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Mowa aktualisiert.
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02/07/2024 um 11:17 Uhr #354167
Seltsam, dass wir immer wieder das gleiche Muster erleben und scheinbar noch nicht daraus gelernt haben
Ich denke, es ist auch nicht so einfach, Muster zu ändern, aber es zu erkennen und ändern zu wollen, finde ich schon gut. Da ihr beide das Muster kennt, könnt ihr euch sicher auch besser verzeihen.
02/07/2024 um 12:08 Uhr #354169Ach weißt du Mowa, fast alle Menschen haben das Talent ordentlich zu verletzen. Die einen gebens zu, die anderen leugnen es. Und Streit ist auch keine Einbahnstraße.
Trotzdem finde ich gut, dass du es für dich reflektierst und du siehst ja auch, dass dein Mann dich genau so liebt, wie du bist und da gehört eben auch diese Seite an dir dazu. Aber das macht ja auch echtes Mögen, Wertschätzen, Lieben aus, dass jemand auch akzeptiert wird, wenn nicht so schöne Seiten zum Vorschein kommen.
Trotzdem kann man natürlich über sich selbst erschrecken und es ist schwer aus alten Mustern auszubrechen. Mir hilft das sehr mit einem anderen Menschen, zum Beispiel in der Therapie, nochmal die genaue Abfolge eines Konfliks oder Gesprächs durchzugehen und dann stellt man häufig fest, dass man sich gegenseitig „triggert“. Und erst so das Wissen darum, was den anderen und einen selbst so triggert, hilft einem auch mehr Bewusstsein dafür, eben das Verhalten nicht immer und immer zu wiederholen.
Ich wünsch dir noch eine schöne Restwoche!
04/07/2024 um 6:28 Uhr #354324Danke, @Dopplereffekt und @Mond, für Eure Rückmeldungen. Sie helfen mir.
Ich kann allmählich meine überwiegend gute Vorstellung über mich selbst abstreifen bzw. relativieren. Und damit kann ich auch nicht von anderen Menschen erwarten gut zu sein. Der Kontext, in dem ich bin, ist genauso bedeutend wie ich selbst!
Übrigens habe ich vor 2 Wochen angefangen, die Videobeschreibung dreisprachig zu halten:
In Japan werden Shiba Inus, die ein hartnäckiges Verweigerungsverhalten zeigen, als kyohi shiba (拒否柴, zu Deutsch „Verweigerungs-Shiba“) bezeichnet.
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In Japan, Shiba Inus that show stubborn refusal behaviour are referred to as kyohi shiba (拒否柴, meaning ‚refusal Shiba‘).
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もっと外にいたそうで、拒否柴になっていました。04/07/2024 um 20:28 Uhr #354422Morgen habe ich, ganz unverhofft, ein Online-Meeting mit einer Kollegin, die für unsere Organisation u. a. bei Karriereentwicklung berät. Sie hat sich meine Bewerbungsunterlagen angeschaut und mir geschrieben, dass sie eine Vorstellung davon hat, woran es liegt, dass meine Jobsuche bis jetzt andauert. Ich bin sehr gespannt, wie unser Gespräch verlaufen wird. Ich möchte alles an qualifizierten Meinungen mitnehmen, die ich bekommen kann.
Heute konnte ich ein Video aufnehmen, während Chanchan und ich uns einen kleinen Ball zuwarfen
05/07/2024 um 12:32 Uhr #354526Heute hatte ich ein 40-minütiges Coachings- und Beratungsgespräch zu meiner Jobsuche und fühle mich wie wachgerüttelt
Die Coach/Beraterin hat mir gesagt, dass ich meine Notizen hier im Blog teilen darf. Wenn ich mich sortiert habe, schreibe ich gerne mehr dazu
Erstmal bin ich vom vielen Input k.o.
06/07/2024 um 5:55 Uhr #354624Guten Morgen zusammen,
jetzt komme ich dazu, meine Notizen zum gestrigen Gespräch im Blog zu teilen, zum einen für mich als meine eigene Dokumentation, zum anderen für andere, die sich dafür interessieren
Das sind die ersten 3 Seiten meiner Bewerbungsunterlagen, die ich zuletzt eingereicht habe:

Hätte ich bloß bis heute mit dem Absenden gewartet!
Im Übrigen sind diese Notizen von mir keine wörtlichen Zitate, sondern nur eine sinngemäße Wiedergabe vom Beratungsgespräch, was ich selbst daraus mitgenommen habe:
Wenn ein Arbeitgeber eine Stelle ausschreibt, dann hat er Probleme, die er lösen will und das Geld, um eine neue Arbeitskraft einzukaufen, um die Probleme zu lösen.
Daher brauche ich bei Bewerbungen den mindset, dem anderen einen Lösungsvorschlag zu machen.
In meinem Anschreiben jedoch gehe ich nicht auf die ausgeschriebene Stelle ein, nicht auf das Wir, sondern schreibe über mich selbst in Ich-Botschaften. Das liest sich etwa so: „Ich habe ein Problem, und ich habe versucht damit umzugehen“.
Dann liegt die Frage nahe: „Wenn ich selbst ein Problem habe, warum sollte ich die Probleme des Arbeitgebers lösen können?“
Psychische Erkrankung gesellschaftsfähig machen zu wollen ist in Ordnung, doch wie erreiche ich dieses Ziel? Ich verschweige nicht, wenn ich sie in den Bewerbungsunterlagen nicht erwähne, vielmehr geht es um die Taktik: Wann und in welchem Raum spreche ich darüber?
Im ersten Schritt, wenn ich die schriftliche Bewerbung einreiche, erhält der Empfänger nur die Worte, die er lesen kann und auf deren Grundlage er entscheidet, ob er ein Vorstellungsgespräch mit mir führen will.
Erst wenn ich dem Arbeitgeber gegenüber sitze und die Grundlage für ein vertrauensvolles Gespräch geschaffen habe, könnte ich mich öffnen. Dann kann ich über die persönlichen Schwierigkeiten sprechen, indem ich sie zum einem added value mache.
Die Frage sollte für mich daher lauten: Wie kann ich einen Weg in die Gesprächsführung ebnen? Was ist zweckdienlich für die Problemlösung?
Bei Stellen, auf die ich mich bewerbe, ist ein 2-seitiger Lebenslauf angemessen. Hier geht es nicht darum, alles aufzulisten was ich getan habe, sondern nur eine Auswahl aus dem gesamten Lebenslauf zu präsentieren, die für die Anforderungen der ausgeschriebenen Stelle relevant sind.
In der Realität ist das Leben meist nicht geradlinig, sondern eher chaotisch, und dennoch versuchen wir, daraus einen roten Faden zu spinnen, der für die Anforderungen hilfreich ist.
Ich muss also die Tätigkeit im Fokus behalten und auf die Anforderungen Punkt für Punkt eingehen. Der Lebenslauf dient dazu, um eine Antwort auf die Anforderungen liefern.
Dann im Anschreiben, motivation letter, gebe ich ein persönliches statement ab. Warum passe ich zu dieser Stelle? Was ist mein unique selling point? Kann ich pointiert pitchen, bezogen auf das, was sie wollen? Habe ich verstanden, was gesucht wird?
Dann ging es im Gespräch weiter mit einem Brainstorming über Ressourcen, wo ich passende Stellenausschreibungen finden könnte: Quereinsteiger Lehrkraft im Erzbistum Berlin, bei Stiftungen, der IHK, den Mentoring-Netzwerken, der Botschaft, unter dem Stichwort Women in Business, der Gesellschaft für Multiple Sklerose, Künstlersozialkasse. Japanisch-Deutsche Gesellschaft, da kann ich meine japanische Herkunft einbringen usw.
Eine Liste meiner Tätigkeitsschwerpunkte kann mir helfen, gezielt nach den passenden Stellen zu suchen.
Wenn es in der Stellenausschreibung den Hinweis gibt, etwa wie: „Kontaktieren Sie uns bei Fragen…“ dann nutze die Gelegenheit! Es kann auch nur darum gehen, wen ich im Anschreiben persönlich adressieren darf. Wenn ich im Anschreiben auf die Kontaktaufnahme hinweise, kann das auch ein bonding point sein um in Erinnerung zu bleiben.
Den Schwerbehindertenstatus kann ich angeben, wenn es in der Stellenausschreibung heißt: „Wir begrüßen die Bewerbung von Menschen mit Schwerbehinderung …“, vor allem im öffentlichen Dienst. Dann muss ich zum Bewerbungsgespräch eingeladen werden.
Um zu erfahren, wie der Arbeitgeber tickt und in problematischen Situationen handelt, kann ich auch die Gelegenheit im Vorstellungsgespräch nutzen, selbst Fragen zu stellen, etwa so (in die Runde, zu den Anwesenden): „Waren Sie schon mal in der Situation, in der Sie den Arbeitgeber um Hilfe bitten mussten? Und wie hat der Arbeitgeber darauf reagiert?“
Um herauszufinden, wie gut meine Taktik bei Arbeitgebern aufgeht, kann ich mich auf Stellen bewerben, die mich nicht wirklich interessieren, nur um zu sehen, wie sie reagieren.
Die Kollegin, die mich beraten hat, ist ICF-zertifizierte Coach und Offboarding-Expertin für unsere Organisation. Ich bin ihr sehr dankbar, dass ich kurzfristig so ein hilfreiches professionelles Meeting bekommen konnte.
Ich war gestern nach dem Gespräch k.o. und musste diese Informationen erstmal sacken lassen. Am Abend ist mein Mann aus Berlin zurückgekehrt, wir haben zusammen gegessen, Fußball geguckt usw.
Heute Morgen fühle ich mich wieder zuversichtlich und ausgeglichen. Ich will bald wieder ein paar Tage Urlaub nehmen und an meinen Bewerbungsunterlagen arbeiten!
Liebe Grüße,
Mowa06/07/2024 um 9:08 Uhr #354632Psychische Erkrankung gesellschaftsfähig machen zu wollen ist in Ordnung, doch wie erreiche ich dieses Ziel? Ich verschweige nicht, wenn ich sie in den Bewerbungsunterlagen nicht erwähne, vielmehr geht es um die Taktik: Wann und in welchem Raum spreche ich darüber?
Ich bin gespannt, wie du das umsetzen kannst. Es sieht für mich nach einer Gratwanderung aus. Ich selbst bin diesbezüglich sehr vorsichtig geworden und versuche mehr, mich selbst in gutem Licht darzustellen. Das fällt mir allerdings auch schwer, weil ich ehrlich sein will und oft zu sehr Probleme im vorhinein lösen will. Die (frühe) Nennung des Begriffs „psychische Erkrankung“ führt sicher oft erstmal dazu, dass man in einer Schublade landet oder gleich aussortiert wird. Später, wenn es etwas Vertrauen gibt und sie einen etwas kennen, kann man da ggf besser darüber sprechen.
Einiges aus deinen Notizen könntest du wohl auch in Bewerbungsbüchern nachlesen (z.B. Hesse Schrader in verschiedenen Geschmacksrichtungen
). Für mich war das Lesen eines solchen Buches nach dem Studium hilfreich (Hesse Schrader – Bewerbungstrategien für Hochschulabsolventen…).07/07/2024 um 6:08 Uhr #354758Danke @Dopplereffekt für Deine Rückmeldung.
Was ich aus diesem Beratungsgespräch am meisten gelernt habe, ist, dass meine Absicht, mich mit meinen gesundheitlichen Beeinträchtigungen ehrlich darzustellen, bei den Empfängern nicht ankommt:
Das liest sich etwa so: „Ich habe ein Problem, und ich habe versucht damit umzugehen“.
Warum, weil diese Absicht für die Arbeitgeber zweitrangig ist!
Im Fokus des Bewerbungsverfahrens stehe nicht ich als Person, sondern die zu erledigende Tätigkeit.
Daraus folgt auch, dass ich mich den allgemeinen Bewerbungsregeln anpassen und diese befolgen muss.
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Gestern ist Chanchan zum ersten Mal läufig geworden, mit zehneinhalb Monaten.Chanchan wirkte überrascht und verunsichert, putzte sich ständig und verhielt sich auch seltsam, als wir mit ihr spazieren gingen: Sie blieb oft stehen, ging langsam, zweimal weinte sie sogar kurz. Sie ist ruhiger als sonst, sucht Körperkontakt und hat viel geschlafen. Bis zum frühen Abend hat sie kaum etwas gefressen, aber dann hat sie doch Hunger bekommen.
Wir haben uns sehr gefreut und waren auch ein bisschen gerührt, dass sie sich so gut entwickelt
07/07/2024 um 6:38 Uhr #354762Übrigens ist heute Tag 2 mit 0,8 mg/d Aripiprazol, nachdem ich vor über 4 Wochen von 1 auf 0,9 mg/d reduziert hatte.
Die Reduktion merke ich bis jetzt marginal, wenn überhaupt
07/07/2024 um 9:20 Uhr #354780Im Fokus des Bewerbungsverfahrens stehe nicht ich als Person, sondern die zu erledigende Tätigkeit.
Klar: Du musst die Tätigkeit gut machen können und Selbstvertrauen darin zeigen, dass das so ist. Ich denke es führt auch dazu, dass oft nicht die geeigneteste Person den Job bekommt, sondern die, die am wenigsten Zweifel zeigt. Aber so läuft es eben…
Sie ist ruhiger als sonst, sucht Körperkontakt und hat viel geschlafen. Bis zum frühen Abend hat sie kaum etwas gefressen, aber dann hat sie doch Hunger bekommen.
Hoffentlich ist sie nicht krank…
07/07/2024 um 19:27 Uhr #354875Aber so läuft es eben…
Ja. Ich frage mich, ob die Personalentwicklung so bleiben muss
Hoffentlich ist sie nicht krank…
Krank vermutlich nicht… Chanchan hat zum ersten Mal angefangen zu bluten. Heute war ihr Verhalten nicht so auffällig wie gestern. Vielleicht hat sie sich schon ein bisschen an die neue Situation gewöhnt.
In der Zeitung stand, dass ein altes U-Boot an der Alten Brücke angelegt hat, bevor es in ein Museum in einer anderen Stadt gebracht werden kann. Also machten wir einen langen Spaziergang in die Altstadt um das U-Boot zu sehen. (…)
Danach waren wir mit Chanchan in einem thailändischen Restaurant und später waren wir noch Eis essen. Wir haben jetzt einen GPS-Tracker für Chanchan gekauft. Laut dem Gerät sind wir heute über 20 Kilometer gelaufen
Edit: OK 20 km sind vielleicht unwahrscheinlich, weil wir nur 3 oder 4 Stunden unterwegs waren und davon höchstena 2,5 Stunden recht gemächlich spaziert sind
Muss mal schauen, was das Gerät anzeigt. Es kann sein, dass Chanchan viel zickzack und dadurch eine längere Strecke gelaufen ist als wir, aber 20 km…?-
Diese Antwort wurde vor 1 Jahr, 9 Monaten von
Mowa geändert.
07/07/2024 um 20:30 Uhr #354890Ja. Ich frage mich, ob die Personalentwicklung so bleiben muss
Wenn man den nimmt, der keine Zweifel zeigt, kann einem wohl auch bei der Auswahl eher weniger ein Fehler vorgeworfen werden.
Ehrlich gesagt geht es mir auch oft so, wenn ich vor einem Kauf stehe, dass ich schaue, ob der Verkäufer von seinem Produkt überzeugt ist (natürlich neben meiner Einschätzung, bzgl. Richtigkeit, Preis-/Leistung etc.). Jedenfalls könnte ich auch nicht von mir behaupten, immer objektiv zu sein.
08/07/2024 um 9:09 Uhr #354946
Anonym
Liebe mowa, fein das du gute Kritik/Rückmeldung an deinen Bewerbungen bekommst und so gut weiter arbeiten kannst daran.
Alles Gute für eure fellnase, ein neuer Abschnitt beginnt.
09/07/2024 um 20:10 Uhr #355141Danke @Dopplereffekt und Blaustern für Eure Zeilen
So, am Montag musste ich ein paar Stunden arbeiten, aber danach habe ich mir Urlaub genommen und heute den Urlaub bis nächsten Montag verlängert
Ganz allmählich fühle ich mich befreit vom Betriebsrat. Jetzt erstelle ich für die Wahl nächste Woche noch ein Wahlplakat, danach dann nur noch die Übergabe des Büros, und danach muss ich wirklich nichts mehr machen.
Ich merke, dass ich die Erholung brauche. Vielleicht schaffe ich es in den kommenden Tagen auch noch, meine Bewerbungsunterlagen zu bearbeiten. Eine passende Stellenausschreibung habe ich bereits gefunden
10/07/2024 um 14:39 Uhr #355208Ich merke, dass ich die Erholung brauche. Vielleicht schaffe ich es in den kommenden Tagen auch noch, meine Bewerbungsunterlagen zu bearbeiten. Eine passende Stellenausschreibung habe ich bereits gefunden
Ich bin gespannt, was es wird
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Diese Antwort wurde vor 1 Jahr, 9 Monaten von
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2 thoughts on “Notizen von Mowa – Teil 3”
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