Völlig normal nach der ersten Psychose

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  • #105267

    Hallo,

    Ich bin Angehörige eines sehr geliebten Menschens, der an einer Psychose erkrankt war. Er war für 8 Monate in einem psychotischen Zustand gefangen, der ihn in kürzester Zeit sein ganzes Leben zerlegen lies. Ohne Medikamente sind die Symptome dann Stück für Stück zurück gegangen ( er nahm nur Fischöltabletten). Das ist nun erst ein halbes Jahr her und die Krankheit verläuft ja in Schüben. Er hatte eine jahrelange Prodomalphase und dann eben diese erste Psychose und ist jetzt ohne Medikamente völlig normal. Daher Frage ich mich, ob das ein gewöhnlicher Verlauf ist und ob von Ihnen jemand diese Erfahrung gemacht hat.

    #105270
    Anonym

      Was waren denn seine Symptome? Ich hatte 2011 vermutlich meine erste unerkannte Phase. Dann vier Jahre später der Knall. Mit geschlossener Psychiatrie und Medikation (und dass nicht zu wenig). Nach 2011 war ich auch völlig „genesen“ es war wie ein Flächenbrand der allmählich abglimmt. Ich habe damals viel Schaden angerichtet. Dachte aber das wär nun mal so und gut. Die zweite Episode war dann wirklich schrill, und nicht mehr zu übersehen. Ich hab mich quasi aufgeführt. So dass es nicht mehr verborgen geblieben ist dass ich Hilfe brauche. Auch die Krankheitseinsicht hat auf sich warten lassen… wie sieht es bei deinem Bekannten aus?

      #105275
      Anonym

        Bei mir war keine prodomalphase, es kam von einem auf den anderen Tag wie ein Knall. Habe auch viel Schaden angerichtet. Meine erste Episode ging ca 1,5 Monate und war danach weg von einem auf dem anderen Tag
        -Ohne dass ich mir Hilfe gesucht habe. Hatte nur leichte Depressionen und Schlafstörungen danach. Die wahngedanken kamen aber ein halbes Jahr später wieder mit voller Wucht. Und dann konnte ich es auch nicht mehr verstecken. Dann habe ich Medikamente genommen, nach einem halben Jahr abgesetzt, nach sechs Monaten die nächste Episode. Die war sehr heftig! Aber mein Psychologe meinte auch, dass er denkt, dass ich nicht richtig schizophren bin sondern ein Sonderfall. Habe mich auch viel in die Krankheit reingeredet.
        Ich kann verstehen, dass er es ohne Medikamente probieren will, wobei ich das trotzdem für den falschen Weg halte rückblickend…

        #105323

        Also ich war mind. 9Mon. akut, und hab einiges angestellt und mein Kto. gut ins Minus gefahren. Dann 9Mon. Klinik mit Medis, ohne hätte ich´s nicht geschafft.

        Wenn er ohne klar kommt hat er echt Glück.

        Auch wenn ich meine Medis hasse, nehme ich sie lieber als die Psychose. Ich bin übrigens nicht mehr wie vorher….so garnicht. :bye:

        48 Jahre, D
        morgens 200 Quetiapin (NL), 50 Doxepin (AD), 2mg Risperidon (AP), 150 Ofiril (AE),
        200 Mi+So + 175 Thyroxin (Schilddrüsenmed.).
        abends 400 Quetiapin (NL), 50 Doxepin (AD), 150 Ofiril (AE)
        Bedarfsmedi Lorazepam

        https://hamasi-ben-ihmz-achthamar.hpage.com/willkommen.html

        #105338

        Hallo Ladybird und Lisi,
        <p style=“text-align: left;“>vielen Dank für eure Nachrichten. Ich finde sehr interessant was ihr schreibt, weil man von solchen Fällen selten hört oder liest.</p>
        <p style=“text-align: left;“>Er hatte eine nicht gerade leichte Psychose. Er war dann von einen auf den anderen Tage ein komplett anderer Mensch, hatte Wahnvorstellungen und Paranoia. Er glaubte alle sind gegen ihn. Aus Verzweiflung haben wir eine Zwangseinweisung versucht, weil er uns auch gedroht hatte, jedoch nur allgemein. Deswegen ist die Sache fehlgeschlagen und er ist mit seinem letzten Geld ans andere Ende der Welt geflüchtet, von wo er nur durch die Hilfe seiner Schwester, die ihm ein Rückflug gebucht hat, zurück gekommen ist. Danach war einen Monat in der Psychiatrie, wo jedoch seltsamerweise als nicht psychotische eingestuft wurde. Anschließend war er eine Weile verschwunden. Ab Dezember hatten er dann wieder Kontakt zu mir aufgenommen und wir haben uns regelmäßig getroffen und sehr, sehr viel darüber geredet. Er hatte mir dann Stück für Stück die ganzen Wahnvorstellungen erzählt. Am Anfang der Treffen hatte er immernoch einige vorhandene Wahnideen, die sich dann aber durch die Zeit und die Gespräche aufgelöst haben. Mittlerweile hat er eine Psychotherapeutin, eine Psychiaterin und eine Selbsthilfegruppe. Die Psychiaterin sagt, dass er momentan gesund ist und keine Medikamente braucht. Sie lädt ihn alle 3 Monate ein. Im Nachhinein, nachdem er auch mit der Selbsthilfegruppe gesprochen hatte, meinte er so etwas wie Vorläufer- Psychosen gehabt zu haben. Das klingt für mich ähnlich wie bei Ladybird, wenn ich es richtig verstanden habe, war die zweite Psychose die, die 2011 stattgefunden hat und danach kam nichts mehr?</p>
        Er meinte, wenn es nochmal passiert wird er auf jeden Fall Medikamente nehmen damit er nicht wieder so einen großen Schaden anrichtet. Nur das rechtzeitig zu erkennen wird wohl schwierig, schätze ich.
        <p style=“text-align: left;“></p>

        #105343
        Anonym

          Wenn dein Freund momentan gesund ist, dann brauch er die Medis nicht. Es gibt auch Leute die es so überstehen. Da hat er ja eine ganz schöne Reise (Irrfahrt?) hinter sich. Das erkennen von Wahnideen ist immer schwierig, ich gerate auch manchmal hinein ohne es zu merken. Wenn ich dann mal länger an einem Thema klebe merke ich es, oder bekomme es von anderen gesagt. So dass ich mich nicht (mehr) so hineindrehe. Finde es gut dass er Medis nicht generell ablehnt. :-)

          Also 2011 war ich danach vier Jahre „gesund“ und dann 2015 so knallpsychotisch dass ich völlig den Halt verloren hab. Mit entsprechendem Benehmen/ Handel/ Denken. Orientierungslosigkeit der Person und des Ortes, der Tage usw. Ich war völlig ver-rückt. Sprach nicht mehr. Ging nicht, im Kopf war zu viel los. Wie eine Explosion.

          #105388

          In meiner ersten Psychose, einer Wochenbettpsychose, nahm ich etwa drei Monate lang Medikamente und setzte sie dann ab, weil die Nebenwirkungen zu schlimm waren. Danach ging es mir etwa ein Jahr lang gut, bis ich wieder anfing zu arbeiten.

          Ich denke, bei mir macht viel Stress und Angst in Ausnahmesituationen aus. Seither bin ich chronisch. Ich war in der Zeit, wo ich keine Neuroleptika nahm aber weder in psychiatrischer, noch in psychotherapeutischer Behandlung.

          Das war 1991. Heute ist es schon etwas anders. Damals empfahl man bei Psychosen noch keine Psychotherapie.


          NL: 1-0-0-0, 400 mg Amisulprid
          NL: 1-0-0-0, 5 mg Abilify
          Blutdruck: 1-0-1-0, 5 mg Ramipril
          Blutdruck: 1-0-0-0, 12,5 mg HCT Dexcel

          Grüßle von Molly

          #105395
          Anonym

            #105397

            Ihr seid wirklich stark, euch mit dieser Krankheit auseinander zu setzen, euch anzunehmen  und das möglichst beste draus zu machen. An Ladybird habe ich noch die Frage, ob es bei der Knallpsychose einen Auslöser gab und ob du zwischen 2011 und 2015 Medikamente genommen hast. Nach so vielen Jahren ist die Hoffnung bestimmt groß, dass es nicht mehr wieder kommt.

            Liebe Grüße an euch alle

            #105405
            Anonym

              Nein, ich habe keine Medikamente genommen. Der Auslöser war beide Male die Verliebtheit. Jetzt nehm ich welche und versuche gerade mein kleinste Dosis zu finden. :-)

              #105434

              Ich hatte 4j etwa eine prodomolphase, erste akute Psychose 2013,die ging in etwa ein paar Wochen bevor ich freiwillig in die geschlossenen ging, es hat lange gedauert etwa 2 Monate bis sie für mich ein Medikament gefunden hatten.

              Hab schon einige absetzversuche hinter mir die letzte schlimme Psychose war Anfang 2015. Seitdem phasenweise psychotischen, auch unter Medikamente.

              Zurzeit nimm ich eine echt niedrige dosis aber in Verbindung mit  20.000 I. E vitamin d. In der Hoffnung es bringt was.

              #105561

              Bei 15% bleibt es bei einer Psychose. Und etwa die Hälfte setzt die Tabletten ab.

              ein alter Spruch von Psychotikern ist, dass man alles was man an Energie in die Psychose steckt, wieder zurückbekommt

              #105564
              Anonym

                Ich würde mich auch als völlig „normal“ bezeichnen trotz durchgemachter Psychose und 2x Präpsychosen. In dieser Zeit konnte ich teils noch immer reflektieren mein Verhalten, habe mich noch nicht auffällig verhalten, hat aber zugenommen weil ich die Stimmen suchte in der Nachbarschaft. Also öfters rumstand um zu horchen was woher die kommen. Seit ich die Medis nehme bin ich stabil. Nur wo ich sie wieder reduziert hat, ist das Spiel dann mit Präp. wieder losgegangen, zwar ohne Stimmen aber mit anderen Erfahrungen. U.a. das ich in den Wald gehen wollte und mich dort verlieren. Und ich werde leider immer suizidal – depressiv nach psychotischem Zustand, also bei mir sehr gefährlich dann auch.

                Lg schön das du dich kümmerst ist nicht selbstverständlich, Bernadette

                #105578
                FMS

                  Ich selbst habe auch schon eine Psychose ohne Medikamente „ausgestanden“ und irgendwann ging die Symptomatik von selbst zurück. Aber ich habe in der Zeit auch wieder schön mein Leben geschreddert. Und dann kam die Negativsymptomatik.

                  Würde man nicht immer so sein Leben in Stücke reißen durch eine Psychose, würde ich versuchen gänzlich auf Medikamente zu verzichten.

                  #105583

                  Ich denke wenn es nicht so heftig wär, würden das alle gern ohne Medis versuchen.

                  48 Jahre, D
                  morgens 200 Quetiapin (NL), 50 Doxepin (AD), 2mg Risperidon (AP), 150 Ofiril (AE),
                  200 Mi+So + 175 Thyroxin (Schilddrüsenmed.).
                  abends 400 Quetiapin (NL), 50 Doxepin (AD), 150 Ofiril (AE)
                  Bedarfsmedi Lorazepam

                  https://hamasi-ben-ihmz-achthamar.hpage.com/willkommen.html

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