Affektverflachung und Trauer

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  • #20402

    Frage an Experten:
    Beinhaltet die Affektverflachung in der Minus-Symptomatik eigentlich auch das Zeigen offener Trauer, wie z.B. ausgedrückt durch Weinen? Oder wäre das ein Widerspruch? Ist es nicht so, dass ein schizophrener Patient nach einer Psychose in der Minussymptomatik erstmal “nichts” spürt oder zeigt, also auch sichtbare Trauer darüber, was während der Psychose kaputtgegangen ist (Job, Partnerschaft, Familie etc.)?

    #20404

    In der Psychose bin ich öfters von etwas so bewegt gewesen oder so berührt, dass mir die Tränen gekommen sind.

    Jetzt, mit den Medikamenten, bewegt mich eigtl gar nichts mehr, alles ist sehr gedämpft. Zu Anfang der Behandlung, bei einer höheren Dosis, empfand ich nur bleierne Schwere und Traurigkeit, aber ohne zu weinen oder es emotional auszudrücken. In meinen Anamnesen von den Psychiatern, sowohl vor als auch nach der Behandlung steht aber immer drin, dass mein Affekt blockiert erschien.

    Ich hab aber auch schon von Leuten gehört die abgesetzt haben und nach einem Jahr immer noch keine Empfindungen verspürt haben.

    #20425

    Ich kann Nichtraucher nur zustimmen:

    In der Zeit wo ich höher dosiert war, gab es vieles worüber ich traurig oder voller Angst war. Ich konnte aber weder weinen, noch sonst irgendwie meine Gefühle zum Ausdruck bringen. Ich konnte nicht mal darüber reden.

    Inzwischen, nach vielen Jahren und mit einer niedrigeren Dosierung, funktionieren die Affekte wieder, selbst wenn ich überhaupt immer ein wenig zurückhaltender bin als der Normalo.


    Ursprüngliche Medikation:400 mg Amisulprid,12,5 mg HCT,10 mg Ramipril
    Ab 04.03.2024:500 mg Amisulprid,5 mg Olanzapin,12,5 mg HCT,10 mg Ramipril
    Ab 15.03.2024: 600 mg Amisulprid,12,5 mg HCT,10 mg Ramipril,4mg Doxagamma
    Ab 22.04.2024, statt 600 mg Amisulprid, 400 und 150 mg
    Ab 02.05. 6 mg Doxagamma und 25 mg HCT, 550 mg Amisulprid und 10 mg Ramipril
    Ab 12.05. noch 500 mg Amisulprid + HCT+Doxa+Rami siehe oben!

    #20447

    Hallo Mayday,

    da ich seit 2009 mit Affektverflachung zu tun habe – zwischenzeitlich auch ohne Medikamnte – darf ich mich wohl als “Experte” bezeichnen. Meine Freundin war schockiert, als ich ihr sagte, um meine Befindlichkeit zu verdeutlichen, dass ich nicht traurig sein werde, wenn sie stirbt. Sie würde mir fehlen, aber ich empfinde keine Trauer. Es ging mir auch so, wo schon ein paar Leute gestorben sind auf deren Beerdigungen ich dabei war.
    Ich spürte keinen Kloß im Hals und hatte auch sonst keine belastenden Gefühle. Nur einmal hatte ich – ohne Emotionen zu empfinden – tatsächlich ein paar Tränen im Auge. Darüber habe ich mich sehr gewundert und denke seit dem, dass die Gefühle nicht kaputt / zerstört sind, sondern vielleicht noch da, aber blockiert.

    LG mango

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