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Gekreuzigt haben ihn immer noch die Römer. Und es gibt viele berühmte Persönlichkeiten, die um etwas wichtiges zu erreichen ihr Leben geopfert haben und Gefängnis, Verletzung oder den Tod dafür in Kauf genommen haben, das ist zwar ganz schön hart aber eben nicht unbedingt verrückt.
Also wenn er dann, nachdem er den Teufel besiegt hat, heilen konnte, dann war er ab dann auch nicht mehr schizophren, denn dann hätte er sicherlich als erstes sich selbst geheilt. Nur der Teufel, den er gefressen hat, der hat wohl etwas viel Wissen an ihm kleben bleiben lassen, deswegen konnten nicht immer alle verstehen, was er sagen wollte. Aber was er dann so alles gesagt hat, ist manchmal schon echt schwierig, fanden seine Zeitgenossen ja auch und viele haben ihn deswegen abgelehnt. Er hat das anscheinend auch bewusst gemacht also doppeldeutig in Gleichnissen gesprochen, um die zu verwirren oder anzugreifen, die von seiner Lehre nichts verstehen konnten.
Er hat eben nicht nur phantasiert vom Himmelreich und von den bösen Juden und Römern, die ihn umbringen wollen, wie ein klassischer schizophrener das machen würde. Sondern er ist durch die Lande gezogen, hat anderen geholfen und hat inspirierte Reden gehalten und damit so viel Aufmerksamkeit auf sich gelenkt und Anhänger gewonnen, bis sie ihn dann wirklich dafür umgebracht haben, das ist der Unterschied. Und er soll’s ja auch vorher schon so geahnt haben, was aber denke ich kein Kunststück ist…
War Jesus schizophren ?
…naja, ich denke eben zum Glück nicht mehr! Das waren die 40 Tage in der Wüste, aber er hat ja dann dem Teufel nicht geglaubt und den Ausgang gefunden…
Interessanter Artikel, einige Dinge kann ich bestätigen. Der Sinn der Religiosität ist ja meist sein Leben nach bestimmten Vorstellungen auszurichten, bei einigen Religionen nach moralischen Aspekten. Ich glaube, allein das macht auf Dauer stärker und glücklicher, und bewirkt einen anderen Lebensweg, der besser und gesünder sein kann. Und eben, als spirituell denkender Mensch ist man nicht einfach nur dem Schrecken ausgesetzt, sondern erlebt, wenn es gut geht, ein geistiges Leben das auch befähigen kann.
Ich denke aber, das wird nicht nur in der Kindheit angelegt, sondern auch später. In der Kindheit lernen wir enorm viel und erleben viele prägende Dinge für uns. Aber viele Wahnvorstellungen, auch krass negative, sind bei vielen ja eher durch moderne Unterhaltung entstand, oder durch als Jugendliche oder Erwachsene erlebte Situationen. Viele Menschen, die über ihren Glauben sprechen, sprechen auch davon, dass sie ihn später im Leben finden und erst erlernen mussten, das geht also auch.
Ich glaube, man muss dabei bedenken, dass immer alle möglichen Wahninhalte denkbar sind, egal in welcher Kultur. Ich etwa hatte bereits alle Wahn- und Stimminhalte die in deinem Beispiel angeführt sind, und kenne genug andere Beispiele aus unserem Kulturkreis um zu wissen, dass bei uns der Wahn auch recht bunt sein kann. Es kommt auch darauf an, womit sich so ein Mensch sein Leben lang beschäftigt hat. Vielleicht ist es eher so, dass die Kultur bewirkt, welche Art von Wahninhalten häufiger vorkommen als andere.
Ich finde den Befund, dass Europäer oder Amerikaner eher rohe, gewalttätige, demütigende und zerstörerische, mit Hilflosigkeit verbundene und weniger spirituell verankerte Wahninhalte haben als Menschen anderer Kulturen bezeichnend für die Rohheit unserer Kultur. Ich denke, das ist alles eine Sache wodurch man geprägt wird und sich viel Beschäftigt, das kommt dann in den Wahninhalten eben gehäuft vor. Also Inder beschäftigen sich mehr mit Spiritualität und den unmittelbaren Aspekten des Lebens, und haben einen einfacheren Zugang dazu, während westliche Menschen eher rational geprägt sind und aus einer Kultur trockener zwischenmenschlicher Härte stammen, deswegen auch die Härte und leidhaftigkeit der Wahninhalte.
Religion befinde ich aber als besseren Wahninhalt als diesen “psychischen Missbrauch” den Westler häufiger erleben, da sie sinnstiftender ist und die Hoffnung auf Schutz, Hilfe und Befähigung beinhalten kann. Zudem können sich Menschen mit religiösem Wahn denke ich eher in Kulturen integrieren (wo Menschen mit psychischen Auffälligkeiten nicht so generell ausgegrenzt werden wie hier, etwa Afrika oder Asien), weil eben der Glauben bewirkt, dass das Erleben in ihrem Leben Sinn stiftet und keinen Keil zwischen die Menschen treibt, während die hier üblichen Wahninhalte oft zur Vereinzelung und zu einer Rolle am Rand der Gesellschaft führen, nicht nur wegen dem Wahn, der permanent vor anderen Ängstigt anstatt Sinn zum Leben zu geben, sondern durch die Art wie betroffene von anderen bewertet werden.
Vielleicht ist es bei mir auch so, dass mein Wahn zu unterschiedlich war, weil ich mich mein Leben lang immer geistig mit den unterschiedlichsten Dingen beschäftigt habe, und deswegen immer viel Wissen und viel Phantasie hatte. Etwa habe ich sehr früh als Kind angefangen viel zu lesen, auch anspruchsvollere Literatur, und das macht natürlich eine Masse von Geist, der Weisheit und Verstand geben kann, aber eben auch in einer Psychose Material für das Erleben bereitstellen kann, sowie aber auch viel Inspiration für einen besseren Umgang damit.
Ich muss sagen, ich bin sehr froh einen Glauben gefunden zu haben, der mir auch hilft mein Erleben zu erklären und besser damit umzugehen. Das war nicht immer leicht, denn in einer Psychose kann man auch religiös verwirrt werden, oder sich in Grössenwahn solcher Art verlieren, in Hamburg scheint ja gerade etwas schreckliches dieser Art passiert zu sein. Deswegen ist glaube ich auch wichtig, dass man solche Ding als verwundbare Person nicht ganz alleine macht, sondern mit anderen, die Erfahrung weitergeben können, mit den richtigen Menschen, die auch eine gute Absicht dahinter haben. Ich bete lieber, dass Gott mich vor meinen Plagen schützt, und mir immer weiter die Kraft gibt, mich gegen sie zu behaupten, als mich im Kummer über meinen Schmerz zu (üb-)ergeben und mich abseits der Einnahme von Medizin für kraft- und machtlos zu halten – und freue mich täglich über die Einsichten und die Motivation und Kraft, die mir der Glauben geben kann.
Deswegen denke ich auch teils, dass Religion bedeutet, dass nicht nur Vorstellungen für einen Wahn gelernt werden, sondern auch gleichzeitig tatsächlich dagegen nützliche Dinge, die befähigen mit der Situation besser umzugehen…wenn man denn das Glück hat, zur richtigen Zeit darauf zu treffen und es auch anzunehmen. Wird man hingegen von Horror- oder sonstigen Gewaltpornographie-Filmen, und einer Kultur der Eitelkeiten und Konkurrenz geprägt, dann bedeutet das, dass man ausser Gewalt und ihrer Hässlichkeit und eben dieser Gewalt als einzigem Mittel zur Auflösung der Probleme nichts kennt, was eine Psychose, in der genau das vorkommt, fatal machen kann. Vorbilder wie Jesus oder Buddha hingegen, haben sich ernsthaft geübt und dem Teufel widerstanden, um danach auszuziehen, andere durch Anleitung zur Nachfolge aus ihrem Leid zu befreien und bedingungslose Moral zu predigen. Dieser positive Einfluss durch das erlernte, macht vielleicht gerade aus, dass Menschen in Kulturen, wo Schizophrenie als spirituell aufgefasst und integriert wird, eben meist ohne grössere Probleme mit anderen zusammenleben können. Während in unserer Kultur oft Vereinzelung bzw. Vereinsamung und dann die Eskalation aus der Hilflosigkeit der Einsamkeit geschehen kann, da niemand da ist, der den Betroffenen bei der Hand nimmt und davon abhält, zu tief in den Karnickelbau abzurutschen. Ausserdem ist es wirklich hilfreich, dem psychotischen Erleben eine übersinnliche Bedeutung zuzuweisen, ich finde dass zumindest bei mir dadurch eine hilfreiche Unterscheidung zwischen dem als spirituell gedeuteten Leben und der tatsächlichen Welt stattfinden kann. Wenn man geistige Bedrängungen als Einfluss spiritueller Natur deuten, dann verfällt man nicht so schnell dem gefährlichen Gedanken, die Ursachen direkt in seinen Mitmenschen sehen zu wollen, wo Paranoia dann gefährliche Auswirkungen haben kann.
Es ist auf jeden Fall eine derbe Rosskur mit Risiken, deswegen wird es auch nur bei Menschen mit sehr schweren Depressionen gemacht, oder mit schwersten Suchterkrankungen, die sie nicht anders in den Griff bekommen können. So ein Trip ist schon eine Extremerfahrung, das macht nicht jeder einfach so mit, für viele wäre selbst eine leichte Wirkung schon zu viel. Für manche nützt es vielleicht deswegen, dass sie erleben können, wie ihnen alles unter den Füssen weggerissen und aufgelöst wird, und wenn man wider nüchtern wird, dann lernt man den Normalzustand und seine Stabilität deswegen evtl. mehr schätzen, und nimmt nach dem brachialen Erlebnis Kleinigkeiten nicht mehr so schwer… Ich denke auch nicht, dass es denselben Nutzen bei Psychosen wie bei Depressionen haben kann, sondern dann eher nur noch grössere Risiken bedeutet.
Jeder Nutzer von Psychedelika weiss, dass man dabei schöne und erhebende, aber auch extremst grässliche Dinge erleben kann, denn anders als das Fernsehen hat der aufgebohrte Geist kein Jugendschutzprogramm. Ausserdem gibt es immer wieder Berichte über Menschen, die unangenehme Nachwirkungen halluzinativer Art haben (flashbacks, “hppd”), teils chronischer Natur, die oft lange bleiben können. Darüber sprechen viele Nutzer und Befürworter nur nicht gerne.
Zu dem Einsatz von Psychedelika bei Depressionen oder Süchten, habe ich auch im Zusammenhang mit Ketamin gelesen, dass die Wirkung zwar sehr gut sein kann, aber oft nicht lange anhält, und dann in regelmässigem Zyklus wiederholt werden muss
Eine Psychose ist nicht unbedingt 1:1 wie die Wirkungen dieser Drogen, auch wenn Wissenschaftler nach der Entdeckung von LSD das zunächst enthusiastisch vermuteten, und glaubten so Einsicht in die Welt der Erkrankten gewinnen zu können. Aber es wirkt eben doch etwas anders. Kann definitiv Wechselwirkungen mit Psychosen haben, also teils (aber nicht immer) ähnliche Zustände erzeugen, oder das erleben einer bereits vorhandenen Psychose verändern oder auch verstärken.
Also auf seinen Psychiater zu hören ist bestimmt schon ganz gut. Besser ist, auch seinem Psychiater dabei gut zuzuhören, und das warum zu versuchen nachzuvollziehen. Am bestenist, wenn der Psychiater auch gut zuhört, und einem deswegen das richtige sagt.
Am allerbesten finde ich, wenn man immer ein Gespräch auf Augenhöhe führen kann. Weil der Psychiater so am besten wissen kann, wie es einem als Patient geht, und dann die besseren Entscheidungen trifft und Ratschläge gibt. Dazu gehört aber auch, dass man wirklich ehrlich mit seinem Arzt umgeht und nichts hinter der Hand hält. Wenn man dem Arzt etwas wichtiges verschweigt, dann arbeitet man nicht richtig mit, und der Arzt kann deswegen auch keine gute Arbeit machen.
Vielleicht ist es manchmal so, dass es einem gut tun kann, wenn man die Kontrolle verloren hat…wenn der Arzt dann deutlich sagt, was er denkt. Sonst finde ich immer besser, wenn die Ärzte mit mir diskutieren, was sie denken. Ärzte, die alles von oben herab bestimmen wollen sind meiner Erfahrung nach oft nicht weitsichtig und nicht genug am Wohl des Patienten interessiert.
Habe ich schon gewechselt, als so einer nach Erfolglosigkeit zu immer heftigeren Mitteln greifen wollte, statt mal zuzuhören wie es mir dabei ging. Denen fehlt dann ja auch der Überblick, wie es einem geht. Eben das Gefühl für den Menschen, das man nur bei Gesprächen auf Augenhöhe richtig entwickeln kann. Einem Psychiater, der gut zuhört, vertraue ich auch viel lieber Details über mein Befinden an, weil ich dabei denke, dass solch ein Mensch eher respektvoll über mich und mein Leben denken wird und deswegen bessere Arbeit an mir leisten kann.
Interessant. Anfangs, als ich Erkrankt war, hat man mir Solian gegeben, das ist Amisulprid. Es hatte von allen, die ich genommen habe, auch die stärkste Wirkung, aber auch eine stark geistig betäubende, und auch die Wirkung von diesem Medikament war bei mir nicht ausreichend. Zudem hat das Medikament dann bei mir Krämpfe bzw. Krampfstarren ausgelöst (Knie starr, so dass ich nicht gehen konnte, oder Zunge viele Stunden starr…), so dass dieses und andere ähnlich Krampffördernde deswegen bei mir nicht eingesetzt werden.
25/02/2023 at 12:49 in reply to: Wusstet ihr, dass Bupropion zur Gruppe der Amphetamine zählt? #269488Also, wenn man liest “Amphetamin”, dann denkt man vielleicht erstmal an die ganzen harten chemischen Drogen bzw. Aufputschmittel mit den krassen Folgen, die sie mitunter haben.
Aber ich denke, das ist eben so, dass das ganz unterschiedliche Substanzen sind, die unterschiedlich stark wirken und anders dosiert/eingenommen werden. Sie gehören zu einer Familie von Substanzen, die ähnliche Effekte auf das Nervensystem haben, sind deswegen aber nicht unbedingt in ihrer Wirksamkeit direkt miteinander zu vergleichen.
Bei Amphetaminen musste ich etwa gleich auch an Ritalin denken, das oft erfolgreich zur Behandlung von Aufmerksamkeitsdefiziten eingesetzt wird. Dies hat natürlich auch eine leicht aufputschende Wirkung, und ähnliche Nebenwirkungen wie “Speed”, also etwa ein vermindertes Hungergefühl. Nimmt man es aber “nach plan”, und etwa in Retardkapseln, die den Wirkstoff langsam freisetzen, ist die wirksame Konzentration der Droge immer recht gering und auf konstantem Spiegel im Gehirn – so dass es eben nicht zu Rauschzuständen kommt, sondern zu anderen Wirkungen.
Auch wirkt die Substanz anders auf die Rezeptoren als die verwandten Substanzen, etwa weniger aggressiv, oder potentiell in anderen Hirnzentren etc. Klar kann man Ritalin auch missbrauchen, das machen etwa manche zum Doping wenn sie lernen müssen, aber für Betroffene, die sonst kaum was mit ihrem permanent zerstreuten und abgelenkten Geist anfangen können, ist es eben ein Segen. Bupropion ist wahrscheinlich als eher noch schwächer wirksam als Ritalin zu werten, deswegen der Einsatz zur Stimmungsaufhellung bei Depressionen, etwa wenn andere Antidepressiva nicht wirksam sind oder intolerable Nebenwirkungen haben.
Bei anderen Substanzen wird es ja genauso gemacht, und Morphininfusionen, -Tropfen und -Tabletten nach einer OP sind eben nicht das gleiche wie eine Heroinabhängigkeit, auch wenn man die Substanz natürlich auch grob zweckentfremden kann. Cannabispatienten, auch welche, die mit der illegalen Droge vergleichbares Kraut aus der Apotheke konsumieren, dürfen mitunter damit Auto fahren, wenn die Einnahme derart Kontrolliert geschieht dass eine Beeinträchtigung wie bei einem Gebrauch als Rauschdroge nicht zu befürchten ist.
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ardentglow.
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Jaja, da tun sich so manche selbst mit weh, und ich muss auch immer wieder dran denken und ein bisschen schwitzen dabei…aber zum Glück kommt so ein Datum ja nicht so häufig vor, also ziehe ich mir immer einfach ein bisschen Fatalismus an, und freue mich dann wenn am Ende wie meistens nichts ernstes passiert ist.
Aber ein bisschen mulmig ist mir auch manchmal bei solchen Gedanken, vor allem auch was Menschen angeht, die das Datum und die Geschichten dazu dann manchmal zu allerlei Übermut antreiben kann. Weil manchen reicht es ja dann nicht aus, davor Angst zu haben, sondern sie wollen dann auch ein bisschen nachhelfen.
Ich versuche lieber nicht abergläubisch zu sein, weil mir jemand mal so ganz im Vertrauen gesagt hat, dass das irgendwie Unglück bringen kann.
Also ich finde Religion und religiöse Schriften mittlerweile höchst erbaulich, und sie geben mir immer viel Motivation und Inspiration für den Alltag und zum Verwinden von Schwierigkeiten. Das hat aber ein bisschen gedauert, ich glaube das ist auch nicht wirklich für jeden was. Ich finde es halt mittlerweile befreiend.
Und klar, die Mystiker und Propheten waren alle total besemmelt. Das ist ja gerade das erhebende, dass diese Menschen über den Tellerrand hinaus schauen können, und ich finde in ihren Worten kann man so mancherlei wunderliche Dinge entdecken, wenn man sich mal etwas Zeit nimmt und genauer hinsieht. Das Verrückte daran, diese Vorstellung von einem Gott der nach seinen Regeln in unserer Welt und im einzelnen wirken kann, lässt sich glaube ich auch nur mit einer guten Portion Entrückung fassbar machen, bevor man es ausdrücken versuchen kann. Aber ich stimme dem bei, dass man darin auch vieles sehen kann, was einen nicht unbedingt weiter bringt und was einen verwirren oder auf Abwege bringen kann.
Hallo @Ertl . Also Ich muss sagen, ich glaube durchaus auch daran, dass der Glauben einem helfen kann. Ich glaube auch daran, dass Gebete etwas bewirken können. Wenn ein Mensch für sich betet, dann wird es ihn aufbauen und in dem bestärken, wofür er betet, wenn ein Mensch für einen anderen betet, oder auch einfach nur an ihn denkt, dann glaube ich auch kann das Auswirkungen auf ihn haben, auf den der betet oder an den anderen denkt, aber auch auf diese Person. Natürlich wirkt sich das meist nicht direkt so aus wie man betet, sondern anders, es liegt dadurch einfach ein kleines (oder manchmal auch grosses) Licht auf dem Empfänger das die Dinge etwas verändern kann (aber nicht muss).
Aber weisst du, diese Menschen machen etwas sehr gefährliches mit dir. Du kaufst dir also quasi Zauberer ein, für viel Geld. Bist du sicher, dass die dein gutes wollen? Bist du sicher, dass diese “Magie” die die betreiben, nicht irgendein Humbug ist, und du dich einfach besser fühlst weil sich jemand um dich kümmert und dir ein paar Erklärungen gibt? Pass bitte auf dich auf, ich glaube, die wollen einfach mit ein bisschen Phantasie oder ihren eigenen Halluzinationen Geld verdienen.
Und überleg mal, was die dir da alles erzählen, was die dir einreden wollen. Du die trichtern dir die allerschlimmsten Phantasien ein damit. Das können die dir doch garnicht beweisen, oder sonst irgendwem! Du weisst doch eigentlich gar nicht mehr, als dass du Störungen im Geist hast, die dein Leben behindern. Jetzt sind es plötzlich Hexen und Ausserirdische, die um dein Leben kämpfen sollen. Kommt dir das nicht bekannt vor, nach Psychose, und dabei spielt sich alles nur im Kopf ab? Ich sage dir, die reden dir einen hübschen Film damit ein und ziehen dir dabei immer mehr Geld aus der Tasche. Es gibt Menschen, die können sich so viele Geschichten ausdenken wie sie nur wollen, das ist gar kein Problem für die. Aber für dich ist es dann ein Problem, wenn irgendwann die Psychose mal zurückkommt, oder vorher schon, wenn du abdriftest in deren Phantasy Stories die alle nichts mit dem echten Leben zu tun haben. Ja und dann stehst du da mit deinen Hexen und Dämonen gegen dich, und wer soll dir helfen? Richtig, die beiden die dir erklärt haben was es ist, wahrscheinlich für viel viel Geld. Ich sage dir, das ist nichts anderes als anfixen wie bei einer Droge, und dann versuchen die ein verkapptes Schutzgeldspiel mit dir.
Glaub diesen Blendern lieber nicht, ich denke nicht, das dir das auf Dauer weiterhilft. Solche Typen wissen, wie man einem rät im Leben ein bisschen erfolgreicher zu werden, aber sowas ist auch nicht auf Dauer, wenn man nicht selber lernt wie man richtig mit dem Leben umgehen muss. Und darum geht’s denen auch nicht, sondern um ihre kranken stories mit Ausserirdischen. Wenn du an die Kraft der Gebete glaubst, und an spirituelle Suche, geh lieber zu Menschen die kein Geschäft damit machen wollen. Die sind vielleicht ernsthaft daran interessiert, dir im Leben zu helfen. Weisst du, Jesus hat die Geldwechsler mit einer Peitsche aus dem Tempel gedroschen und gesagt das ist ein Bethaus, und kein Kaufhaus, und der Buddha hat alles abgelehnt ausser was er wriklich zum Leben und Lehren brauchte. Weil sie wussten, nur so steht das Leben und die Wahrheit im Mittelpunkt, und nicht das Geschäft was am Ende immer den Verlierer hat, nämlich den, der nicht mehr zahlen kann.
Und so lernst du vielleicht auch andere Menschen kennen, die einen Glauben haben und ernsthaft daran interessiert sind, einander auf der Sinnsuche zu helfen. Ich sag dir, ob nun Menschen in der Kirche für dich beten, oder bezahlte Magier, am Ende liegt immer Licht auf dir, nur die Magier nehmen es dir wieder weg sobald du nicht mehr genug zahlen kannst. Also geh in dich, und such lieber da, wo die Menschen wirklich gutes wollen und kein Geschäft.
Ich denke, da ist mehr dran als viele glauben wollen. Nicht immer…die Ursachen können so vielfältig sein und so unterschiedlicher Natur und unterschiedlich schwerwiegend. Meine Erfahrung mit einer chronischen Psychose, also wo ich permanent ausgesetzt bin auch mit Medikamenten, ist dass ein Aufarbeiten bestimmter Schwachstellen in meinem Leben dann entsprechende Arten von Symptomatik ganz auflösen konnte.
Etwa höre ich gar keine frei redenden Stimmen mehr in der Art, wie sie die meisten erleben und wie ich sie auch anfangs erlebt habe, sehe auch keine optischen Halluzinationen mehr. Ich glaube, weil ich einfach systematisch aufgearbeitet habe, was für ein Verhältnis ich zu dieser Art von Erfahrung habe, und darüber hinausgehend hinaus meine Neugierde und meine Wut darüber überwunden habe. Mit einer aufgeklärten und selbstbewussten Geisteshaltung gegenüber den Stimmen verloren sie erst ganz ihren Reiz und verschwanden dann fast vollständig, während allerdings andere Symptome kamen und blieben. Anderes Erleben habe ich in dieser Art auch überwinden können, und habe Hoffnung, dass mir die Zukunft auch noch mehr Linderung bringen wird.
Ich glaube, der Geist, das Gehirn, sind definitiv plastisch und durch Erfahrung modulierbar und auf diesem Wege auch durchaus heilbar, und zwar umfassender als die meisten Menschen ahnen. Nur die heilsame Erfahrung muss tiefgreifend genug sein um vorherige traumatische Strukturen auch überwinden zu können, und ich denke oft braucht dieser Vorgang viel Geduld und viele Versuche, den Knoten zu erkennen und ihn von allen Seiten anzugehen. Auch beinhaltet solch ein Heilungsversuch eventuell das bewusste Aussetzen den quälenden Dingen gegenüber, man muss dem ganzen und auch sich selbst und seinen Schwächen dafür auch aufrichtig in’s Gesicht sehen wollen, und eine Arbeit an sich selbst in diesem Sinne zu unternehmen.
Achso, und das mit dem bedingungslosen Glauben an die Wahninhalte…das ist glaube ich nicht immer so. Das kann ganz unterschiedlich sein, und sich auch von Mensch zu Mensch unterscheiden. Ich hatte und habe Phasen, wo ich an den Wahn immer zuerst glauben muss, aber die meiste Zeit bin ich mir trotzdem bewusst, was mein Zustand ist und dass es alles nur geistiges Erleben ist, und kann es auch im Nachhienein hinterfragen: einfach weil ich das 20 Jahre lang habe, mich die ganze Zeit dagegen wehre, und mich auch von Anfang an gegen diese von mir als Fremdkörper empfundene Erleben innerlich gewehrt und es immer wieder hinterfragt habe, habe ich diesen Umgang damit wahrscheinlich schon so verinnerlicht, dass meine Intuition mich meist sehr schnell wieder von den Wahninhalten abbringen kann, oder ich von vornherein erst ganz nicht glaube, was mir mein Verstand aufdrängen will.
Solcher bewusster Umgang mit dem “Wahn” samt Krankheitseinsicht können ein Segen sein, lösen ihn aber noch nicht unbedingt auf. Das geht glaube ich erst, wenn die zugrundeliegenden Ansatzpunkte in der Psyche geheilt wurden, keine organische Ursache da ist, und entsprechend eine bestimmte Zeit ein förderlicher Umgang mit dem Erleben, eine Verarbeitung und Überwindung, stattgefunden haben.
Ganz wichtig noch:
– Dass man auch wirklich Geduld mit sich und anderen hat, und sich niemals über die Kapazität treibt oder treiben lässt. Immer für genug Ruhe sorgen, und Rückbezug zu sich selbst. Nur das Tempo gehen, was man auch zu gehen in der Lage ist ohne dabei dauerhaft leiden zu müssen. Weil nur wenn man gesammelt ist, kann man erst was bewirken. Erst dann hat hat man die Kraft etwas dauerhaft an sich zu verändern oder sich zu entwickeln. Hetze und Hektik machen krank – auch gesunde übrigens.
– Dass man seinen ganzen Gedanken und Zweifeln, und den Vorstellungen, die man von sich selbst und anderen hat, lieber nicht trauen sollte, sondern versuchen sollte, immer ganz im hier und jetzt zu sein und nur danach und nach dem im hier und jetzt gefühlten Herzen zu entscheiden.
– Dass man mit Geduld, mit gutem Willen, und zusammen mit anderen wirklich alles überwinden kann, man muss nur klein anfangen, in Schwung kommen, und sich immer wieder hochhangeln. Niemals aufzugeben, egal wie schlimm es scheint.
– Dass es im Leben leider immer wieder darum geht, arge Probleme einzustecken und irgendwie damit umzugehen, und dass es besser ist sich damit abzufinden und kein Drama daraus zu machen. Dass man, wenn man Glück erreichen will, viel Geduld und langfristige Mühen dafür braucht. Dass die Mühen einem am Ende nur eines nehmen: die Angst vor ihnen.
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