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Ja, @Angora, ich persönlich meine auch nicht, dass Stimmen „von außen“ kommen. Ich habe vor längerer Zeit mal ein Video im Netz gesehen, wo Forscher untersuchten, welche Hirnareale bei Stimmenhörerin:nen aktiv wären.
Da lag eine Stimmenhörerin im MRT und die Forscher sahen, von einer Glasscheibe von ihr getrennt, so dass die Frau sie nicht sehen und nicht hören konnte, auf Bildschirmen, welche Hirnareale wann aktiv waren.
Sie gaben der Frau Anweisungen. Z.B. der Stimme nur zuzuhören und da wurde deutlich, dass dann genau die Hirnareale bei der Frau aktiv waren, als wenn sie jemand anderen hören würde. Eben auch die Hörsteale, auch der Ohren.
Wenn sie mit der Stimme gedanklich kommunizieren sollte, also nicht laut sprechen, waren dennoch die Areale im Hirn aktiv, als wenn sie laut mit jemand sprechen würde und sie mit einem ganz realen anderen Menschen eine Unterhaltung führen würde.
Das fand ich schon spannend.
Es ist aber wohl unterschiedlich, wie Stimmenhörer:innen ihre Stimmen wahrnehmen, von außen oder von innen.
Inzwischen vermute ich, dass Stimmen „abgespaltene“ Anteile durch Taumatisierungen sind, die wirklich ihre eigene Persönlichkeit entwickelt haben und selbst ganz anders sein können, wie die Stimmhörer:innen selbst, also auch charakterlich, wie eine andere Person.
Seitdem ich mich etwas mehr mit Traumafolge“störungen“ und Stimmenhören beschäftigt habe, denke ich, dass es so sein könnte.
Das ist nicht auf meinem Mist gewachsen, sondern stammt aus der Stimmenhörerbewegung und Studien dazu.
Das mit den Links war nur ein Test, die hatten keine Bedeutung, hab nur seit Stunden Internetprobleme und konnte die Testlinks nicht direkt wieder löschen.
…
01/06/2024 um 16:51 Uhr als Antwort auf: Schwerbehinderte Bewerber haben weniger Rechte bei Kirchen – Urteil #350131Ja, das vermute ich, @Mond, dass der Bewerber sich aufgrund seiner Eignung gute Chancen auf den Job ausgerechnet hatte.
01/06/2024 um 16:44 Uhr als Antwort auf: Schwerbehinderte Bewerber haben weniger Rechte bei Kirchen – Urteil #350128Ja, @Mond und dass Bewerber:innen mit nachgewiesener Schwerbehinderung in dem Fall keine Chancen haben, mit einer Klage oder Klagen durch alle Instanzen gegen kirchliche Einrichtungen, deswegen eine Entschädigung zu bekommen, wie es beim staatlichen Bereich möglich wäre.
Solche Klagen kosten die möglichen Kläger:innen ja auch viel Geld und Kraft und da wäre es gut, vorher zu wissen, dass sie damit keinen Erfolg haben können.
01/06/2024 um 16:19 Uhr als Antwort auf: Schwerbehinderte Bewerber haben weniger Rechte bei Kirchen – Urteil #350124Es ist doch ein sachlicher Artikel, @Hanseatic. Um den geht es mir und den Inhalt und dass Bewerber:innen mit Schwerbehinderung das möglichst wissen.
Ich persönlich habe solche Vorurteile nicht, auch wenn du das suggerieren möchtest. Auch das wäre ein Vorurteil, Hanseatic.
Eins ist für mich persönlich jedenfalls klar, dass es in den letzten 30 Jahren sehr viele Fortschritte in der Medizin, auch in der Stimmenhörerbewegung gab und gibt und auch zu den Themen Schizophrenie und Medikamente.
Natürlich kann man sich dafür interessieren oder nicht und selbstverständlich weiß ich auch nicht alles darüber, aber es interessieren mich halt viele Themen, auch dazu und hab schon einiges für mich persönlich dazugelernt.
Ja, ich denke, da könntest du Recht haben, @PlanB. Trolls Trollen nunmal leider. Ich bin aber niemandem an die Gurtel gegangen, PlanB.
Ja, da wirst du wohl Recht haben, @Horst, weil es außer dir natürlich keine lernfähigen Menschen gibt.
Es hängt auch nicht damit zusammen, dass Menschen, die mit ihren Stimmen besser oder gut klarkommen, intelligenter seien, als diejenigen, die z.B. die Diagnosen Psychose oder Schozophrenie haben. Dem ist nicht so.
Es kann auch zum Beispiel Professor:innen oder so passieren, Stimmen zu hören und einmal oder mehrfach in der Psychiatrie zu landen und auch jedem anderen Menschen.
Stimmenhören und auch ähnliche Erfahrungen haben überhaupt nichts mit der Intelligenz der Betroffenen Personen zu tun und auch nicht der Umgang mit ihren individuellen Erfahrungen damit.
Stimmenhörende Menschen gibt es in allen Alters- und Bevölkerungsgruppen.
Viele, die gut damit zurechtkommen, sprechen (verständlicherweise) oft garnicht darüber, weil sie Sorge haben, dann als psychisch krank zu gelten oder in der Psychiatrie zu landen.
Ich hab z.B. auch eine ehemalige Freundin, die gut mit ihren Stimmen zurechtkommt, keine psychiatrische Diagnose hat, nie in Kontakt mit der psychiatrischen Versorgung oder Stimmenhörer:innen(gruppen) war und eine Freundin, die lange Drehtürpatientin war, Stimmenhörer:innenselbsthilfegruppen ablehnt, über Jahre gut mit NL zurechtkam, obwohl ihre Stimmen nicht ganz verschwanden, aber seit abruptem Absetzen des NLs leider seit langem (wieder) in einer heftigen Krise steckt.
Zwei Autor:innen kann ich zum Beispiel mal nennen, die beide jahrelang sehr unter Stimmenhören gelitten haben und Jahre ihres Lebens Drehtürpatient:innen, trotz Einnahme von Psychopharmaka waren, beide die Diagnose Schizophrenie bekamen, später beide Psychologie studiert haben, u.a. Bücher schrieben und seit vielen Jahren anderen Betroffenen auch beruflich helfen. Ihnen selbst haben vorher andere, ihnen hilfreiche Menschen geholfen, wieder gesund zu werden.
Beide haben die Diagnose Schizophrenie schon lange nicht mehr und arbeiten voll.
Das sind z.B. Robin Timmers und Arnhild Lauweng. Sie schrieb mehrere Bücher. Ich las davon „Morgen bin ich ein Löwe – Wie ich Schizophrenie besiegte“. Das Buch von Robin Timmers findet ihr u.a. im Thread Stimmenhören im Forum, zum gratis lesen. Titel: „Umgang mit Stimmen hören lernen -Ein auf Genesung und Emanzipation gerichteter Ansatz“
Nein, @Molly, die denken sich diese Zahlen nicht einfach aus, sondern sie haben ja auch Belege dafür, egal ob dir das nun gefällt oder nicht.
Nur weil du persönlich solche Erfahrungen nicht gemacht hast, @Horst, heißt das nichts, außer dass du Erfahrungsexpert:innen, eben auch vielen Psycholog:innen und Psychiatern nicht glaubst und auch deren Erfolgen nicht, wohl weil du dich nie anders damit beschäftigt hast, als Stimmen „Hallus“ und den Umgang damit einfach als „Anfang vom Untergang“ zu betiteln.
Das habe ich aus Publikationen von Expert:innen zum Thema Stimmenhören, @Molly und ich denke nicht, dass das Falschaussagen von denen sind, dazu gibt es ja auch viele öffentliche Aufrufe zu Befragungen von stimmenhörenden Menschen, z.B. von Romme und Escher, aber auch vielen Anlaufstellen für Stimmenhörer:innen in vielen Ländern.
Das habe ich mir nicht aus der Nase gezogen. Ich hätte es nicht gewusst, wenn ich das nicht selbst schon öfter gelesen hätte.
Guten Morgen, @Angora.
Ja, so eine Meinung wie du sie über Stimmenhören hast, kann man sich schnell fälschlich bilden, wenn man nur kurz ins Internet sieht und leider findet man da auf ganz vielen Seiten von Ärzt:innen, der Pharmaindustrie etc., dass Stimmenhören ein Symptom von Schizophrenie oder Psychosen sei.
Es gibt aber seit etwa 40 Jahren die Stimmenhörer:innenbewegung.
Damals bat eine Stimmenhörer:in den Psychater und Professor Dr. Marius Romme, ihr bitte mal zuzuhören, was ihre Stimmen ihr sagen. Prof. Romme tat es und war dann überzeugt, dass mehr hinter den Stimmen steckt als „nur“ irgendeine Halluzination oder ein chemisches Ungleichgewicht im Gehirn und dass seine Patientin keine Psychose und keine Schizophrenie hatte.
Seine Frau war Wissenschaftsjournalistin. Sie machten damals einen Aufruf im niederländischen Fernsehen und baten Stimmhörer:innen, sich zu melden. Die, die in Kontakt mit der psychiatrischen Versorgung waren und auch die, die das nicht waren.
Über 400 Stimmenhörerinnen meldeten sich direkt und schon nach deren Befragung wurde klar, dass die meisten nie Kontakt zur psychiatrischen Versorgung hatten, nie eine Psychose hatten, keine Schizophrenie und gut mit ihren Stimmen zurecht kamen.
Es wurden erste Stimmenhörer:innenselbsthilfegruppen gebildet und das ist schon seit so vielen Jahren, Jahrzehnten, eine weltweite Bewegung mit ganz ganz vielen Stimmenhörer:innen-Anlaufstellen mit ganz vielen Selbsthilfegruppen geworden, wo die Menschen voneinander lernten und lernen, wie die Betroffenen besser mit ihren Stimmen zurechtkommen könnten.
Es gibt kein: So geht das, weil bei allen Betroffenen die Stimmen anders sind, aber es gibt inzwischen ganz viele Möglichkeiten, die nicht starr sind, sondern ausprobiert werden können, im Umgang mit den Stimmen. Was der einen Person super hilft, der anderen vielleicht nicht, dann kann man andere Möglichkeiten testen.
Die Stimmenhörer:innen, die was berichten, berichten aber alle übereinstimmend, Angora, dass sie ihre Stimmen ganz real hören, so, als wären eine oder mehrere Personen z.B. mit im Raum.
Es gibt sehr viel mehr Stimmenhörer:innen, die nie Probleme mit ihren Stimmen hatten, als Menschen, die davon psychisch krank geworden sind.
Die Stimmen unterscheiden sich sehr, es gibt eben sehr viele Stimmenhörer:innen, die ganz fiese, oft grausame Stimmen hören und es damit sehr viel schwerer ist, zurecht zu kommen und solche Stimmen können Menschen leider auch in Psychosen reden, aber auch Stimmen, die freundlich tun.
Es helfen eben auch nicht allen Stimmenhörer:innen Psychopharmaka gegen die Stimmen, anderen schon.
In den Niederlanden, auch in England und Österreich zum Beispiel, macht die Stimmenhörer:nnenbewegung sehr viel Öffentlichkeitsarbeit, in Deutschland ist das leider nicht so.
Es gibt aber viele Bücher, Infos und auch Stimmenhörer:innengruppen auch in Deutschland, z.B. beim Netzwerk Stimmenhören e.V., fast weltweit und Bücher und Veröffentlichungen darüber auch viel im Internet oder Buchhandlungen.
Es gibt sehr viele Stimmenhörer:innen, die dadurch eine sehr viel bessere Lebensqualität haben. Die sind nicht alle dauerpsychotisch, wie du vielleicht annimmst. Viele hatten wie schon geschrieben, noch nie eine Psychose.
Oft stecken Trauma hinter dem Stimmenhören, bei etwa 70% der Betroffenen, las ich mal.
Es gibt durch verschiedene öffentliche Befragungen, wie groß etwa der Prozentsatz der Stimmen hörenden Bevölkerung ist.
Da gibt es ganz verschiedene Zahlen, die von etwa 3% bis etwa 13% reichen, wie ich in Veröffentlichungen las.
Aber deutlich viel höhere Prozentsätze, als von Psychose oder Schozophrenie betroffene Menschen.
Es ist seit etwa 40 Jahren auch wissenschaftlich belegt, Angora, dass Stimmenhören kein Symptom einer Erkrankung sein muss. Es kann, aber muss nicht.
Es gibt eben auch viele Stimmenhörer:innen, die anfangs oder lange Zeit garnicht gut mit den Stimmen fertig wurden, oft Drehtürpatient:innen in der Psychiatrie waren, ihnen Psychopharmaka nicht oder nur wenig halfen und mit Hilfe von Expert:innen zum Thema Stimmenhören gelernt haben, mit ihren Stimmen umgehen zu können und nun wieder ein gutes Leben führen.
Es geht aber nicht von heute auf morgen, mit den Stimmen umgehen zu können, sondern ist oft wirklich Arbeit und ein Prozess, der Zeit braucht, auch auszuprobieren, was individuell funktioniert und was nicht. Oft macht auch z.B. eine begleitende Verhaltens- oder Traumatherapie Sinn für die Betroffenen, gerade wenn sich die Therapeutinnen mit Stimmenhören auskennen, sich evtl. weiterbilden, oder sich z.B. beim NeSt individuell für ihre jeweiligen Klient:innen dazu beraten lassen.
Vielleicht magst du mal einen Blick hier reinwerfen, auf der Seite findet man auch über das Menü, in wieviel Ländern es Anlaufstellen und Selbsthilfegruppen gibt und viele Infos.
Sorry, langer Text, aber ich mag es garnicht, wenn Stimmenhörer:innen mit ihren persönlichen Erfahrungen nicht ernst genommen werden und pauschal als psychotisch abgestempelt werden, „Hirnkrank“ oder sowas.
Nichts für ungut, Angora, man kann sich halt nicht mit jedem Thema auskennen.
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