Tipp zur Medikamentenreduktion

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  • #186470

    Liebe Foris,

    ich sprach unlängst mit meiner Psychiaterin darüber, wie die Unterstützung im Falle einer Medikamentenreduktion verbessert werden könnte.

    Ich kann meine Psychiaterin leider regulär nur alle drei Monate sehen.

    Bei mir ähneln sich im Falle einer Medikamentenreduktion die Absetzsymptome (z.B. schlechter Schlaf) Frühwarnzeichen einer beginnenden Psychose. Zudem baut sich bei mir eine Psychose ggf. sehr schnell innerhalb weniger Tage auf. Das macht natürlich grundsätzlich Angst.

    Wir wollen bei einem nächsten Reduktionsschritt das Modell der „ambulanten psychiatrischen Pflege“ versuchen für eine engmaschigere Begleitung durch Fachpersonal. Hier ein exemplarischer Link dazu:

    https://www.gapsy.de/leistungen/ambulante_psychiatrische_pflege.php

    Hier im Ort würde für einen Termin pro Woche eine geschulte Fachkraft (Psychiatrie-Krankenschwester oder erfahrene Sozialarbeiterin) zur Verfügung stehen sowie ggf. 24h am Tag per telefonischer Notfallhotline eine weitere geschulte Kraft.

    Meine Psychiaterin wird mir die ambulante psychiatrische Pflege für 1 Monat verschreiben, wenn ich das Medikament reduziere, mit der Option auf Verlängerung. :yahoo:

    Vielleicht ist dieses Modell für den ein oder anderen hier interessant, deswegen dieser Post.

    lg, DiBa

     

    #186489

    Ich finde Reduktion immer sehr schwierig. Ich habe derzeit Erfolg in dem ich die einzeldosis verringere. 3 mal 5 mg, statt 15 mg auf einmal. Und dann mal eine 5 er weglassen,etc.. so macht man das mit allen Drogen laut proksch Institut.

    #186496
    Anonym

    Liebe Foris, ich sprach unlängst mit meiner Psychiaterin darüber, wie die Unterstützung im Falle einer Medikamentenreduktion verbessert werden könnte. Ich kann meine Psychiaterin leider regulär nur alle drei Monate sehen. Bei mir ähneln sich im Falle einer Medikamentenreduktion die Absetzsymptome (z.B. schlechter Schlaf) Frühwarnzeichen einer beginnenden Psychose. Zudem baut sich bei mir eine Psychose ggf. sehr schnell innerhalb weniger Tage auf. Das macht natürlich grundsätzlich Angst. Wir wollen bei einem nächsten Reduktionsschritt das Modell der „ambulanten psychiatrischen Pflege“ versuchen für eine engmaschigere Begleitung durch Fachpersonal. Hier ein exemplarischer Link dazu: https://www.gapsy.de/leistungen/ambulante_psychiatrische_pflege.php Hier im Ort würde für einen Termin pro Woche eine geschulte Fachkraft (Psychiatrie-Krankenschwester oder erfahrene Sozialarbeiterin) zur Verfügung stehen sowie ggf. 24h am Tag per telefonischer Notfallhotline eine weitere geschulte Kraft. Meine Psychiaterin wird mir die ambulante psychiatrische Pflege für 1 Monat verschreiben, wenn ich das Medikament reduziere, mit der Option auf Verlängerung. :yahoo: Vielleicht ist dieses Modell für den ein oder anderen hier interessant, deswegen dieser Post. lg, DiBa

    ich hatte auch eine ambulante psychiatrische Pflege abkürzel APP die war damals aus dem Grund nach der Klinik bestellt wurden weil ich verweigert habe das Risperidon zu erhöhen dieses Jahr im Mai bis Juni war ich ja da für knapp 3 Wochen.. weil sie ja auch festgestellt hatten dass mein Spiegel zu niedrig ist und mein Medikament nicht wirkt daher wollten sie sich einfach absichern … Obwohl in meinen entlassungsbrief keine Auffälligkeiten zu sehen waren und ich psychisch stabil war… Dennoch befand ich mich in einer Notsituation und ich brauchte dringend Unterstützung und jemand der nach mir schaut. Ich hatte den APP aber nicht so lange

    .. vielleicht nur für 6 Wochen. Dann kam ja mein Umzug… Ich bin wirklich froh dass ich meine Medikation nicht erhöhen lassen habe… Sonst wäre der ganze Erfolg hin… Und jetzt fühle ich mich ja wohler damit weil auch das Umfeld passt… Daher wäre eine Erhöhung sinnlos gewesen auch wenn die Ärzte es dringend gefordert hatten wegen den homöopathischen Spiegel.

    Dab mir keine selbst und fremdgefährdung bestand und ich nicht psychotisch gewesen bin, konnten sie mich dazu nicht zwingen und mussten mich wegen dem verweigern umgehend entlassen… Der APP diente bei mir zur Sicherheit gerade wegen der Entlassung und so weiter.


    @dibadu
    ,

    Ich drücke alle Daumen dass es so passt du Erfolg hast mit deinem Vorhaben! :good:

    #186498

    Danke lieber @dibadu. Mir geht es irgendwie ganz ähnlich… allerdings reduziere ich gerade deshalb mikroskopisch langsam. Einfach in der Hoffnung, dass dann auch die Absetzsymptome langsam kommen und ich noch rechtzeitig reagieren kann!

    Ich nehme jetzt Olanzapin von Heumann. Das sind Schmelztabletten (aut idem!), die sich auch in Wasser auflösen lassen. Damit kann ich jede beliebige Dosis herstellen. Bis jetzt bin ich damit zufrieden. Ich glaube beim reduzieren und Absetzen braucht es neben Langmut manchmal auch ein bisschen Kreativität!

    Wieso kannst du deine jetzige Psychiaterin nur einmal im Quartal sehen? Die können das glaube ich schon auch nochmal anders abrechnen, wenn du reduzierst! Ich bin bei meinem im Schnitt alle 7 Wochen…

    alles Gute und liebe Grüße

    escargot

    #186503

    Ich war die ganze Zeit über alle 1-2 Monate bei meiner Psychiaterin. Bin aber auch in einer PIA.
    Das mit der ambulanten psychiatrischen Pflege war mir neu. Aber gut zu wissen. Werde ich auch mal drüber nachdenken das bei meiner Psychiaterin anzusprechen. Im Prinzip reichen bei mir aber nicht 4 Wochen aus. Ich müsste das schon öfter machen. Ich will bald auch noch eine Betreuungsvereinbarung festhalten, sodass meine Eltern entscheiden können, dass ich zwangsbehandelt werden kann. Da muss man aber viel vertrauen haben. Meine Mutter sträubt sich noch das zu unterschreiben, es ist halt viel Verantwortung für sie.

    Ich habe das gleiche Problem wie du: Seitdem ich absetzte habe ich phasenweise sehr schlechten Schlaf und so haben sich auch alle meine Psychosen angekündigt. Sie kamen im Prinzip auch immer von einem auf den anderen Tag. Das Gute ist, dass ich kein Interesse mehr an meinem „Trigger“ habe (Bei mir kam die Psychose ja durch eine Verliebtheit und ist leider etwas in leichtes stalking  meinerseits ausgeartet)

    #186504

    Klingt gut, ambulante psychiatrische Betreuung begleitend zum Reduktions- oder Absetzversuch :-)

    Generell wäre es hilfreich, denke ich, wenn wir nicht nur auf die Reduktionschritte und das -tempo achten, sondern auch zugleich darauf, dass wir uns bewusst unterschiedlichen Stresssituationen aussetzen um zu beobachten, wie unsere Köpfe mit diesen Belastungen umgehen.

    Dass eine akute Psychose von heute auf morgen ausbricht, diesen Eindruck hatte ich nur bei der ersten Psychose vor 11 Jahren. Seitdem habe ich für mich festgestellt, dass es immer Frühsymptome gibt, die sich in Intensität und Dauer unterscheiden.

    Jedenfalls sind wir als Menschen von Natur aus in der Lage, die Stabilität der eigenen Psyche zu beeinflussen. Wahrscheinlich wesentlich mehr, als die heutige Lehrmeinung über Schizophrenie-Betroffenen es einräumt.

    Nur erfordert die Stabilisierung mit weniger bzw. ohne Medikamente aktives und dauerhaftes mentales Training von den Betroffenen. Wir können nicht erwarten, passiv auf gut Glück zu reduzieren und dauerhaft stabil zu bleiben, ohne dass der Kopf von uns aktiv darauf vorbereitet wird.

    Edit: Bei der körperlichen Fitness würde ich ja z.B. auch nicht erwarten, von heute auf morgen ohne schrittweises und langwieriges Training an einem Marathonlauf teilzunehmen und das Ziel gut zu erreichen.

    #186507

    @Mowa das ist echt ein interessanter Ansatz, so habe ich das noch nicht gesehen, macht aber total Sinn. Danke :-)

    Ich vertraue auf dich Gott.

    #186512
    Isa

    Danke @DiBaDu für den Link. Das ist wirklich interessant, wusste ich gar nicht. Ich wünsche dir viel Glück beim Reduzieren.

    Wir können nicht erwarten, passiv auf gut Glück zu reduzieren und dauerhaft stabil zu bleiben, ohne dass der Kopf von uns aktiv darauf vorbereitet wird

    Sehr gut gesagt, Danke Mowa

    #186537

    Ich hatte auch mal eine geschulte Fachkraft, die dann mit mir im Wald spazieren gegangen ist. Das war wohl auch eine ambulant psychiatrische Pflege. Da ging es aber erstmal nicht ums Reduzieren. Sie meinte eher, dass ich mich damit abfinden sollte, dass ich erstmal beruflich nichts machen könnte.

    Bei der Reduktion hat mir die Broschüre der DGSP viel geholfen. Wichtig war auch ein Arztwechsel, da mein vorheriger Arzt mir überhaupt nicht beim Reduzieren helfen wollte. Dann hatte ich die Aripiprazollösung, mit der ich ganz langsam alle 4 Wochen um 0,5mg Tagesdosis reduzieren konnte. Zuletzt hatte ich weiteren Leidensdruck, da ich durch die Neuroleptika ein Anspannungsgefühl hatte, das mich Schlaf gekostet hat. Daher habe ich dann schneller reduziert. Jetzt muss ich sehen, wie es weitergeht.

    #200680

    Hi @DiBaDu wie ergeht es dir denn mit den Reduzierungen ?

     

    Ich vertraue auf dich Gott.

    #200888

    Hi liebe @Floeckchen,

    danke der Nachfrage. :good:

    Wir haben es verschoben bzw. ich habe es verschoben. Mein Psychologe sagt, man solle es immer dynamisch sehen.

    Derzeit habe ich zu viel Stress mit anstehender Scheidung und Schulabsentismus des jüngeren Sohnes.

    lg, DiBa

    #200900

    Gell, du magst das Wort Schuleschwänzen nicht so gern, @Dibadu? ;-)

    Grüßle von Molly

    400mg Amisulprid 1-0-0-0

    Blutdrucksenker: 5mg Ramipril 1-0-1-0, 12,5 mg HCT als Diuretikum 1-0-0-0

    #200909

    Na ja, @Molly, es ist ja kein bewusstes Schuleschwänzen.

    Er ist halt immer krank. Jetzt fehlt er zum Beispiel wg. einer Bindehautentzündung. Das hat wohl aber etwas Phobisches, nur leider möglicherweise auch etwas Chronifiziertes inzwischen. :-(

    • Diese Antwort wurde geändert vor 6 Monate von DiBaDu.
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