genommen hätte, meinen Freunden „nicht vertraut hätte“, dass es mein eigenes Versagen wäre, dass ich jetzt krank bin, und mich nun bessser selbst der Realität stellen und Selbstmord begehen sollte, vor allem da ich drüber rede und damit andere (also die, die mich damals missbraucht haben) noch gefährden würde, was die schlimmste Schande wäre da die Geheimnisse heilig wären etc pp. Mit sowas kommen bei mir die Stimmen dann jeden Tag und verlangen, dass ich irgendwohin gehe „zu einem Opfer“, also um mein Leben hinzugeben, oder dass ich es einfach selbst mache. Also immer Opfer/Täter Umkehr im Wahn, grundsätzlich.
Das was du hier beschreibst ist für mich der gefühlte Konflikt den ich in #282792 beschrieben habe, der aber nicht bewältigt bzw. gemeistert oder gelöst ist und der einen quält. Durch die Psychose wiederaufgebrochen ist und einen erneut in die Situation bringt.
Dann andererseits erinnere ich mich wieder daran, wie es damals für mich war, dass eben nie so etwas jemals ausgesprochen war, es nur zweideutige Situationen gab in denen ich die Paranoia immer ignoriert habe, und so dass ich in die Situation gekommen bin entweder Mutwillen der anderen war, mich durch subtile Signale zu schädigen und zu mobben, und was die Droge war, kann auch alles mögliche gewesen sein, ein „Unfall“ etwa, denn ein Beteiligter wurde mir als Drogenspezialist genannt, und ausserdem hatte er mir es als etwas harmloses angeboten und ich habe akzeptiert, also was es auch meine eigene Verantwortung egal was jetzt dahinter steckt. Und dazu kommt aber diese unglaublich beklemmende Vorstellung, was wenn ich wirklich in irgendeine schlechte Sache reingezogen werden sollte mit dem Ritualähnlichen, das aber verweigert habe quasi durch meine an bestimmten Punkten geäusserte Ablehnung und das Ignorieren des Illusionsartigen Erlebens und der Mehrdeutigkeiten (kann ich als Autist eh nicht mit umgehen oder verstehen) als Verräter oder dergleichen galt und dann bewusst mit der Droge quasi hingerichtet wurde.
Nun, als Hilfsangebot oder Denkanstoß auch hier meine Lösung, da ich mir über eine ähnliche Situation auch schon Gedanken gemacht habe:
Ich habe mir die Frage gestellt, was ist, wenn ich denn sterben würde? Könnte ich das morgen so?
Oder auch: Wenn die Umstände sich nicht ändern lassen, wie möchte ich mein Leben unter diesen Umständen leben? Was macht mir mein Leben erträglicher oder angenehmer, trotz dieser Umstände.
So, mit solchen Gedanken quäle ich mich jeden Tag pausenlos herum, und habe meine Not damit, das alles zu verwinden – ich erlebe es, als wären da Wesen, die in meinen Verstand eindringen können und meinen Willen zwingen und mich immer wieder in die Geschichte und zu Äusserungen dazu zwingen, und die mich teils auch bedrohen, versuchen zu locken, mein Bewusstsein mit Ansage verändern und kontrollieren, mit dem allerübelsten teilweise, immer die Ereignisse von damals aufgreifend und dazu benutzend, mich unter Druck zu setzen bis hin zu was aussieht wie Versuchen mich mit den Schuldgefühlen für meine eigene „Verantwortung“ unter Druck zu setzen und unter Kontrolle zu bringen. Ich weiss nicht, ob das ein Hirnzentrum eines inneren Misshandlers ist, eine Versklavers, der als Archetyp angeboren ist und sich dann manchmal bei fremdattestierter Charakterschwäche mit Selbstverleugnung gegen die Person an sich selbst wenden kann, so als kleines selbstregulatives Element der harschen Natur? Ich empfinde es jedenfalls als Ungeheurlichkeit, was ich erleben muss, wo man denkt das darf nicht passieren, aber es passiert und deswegen muss es auch gesagt werden. Für mich kommt’s halt vor wie Teufel, die sich in mein Gehirn in Körper und Geist hacken und mich damit richtig übel abdrehen lassen wollen, während da auch gesunde Elemente sind, die ihre Mühe und Not haben das alles irgendwie vom endgültigen Entgleisen abzuhalten. Dabei ist das ein Kampf auf 2 Ebenen geworden, im Geiste mit den Geschichten von Früher, und in der realen Welt, wo ich das alles sortieren muss.
Mein Weg war, dass ich mich in Wut über die Situation gesteigert habe. Ich habe dann durch Projektion herausgefünden, wohin mich diese Wut führt, zu welchen Personentypen. Und dann habe ich da versucht eine Lösung zu finden. Für mich war am Ende ein gemeinsames Lachen immer ganz gut.
Geht mittlerweile aber auch für mich in meinen Zimmer.
Danke für die Erfolgswünsche, ich hoffe die kriegen mich nie unter damit und ich darf meine Geschichte so erzählen, dass sie anderen, die in ähnlichen Qualen wie ich eingesperrt sein müssen, eines Tages etwas Mut machen kann. Weil egal wie schlimm es ist, so lange andere einen lassen, kann man’s überleben. So lange man den Glauben an das Leben, die Freiheit, die Menschenwürde nicht verlieren muss, geht es vorwärts und auch aus so einer Situation wieder heraus, jedenfalls so lange andere einem diese Würde auch eingestehen und einen den Weg gehen lassen. Ich bin jedenfalls froh darüber, dass ich diesen Glauben nicht verlieren muss, der mich immer weiter voran trägt trotz meiner Behinderung und der schlimmen Geschichte von damals.
Das klingt nach einer guten Einstellung
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Diese Antwort wurde vor 2 Jahren, 7 Monate von
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