Notizen von Mowa – Teil 3

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  • #284907
    Isa

      Guten Morgen liebe @Mowa das klingt alles sehr gut. Auch toll mit dem Chorauftritt bei der Buga Mannheim. Ich singe ja auch seit einem halben Jahr, das macht richtig Spaß.

      Die Japanreise wird bestimmt wundervoll.

      Ich wünsche dir einen wunderbaren Tag und alles Gute für deine Vorhaben.

      #285068

      Vielen Dank liebe @Molly und liebe @Isa :-)

      Gestern Morgen beim Aufbau des Seminarraumes hatte ich für eine gute Stunde sehr viel Stress aber zum Glück war der Rest des Tages ruhig und angenehm. Das Seminar zum Konfliktmanagement macht mir auch viel Spaß.

      Heute freue ich mich auf Tag 2 des Seminars und auf die Chorprobe am Abend B-)

      #285095

      Das Seminar zum Konfliktmanagement macht mir auch viel Spaß.

      Konfliktmanagement hört sich interessant an. Das kann man sowohl privat, als auch beruflich sicher gut gebrauchen :gut:


      @mowa
      In welchem Rahmen findet das Seminar statt?

      #287843

      Guten Morgen zusammen,
      hallo Dopplereffekt,

      in unserem Institut gibt es eine sogenannte Betriebsvereinbarung zum sozialen Umgang und partnerschaftlichen Verhalten, die die Möglichkeit der Ausbildung zum/zur Konfliktberater:in regelt.

      Die Teilnehmenden sind aus unserem Institut, Betriebsrät:innen, Schwerbehindertenvertretung, Gleichstellungsbeauftragte, Beauftragte zum Betrieblichen Eingliederungsmanagement (BEM), u. a.

      Die Ausbildung besteht aus 4 Modulen à 3 ganze Tage und jährlichem, MPG-weitem Workshop für Konfliktberater:innen.

      Das kann man sowohl privat, als auch beruflich sicher gut

      Auf jeden Fall :gut:

      Heute ist Tag 3 und der letzte Tag des Inhouse-Seminars. Dann geht das intensive Seminar zu Ende.

      Kurzfristig wurde ich von einer Kollegin eingeladen, bei einem parallel stattfindenden Vortrag über Schizophrenie und „First-Episode-Psychosis“ über meine Erfahrungen als Betroffene zu sprechen. Ich weiß noch nicht genau, was und wie ich erzählen werde. Ich hoffe, dass die jungen Studierenden meinen Bericht interessant finden und dass es viele interessierte Fragen geben wird. Wir haben nicht viel Zeit dafür, 10 Minuten Bericht plus 5 Minuten Fragen.

      Dann habe ich am Abend noch meinen Gesangsunterricht. Darauf freue ich mich schon sehr, nicht nur weil ich gerne singe, sondern weil meine Lehrerin sehr angenehm ist.

      Wünsche allen einen guten Mittwoch :ciao:

      LG,
      Mowa

      #288222

      Gestern war wieder ein sehr schwieriger Betriebsratstag, der mich an meine persönlichen Grenzen gebracht hat. Ich frage mich, ob ich meine Rolle als Betriebsrätin und als Betriebsratsvorsitzende weiterführen kann und will.

      Heute war ich schon beim Aufwachen mit den Problemen beschäftigt und habe mich seither immer wieder dabei ertappt, dass ich mich wieder mit den Problemen beschäftige. Für mich ist das ein klares Zeichen, dass ich mich dringend von der Thematik distanzieren muss.

      Über das lange Wochenende will ich mir Zeit für mich nehmen und auch viel Zeit mit meinem Mann verbringen!

      #288646

      Über das lange Wochenende will ich mir Zeit für mich nehmen und auch viel Zeit mit meinem Mann verbringen!

      Kaum habe ich das geschrieben, kam es zu einem furchtbaren Streit zu Hause.

      Wir haben uns inzwischen vertragen, aber vorgestern und gestern hatte ich ein für mich nicht normales Schlafbedürfnis und bin kaum mehr aus dem Bett gekommen.

      Ich bin erstaunlich stabil, was psychotische Frühsyptome betrifft (ich nehme gar keine wahr) aber diese Konflikte, sowohl bei der Arbeit als auch zu Hause, haben mich innerhalb der wenigen Tage deutlich zugesetzt.

      Wenn es mir bis morgen nicht gut geht, dann werde ich die gesamte Woche Urlaub nehmen oder mich krankschreiben lassen. Zumindest könnte ich halbtags arbeiten und meine Überstunden abbauen. Ich fühle mich wie betäubt und brauche dringend Abstand und Ruhe.

      Das Problem ist, dass ich zu viel arbeite. Ich glaube, dass ich solche Krisensituationen vorbeugen kann, wenn ich stundenmäßig weniger arbeite, Prioritäten anders setze, Aufgaben und Verantwortung mehr verteile, bewusst und genug Zeit für mich alleine nehme.

      Worauf ich mich immer noch freue ist die Generalprobe morgen Abend mit unserem Chor und der Chorauftrifft am Freitagnachmittag. Das gibt mir Auftrieb und Halt.

      #288649

      Sorg gut für Dich liebe @Mowa. Das klingt wirklich etwas viel bei Dir in letzter Zeit und zumindest bei mir wirkt so ein Streit immer auch nach auch wenn oberflächlich erstmal alles wieder okay scheint.

      10 Minuten für einen Vortrag zu Deiner Lebensgeschichte finde ich auch sehr, sehr wenig und schwierig das so kompakt darzustellen? Und 5 Minuten für Fragen ist auch nicht gerade üppig. Eigentlich sollte man mehr Zeit für sowas wichtiges einplanen, finde ich.

      Liebe Grüße und einen schönen ersten Mai!

      escargot

      #288658

      Kaum habe ich das geschrieben, kam es zu einem furchtbaren Streit zu Hause.

      „Furchtbar“ hört sich wirklich schlimm an. Ich hoffe, du erholst dich rasch davon.

      Dopplereffekt wrote: Das kann man sowohl privat, als auch beruflich sicher gut Auf jeden Fall :gut:

      Konntest du denn von dem Konfliktmanagement profitieren? Beschäftigt sich dein Mann auch mit dem Thema Konfliktmanagement, -lösung allgemein?

      #288838
      Pia

        Guten Abend @liebe @Mowa,

        was Escargot dir schreibt, denke ich auch, Mowa.

        Bitte pass gut auf dich auf.

        Hoffentlich klappt es mit deiner Chorprobe und dem Auftritt.

        Ich wünsche dir gute Besserung und gute Erholung.

        Liebe Grüße Pia :rose:

        #288857

        Hallo escargot, hallo Pia,

        es tut mir leid, dass Ihr Euch solche Sorgen macht. Mir geht es schon viel besser.

        In meinem Blog poste ich von Anfang an, immerhin seit 2018, von ähnlichen Situationen aus meinem Alltag. Je nachdem, wer gerade mitliest, gibt es solche oder andere Rückmeldungen. Ich weiß nicht, inwieweit Ihr das schon zur Kenntnis genommen habt.

        Selbst kommt es mir nicht so vor, dass es „etwas viel bei mir in letzter Zeit“ war, denn bei mir ist immer viel los, nach wie vor. Was mir bewusst ist und was ich selbst ändern möchte, ist die Aufteilung meiner Lebenszeit, dass ich weniger arbeite und mir mehr Zeit für mich und meinen Mann nehme.

        Dieses Thema ist mir auch sehr wichtig und nimmt in meinem Blog, nach meinem subjektiven Empfinden, viel Platz ein.

        Kurzfristig wurde ich von einer Kollegin eingeladen, bei einem parallel stattfindenden Vortrag über Schizophrenie und „First-Episode-Psychosis“ über meine Erfahrungen als Betroffene zu sprechen.

        Vielleicht habe ich mich oben nicht klar genug ausgedrückt, aber es war kein „10 Minuten Vortrag plus 5 Minuten Fragen“ von mir. Der Vortrag meiner Kollegin – eine Vorlesung, wie ich dann erfahren habe – die 45 oder 90(?) Minuten gedauert hat, war ohne meinen Erfahrungsbericht konzipiert.

        Sie hat mich am Vortag spontan gefragt, ob ich vor den Studierenden (d.h. via ZOOM) von meinen Erfahrungen als Psychoseerfahrene berichten kann. Es gab auch einige interessierte Fragen, und insgesamt war das spontane Format in Ordnung, so war mein Eindruck zumindest.

        10 Minuten für einen Vortrag zu Deiner Lebensgeschichte finde ich auch sehr, sehr wenig und schwierig das so kompakt darzustellen?

        Ganz abgesehen davon könnte ich meinen Erfahrungsbericht auch in einen 10-minütigen Vortrag packen. Ich weiß nicht, wie viele Vorträge Du escargot schon gehalten hast. Es kommt ja darauf an, was mit dem Erfahrungsbericht erreicht werden will und nicht, dass ein kurzer Erfahrungsbericht von vorherein ungeeignet wäre.

        Bei meinem Vortrag zu meinen Psychoseerfahrungen, den ich in meiner Abteilung im Februar 2020 gehalten hatte, war 20 Minuten lang, mit 10 Minuten Fragerunde:
        https://schizophrenie-online.com/forums/Thema/notizen-von-mowa/page/99/#post-83307

        Damals fand ich das auch in Ordnung. Auch dort gab es interessierte Fragen, die ich gerne beantwortet habe. Die Zeit war nicht zu kurz. Ich bewerte es als großen Erfolg, dass ein solcher Vortrag überhaupt gehalten werden konnte.

        LG,
        Mowa

        #288862
        Isa

          Guten Morgen liebe @Mowa

          Ich grüße dich herzlich aus München und wünsche dir eine gute Restwoche.

          So furchtbare Streits mit dem Partner kenne ich auch, allerdings sind die jetzt kaum noch seit mein Mann ein Pflegefall ist. Aber wenn wir gestritten haben, dann hat mich das sehr mitgenommen. Ich glaube, Streit gibt es wohl in jeder Partnerschaft, es kommt nur darauf an, sich wieder zu versöhnen. :ciao:

          #288863

          Konntest du denn von dem Konfliktmanagement profitieren?

          Auf jeden Fall @Dopplereffekt. Ich konnte die akute Konfliktsituation besser einordnen und auch die früheren Konfliktsituationen besser verstehen.

          Es hilft sehr, wenn ich versuche, mir bewusst zu machen, welche Werte und Bedürfnisse unausgesprochen und tief verborgen sind, sowohl bei mir als auch bei meinem Mann, die dann in einer konkreten Situation als Konflikt zutage treten.

          Da wir die Bedürfnisse teilen, mehr Zeit miteinander zu verbringen, und da wir in diesem Punkt einen Konsens haben, war es auch leicht mich versöhnlich zu zeigen. Aber bis es bei mir soweit war, ist einiges kaputtgegangen, ohne dass ich hier ins Detail gehen werde.

          Beschäftigt sich dein Mann auch mit dem Thema Konfliktmanagement, -lösung allgemein?

          Das habe ich ihn so noch nicht gefragt, nicht in den letzten Jahren. Ich denke, wie jeder Mensch macht mein Mann sich auch Gedanken. Am Anfang unserer Beziehung habe ich die Fehler meistens bei meinem Mann gesehen und wollte ihm nahelegen, dass er sich ändern muss, dass er eine Therapie braucht usw.

          Jetzt leben wir sechseinhalb Jahre zusammen als Ehepaar, und ich muss sagen, dass sich meine Sichtweise grundlegend geändert hat. Ein Konflikt entsteht nie einseitig, und es ist nicht nur mein Mann, der „Fehler“ begeht und „unfähig“ ist. Die Hälfte des Konflikts, das bin ich, mit meinen eigenen „Fehlern“ und „Unfähigkeiten“.

          Ich bin froh, dass ich selbst tätig geworden bin und versucht habe mich ans Zusammenleben anzupassen. Ich bin stolz, dass ich selbst meine Therapie initiiert habe und knapp 6 Jahre professionell begleitet wurde um an mir selbst zu arbeiten.

          Ich bin ein großer Fan der systemischen Therapie, obwohl ich nie wirklich nachgeschlagen habe, was damit gemeint ist. Ich verstehe es so, dass ich, wenn ich mich selbst verändere, eine Wirkung auf mein Umfeld habe, und zwar hoffentlich eine konstruktive, positive Wirkung.

          Meiner Meinung nach nützt es nichts, von anderen Menschen zu fordern, sich zu ändern. Es ist viel schneller und wirksamer, wenn ich mich selbst verändere oder mich anders an die Situation anpasse. Das allein ist schon schwierig genug und nicht immer möglich.

          Deshalb ist es für mich eine Illusion, andere Menschen ändern zu können. Wir sind alle erwachsen und müssen die Verantwortung für unser Leben selbst tragen. Das gilt auch in einer Partnerschaft, vielleicht gerade dann. Wenn wir manchmal „gezwungen“ sind, miteinander auszukommen.

          Auf die Frage des Dozenten des Konfliktseminars, was unsere „liebsten Konflikte“ seien, habe ich geantwortet: „Meine liebsten Konflikte sind die mit meinen liebsten Menschen.“ Für mich gibt es keine Partnerschaft, die ohne Konflikte auskommt, genauso wie es keinen Menschen ohne innere Konflikte mit sich selbst geben kann.

          #288864

          Ich glaube, Streit gibt es wohl in jeder Partnerschaft, es kommt nur darauf an, sich wieder zu versöhnen. :ciao:

          Das sehe ich auch so @Isa, siehe oben :-)

          Edit: Sich versöhnen bedeutet für mich auch, die Konflikte zu verstehen und damit umgehen zu lernen. Sich über eigene Werte und Bedürfnisse klar werden und sie meinem Partner möglichst offen und ehrlich kommunizieren. Und genauso versuchen herauszufinden, was die Werte und Bedürfnisse meines Partners sind, worin unsere gemeinsame Ziele liegen und wie wir sie gemeinsam erreichen können.

          #288872

          Meiner Meinung nach nützt es nichts, von anderen Menschen zu fordern, sich zu ändern. Es ist viel schneller und wirksamer, wenn ich mich selbst verändere oder mich anders an die Situation anpasse.

          Veränderungen von anderen Menschen zu fordern ist sicher schwierig. Andererseits möchte ich schon schwierige Themen ansprechen, die eine solche Forderung nach Veränderung begründen. Andere Leute zu motivieren ist sicher eine Kunst, aber hoffentlich nicht unmöglich für mich

          Ich verstehe es so, dass ich, wenn ich mich selbst verändere, eine Wirkung auf mein Umfeld habe, und zwar hoffentlich eine konstruktive, positive Wirkung.

          :gut:

          #288911

          Liebe @Mowa in unseren Workshops haben wir meist 35-45 Min. Zeit für unsere Geschichte und dann noch 10-15 Min. für Fragen. Natürlich geht es auch kürzer, aber ich finde es wichtig auch den Kontext zu erzählen – also wie „sowas von sowas kommt“! Zumindest in meiner Geschichte wird auch der PTBS-Anteil, der vermutlich zur Psychose beiträgt deutlich..

          hatten heute (und morgen noch) einen Workshop bei der Polizei! Der triggert mich aber doch ziemlich stark und ich muss mir das für die Zukunft überlegen, ob ich das wirklich will und kann!

          Liebe Grüße

          escargot

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