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Mowa aktualisiert.
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16/02/2019 um 21:17 Uhr #20762
Ich drücke Dir die Daumen, Mowa.
hg, DiBa
17/02/2019 um 6:38 Uhr #20776Guten Morgen zusammen,
Zitat christine:
Fakt bleibt, dass meine Beiträge kein notwendiger, unumgänglicher Bestandteil deines Tages sind.
Einverstanden @christine, danke. Ich pflege auch meine To-Do-Listen in einem Tagebuch-Format, aber meine private Liste ist seit meinem Rückfall sehr entspannt, kaum Einträge und eher so Arzttermine, Urlaubsdaten usw. Meine berufliche Liste, ja, da würde ich jetzt auch strenger darauf achten, dass sich die Einträge nicht häufen.
Ausgewogenheit und Entschleunigung sind eben sehr wichtig um gesund zu bleiben :good:
Zitat @escargot:
Versuche gerade auch ohne aufzudosieren, aber fühle mich absetzpsychotisch
Gute Besserung, liebe escargot! Ist für Dich bestimmt auch nicht einfach, mit weniger bzw. wenig Medis.
Ja, ich glaube, so wie ich die letzten Tage mit mir umgegangen bin, werde ich es schaffen, die Medis noch rechtzeitig zu nehmen und mich notfalls auch selbst einzuweisen. Übrigens habe ich ja auch Quetiapin, davon würde ich 50 oder 25 mg nehmen, falls ich nicht mehr schlafen könnte. Diese Woche hatte ich eher Schläfrigkeitsattacken und schlafe länger als sonst.
Danke Dir auch, lieber @DiBaDu :bye:
Ja, gestern war das Wetter wieder so schön. Ich habe die Tische und die Stühle (die ganzjährig draußen stehen) sauber gewischt, was ich zuletzt vor vielen Monaten getan hatte, und entsprechend waren sie sehr schmutzig.
Später waren wir im nahegelegenen Einkaufszentrum einkaufen und waren dort in 4 verschiedenen Läden, und im letzten Laden hatten wir beide die Nase voll und wollten nur noch nach Hause radeln. Als wir den Einkaufswagen geleert haben, waren mir die Gesichter der 2, 3 anderen Einkäufer wie eine Momentaufnahme (Fotos) ins Auge gesprungen, und zwar jeweils mit einer leicht ablehnenden Mimik, aber ich wusste, dass das nur meine kränkelnde Wahrnehmung war, d.h. es ist nur ein weiteres Frühwarnsymptom für mich und ein Zeichen dafür, dass es höchste Zeit wurde das (reizüberflutende) Einkaufszentrum zu verlassen.
In der Akutphase hatte ich es letztes Jahr ständig, als ich (mit meinem Mann) in der Stadt unterwegs war, dass die Gesichter von Erwachsenen sich zu einem ablehnend-feindseligen, wütenden Ausdruck verformt hatten, und kleine Kinder und Säuglinge hatten immer einen leeren, toten Blick. Und ich habe auf die Eltern geschimpft und sie angebrüllt, die armen Leute, das tut mir heute noch leid
Außerdem haben wir zu Hause so ein Vogelkunde-Buch, und als ich mir eine Seite daraus angeschaut hatte und knallpsychotisch war, kam mir der rote Vogel auf dieser Seite extrem leidend und erschöpft vor. Ich weiß noch, wie ich trotz des akuten Zustandes in dem Moment etwas stutzig wurde, da ich wusste, dass mir sowas früher nicht passiert war. Später, als ich weniger psychotisch war, habe ich mir dieselbe Seite nochmal angeschaut, und der rote Vogel blickte fast wieder neutral. Nach der Stabilisierung war dieser Effekt beim abermaligen Betrachten verschwunden usw.
Vielleicht lege ich dieses Buch in die Reichweite und nehme es als eine Art Wahrnehmungsbarometer, wenn dieser Effekt reproduzierbar wäre?
Gleich wird’s draußen heller, und dann wird es bestimmt wieder schön sonnig und mild. Darauf freue ich mich :good:
LG,
Mowa17/02/2019 um 8:01 Uhr #20783Liebe @Mowa, danke für deine lieben wünsche! Das mit den Gesichtern kenne ich auch! Ist echt unheimlich.
Super Idee mit dem Vogelbuch als Barometer sozusagen! Quetiapin hatte bei mir leider gar nicht gewirkt…Wünsche dir einen schönen Sonntag! Bleibst du nächste Woche noch zuhause?
Liebe Grüße
escargot17/02/2019 um 9:24 Uhr #20792Ein gutes Zeichen, dass Du gut schlafen kannst.
Guter Schlaf ist das A und O.lieben Gruss, DiBa
17/02/2019 um 16:24 Uhr #20902ja liebe @mowa, die idee mit dem vogelbuch ist echt gut…
du liest dich ohnehin immer sehr reflektiert finde ich, auch jetzt…auf jeden fall drück ich dir fest die daumen das du es auch jetzt ohne medis schaffst,
aber es ist gut das du einen notfallplan hast, wenn es nicht mehr anders gehen sollte…liebe grüße und alles gute dir auf jeden fall weiterhin
erdbeere17/02/2019 um 18:13 Uhr #20964Liebe @Mowa , finde auch dass du sehr, sehr gut reflektiert bist!
Trotzdem möchte ich hier noch was dazu senfen: Bin zwar keine ‚Erfahrungsexpertin‘ aber ich glaube nicht, dass mit dem Vogelbuch-Test irgendwas bringen kann. Im Gegenteil, mir kommt es vor, als wenn so eine ‚Spielerei‘ mit den ersten Symptomen typisch ist für diesen verführerischen Aspekt der beginnenden Psychose in deren Sog man dann gezogen wird!? Also ich mein – am besten die Symptome wahrnehmen und einordnen als das was sie sind, nämlich Warnzeichen und gar nichts Tolles – und sie ansonsten weitesgehend ignorieren – das scheint mir das Gesündeste?
I like cats and coffee…
and maybe 3 people.17/02/2019 um 20:31 Uhr #20995Hallo liebe Leute,
über Eure freundlichen Posts freue ich mich sehr, vielen Dank!
Ja, liebe @Freia, mag sein & um ehrlich zu sein, weiß ich noch nicht, was mir genau helfen würde und was nicht, weil ich noch noch ein Neuling bin, wenn es um psychotische (Frühwarn-)Symptome geht.
Das mit dem Vogelbuch könnte trotzdem funktionieren, weil ich ja vor einem Jahr im akuten Zustand eine positive Erfahrung damit schon gemacht habe (d.h. dieses Stutzig-Werden usw.). Das könnte etwas damit zusammenhängen, dass das Vogelbuch ja dazu da ist, um sachliche Informationen über die verschiedenen Vogelarten zu vermitteln, was an sich so eine rationale Angelegenheit ist und emotional eher neutral.
Vielleicht wusste ich damals im akuten Zustand noch irgendwie, dass es eigentlich nicht sein kann, dass der abgebildete Vogel dermaßen extreme Gefühlsregungen zeigen soll. Aber keine Ahnung. Jedenfalls habe ich heute Morgen, nach dem ich meinen obigen Beitrag gepostet habe, den Vogelbuch-Test mal ausprobiert, und da war es eher so, dass ich gedacht habe: „Ja, könnte schon sein, dass er ein wenig traurig auf mich wirkt“.
Im Vergleich zum Beginn der Woche habe ich zwar schwächere Symptome, aber über den Tag verteilt gibt es noch Aufs und Abs, oft stabil, aber einige Male am Tag kommt es doch zu spürbaren Erschöpfungen oder Aufheiterungen.
Bis jetzt ist mein Eindruck, dass diese Aufs und Abs sich auch gezielt gegensteuern lassen. Ich habe nämlich schon mehrfach festgestellt, dass, wenn ich mir kraftvoll fließendes Wasser (aus dem Wasserhahn oder so) bewusst vorstelle, das meine Emotionen und Gedanken ausspült, dass diese Symptome deutlich schwächer werden und nach einer Weile auch verschwinden können. Wenn ich diese Vorstellung nicht habe, bleiben die Emotionen und die Gedanken im Kopf haften und häufen sich schnell an, wodurch sich die Symptome verstärkt werden können. Diesen Effekt will ich die nächste Zeit auf den Grund gehen.
Es gibt ja diese progressive Muskelentspannung nach Jacobson, die kennen hier bestimmt viele aus der Klinik. Da geht es auch darum, die Gedanken und die Aufmerksamkeit wie Wolken am Himmel ziehen zu lassen usw. Gut möglich, dass das mit dem kraftvoll fließenden Wasser in meinem Kopf ähnliche Effekte erzeugt.
Mein Mann hat mir empfohlen in solchen Situationen zu meditieren, aber ich habe keine Ahnung von Mediationen, und vielleicht geht es ja auch mit meiner Wasserhahn-Methode.
Wir sind heute beim schönen Wetter kurz draußen geradelt und haben uns in einer Eisdiele leckeres Eis gegönnt. Als wir zu Hause wieder ankamen, fiel mir auf, dass meine Erschöpfung kaum mehr zu spüren war, obwohl ich zuvor erschöpft war und mir schon einen Ruck geben musste, um doch rauszugehen. Daher habe ich gedacht, dass meine Erschöpfung vielleicht vor allem psychisch verursacht wird, die nicht nur durch Schlaf, sondern auch (bzw. vielleicht sogar vor allem) durch Bewegung im Freien o.ä. abgefedert werden kann.
Morgen bleibe ich auf jeden Fall noch zu Hause – bin ja noch eine ganze Woche krankgeschrieben, und dann ist schon der neulich eingereichte Urlaub dran, und wir werden erstmal in den Norden fahren. Ich würde morgen dann gerne meinem Chef eine E-Mail schreiben, um ihn über meinen gesundheitlichen Zustand zu informieren. Meinem Therapeuten hatte ich auch versprochen, dass ich ihn morgen benachrichtigen werde, wenn ich noch stabil geblieben bin. Er hat sogar letzten Dienstag angestoßen, ob ich nicht über eine Erwerbsminderunsrente oder Teilzeit nachdenken möchte, aber ich weiß, eigentlich möchte ich das noch nicht. Mal sehen.
LG,
Mowa-
Diese Antwort wurde vor 6 Jahren, 12 Monate von
Mowa geändert.
17/02/2019 um 21:03 Uhr #2099817/02/2019 um 21:12 Uhr #21000
Anonym
Hallo Mowa,
also „Meditieren“ ist im Grunde genommen ganz einfach. Es geht darum, etwas bewusst zu beobachten. Du kannst Dich zum Beispiel an ein offenes Fenster setzen, Dir einen Timer auf 3 Minuten stellen und die Augen zumachen und dann Anzahl der verschiedenen Geräusche zählen, die Du während dieser Zeit hörst.
Genau so kannst Du Dich bequem irgendwo hinsetzen, Dir wieder einen Timer auf 10 Minuten stellen, die Augen zumachen und dann einfach genau Deinen Atem beobachten. Falls Dir dabei irgendwelche Gedanken kommen, dann gehören die nicht dazu, also schiebst Du sie freundlich beiseite. Du beobachtest also nur Deinen Atem, 10 Minuten lang.Vielleicht versuchst Du es auch mal mit dieser angeleiteten Meditation von Sadhguru:
Isha Kriya – geführte Meditation von Sadhguru17/02/2019 um 21:23 Uhr #21003laut http://einblicke-altenburg.de/?q=node/1279 sind Meditationen in Deinem Fall nicht hilfreich.
In obigem Link sind einige Maßnahmen beschrieben, die hilfreich sind.Alles Gute, DiBa
17/02/2019 um 21:33 Uhr #21013
Anonym
Hallo DiBa,
ich finde, dass das mit den Meditationen so nicht stimmt. Sie sorgen für bessere Gesundheit und psychische Stabilität. Achtsamkeitstechniken sind sogar förderlich für Kranke, da sie den Stress und die Angst reduzieren. Das kann man auch hier nachlesen: Is Mindfulness Useful or Dangerous for Individuals with Psychosis?Viele Grüße
Grenfell18/02/2019 um 7:39 Uhr #21089Guten Morgen zusammen,
danke für Eure Inputs @DiBaDu und @Grenfell, das hilft. Ich möchte später nochmal in Ruhe auf sie eingehen.
Vorhin habe ich an meinen Chef eine E-Mail geschickt und diese auch an meine engsten Kollegen weitergeleitet:
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Guten Morgen (Chef) (Cc an (IT-Leiter) und (Sekretärin)),gerne würde ich Dich darüber informieren, dass ich seit Dienstag leider krankgeschrieben bin, bis Ende dieser Woche, und anschließend kommt mein 2-wöchiger Uralub, den ich neulich eingereicht hatte. Meine Hausärztin (und auch mein Psychotherapeut) empfiehlt mir, diese Woche höchstens Home Office zu machen, woran ich auch gerne halten möchte.
Es ist so, dass es mir seit den letzten Wochen und Monaten psychisch wieder spürbar besser geht, und doch konnte ich mich immer weniger abgrenzen, so dass ich mit Aufgaben (auch privat) wieder übertrieben habe. Zuerst hatte ich vor einem Monat einen Neurodermitis-Schub, und vor einer Woche hatte ich dann auch psychotische Frühwarnsymptome, die jetzt noch leicht nachklingen, und daher wurde es für mich wieder höchste Zeit, meine mentale Handbremse fest anzuziehen.
Einfach fällt es mir nicht, ohne Psychopharmaka meine Gesundheit aufrechtzuerhalten, aber ich würde so gerne in der Lage sein, ohne Medikamente selbst auf mich aufzupassen. Ich glaube, dass es möglich ist, aber eine Garantie gibt es nicht. Einen 10-Schritte-Notfallplan haben mein Mann und ich uns schon erarbeitet, falls ich wieder in eine akut manische und akut psychotische Phase rutschen sollte, und darin habe ich meinen Mann gebeten, Dich und meine Kollegen zeitnah darüber zu informieren.
Vielen Dank und liebe Grüße,
(Mowa)
******Der Leiter unserer IT-Gruppe hat mir prompt eine sehr verständnisvolle, unterstützende Antwort geschrieben, und auch meine besonders liebe Büro-Kollegin…
Erstmal brauche ich jetzt ein bisschen Pause.
LG,
Mowa18/02/2019 um 9:55 Uhr #21125Hallo Mowa!
Ich finde es sehr mutig von Dir, so offen damit umzugehen. Hoffentlich ergeben sich für Dich später keine Nachteile daraus. In der Zeit, wo es mir sehr schlecht ging, habe ich auch jedem den es interessierte oder auch nicht davon erzählt, dass ich eine Psychose habe und Stimmen höre. Vordergründig waren alle recht verständnisvoll und interessiert, aber ich habe mir im Endeffekt dadurch engere Kontakte kaputt gemacht, weil sich die Leute dann vorsichtshalber doch eher zurückgezogen haben. Da war auch eine Person dabei, die kirchlich sehr engagiert war, was mich dann besonders zum Nachdenken gebracht hat, was deren religiöse Einstellung überhaupt für einen Wert hat.
LG,
Molly18/02/2019 um 14:59 Uhr #21190
Anonym
@molly @mowa Ich finde die Mail gut. Das entlastet sehr. Meine Tochter sieht mir selten an, wie belastbar ich mich fühle. Mir geht es mit ihr ähnlich, zumal ich ihr tägliches Pensum nicht vor Augen habe und sie nicht meins. Durch die Mail machst du deinen Kollegen klar, dass grad eine Grenze erreicht ist, die du wahrnimmst. Dadurch brauchen sie dich weniger zu kontrollieren. Denn das nimmst du ihnen so ab. Gut wäre allerdings langfristig, solche Regelungen zu finden, die eine Krankschreibung überflüssig machen. Dass das mit einem Frauenruheraum nicht getan ist, ist mir klar. Ich hatte nach meiner Krankschreibung regelmäßigere Tagesabläufe mit physiologisch sinnvollen Pausen und Mahlzeiten ohne ständiges Multitasking-Umswitchen für mich durchsetzen können. Inwieweit andere dadurch sauer auf mich waren, die diese Möglichkeit für sich selbst nie in Betracht gezogen haben, weiß ich nicht. Ich weiß nur, dass mir die Arbeit nach der sich an die Krankheit anschließenden Absprache leichter fiel und ich weniger erschöpft heimkam. Insofern denke ich schon, dass sich durch die Mail eine WinWinSituation für dich und deine Kollegen ergeben kann und dass deine Kollegen zweimal überlegen werden, ob sie das, was sie dir an Aufgaben übergeben zu müssen glaubten, nicht auch selbst bewältigen können. Sich dazu extra eine Auszeit nehmen zu müssen, um das Umdenken anzustoßen, ist ärgerlich. Aber da sie dich mögen und du sie auch, wird ausreichend Geduld vorhanden sein. Ich muss dabei immer wieder an die REWE-Bäckersfrau denken, der ich ein Malfabrot zum Schneiden in die Hand drückte und die erst vier andere Jobs in Ruhe nacheinander erledigte, bevor sie es schnitt. Anfangs war ich sauer. Später genoss ich ihre Ruhe dann sogar beim Essen noch. Es war tatsächlich in Ruhe geschnittenes Brot. Kommunikativität ist nicht angeboren. Mancher beschränkt sich lebenslang auf Wimpernsturm und bekommt dabei einen schildrüsenmäßigen Mangablick. Ich für meinen Teil muss nicht in jedem Auge ertrinken und genieße Distanz sehr. Ogott Molly, komm näher, ich bin wieder mal zum Kotzen. Verdammt.
18/02/2019 um 17:20 Uhr #21219Ich glaub, du bist ziemlich akut, Christine.
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Diese Antwort wurde vor 6 Jahren, 12 Monate von
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