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Ja wenn das gesichert ist mit der Diagnose haben Sie wahrscheinlich recht. Ausschließen tut sich letztlich ga rnichts. Ich habe schon einen Patienten allerdings nach Grand Mal Anfall gesehen der zwei Tage lang VErfolgungswahn vor der Stasi hatte Stimmen hörte mit halb geschlossenen Augen im Patientenzimmer lag und danach war er wieder völlig gesund.
Und eine Patientin die wir Monate mit Antipsychotika behandelt haben, weil sie eine therapieresitente akute schizophrene Symptomatik mit Stimmenhören und sich selbst verletzen im Wahn hatte, irgendwann hatte sie eine 15minütige Absence und dann wurde sie unter Carbamazepin völlig gesund. Die Epileptologie der Uni Bonn hat dann die Diagnose Schizophrenie + Epilepsie oder Epilepsie mit psychotischen Symptomen gestellt, man könne es nicht abschließend klären. Daher meine Anregung.MfG :good:
A. Klimke@Auster
Bei Epilepsie ist aber bekannt das es außerhalb der Anfälle in der sogenannten interiktalen Phase psychotische Symptme geben kann. Und auch bei Temporallappenepilepsie. Da hat man keine generalisierten Krampfanfälle, sondern nur kurze Abwesenheiten (Absencen). Und eben Stimmen hören oder psychotische Ideen.
Johanna von Orleans wird immer wieder mal als mögliche Betroffene diskutiert.
In diesen seltenen Psychosefällen reicht oft eine Behandlung mit GABAergen Substanzen bzw. Antiepileptika/Phasenprophylaktika aus, damit keine Psychose auftritt.
Prof. Dr. A. KlimkeFrage an alle, die schonmal Stimmen gehört haben oder hören:
Mich würde interessieren, ob jemand von Ihnen auch mit seinen Stimmen wirklich kommunizieren kann. Also dass Sie etwas sagen, und die Stimme nimmt Bezug auf die Vergangenheit frühere Gespräche oder argumentiert. Also dass die Stimme sagt zum Beispiel: „Wir hatten doch gestern darüber gesprochen, ob wir heute zum Fest gehen sollen. Ich habe mir überlegt, dass wir das besser nicht machen, weil ich im Fernsehen gesehen habe, dass es regnen soll“ und dann auf Ihre Antwort hin weiter argumentieren kann. Oder ist es nicht vielmehr so dass immer nur kurze einfache Sätze kommen, ohne Nebensatz und Begründung? Und dass es zwar Kommentare oder Gespräche gibt aber sie sind nicht mit Ihnen in einem wirklichen Kontakt?
Prof. KlimkeJa wäre es natürlich. Aber der Prolaktinspiegel wird auch schon bei niedirgen Dosierungen schnell hochgehen, weil das Amisulprid die D3-Dopaminrezeptoren blockiert und die sind vor allem in der Hypophyse und regulieren die Dopaminfreisetzung. Prolaktin ist ja nicht immer so gut, weil es auch die Brust stimulieren kann bis zum Milchfluss, und langfristig auch Osteoporose fördern kann. Ansonsten ist STabilität unter 400 mg Amisulprid seit 2005 schon ein sehr gutes Ergebnis.
https://www.pharmawiki.ch/wiki/index.php?wiki=Hyperprolaktinämie
MfG
Prof. KlimkeIch glaube ja, dass die (teilweise) Blockade von Dopaminrezeptoren eine wichtige Komponente ist, aber es kommt darauf an, in welcher Hirnregion. Meiner Meinung nach ist der Effekt der Atypika weniger, dass sie gleichzeitig Dopamin und Serotonin/Noradrenalin/Acetylcholin/Histaminrezeptoren blockieren, sondern dass sie sich durch die hohe Bindung an nicht-dopaminerge Rezeptoren anders im Gehirn anreichern, z.B. das Clozapin (Leponex) da wo im Hippocampus viele Acetylcholin-Rezeptoren sind, oder das Risperidon/9-Hydroxyrisperidon (Xeplion) im Frontalcortex, wo viele Serotonin-5-HT-2-Rezeptoren sind. Und dass dadurch die Atypika davon abgehalten werden, sich an Stellen anzureichern, wo besonders wahrscheinlich ein Parkinsonoid und Spätdyskinesien sowie Sitz- und Bewegungsunruhe (Akathisie) die Folge sind. Dass manche Substanzen wie das Aripiprazol (Abilify) dann z.B. auch dopaminartige Wirkungen haben, oder wie das Amisulprid bevorzugt an Dopamin-D3-Rezeptoren binden, macht die Sache noch komplizierter. Und dass nicht alle Symptome der Schizophrenie durch eine Dopamin-Überfunktion ausgelöst werden, wie oft erzählt wird.
Als Grundsatz gilt meiner Meinung nach, dass es Sinn hat, dauerhaft etwas zu nehmen, was mäßige Wirkung auf die Dopaminrezeptoren hat, also entweder Atpyikum oder wenn es denn sein muss, auch ein Typikum aber dann in geringer Dosis, die gerade ausreicht, dass man davon eine gewisse pharmakologische Wirkung im Gehirn erwarten kann (und auch nicht mehr). Alles Hochdosis-Studien mit Antipsychotika konnten nicht zeigen, dass viel auch viel hilft. Mag sein, dass jemand der heimlich die Tabletten wieder ausspuckt, bei der doppelten Menge Schwierigkeiten damit hat, es in der Klinik zu tun, und dann sagen die Therapeuten „der brauchte das“. Das sehe ich keinesfalls so. Man sollte im niedirgen Dosisbereich bleiben, gerade so, dass es wirken könnte und das kann man auch zum Beispiel durch Plasmaspiegel-Messungen kontrollieren. Wenn die zu niedrig sind, kann man es nämlich wahrscheinlich auch ganz lassen. Und wenn der Plasmaspiegel ausreichend ist, dann gibt es keine Studie, die zeigt, dass höher dosieren noch irgendetwas bringt. Sondern dann muss man eben Alternativen probieren (die sich nach meiner Meinung wie oben ausgeführt eben dann besser oder anders im Gehirn anreichern, was man aber nicht wirklich im Behandlungsalltag, sondern höchstens in PET-Studien nachweisen kann). Also eben individuell etwas ausprobieren, wie es auf Konzentration, Denkstörungen, Gefühle und Wahrnehmung der Realität wirkt. Weiss man aber nicht nach einmal einnehmen, sondern vielleicht nach 1-2 Wochen oder 1-2 Monaten im Vergleich zu vorher.MfG
Prof. A. KlimkeIch wünsche viel Erfolg! Viel falsch machen können Sie ja auch nicht, man kann es ja imemr ändern, erfolgs- bzw. nebenwirkungsgeleitet.
Es gibt ja mindestens 25 verschiedene Arten von Milchsäurebakterien und tatsächlich eine Studie mit kleiner Fallzahl an Ersterkrankten mit Psychose (n=28) wo man gefunden hat dass sie deutlich erhöhte Lactobacillus-Anteile im Stuhl hatten (was ja eigentlich gut sein soll für die Darmflora). Die Hefen und Pilze im Darm sind noch weniger erforscht in ihrer Wirkung auf die Psyche. Es ist noch weitgehend unerfoscht, wie gesagt. Fände ich aber bemerkenswert, wenn Sie wirklich durch „Milchsäurebakterien“ psychotisch würden, kommt vermutlich darauf an in welcher Form Sie die genommen haben, und wenn Cortison hilft müsste es ja mit einer Entzündung zu tun haben.
@Felinor
So etwas ist leider nicht so einfach zu beantworten. Keiner wird wissen was bei Ihnen am besten gegen Antriebsschwäche und/oder Gedankenkreisen hilft. Am besten sollte es Ihr behandelnder Arzt beurteilen können auch aus dem Erkrankungs- und BEhandlungsverlauf heraus. 20 mg Fluanxol am Tag wäre ziemlich viel, das mag die Gedanken verlangsamen, aber irgendwann kommen dann auch Parkinson-Symptome oder noch mehr Antriebsschwäche. Von einem Wechsel von Olanzapin auf Fluanxol kann man sich eiegntlich pharmakologisch nicht sehr viel erhoffen, was die Wirkung auf die Psychose angeht. Falls Sie unter Olanzapin auch Gewicht zugenommen haben oder ab und zu Heisshunger würde dies unter Fluanxol wahrscheinlich weniger sein, aber auch nicht ganz auszuschließen.
Eine grundsätzliche Alternative ist auch Clozapin, hat zwar Potential, dass darunter die Symptome stabilisiert werden, hat aber wiederum viele längerfristige Nebenwirkungen (Gewichtszunahme, metabolisches Syndrom) und in den ersten 18 Wochen auch 1% Risiko einer Blutbildschädigung (Agranulozytose). Bei Antriebsmangel in Frage käme auch Aripiprazol weil es partialagonistisch auf Dopaminrezeptoren wirkt. Man könnte auch Olanzapin mit Aripiprazol kombinieren. Es gibt sicher ncoh weitere mögliche Kombinationen (Antidepressiva), das üwrde aber den Rahmen dieses Forums sprengen.
MfG
Prof. Dr. A. KlimkeHallo,
die Bedeutung des Darms möchte ich nachdrücklich unterstützen. Wir haben ca. 30 Billionen Körperzellen, und im Darm (vor allem im Dickdarm) leben ca. 39 Billionen Darmbakterien, bekannt sind zur Zeit etwa 1800 verschiedene Bakterienarten, dazu kommen dann noch Hefen, die bisher nicht so gut erforscht sind. Diese Bakterien produzieren teilweise die gleichen Hormone wie der menschliche Körper, z.B. Hunger- und Sättigungshormone, und steuern damit sowohl die Art und Menge der Nahrungsaufnahme, als auch die Befindlichkeit. Es gibt aktuelle Studien, dass Mäuse, die man alkoholabhängig macht, und die dann später „rückfällig“ werden, durch ihre Darmbakterien, die weiter Alkohol haben wollen, impulskontrollgestört werden, sich also schlechter steuern können. Und es gibt Studien, dass bestimmte Autoimmunerkrankungen, z.B. Darmentzündungen (Colitis ulcerosa oder Morbus Crohn), aber auch Multiple Sklerose durch bestimmte Bakterienarten gefördert werden. Und es gibt Hiwneise, das auch Depression durch die Zusammensetzung der Darmbakterien verstärkt und vielleicht sogar ausgelöst werden kann. Und dass man dann die kognitive Beeinträchtigung bei Depression (bei Major Depression) durch Behandlung mit Milchsäurebakterien (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/30388595) oder (im Tierexperiment) durch die Veränderung der Darmflora z.B. mit Rosmarinextrakt (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/30364169) beeinflussen kann. Bei Schizophrenie gibt es dazu erst Überlegungen, aber Forschung fehlt bisher (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/30374300).
MfG
Prof. Dr. A. KlimkeHallo,
dieses Forum dient nicht dazu, in Zweiergesprächen persönliche Streitigkeiten zu erzeugen und dann auszutragen. Wenn jemand den Eindruck erweckt (wie dies im KNS-Forum alt ja andauernd der Fall war), dass er eine Art „Sockenpuppen“-Streit führt, der mit dem Thema Schizophrenie überhaupt nichts mehr zu tun hat, schadet er den meisten anderen Teilnehmern. Sockenpuppe bedeutet, dass zumindest der Eindruck entsteht, dass es letztlich dieselbe Person unter verschiedenen Namen ist, die mit sich selbst scheinbare Diskussionen führt, um damit dann in verschiedenen Rollen (good guy, bad guy) noch besser das ganze Forum zu beherrschen und gutgläubige Teilnehmer zu täuschen und zu verletzen.
Es gibt auch kein Recht darauf, in diesem Stil hier weiter zu machen oder die Teilnahme bestimmter Störer einzufordern oder zu behaupten, dass man gegen verfassungsmäßige Rechte wie die freie Meinungsäußerung verstoßen würde (was der besagte Teilnehmer gemacht hat), wenn man beleidigende und unangenehme Störer nicht hier zulassen will .
Wir werden auch nicht bei jedem neuen Ausschluss dazu Stellung nehmen, weil das niemandem weiterhilft. Niemand der sich einigermaßen freundlich verhält, braucht befürchten, plötzlich ausgeschlossen zu werden. Wir bitten um Verständnis, das es nicht anders geht, wenn nicht wieder so ein Chaos entstehen soll, das letztlich mit zur Schließung des alten Forums beigetragen hat. So etwas kann auch leider nicht von Ehrenamtlichen gemanagt werden. Wem das nicht gefällt, der möge sich bitte ein anderes Forum suchen.MfG
AdminOk das war ein Missverständnis. In WordPress heissen Threads „Thema“, und was Sie meinen, ist eine Hauptgruppe, im WordPress „Forum“.
Wir lassen es aber erstmal so.Sicher können Sie Kommentare oder Anregungen zum Forum geben. Es gibt ja schon dazu ein Thema:
http://schizophrenie-online.com/forums/topic/neues-forum/Bezüglich potentieller „Störer“ wollen wir sehr schnell den Störer entfernen. Wir hoffen dass es klappt. Werden auch noch einen Button enführen bzw. Nachrichtenseite wo Störungen gemeldet werden können. Aber bisher sieht es ja erst einmal sehr gut aus.
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Diese Antwort wurde vor 7 Jahren, 3 Monate von
Moderator geändert.
Ja ich möchte nochmal sehr nachdrücklich darum bitten, keine persönlichen Konflikte hier auszutragen. Bezüglich Ingo: Ich schlage vor, dass Sie zum Thema Ihres Forums ein eigenes Thema eröffnen, falls Sie das möchten, und dann dort alle diesbezüglichen Fragen oder Meinungen diskutieren (solange sie freundlich und ernsthaft gemeint sind).
Das Forum hier ist ja nur ein Angebot, damit diejenigen, die auch früher vom KNS-Forum in irgendeiner Weise profitiert haben, eine mögliche Alternative haben, weil das alte Forum ja bald nicht mehr betrieben wird.
Ich sehe andere Foren nicht als Konkurrenz. Dieses Forum hier soll hoffentlich im Gegensatz zu früher sachlich, sachbezogen und freundlich im Umgang miteinander sein.
Prof. Dr. A. KlimkeJa im alten Forum haben sich zunehmend externe eingehackt. Wir hoffen, das lässt sich jetzt durch persönliche Registrierung weitgehend vermeiden. Am Ende waren mehrere tausend russische Emails registriert von denen niemand etwas jemals gelesen hat. Und diese störenden Spam Mails mit Angeboten für gefälschte Personalausweise etc. Deshalb werden wir jetzt bei Verstößen radikal herauswerfen. Störer wird es leider immer geben in solchen Foren.
Das ist eine sehr spannende Frage. Man muss ja bei neuen medikamentösen Ansätzen immer etwas skeptisch sein, ob sie wirklich etwas Neues bringen. In randomisierten klinischen Studien soll CBD in der Lage sein, sowohl Positivsymptomatik als auch Negativsymptomatik zu bessern. Dabei soll es so wirksam wie Amisulprid sein, aber mit weniger Nebenwirkungen. Auch ist der Wirkungsmechanismus noch unklar. Einerseits wird vermutet, dass die Hemmung der Wiederaufnahme von Anandamid eine Rolle spielt, so dass dieses endogene Cannabinoid seine Konzentration im Blut steigert, was mit einer Reduzierung psychotischer Symptome einhergehen soll. Es könnte aber auch an einem Einfluss von CBD auf die Dopamin D2 Rezeptoren (Partialagonist = stimulierend und teilweise blockierend, so ähnlich wie Aripiprazol) liegen. Die Nebenwirkungen sollen geringer sein als bei Standardantipsychotika, genannt werden u.a. Müdigkeit, Durchfall und VEränderungen von Appetit und Gewicht.
Eine aktuelle englische Übersichtsarbeit gibt es unter https://www.mdpi.com/2305-6320/5/4/107-
Diese Antwort wurde vor 7 Jahren, 3 Monate von
Moderator geändert.
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Diese Antwort wurde vor 7 Jahren, 3 Monate von
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