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Mowa aktualisiert.
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14/05/2022 um 9:56 Uhr #21618114/05/2022 um 16:14 Uhr #216246
Danke schön liebe @Floeckchen und liebe @Molly
Kaum fängt unser Balkon zu blühen an, bekommen wir Gäste
14/05/2022 um 21:28 Uhr #216301Schön! So lange diese Gäste nicht in die Wohnung kommen, geht es.
15/05/2022 um 5:02 Uhr #216350Dankeschön Molly. Ja, wir haben so ein Insektennetz an der Balkontür, und normalerweise haben wir keine Probleme in der Wohnung
Ich möchte noch meinen letzten Post im Forum in meinem Blog dokumentieren:
meine Erfahrung mit dem Schwerbehindertenausweis ist so:
* 08/2010: Ersterkrankung
* 10/2011: Aufnahme eines Vollzeitjobs
* 02/2013: Erstantrag auf Schwerbehinderung
* 04/2013: Feststellung des Grads der Behinderng (GdB) von 30
* 08/2016: Antrag auf Gleichstellung
* 10/2016: Ablehnung des Gleichstellungsantrags
* 02/2018: Rückfall Nr. 1
* 11/2018: Antrag auf Neufeststellung des GdB
* 04/2019: Rückfall Nr. 2
* 05/2019: Neufeststellung des GdB von 50, befristet auf 3 Jahre bis 11/2021
* 01/2021: Antrag auf Neufeststellung des GdB
* 07/2021: Neufeststellung des GdB von 50, befristet auf 3 Jahre bis 11/2024Wenn ich den o.g. zeitlichen Ablauf damit überlagere, wie gesundheitlich fit bzw. unfit ich seit meiner Ersterkrankung war, dann kann ich mich nur darüber ärgern, wie sehr ich mich um den GdB bemühen muss, mit vermutlich wenig Aussicht auf Entfristung
Meiner Meinung nach sollte jede/r Betroffene mit einer Schizophrenie-Diagnose einen GdB von mindestens 50 bekommen, ohne Bürokratie und Einwand des Amtes. Offenbar ist dem Staat das Geld dafür zu schade, und offenbar hat das Amt keine Ahnung von dem, worüber sie urteilen.
Ich werde mich bei der nächsten Gelegenheit öffentlich darüber beschweren, nicht nur hier im Forum.
15/05/2022 um 7:18 Uhr #216360Guten Morgen liebe @Mowa
ich hatte tatsächlich kaum bürokratischen Aufwand für meinen Schwerbehindertenausweis. Gut, ich musste Passfotos hinschicken und den letzten Klinikbericht. Aber ich bekam 60% und unbefristet. Ist allerdings schon 15 Jahre her.Da war das vielleicht noch leichter.
Wünsche dir einen schönen, sonnigen Sonntag :bye:
15/05/2022 um 8:06 Uhr #216369
Anonym
Meiner Meinung nach sollte jede/r Betroffene mit einer Schizophrenie-Diagnose einen GdB von mindestens 50 bekommen, ohne Bürokratie und Einwand des Amtes. Offenbar ist dem Staat das Geld dafür zu schade, und offenbar hat das Amt keine Ahnung von dem, worüber sie urteilen. Ich werde mich bei der nächsten Gelegenheit öffentlich darüber beschweren, nicht nur hier im Forum.
Moin,
das habe ich auch schon getan. Auch über den VDK. Generell ist Schizophrenie auch in gesunden Phasen latend immer vorhanden. Durch die Negativsymptome eh. Da die letzte Beurteilung meines Dachdeckers nur aus einem Satz bestand habe ich mich auch nicht gewundert, dass mein GDB runter gegangen ist. Also Kündigungsschutz ade und vorzeitige Rente ohne Abzüge auch ade. Ich sollte den Ausweis beim Amt abgeben, hab den aber verbrannt, weil ist seinen Aufwand nicht wert. Lieber raus aus dem System als sich darüber ärgern und als Schwerbehindert bezeichnen mich ja die anderen. Ich muss mich ja so nicht sehen. Ist ähnlich mit dem Wort Schizophrenie. Lass ich mich einfangen von der Diagnostik und identifiziere ich mich damit oder sehe ich es als Erfahrung und suche einen Sinn darin, um zu heilen.
Grüße ekki
15/05/2022 um 17:25 Uhr #216467
Anonym
Meiner Meinung nach sollte jede/r Betroffene mit einer Schizophrenie-Diagnose einen GdB von mindestens 50 bekommen, ohne Bürokratie und Einwand des Amtes. Offenbar ist dem Staat das Geld dafür zu schade, und offenbar hat das Amt keine Ahnung von dem, worüber sie urteilen.
Ich habe bis vor Kurzem auch immer irgendwo einen GdB angepeilt, warum auch nicht? Bisher war mein Funktionsniveau aber so hoch dass ich mir für die Beantragung keine Chancen ausgerechnet habe und ich deswegen damit auf den nächsten Rückfall warten wollte.
Im Zusammenhang mit der Visumsbeantrgung für Singapur musste ich jedoch häufig Fragebögen ausfüllen und da auch angeben ob eine Behinderung oder chronische Krankheit vorliegt. Da ich da seit gut einem Jahr medikamentenfrei bin habe ich das immer guten Gewissens verneinen können (was auch eine andere Situation gewesen wäre, wenn ich weiterhin auf Einnahme von Medikamenten angewiesen wäre).
Es ist also so, dass man vielleicht schon drauf achten sollte, die „Flinte vllt nicht zu früh ins Korn zu werfen“ weil man vllt im ersten Moment noch gar nicht abschätzen kann, wobei einem ein offiziell ausgestellter GdB vllt im Weg stehen könnte.
15/05/2022 um 18:51 Uhr #216491Schönes Foto.
LG :bye:
16/05/2022 um 5:13 Uhr #216565Guten Morgen zusammen,
danke für Eure Rückmeldungen Isa, ekki, Nichtraucher und Blumenduft.
ich hatte tatsächlich kaum bürokratischen Aufwand
Einerseits schien es tatsächlich früher unproblematischer gewesen zu sein, wie Du auch schreibst, und andererseits ist es sicher so, dass es heute noch unproblematisch ist, wenn Betroffene Rückfälle hatten/bekommen.
Als ich in den ersten 6 Jahren mit 15 mg Aripiprazol überdosiert wurde und psychisch wie eingegipst gelebt habe, mit heute subjektiv empfundenen unheimlichen Behinderungen, wurde mein GdB nicht anerkannt, nicht mal eine Gleichstellung. Offensichtlich war ich für das Amt zu gesund, ich hatte keinen Rückfall und habe in Vollzeit gearbeitet.
Erst nach meinen Rückfällen habe die Bestätigung des GdB bekommen, und zwar postwendend
Also Kündigungsschutz ade und vorzeitige Rente ohne Abzüge auch ade.
Wenn ich bedenke, wie groß die gesundheitlichen Beeinträchtigungen durch die Stressanfälligkeit sind, dann sind Kündigungsschutz, Sonderurlaubstage und vorzeitige Rente, ja wirklich nur kleine Hilfen.
Trotzdem ist das besser als nichts, und ich habe kein Verständnis dafür, warum es Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen es so schwer gemacht werden muss, diese Hilfen zugestanden zu bekommen.
Als ich vor einem halben Jahr in einer relativ großen Sitzung von der Barrierefreiheit bei psychischen Beeinträchtigung gesprochen habe, warum diese nicht berücksichtigt werden, sondern nur die Barrierefreiheit bei körperlichen Beeinträchtigungen, haben die nichtbetroffenen Teilnehmer nicht gewusst, wovon ich rede.
Ich müsste mich mal gezielt nach Ungleichbehandlung von körperlichen und psychischen Beeinträchtigungen erkundigen.
Ich muss mich ja so nicht sehen.
Das stimmt ekki, niemand braucht sich identifizieren mit einem Schwerbehindertenausweis oder mit einer Schizophreniediagnose. Ich wähle die Begriffe gerne, weil sie zweckmäßig sind und durch sie die Kommunikation mit anderen Menschen erleichtert wird.
Bei mir stelle ich große Beeinträchtigungen fest, und ich sehe es als mein Recht, öffentlich darauf hinzuweisen und Hilfe einzufordern. Ich will ja in die Gesellschaft inkludiert werden und wünsche mir auch, dass das hohe Maß an Inklusion, das ich bereits jetzt genieße, auch anderen Menschen leichter zugänglich gemacht wird.
Bisher war mein Funktionsniveau aber so hoch dass ich mir für die Beantragung keine Chancen ausgerechnet habe und ich deswegen damit auf den nächsten Rückfall warten wollte.
Das siehst Du realistisch Nichtraucher. Hoffe, Du bleibst rückfallslfrei.
Es ist also so, dass man vielleicht schon drauf achten sollte, die „Flinte vllt nicht zu früh ins Korn zu werfen“ weil man vllt im ersten Moment noch gar nicht abschätzen kann, wobei einem ein offiziell ausgestellter GdB vllt im Weg stehen könnte.
Das ist sicher auch so.
Jedenfalls gibt es noch sehr viel zu tun für die Betroffenenbewegung.
***
Das Wochenende war schön. Gestern waren wir auf der Neckarwiese und lagen eine Weile auf der Picknickdecke. Bis wir einen Platz im Schatten bekommen haben, hat es etwas gedauert. Meistens meiden wir Begegnung mit fremden Menschen aber gestern war’s OK, die Stimmung war entspannt und friedlich. Ein Gänsepärchen hat sich neben uns hingehockt und sind fast eingeschlafen.

Danach haben wir uns zu Hause den Spielfilm „Lorenzos Öl“ (1992) angeschaut, ein ergreifender Film Oceana! Danke für den Tipp.
Für diese Arbeitswoche bin ich schon „ausgebucht“. Ich weiß noch nicht, wie ich alle Aufgaben unterbringen kann. Vermutlich werde ich diese Woche auch keinen Freitagsurlaub nehmen. Naja, es wird schon werden, dem Pareto-Prinzip sei Dank
Wünsche allen einen guten Start in die neue Woche :bye:
LG,
Mowa20/05/2022 um 4:46 Uhr #217074Guten Morgen zusammen,
endlich Freitag! Leider wieder kein Urlaubsfreitag. Momentan ist meine Arbeitslast erhöht, aufgrund einer zusätzlichen Aufgabe, die ich für das Institut übernommen hatte, befristet bis Mitte Juni.
Vom Dienstag bis zum Donnerstag habe ich an einem Inhouse-Konfliktmanagementseminar teilgenommen, das ich auch organisiert habe. Schon interessant – und auch sehr intensiv!
Ich verlasse mich (vorsichtig) auf das Gefühl, dass es mir gut geht und ich (erstaunlich) gelassen bin trotz der Fülle an den unterschiedlichen Aufgaben, ohne dass ich (dauerhaft) erschöpft bin oder mich überfordert fühle.
Psychotische Symptome habe ich weiterhin null, und ich merke, dass mein aktives Training mir weiterhin hilft um meine Psychoseanfälligkeit minimal zu halten.
Wenn ich nicht so viel Verantwortung übernehmen müsste und viel Zeit für mich alleine hätte, würde ich gerne meine Aripiprazoldosis wieder auf 0,5 mg halbieren, weil ich doch weiterhin den Gips im Kopf spüre, der mich beim Denken und Fühlen bremst.
Es ist mein persönlicher Kompromiss, bei 1 mg Aripiprazol zu bleiben, solange ich mir nicht sicher sein kann, dass ich mit der Arbeitslast dauerhaft gut umgehen kann.
Die nächste große Aufgabe ist die Betriebsversammlung am Mittwoch. Mal schauen, viel Zeit bleibt mir wirklich nicht, um mich darauf vorzubereiten, weil ich noch andere wichtige Aufgaben parallel erledigen werde.
Der nächste Donnerstag ist ein Feiertag, danach werde ich zusehen, dass ich am Freitag auch tatsächlich nicht arbeiten muss sondern zusammenhängend 4 Tage Pause machen kann.
Seit Dienstag ist mein Mann wieder in Berlin, er kommt am Montag wieder. Die Wohnung ist seitdem täglich etwas unordentlicher geworden. Die Entropie macht sich wieder bemerkbar… Ich bin froh, wenn mein Mann wieder bei mir und zu Hause ist.
Wünsche allen einen guten Freitag. Kommen wir gut ins Wochenende :bye:
LG,
Mowa20/05/2022 um 4:50 Uhr #217075Danke, du auch
23/05/2022 um 5:24 Uhr #217705Guten Morgen zusammen,
danke Clara
Jetzt am Wochenende habe ich bewusst gar nicht gearbeitet, nicht einmal eine kurze E-Mail getippt. Ich hatte großes Bedürfnis, mich mal gar nicht mit der Arbeit zu beschäftigen. Vielleicht gerade weil ich weiß, dass diese 3-Tage-Arbeitswoche intensiv sein wird, u.a. mit der Wahlorganisation, Betriebsratssitzung und der Betriebsversammlung
Am Freitagabend war ich bei den Nachhilfekindern, und ich habe mehr als zweieinhalb Stunden dort verbracht. Das war ein ereignisreicher Abend, ich meine v.a. in meinem Kopf.
Nachdem die Kinder mir den Film „Turning Red“ von Pixar/Walt Disney empfohlen hatten, habe ich ihn mir gestern angeschaut, alleine.
Die moderne 3D-Animation hat mich anfangs irritiert (ich hasse Biene Maja in 3D, die ich noch letztes Jahr im TV gesehen habe) aber die Geschichte war interessant und bewegend, und ich fühlte mich als Japanstämmige (um die Bezeichnung von @sartorius zu kopieren) angesprochen.
Vielleicht werde ich den Film meinem Mann doch empfehlen, wenn er abends zu Hause ankommt.
Offenbar hat eine andere, kleinere Bienenart das Bienenhotel in Anspruch genommen, siehe das verschlossene Röhrchen 2. von links, 3. Reihe von oben:

Spannend zu beobachten, wie viele Röhrchen belegt werden bevor das kurze Bienenleben zu Ende geht. Ich hätte nicht gedacht, dass die Bienen so kurzlebig sind und nicht so viele Eier legen.
Gestern war ich durch die Bilder von Buckelwalen in einer Arte-Doku beeindruckt und wollte auch einen malen:

Langsam wird es draußen hell, und langsam sollte ich mich auf den Arbeitstag vorbereiten.
Wünsche allen einen guten Start in die neue Woche
LG,
Mowa25/05/2022 um 19:16 Uhr #218156Guten Abend zusammen,
Mensch, waren das jetzt verrückte Wochen!! Ich habe sie überlebt, und mein Kopf ist einigermaßen noch ganz, und das ganz ohne Symptome :good:
Auf die Betriebsversammlung konnte ich mich leider aus Zeitgründen nicht mehr vorbreiten und das war Stress pur für mich, aber hinter mich habe ich sie gebracht, und darum bin ich sehr froh…!
Jetzt erstmal stressfrei den Feierabend feiern und morgen richtig ausschlafen, hoffentlich.
LG,
Mowa25/05/2022 um 19:21 Uhr #218157Dein Bienenhotel ist ja süss. Auf dem Blk. von meiner Mom, hat sich eine Biene ein Loch im Blumenkasten gemacht und trägt nun fleissig blättchenstücke rein und im gleichen Topf hat sie so eine ganz dünne mehr schwarzfarbige Wespenart auch ein Loch gemacht. Ich hoffe nur die ersaufen nicht wenn ich giesse.
Das Walbild find ich gut.
Dir einen erholsamen Abend. :bye:
25/05/2022 um 21:03 Uhr #218177@Mowa dein Buckelwal gefällt mir sehr. Das tosende Wasser, die davon springenden Fische und das Maul des Wales. Ein sehr stimmungsvolles Farbenspiel. Sehr schön.
Mein Weg zum Schwerbehindertenausweis war ähnlich mühsam. Seelische Behinderungen sollten anhand einer festgestellten psychiatrischen Diagnose viel leichter anerkannt werden. Der Weg für den Betroffen, oftmals akuten oder durch negativen Symptomen belasteten Zustand, ist zu bürokratisch. Übrigens genauso erschwerlich ist das Erlangen der Erwerbminderungsrente. Hier besteht dringend Handlungsbedarf bzw. bessere Hilfestellung und leichterer Zugang.
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One thought on “Notizen von Mowa – Teil 2”
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