Aktueller Diskurs im Nichtmainstream

Home Foren ALLGEMEIN Aktueller Diskurs im Nichtmainstream

Ansicht von 10 Beiträgen - 16 bis 25 (von insgesamt 25)
  • Autor
    Beiträge
  • #107895

    @Blumenduft

    …weil die Bezeichnung eine innere Spaltung beschreiben soll…

    Außerdem wird der Begriff oft als Diffamierung benutzt.

    Und was die “Medis” betrifft, so sind mir persönlich meine Symptome lieber als eine ständige Müdigkeit, Antriebslosigkeit, Unkreativität/Kreativlosigkeit/bla, Depression und DENKHEMMUNG!

    Muss aber jeder selber wissen.

    Und außerdem variieren die körperlichen Nebenwirkungen ja stark – bis hin zum plötzlichen Herztod.

    LG Forsythia

    Ich glaube nicht alles, aber ich glaube AN alles.

    #107901

    @Forsythia, mir gehts es vorallem um das Zunehmen als Nebenwirkung. Müde machen meine Medis mich nicht, sonst könnt ich Abends besser schlafen bzw. durchschlafen….ist aber nicht so. Denkhemmung fing mit meiner Psychose an und ist besser geworden mit den Medis. Heisst ich kann mich zwar normal unterhalten, aber nicht gut am Telefon und im real, nehm ich halt kleine Dosis Lorazepam und schon gehts besser. Also liegts wohl eher an Aufregung. Die Depression hatte ich schon 1Jahr lang bevor ich die Psychose bekam.

    Auch nehme ich die Medis schon 10j. und lebe immernoch. So alt will ich auch garnicht werden.

    Diffamierung: wird mit einem neuen Begriff wieder kommen.

    Gruss :bye:

    • Diese Antwort wurde geändert vor 1 week, 6 days von BlumenduftBlumenduft.
    #107972

    Meiner Ansicht nach ist der Begriff des “Spaltungsirreseins” sogar in absurder, verkehrender Weise irreführend, weil viele Symptome gerade auf eine unrealistisch starke Verbundenheit zwischen Innen und Außen hinweisen (ich meine Symptome wie Gedankenausbreitung, Gedankeneingebung, das Gemachte).

    Ich habe eine Lokalisierungsstörung auch noch, dass ich oft nicht weiß, ob ein Geräusch in der Wohnung oder draußen oder in mir drin ist.

    Der Wahnsinn hat Methode.

    #107975

    Um den Begriff der “Spaltung” zu verstehen, muss man zunächst einmal den Begriff des “Selbst” verstehen.

    Das “Selbst” ist die Vorstellung, die wir von uns selbst und unser näheren Umgebung haben. Man könnte es auch als eine Datenbank sehen, in der alle die Eigenschaften stehen, die wir uns selbst und den Personen und Objekten zuordnen.

    Dann macht man eine Erfahrung. Diese Erfahrung wird durch eine Art Programm, das als das “Ich” bezeichnet wird, in das “Selbst” einsortiert. Das “Ich” ist nichts, was man beweisen kann, aber man nimmt einfach an, dass es existiert.

    Das “Selbst” hat auch eine wichtige Eigenschaft: Es ist in sich widerspruchsfrei, in sich stabil und beständig.

    Das “Ich” muss also dafür sorgen, dass die neue Erfahrung so in das “Selbst” eingebaut werden kann, dass diese Bedingung des Selbst weiterhin erfüllt bleibt.

    Ist das “Ich” aus irgendwelchen Gründen nicht in der Lage, die neue Erfahrung in das “Selbst” einzubauen, dann reagiert man mit großer Angst und die Erfahrung wird aufgespalten. Gute, einbaubare Teile der Erfahrung werden in das “Selbst” eingebaut, während die schlechten, nicht einbaubaren Teile der Erfahrung in die Außenwelt verlegt werden.

    Diesen psychischen Mechanismus nennt man “Spaltung”.

    Durch Spaltung entsteht zum Beispiel eine Paranoia und auch eine andere Wahnvorstellung.

    Wie Spaltung dazu führt, dass man Stimmen hört, das ist mir nicht klar. Ich vermute, dass Stimmen Gedanken sind, die man sich selbst nicht erlaubt und deshalb abspaltet und nach Außen verlagert. Da ich selbst nie Stimmen gehört habe, kann ich das aber nicht an mir selbst nachprüfen.

    Spaltungsirresein, oder eben Schizophrenie, meint, dass man eben diesen Mechanismus immer wieder anwendet und deshalb Wahnvorstellungen, eben die Psychosen, erzeugt werden.

    Vielleicht habe ich das etwas vereinfacht dargestellt, wofür ich um Entschuldigung bitte, aber so kann ich das am besten darstellen und verstehen.

    Viele Grüße

    Solarfire

    ---
    Die Gedanken sind frei

    #107977

    Ich finde, dass man das alles gar nicht so verstehen muss, bzw. bin eben nicht man.

    Ich, Selbst und die ganzen Vorstellungen, die es davon gibt, interessieren mich weniger. Mich interessiert mehr die sogenannte Subjekt-Subjekt-Kommunikation und gesellschaftliche Gruppendynamiken.

    Ich habe aus meinen Erfahrungen Grund zu der Annahme, dass aus bestimmten, äußerst unterschiedlichen Gründen aus bestimmten Menschen Psychiatrieopfer gemacht werden, bzw. diese dies mit sich machen lassen.

    Irgendwer muss halt geopfert werden, oder opfert sich selber, um das System am Laufen zu halten.

     

    Der Wahnsinn hat Methode.

    #108054

    @rose, ich finde es sehr anmaßend von Dir andere als blöde Lämmer, die alles mit sich machen lassen darzustellen. Ich schreibe es gern noch einmal, 9Monate Psychose habe ich mir nicht eingeredet und die 9Monate Klinik in der mir mit Medis, Gesprächen und Aufgaben geholfen haben, auch nicht.

    Ich denke so geht es hier einigen. Sonst wären sie wohl nicht hier.

    Ich für meinen Teil habe auch schon festgestellt das ich die Medis nicht absetzen kann ohne wieder loszustarten in eine Welt des Wahnsinns. In den 10Jahren, hab ich auch gemerkt das mir diese Mittel helfen. Klar wäre es schöner sie nicht zu brauchen und nicht so dick zu sein. Aber man kann (im Moment) eben nicht alles haben.

    Wenn Du  nicht krank sein willst, dann handhabe es doch so für Dich, aber bitte ohne alle als dämmliche Opfer hinzustellen.

    #108114

    @Blumenduft

    Geht mir doch auch so mit Klinikaufenthalten, Wahnsinn, Medis und schwangerem Bauch.

    Ich habe niemanden beschimpft als “blöde Lämmer” oder “dämliche Opfer”. Das war auch nicht die Absicht meines Beitrages.

    Ich denke nur, dass es viele Formen der Opfer-Täter-Beziehungen gibt, die sich fast überall in der derzeitigen Weltgesellschaft zeigen.

    Ich bin gerade dabei, wieder gesellschaftlich aktiv zu werden, kriege Anerkennung dafür, dass ich nicht mehr rauche und saufe, und dafür muss ich für mich aus der Opferrolle raus. Mein Mann und meine Familie haben mich wirklich geopfert, was nun nüchtern und unvernebelt bei mir hoch kommt. Dadurch, dass ich Angst davor hatte, jemandem von meiner Ehe und Familie zu erzählen, weil ich dann ganz alleine dagestanden hätte, gehörte ich irgendwie nicht dazu.

    Ich fühle mich nun durch meine reale Nachbarschaft sicherer und auch durch neue Psychiaterin und Pflegedienst/Hauswirtschafterin.

    Ich finde mich selber wieder, wie ich mal war als junge Frau, nur gereifter. Satire und persönliche Erfahrungen, das private politisch machen, gegen Unterdrückung und Ausgrenzung.

    Es mag dir anmaßend erscheinen, aber meine Nachbarschaft betet echt für mich und tut mir Gutes, weil sie solche wie mich hier okay finden.

    Und auch für meine Beiträge in dem von mir empfohlenen forum, kriege ich langsam Verständnis, weil ich nicht mehr so verrückte Sachen schreibe, die daneben sind und die echt keiner versteht.

    Das reale Leben hat mich zurück, mit seinen normalen Risiken.

    Der Wahnsinn hat Methode.

    #108140

    @rose, kam halt schon ziemlich herablassend rüber. Aber wenns nicht so gemeint ist, ist´s ja gut.

    Dir noch einen schönen Tag. :bye:

    #108268
    #108330

    Mein letzter Jahrelanger job war eine Stelle, wo sich vorher 3-4 Leute die Aufgaben geteilt haben. Und da mich eine Ärztin auf dem Schirm hatte, hab ich noch ca. 2 J. Mobbing hintermir…bis ich zusammenbrach. Bin eh schon ein Mensch der mehr macht als er soll, aber die habens geschafft mich total fertig zu  machen. Bin auch nicht die einzige….haben die schon mit vielen gemacht. Bin nur über den ein oder anderen enttäuscht, weil ich dachte ich hätte da auch ein paar Freunde.

    Ich bin froh das meine Rente jetzt bis zur endgültigen Rente unbefristet ist und ich mir um sowas keinen Kopf mehr machen muss.

Ansicht von 10 Beiträgen - 16 bis 25 (von insgesamt 25)
  • Sei müssen angemeldet sein, um auf dieses Thema antworten zu können.