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Mowa aktualisiert.
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02/02/2024 um 12:21 Uhr #330221
Danke Blaustern
Ich bin vorhin vom Psychiater zurückgekommen. Meine AU ist nun bis zum 16.02. verlängert worden.
Ich habe meinem Psychiater erzählt, dass ich mich vor einer Woche zum ersten Mal seit vielen Wochen wieder besser gefühlt habe und dass ich mich frage, ob ich nächste Woche mit dem Hamburger Modell beginnen kann.
Er hat mich gefragt, wie ich dieses Gefühl des Wohlbefindens aufgrund meiner Erfahrungen bewerte. Ich habe ihm geantwortet, dass diese Erfahrung der Trauer um meinen verstorbenen Vater und die dauernde Erschöpfung etwas Neues für mich war und ich deshalb nicht wüsste, wie ich meinen Gesundheitszustand im Moment einschätzen sollte. Ich hatte ja keine Psychose, zumindest war ich nicht wahnhaft.
Er hat mir davon abgeraten, das Hamburger Modell zu benutzen, um zu testen, ob es mir gut geht. Das Hamburger Modell hat keine therapeutische Funktion, und nach der vierwöchigen Eingliederungszeit müssen sich Arbeitgeber und Mitarbeitende darauf verlassen können, dass ich wieder arbeiten kann. Schließlich hätte ich auch eine Vorbildfunktion.
Der Aspekt der Verlässlichkeit hat mich sofort überzeugt, denn nach bzw. bei meinem ersten Rückfall 2018 hatte ich innerhalb von 6 Monaten 4 Mal Wiedereingliederungsmaßnahmen vereinbart, weil ich unbedingt schnell wieder arbeiten wollte, und erst nach dem 4. Versuch konnte ich wieder dauerhaft in Vollzeit arbeiten. Das war sicher für niemanden gut, und wie mein Psychiater auch gesagt hat, war es auch für mich nicht gut…
Ich habe ihn dann gefragt, ob ich in die Tagesklinik gehen kann. Daraufhin hat er mir gesagt, dass ich dorthin gehen kann, wenn es einen Behandlungsbedarf gibt. Ohne akute Psychose ist die Situation anders, also kann ich nicht einfach hingehen. Mein Psychiater hat mir dann gesagt, dass es in der Altstadt eine Tagesstätte für Menschen mit psychischen Erkrankungen gibt, die nicht mehr arbeiten können. Er hat gemeint, es sei fraglich, ob mir die Tagesstätte helfen würde, weil ich dort auch das Leid dieser Menschen miterleben würde.
Stattdessen hat er mir vorgeschlagen, dass ich mich z.B. 2 Stunden am Tag in die Institutsbibliothek setze und mir eine intellektuell ansprechende Aufgabe gebe, ein bestimmtes Thema zu recherchieren o.ä.. Und wenn mir das leicht fällt, die Anzahl der Stunden auf 3 zu erhöhen. Das wäre dann eine Art Vor-Wiedereingliederung, und wenn sich bestätigt, dass es mir besser geht, dann kann jederzeit das Hamburger Modell vereinbart werden.
Es hat mich erst betroffen gemacht, dass ich noch nicht so fit bin, wie ich es gerne wäre. Als er mir gesagt hat, dass er mich jetzt länger begleitet hat und mich als taffe Frau kennengelernt hat, die sich für nichts zu schade ist und die Dinge anpackt, sind mir die Tränen gekommen. Ich glaube, ich war gerührt, weil ich noch nie solche Worte der Wertschätzung von der Leitung des Instituts und der Gesellschaft gehört hatte und stattdessen mich seit Jahren getreten gefühlt habe.
Die Vor-Wiedereingliederung halte ich für eine sehr gute Idee! Ich will bis Montag eine E-Mail an meinen Vorgesetzten schreiben und fragen, ob ich die Institutsbibliothek dafür nutzen kann. Wahrscheinlich muss ich dann auch die Geschäftsleitung informieren, was mir etwas Sorge bereitet.
Später am Tag findet der Junghundekurs statt. Das Thema für heute ist „Leinenführigkeit“. Chanchan läuft inzwischen gut mit, meistens ohne an der Leine zu ziehen. Aber es gibt sicher noch viele Bereiche, in denen wir uns deutlich verbessern können. Ich bin gespannt. Zum Glück ist das Wetter heute sonnig und freundlich
02/02/2024 um 23:44 Uhr #330389
Anonym
Ich weiß nicht, ob es gut ist, in der Institutsbibliothek zu arbeiten, während du krank geschrieben bist, liebe @Mowa!
Wenn dich jemand von den Kollegen erkennt, führt es vielleicht zu Missgunst… Klar bist du nicht bettlägerig krank, aber ich würde mich dort nicht blicken lassen…
Dass eine Tagesstätte etwas für dich wäre, sehe ich momentan auch nicht. Die Leute, die da hingehen sind schon extrem krank. Damit kann nicht jeder umgehen.
03/02/2024 um 1:03 Uhr #330397Wenn dich jemand von den Kollegen erkennt, führt es vielleicht zu Missgunst… Klar bist du nicht bettlägerig krank, aber ich würde mich dort nicht blicken lassen…
Das kann passieren Molly. Ich würde es trotzdem probieren.
Für Missgunst, dafür dass ich arbeitsunfähig erkrankt bin, habe ich kein Verständnis. Es gibt sicher überall missgünstige Menschen, aber ich will mich nicht vor ihnen verstecken. Ich habe das Recht, Maßnahmen zu ergreifen, damit ich möglichst bald wieder fit werde.
Dann ist es auch so, dass ich ganz sicher von dem einen oder anderen Kollegen immer wieder gesichtet werde, wenn ich mit Chanchan unterwegs bin. Das Institut liegt nur 5 Fußminuten entfernt, ebenso wie die Neckarwiese.
Außerdem ist die Verwaltung letztes Jahr in den gleichen Gebäudekomplex gezogen, in dem wir wohnen. Ich bin sicher, dass ich oft beobachtet werde, wenn ich die Wohnung verlasse oder nach Hause komme. Wahrscheinlich kann ich es nicht verhindern, dass mir nicht nur Empathie entgegengebracht wird.
Ich habe auch gehört, dass es im Institut Leute gibt, die sich darüber ärgern, dass Menschen mit einem Schwerbehindertenausweis 5 Tage mehr Urlaub haben. Diese Leute können wahrscheinlich nicht verstehen, was es bedeutet, gesundheitlich erheblich beeinträchtigt zu sein.
03/02/2024 um 4:46 Uhr #330404Guten Morgen @Mowa,
leider konnte ich bis jetzt nicht antworten, weil ich mich ebenso müde fühle wie Chanchan auf dem Bild.
Ich bin am Absetzen von Methylphenidat und das ist auch ein Medikament, dass unter anderem bei Narkolepsie eingesetzt wird.
…bis gleich :) muss mich aufrappeln und die Zeitung austeilen.
lieben Gruß
j.
03/02/2024 um 7:09 Uhr #330405Guten Morgen @kadaj. Alles klar, danke für die Rückmeldung
Dass Du seit Jahren die Zeitung ausstellst, finde ich bemerkenswert. Am frühen Morgen und bei jedem Wetter aufstehen und die Runde drehen, das ist bestimmt nicht immer leicht.
03/02/2024 um 8:24 Uhr #330409Danke Dir
Anfangs teilte meine Mutter die Zeitungen aus und hatte damit ein „eigenverantwortliches“ Taschengeld.
Meine Familie würde unter jetzigen Bedingungen als „altmodisch“ oder „Patriarchal“ bezeichnet.
Und schon als Jugendlicher, nun Ja, fand ich viele „Sachen“ überholt oder unterstützte meine Mutter dabei:
Für sich was zu machen… Seit Beginn meines Studiums 2006 war ich dann auch sofort überzeugt von den „Gender Studies“, die, wie Du „Begegnungen“ auf Augenhöhe sich wünschen.
Wie schwer Es aber IST, in einer Welt zu bestehen, die „***“;
Und eben auch unsägliches Leid verursacht, dass der Grund (Dostojewski) allen Bewusstseyns sei.
Für mich war die Zeitung anfangs auch ein Taschengeld: Jetzt ist es eine „Pflichtübung und Spaß zugleich“, so wie ich die Werkstatt, WfbM, versuche zu verstehen. Trotzdem geht mir manchesmal „All-Es“ dermaßen auf den Keks, dass … ich auch in der Werkstatt blau machen kann ;)
Oder wenn ich mein Depot bekomme oder wie diese Woche mit den Medikamenten hin und her probiere:
Ist auf meine Mutter 1000 % Verlass, dass sie das für mich regelt und die Zeitungen verteilt.
Und so weiter und sofort.
Ja. Bemerkenswert finde ich, die Wandlung, die Du seit unserer ersten gemeinsamen „Begegnung“, wo Dein Mann und Du Euch kennenlerntet… vollzogen hast.
Ich kenne wenige Leute aus zwanzig Jahren mit der Diagnose „Skizofrenia“, die über das Abi bis Studium bis Job… sich treu blieben und ja, „überlebt“ haben, weil:
Es sollte klar sein, dass Schizophrenie kein „Zipperlein“ ist, aber trotzdem: wie Du @Mowa einen Weg gefunden hast, Deine Begabungen und „Ziele“ in-der-Welt zu verwirklichen.
Ich hoffe, dass Du bald wieder wohl auf bist und Ihr „Drei“ den Frühlingen mit Ausfahrt ans Meer genießen könnt.
Und ja, welche „Bedeutung“ der Tod Deines Vaters in Deinem, in Eurem Leben annimmt, dass wird sich zeigen und dazu wünsche ich alles Liebe.
Es muss ja nicht so radikal werden wie bei mir ;)
Alles Liebe, alles Gutes
j.
03/02/2024 um 8:25 Uhr #330410Aber es heißt ja ein krank geschriebener Mensch, darf alles machen, was seine Gesundung nicht verhindert respektive ihr sogar tut gut.
Man braucht nur schon auch einen dicken Panzer, um mit dem Getuschel klarzukommen und nicht wieder am Rad zu drehen.
04/02/2024 um 3:03 Uhr #330468Wie schwer Es aber IST, in einer Welt zu bestehen, die „***“;
Ja, mir fällt es auch schwer! Ich frage mich, wie wir nicht krank werden können, wenn wir nicht wegschauen wollen und doch wegschauen müssen, weil es einfach unerträglich ist.
Hätte ich kein Vertrauen zu meinen Mitmenschen, sähe meine Welt wohl düster aus.
Wie gut, dass Du eine gute Beziehung zu Deiner Mutter hast. Den Tod Deines Vaters und Deiner Oma zu verkraften, muss auch viel Kraft kosten.
„Pflichtübung und Spaß zugleich“ klingt toll. Ich wünschte, ich könnte meinen Job genauso betrachten. Vielleicht klappt es ja doch noch.
Ich hoffe, dass Du bald wieder wohl auf bist und Ihr „Drei“ den Frühlingen mit Ausfahrt ans Meer genießen könnt.
Danke @kadaj, ich habe mich sehr über Deine anerkennenden freundlichen Worte gefreut!
Mein Mann, Chanchan und ich, wir sind ein gutes Team, auf das ich nicht mehr verzichten werde, solange wir leben. Ja, wenn ich zurückblicke, haben wir wirklich einen weiten Weg schon zurückgelegt.
Genau @Pink-Floyd, danke, so sehe ich es auch.
Am Freitag war ich nach dem Junghundekurs so k.o. und war wirklich müde, und irgendwie war ich zu müde um gut zu schlafen. Nach dem 3. Mal Einschlafen hat mich kurz vor 7 Uhr Chanchan geweckt, und leider war ich etwas verwirrt und habe mein Aripiprazol vergessen, was mir erst am Nachmittag eingefallen war, weil ich reizempfindlich und emotional war. Ich habe es dann noch genommen, weil mich mein Zustand angestrengt hat.
Auch am Samstag war bei uns viel los. Chanchan hatte seit Freitag eitrigen Ausfluss aus den Augen. Sie neigte ohnehin zu tränen, meistens war das rechte Auge betroffen, und ich hatte mich gefragt, ob das am Staub in der Wohnung liegen könnte. Einen Tag später verschlimmerte sich der Eiter, so dass ich gleich in die Tierarztpraxis gefahren bin. Wir haben dann ein antibiotisches Augentropfen bekommen, und Chanchan scheint es jetzt viel besser zu gehen.
Die Diagnose lautete „Bindehautentzündung“ und die Tierärztin hat vermutet, dass sie sich draußen die Augen verletzt hat. Außerdem konnte ich abklären, dass Chanchans Krallen nicht zu lang sind, der Zahnwechsel abgeschlossen ist und sie ein gesundes Scherengebiss hat, usw.
Weil Chanchan vorgestern beim Kotabsatz „Schlitten gefahren“ ist, habe ich die Tierärztin gefragt, ob sie ihre Analbeutel entleeren kann. Sie hat gesagt, dass dies für Chanchan als Jungehündin kaum ein Problem darstellen würde, und hat es trotzdem gemacht.
Ich habe dann auch gelesen, dass die Analbeutel nur entleert werden sollten, wenn sie verstopft oder entzündet sind, und dass sie sich von selbst entleeren würden. Ich werde das im Auge behalten und vielleicht unsere Züchter fragen, ob dies ein bekanntes Problem bei ihren Hunden ist.
Beim Morgenspaziergang habe ich von anderen Hundehalterinnen erfahren, dass die Neckarwiese zwischen 6 und 9 Uhr für Hunde geöffnet ist und dass dies von einem Anwalt erkämpft wurde. Das finde ich großartig! Dann kann ich mit Chanchan ohne schlechtes Gewissen auf der Neckarwiese herumtollen.
Auf dem Foto sehe ich nicht mehr frisch aus, aber mein Mann hat ein Foto von uns beim nächtlichen Zähneputzen gemacht:

Chanchan macht alles super mit, finde ich. Wir lieben unsere Hündin
04/02/2024 um 11:44 Uhr #330483Guten Morgen liebe @Mowa,
finde ich toll, dass ihr mit Carsharing demnächst an Seen und ans Meer fahren wollt. Das wird sicher schön. Bin jetzt schon gespannt, ob Chanchan gern schwimmen wird.
Aber auch wenn nicht, Wasser und Strand erleben ist immer toll, finde ich, auch für Hunde.Das ihr Chanchan nicht mehr missen wollt, glaube ich gern. Das geht so schnell, dass so ein Tier echtes geliebtes Familienmitglied wird, meiner Erfahrung nach, sooo schön.
Wenn ich schon die Fotos und Videos mit Chanchan sehe, möchte ich sie immer gleich gern knuddeln.
Danke für die wieder schönen Fotos und das Video. Die Großaufnahmen von Chanchan finde ich auch ganz toll. So eine Süße.
Super, dass ihr regelmäßig die Hundetrainings macht und sie schon so gut an der Leine läuft. Sicher anstrengend alles, aber das lohnt sich und macht ja auch Spaß.
Ich hab vor ein paar Jahren mal einen damals zweijährigen Dackel aufgepasst. Da waren seine Besitzer kurz hintereinander verstorben, der Sohn wohnte weit weg und war dauernd unterwegs, so dass er sich da nicht um die Tiere, es waren noch drei Katzen dort, kümmern konnte.
Das Ding war, dass die ehemaligen Besitzer der Tiere vorher beide lange schwer krank waren, als sie den Welpen anschafften. Die Frau dement, der Mann bettlägerig und auf den Rollstuhl angewiesen. Ich habe keine Ahnung, wie man sich so noch einen Hund anschaffen kann und dann noch einen Welpen.
Der Dackel war eine echte Katastrophe, was ich nicht böse meine. Er konnte ja nichts dafür. Der kannte leider garnichts. Er war nicht stubenrein, konnte 0 Grundkommandos und zog ununterbrochen wie wild an der Leine und zerstörte Türen etc. und wollte dauernd auf die Straße laufen und hinter Autos herjagen. Er war viel zu dünn und schlang unfassbar schnell sein Futter.
Der tat mir so leid. Er ist ein ganz lieber Kerl. Der Sohn, ein Freund meiner Freundin, erbte das Haus und die Tiere. Meine Freundin und ich haben dann damals wochenweise im Wechsel dort die Tiere versorgt und auch mal gemeinsam eine Woche.
Ich bin dann dreimal täglich eine große Runde von je einer Stunde mit ihm rausgegangen und zwischendurch kleine Runden. Spazierengehen kannte er leider garnicht. Er hat sich über jeden Spaziergang sehr gefreut und ließ sich so gern knuddeln und kuschelte so gern mit mir auf dem Sofa, auch spielen musste er erst lernen.
Dann fragte mich der Bekannte damals, ob ich den Hund nicht ein paar Wochen, bis er sich um ihn kümmern könnte, mit zu mir nehmen könnte, da er für die Versorgung der Katzen jemanden vor Ort gefunden hätte. Das Haus dort ist gut 200 km von mir entfernt.
Das hätte ich gern getan, aber der Hund, ein Rüde, pieselte da im Haus grundsätzlich alles an, sämtliche Möbel, auch Sofas und wie geschrieben zerstörte er eben auch Türen….. Es stank fürchterlich dort und am liebsten wäre ich da direkt beim ersten Mal deswegen wieder abgehauen.
Zum Glück war das Wetter so gut, dass man immer die Terrassentüren und Fenster alle geöffnet halten konnte und natürlich machte ich ständig alles sauber, alles kostenlos.
Mit nach Hause genommen habe ich den Hund deshalb nicht. Das ging einfach nicht.
Ich hab damals auch schon etwas mit ihm trainiert und es klappte schon immer öfter, dass er draußen machte. Mit Geduld, Liebe, Loben, Leckerchen. ;)
Danach ist der Besitzer aber umgezogen etc. und der Hund lebt bei ihm und hat es gut. Er geht regelmäßig mit ihm raus und stubenrein ist er auch schon lange und mittlerweile ein Mobbelchen.
Sie waren auch schon öfter bei mir zu Besuch und der Hund freut sich immer riesig, wenn er mich sieht. Ich hab immer ein paar Leckerchen für ihn hier.
Für die Katzen hat der Besitzer damals ein gutes neues Zuhause mit Haus und Garten gefunden, da er selbst eine Wohnung ohne Garten und Balkon hat.
Ich fand es damals trotz dem Gemüffel, obwohl ich immer Hygienespray da nutzte, schön mal die Wochen wieder mit Tieren zusammen zu leben. Auch die Katzen waren lieb und zutraulich und ließen sich gern knuddeln.
Ja, das wieder fit werden, auch für den Job, kein so leichtes Unterfangen und eben ganz individuell. Ich kenne das ja zur Genüge mit der Erschöpfung und wünschte, ich hätte ein Patententrezept, liebe Mowa, wie man die überwinden kann.
Leider glauben einem meiner Erfahrung nach viele Menschen noch nichtmal, dass man solche Erschöpfung erlebt und dass man trotz ausreichendem Schlaf und Erhohlungspausen einfach nicht fit oder gar arbeitsfähig ist. Das wird leider oft nicht ernstgenommen, obwohl das wirklich sehr belastend für einen selbst ist.
Es könnte evtl. auch eine Nebenwirkung des Aripiprazols sein, auch wenn du es nur in geringer Dosierung und schon ziemlich lange so niedrig dosiert nimmst. Könnte, muss nicht sein.
Es gibt ja bei dir auch einige andere Faktoren, die solch erhebliche Erschöpfung bedingen können. Vielleicht alles zusammen.
Ja, auch wenn man viel leistet, bekommt man kaum mal ein Lob, leider, es wird bei viel Leistung einfach alles als gegeben akzeptiert und wenn man man nicht mehr kann, dann kommen leider oft fiese Bemerkungen und keine oder wenig Akzeptanz oder Toleranz.
Freut mich für dich, dass dein Psychiater dich so gelobt hat. 👍
Wenn du das für dich gut findest, in die Institusbibliothek zu gehen, um zu sehen, was du so an Stunden leisten könntest, finde ich das eine sehr gute Idee.
Tagesklinik fände ich nicht so toll für dich, vermutlich hättest du da eher Probleme, bei deinem Milligramm Aripiprazol zu bleiben, weil in den Tageskliniken meines Wissens nach eben auch vieles über Medikamente und durchaus hohen Dosierungen zu „regeln“ versucht wird.
Mach dir bitte nicht soviel Druck, direkt wieder Vollzeit arbeiten zu müssen. Ich kenne das selbst. Genützt hat mir mein eigener Druck und der Druck meines Umfeldes leider nichts.
Tu dir bitte Gutes, liebe Mowa. Es freut mich auch für dich, dass ihr „Drei“ so ein gutes Team seid und euch gut versteht. Das ist sehr wertvoll.
Ich wünsche dir einen schönen Sonntag und weiterhin gute Genesung, auch für Chanchan gute Besserung mit der Bindehautentzündung. Gut, dass du ihr gleich eine Creme dagegen bei der Tierärztin besorgt hast. Erfahrungsgemäß heilt die Bindehautentzündung mit Antibiotikasalbe in ein paar Tagen aus.
Liebe Grüße Pia
04/02/2024 um 12:08 Uhr #330487Danke liebe Pia, ich werde später auf Deine aufmerksame Rückmeldung reagieren
Zuerst wollte ich meine Wahninhalte hierher kopieren, als Dokumentation für den Blog:
Meine Wahninhalte seit August 2010
2010: Ersterkrankung, paranoide Schizophrenie, mit einem Wahn, die Welt zu retten
Inhalt:
Abseits der Öffentlichkeit, nach Art eines Geheimbundes, haben sich Wissenschaftler mit übernatürlichen Fähigkeiten verschworen und längst die Weltherrschaft übernommen. Sie entführten meinen damaligen Freund in Kalifornien und nahmen ihn als Geisel. Ich musste mich entscheiden, wurde ständig überwacht und verfolgt. Als eine Auserwählte sollte ich ihre Befehle ausführen. Ich sollte für meine Fehler bestraft werden. Schließlich sollte die Verfolgung mit meiner Ermordung enden.2018: Erster Rückfall, schizoaffektive Störung mit manischen Tendenzen, mit einem Wahn, die Welt zu retten
Inhalt:
Mein Mann hat übernatürliche Fähigkeiten und leitet das Verschwörungsnetzwerk der Übermenschen. Ich erinnere mich an die verdrängte Erfahrung des Missbrauchs in der Kindheit durch die Täter in der Familie, sowohl mein Mann als auch ich sind Opfer. Wir kämpfen gegen die Täter. Ich wurde ständig überwacht, verfolgt und sollte ihre Befehle ausführen. Ich sollte für meine Fehler bestraft werden.2019: Zweiter Rückfall, schizoaffektive Störung mit manischen Tendenzen, mit einem Eifersuchtswahn
Inhalt:
Mein Mann hat eine Affäre mit einer Kollegin, über die ich mich früher oft geärgert habe, und sie ist heimlich von ihm schwanger. Die Familie meines Mannes sind die Bösen, die sein Leben manipuliert und zerstört haben und jetzt auch meines manipulieren und zerstören.Nach dem zweiten Rückfall hatte ich immer noch residuale Wahnvorstellungen, die ich seit meiner Ersterkrankung immer wieder hatte und die ich inzwischen mit meinen kognitiven Übungen und dem redundanten mentalen Filter praktisch vollständig abbauen konnte:
1. Vögel geben mir Befehle/Zeichen
2. Martinshörner signalisieren mir, dass ich falsch oder schlecht denke und ins Krankenhaus eingeliefert werden muss.04/02/2024 um 13:19 Uhr #330495Hallo liebe @Mowa,
mach dir bitte keinen Stress mit antworten. Das muss eh nicht sein und wenn auch nicht heute oder so.
Ich z.B. bekomme nie Benachrichtigungen, wenn ich mit @ angeschrieben werde, darum können mir schon manchmal unbeabsichtigt Posts entgehen, obwohl ich normalerweise schon antworte, wenn ich angeschrieben werde.
Manchmal bin ich auch einfach zu erschöpft oder auch zu müde, um noch zu antworten oder überhaupt im Forum zu lesen, hole das dann aber möglichst nach.
Hab da keinen Stress bitte, dass du denkst, mir antworten zu „müssen“.
Danke für das Teilen deiner Wahninhalte. Schon heftig, was man so erleben kann. Für dich in den Phasen sicher der absolute Horror.
Auch schlimm, das du auch dein Umfeld mit einbezogen hast und ausgerechnet auch dein Mann öfter als „Bösewicht“ herhalten musste. Das war sicher alles andere als einfach für euch beide.
Gut, dass dein Mann selbst ein Erfahrungsexperte ist, da konnte er vielleicht etwas besser damit umgehen, als unerfahrene Menschen.
Ich denke, jede und jeder von uns hier im Forum könnte theoretisch durch psychotische Erfahrungen Horrorbücher oder Science Fiktion schreiben.
Ja, das mit den Martinshörnern kenne ich auch. Vorher fand ich die auch einfach nur nervig, aber seit ich mal mit nem Krankenwagen eingeliefert worden bin, hatte ich jahrelang immer wieder Ängste, wenn ich hier ein Martinshorn gehört habe und das passiert hier häufig.
Inzwischen macht mir das eigentlich schon ein paar Jahre nichts mehr, selten mal noch so ne Sekunde oder zwei. Ich habe mich dann auch immer gedanklich beruhigt und etliche Male tief durchgeatmet.
Mach dir nen möglichst schönen Sonntag, liebe Mowa.
05/02/2024 um 7:00 Uhr #330591Danke @Pia, für Dein Verständnis
So, jetzt konnte ich mich doch zusammennehmen und die E-Mail an meinen Vorgesetzten verfassen und abschicken:
Hallo ***,
leider wurde ich bald nach unserem Mitarbeitergespräch Ende November arbeitsunfähig und bin seither krankgeschrieben.
Ich habe keine Psychose, aber eine erhöhte Stressanfälligkeit, die mich durch den Alltagsstress, insbesondere als Betriebsratsvorsitzende, verbunden mit der Trauer um meinen verstorbenen Vater, in einen dauerhaften Zustand der Erschöpfung und Überforderung versetzt hat.
Vor zehn Tagen habe ich mich zum ersten Mal seit vielen Wochen wieder besser gefühlt.
Mein Psychiater hat mir geraten, nicht gleich mit der Wiedereingliederung nach dem Hamburger Modell zu beginnen (da dies keine therapeutische Funktion hat, Verlässlichkeit sehr wichtig ist und ich auch eine gewisse Vorbildfunktion habe), sondern eine Art Vor-Wiedereingliederung für mich zu machen.
Deshalb wollte ich Dich bitten, dass ich die Institutsbibliothek für die nächsten zwei Wochen zwischen 8 und 11 Uhr nutzen kann, um dort Literaturrecherche zu betreiben und meine Arbeitsfähigkeit zu erproben.
Ich werde Prof. *** und Herrn *** auch fragen, ob das in Ordnung ist.
Herzlichen Dank!
Viele Grüße,
Mowa05/02/2024 um 11:17 Uhr #330608
Anonym
Liebe Mowa,
ich finde die Offenheit Deiner Mail sehr gut. Ich war bei der Zeitung auch offen mit meiner Erkrankung. Der Chefredakteur hatte mal eine Freundin, die an Schizophrenie erkrankt war und hatte es schon vorher gemerkt, die stellvertretende Chefin hatte selbst eine psychische Erkrankung, die sie lange aus dem Job brachte, sie hatte eine Depression und war somit sensibilisiert und offen, und natürlich auch durch die Arbeit.
Ich freue mich für Dich, dass Du anerkennende Worte für Deine Arbeit bekommen hast.
Ich finde Dein Treiben in die verschiedenen Richtungen, Deine vielfältigen Interessensgebiete und Gebiete des Tätigwerdens, auch groszartig und, edit, vor Allem auch, wie Du es machst. Du bist wirklich ein Vorbild! Doch achte auf Dich, das ist immer nötig auch.
Toll, dass euch Chanchan ans Herz gewachsen ist. Ich finde, sie strahlt sehr viel Charakter aus.
Liebe Grüsze, m
05/02/2024 um 11:23 Uhr #330609Danke liebe manon, das baut mich auf
Inzwischen habe ich das OK von meinem Chef und von der Geschäftsführung eingeholt und meine Kolleginnen und Kollegen informiert.
Ich hoffe, dass ich morgen mit der Vor-Wiedereingliederung beginnen kann.
Wenn ich um 8 Uhr schon in der Institutsbibliothek sitzen wollte, müsste ich mit Chanchan um 6 Uhr schon raus… Mal gucken, vielleicht fange ich doch erst um 9 Uhr an und nicht schon um 8 Uhr
05/02/2024 um 11:26 Uhr #330610
Anonym
Liebe mowa, ich drücke Dir die Daumen das es möglich ist deinen aktuellen Bedürfnissen nachzugehen im Einverständnis mit der institut Leitung.
Dir einen guten Wochenbeginn.
Schön das ihr nun offiziell die Wiese nützen könnt.
LG, blaustern
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