Pest oder Cholera

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  • Dieses Thema hat 40 Antworten und 10 Teilnehmer, und wurde zuletzt aktualisiert vor 5 Jahre, 1 Monat von Anonym.
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  • #31650
    Anonym

      Also diese Antipsychotika sind doch wirklich doof für so viele habe ich das Gefühl, weil sie so viele Nebenwirkungen haben, ich bin mir ziemlich sicher, dass ich normalerweise viel lebensfroher wäre, aber ohne Medikamente bekomme ich eine Psychose.

      Richtig stark geforscht wird auch nicht mehr, habe ich das Gefühl, solange die Geldkuh noch gemolken werden kann. Was wohl ewig so weitergehen kann, dass es einfach leicht verändert wieder auf den Markt kommt und schon hat es ein neues Patent und wird wieder zur Geldkuh.

       

      Ich weiß nicht mal ob ich auf jemanden wütend bin, es klingt ja alles so logisch und nachvollziehbar, warum die Forschung sich einen Dreck drum kümmert wirklich neue Medikamente zu entwickeln, aber fair finde ich das trotzdem nicht, aber mit Fairness kann man wohl auf dieser Welt nicht rechnen, sondern eher mit einem fetten klingeln der Kassen, ist doch egal wenn so viele stark leiden, die sollen die Medikamente nehmen und schön brav ruhig sein.

       

      Vielleicht sehe ich das ganze heute ein bisschen gar mehr schwarz, aber wird wirklich noch geforscht bei den Antipsychotika? Oder wird nur so getan als ob?

      #31663
      Anonym

        Mmmh,
        das vorläufig letzte atypische Neuroleptikum ist mit Reagila ja seit letztem Jahr auf dem deutschen Markt, so weit ich weiß.
        Ich gebe mich einfach nicht länger der Illusion hin, dass es  derartige Präparat ohne Nebenwirkungen geben kann. Anderenfalls wäre man doch schon drauf gekommen, wie du ja auch feststellst? Wie es scheint, greifen die Medikamente dafür einfach (zu tief) in den Gehirnstoffwechsel ein.
        Ich meine, von der Seite kann man es ja auch sehen; um damit den Konzernen nicht gleich Böses zu unterstellen. Denn eines scheint auch gewiss: Eine wirkliche seltene Erkrankung mit ca. 1% Vertretensein unter der Bevölkerung sind die Psychosen a.d. schizophrenen Formenkreis ja nicht.

        Aber von all dem habe ich natürlich keine wirkliche Ahnung…wobei ich mir vorstellen könnte, dass beispielsweise in der Krebsforschung größere Anstrengungen unternommen werden oder so.

        Good eve!

        #31664
        Anonym

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          #31667

          Anderenfalls wäre man doch schon drauf gekommen, wie du ja auch feststellst? Wie es scheint, greifen Sie dafür einfach (zu tief) in den Gehirnstoffwechsel ein.

          Oder zu wenig “präzise”, würde ich mal annehmen, so dass neben den erwünschten Wirkungen eben auch eine ganze Menge an Nebenwirkungen auftreten (können). Die ganze Neurotransmitter-Beeinflussung in was weiß ich wie vielen verschiendenen Gehirnarealen ist wohl auch zu komplex, als dass man sie in Tabellen  oder dergleichen präzise klassifizieren könnte.

          Forschung findet da mit Sicherheit noch ausreichend statt, ist aber vermutlich eine längerfristige Geschichte, bei der man nicht in kurzen Zeitabständen mit großartigen Durchbrüchen rechnen kann. Da bleibt wahrscheinlich nur eines: abwarten.

          #31668
          Anonym

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            #31673
            Anonym

              Hi Rose,

              in deutschland lebt man wohl gerne hinter dem mond.

              Eines ist mal sicher. Ohne etwa Olanzapin, Dosis 20 mg, hätte ich aus der zweiten Psychose niemals herausgefunden. Und selbst unter Medikamentation brauchte das seine Zeit und damit Wochen.
              Übrigens hatte ich kurz zuvor und während der Exazerbationen u.a.(!) mit einem gemieteten PKW manche gefährliche Situation fabriziert und provoziert, was mir in der Krankenhauskapelle später, im Zustand der Ernüchterung, sichtlich Kopfzerbrechen bereitete. Auch meinem damaligen kurzzeitigen Glück allein ist zu verdanken, dass dabei niemand zu Schaden gekommen ist, und hierbei denke ich gar nicht an mich selbst. Bis auf ein dank Anwalt eingestelltes Verfahren war davon seinerzeit nichts übrig geblieben, zum Glück.
              Heute, nach zehn Jahren und obendrein Verjährung, kann ich darüber erzählen.
              Aber möchte eben auch festhalten; dass in schweren Fällen -und wenn nicht das, was dann sind wirkliche Psychosen überhaupt- ohne Antipsychotika/Neuroleptika es eben nicht geht. Allein, um sich erst überhaupt  einmal distanzieren und eine Episode rückblickend als solche bezeichnen zu können!

              Mit Familientherapie kann man, wenn überhaupt, vielleicht danach mal kommen, meinetwegen auf dem Weg der Genesung, zur Schaffung stabiler Verhältnisse und zur Verhinderung zukünftiger Episoden; zu jenem Zeitpunkt ist das wichtig, ja. Also aber mehr eine Aufgabe im Rahmen der sogenannten Psychoedukation.

              Psychosen sind eine schwere psychische Erkrankung mit teilweise dramatischem und folgenreichem Realitätsverlust, weder Neurosen, noch sonst irgend welche lediglich schlecht sitzenden Hosen.
              Nach meiner Erfahrung.

              #31674
              Anonym

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                #31675
                Anonym

                  Hi Zoidberg,

                  …Oder zu wenig „präzise“, würde ich mal annehmen, so dass neben den erwünschten Wirkungen eben auch eine ganze Menge an Nebenwirkungen auftreten (können). Die ganze Neurotransmitter-Beeinflussung in was weiß ich wie vielen verschiendenen Gehirnarealen ist wohl auch zu komplex…

                  Ja, genau. Das berühmte anschauliche Bild: Die Behandlung mit Neuroleptika gleicht dem Versuch, mit dem Schrotgewehr auf eine vergleichsweise filigrane Zielscheibe zu schießen .

                  #31680

                  Familientherapeuten sind eben risikofreudiger und erfolgreicher.

                  Setzen aber beispielswiese voraus, dass man ne Familie hat (die da auch mitwirken will).  Und ja, ich bin der Meinung, dass es (vielleicht nicht in allen, aber in manchen Fällen) nicht ohne Medikamente funktioniert. Wenn jemand gerade mitten in der größten Positivsymptomatik steckt, glaube ich z.B. nicht, dass der/diejenige zuallererst mal mit psychotherapeutischen Ansätzen behandelt werden kann, weil er/sie in der Phase wahrscheinlich überhaupt nicht dafür empfänglich ist. Da braucht es vermutlich zuerst mal eine Art “Dämpfung”.

                  Dass andererseits möglicherweise auch gerne mal die NL-Behandlung zu “locker” gehandhabt wird, also das gerne mal ‘vorsichtshalber” zu häufig/zu hochdosiert verschrieben wird, mag natürlich auch sein.

                  #31686
                  Anonym

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                    #31691

                    meinen mann habe ich seine paranoid-psychotische phase ausleben lassen. (sie war wohl alkoholinduziert.) einiges ging zu bruch. aber so weit ich weiß, geht so eine phase von alleine vorbei.

                    Nun weiß ich nicht, ob eine alkoholinduzierte Psychose sich vllt. eher zurückbildet als eine sonstwie ausgelöste, aber so oder so ist die Fallbeschreibung Deines Mannes ja ein Einzelfall, der glücklicherweise gut ausgegangen ist, in anderen Fällen folgt durch das konsequente “ausleben lassen” vielleicht eine Chronifizierung. Oder es geht eben mehr zu Bruch als nur etwas Mobiliar. Ich denke, dass genau das der Grund ist, weshalb bei NL eventuell manchmal etwas vorschnell verwendet werden, sobald ein Psychiater Anzeichen einer Psychose oder Vorläufersymptome vermutet. Risikominimierung.

                    • Diese Antwort wurde geändert vor 5 Jahre, 1 Monat von Zoidberg.
                    #31694
                    Anonym

                      Familientherapeuten sind eben risikofreudiger und erfolgreicher.

                      “Risikofreudig”, ein bestimmt todsicheres Leitmotiv der nachlesbaren Gerichtsakten im Rahmen der Beschlüsse zur Unterbringung und Zwangsbetreuung in Hinblick auf meine eigenen Krankheitsannalen. Nicht Sämtliches, was dort steht und einsehbar ist, entspricht zwar den vollen Tatsachen, aber andererseits ist dort (im Internet einsehbar) auch nichtsdestoweniger nicht alles festgehalten worden, von dem im Zuge der Episoden logischerweise niemand Notiz genommen hat.
                      Ich käme mir auch irgendwie komisch, fast schon wie ein Hypochonder vor, wenn ich einen Grad der Behinderung von mittlerweile achtzig (sorry für die Wiederholung an der Stelle) samt grünem Kärtchen mit dysfunktionalen Familienverhältnissen allein begründen müsste, wie sie ja fast schon zur gesellschaftlichen Regel und Norm geworden sind.
                      Wie gesagt, das alles hat (s)eine Berechtigung, sowohl bei kurativer Behandlung als auch bei Prävention.
                      Aber es lindert während einer floriden Phase in keiner Weise die Symptome. Denn das ist ja umgekehrt das, was den Neuroleptika gemeinhin vorgeworfen wird: Dass sie nur an den Symptomen herumdoktern.
                      Das tun sie in der Tat ja auch, dafür umso wirkungsvoller. Zumindest solange man kein Non-Responder ist, hoffentlich.
                      Ferner sollten wir Ursache und Wirkung auseinander halten. Familienprobleme als (Mit)ursache von Psychosen, unter Umständen, ja. Das kann in einigen Fällen innerhalb der Bevölkerung (s.o.) eben mithin zu psychotischen Symptomen führen.

                      Ich glaube nach wie vor übrigens nicht, dass ich in der Sache mit dir ein wirkliches Missverständnis habe, Rose. Falls doch, so würde mich das an der Stelle fast ein bisschen wundern. Denn es besteht wie angedeutet m.E. kein Widerspruch zwischen dem Anschlagen der “Psychodrogen” vermittels Ausbrechens aus einer Krankheitsphase und der Tatsache schädlicher, weil psychosefördernder dysdunktionaler “sozialer Systeme”.
                      Vielleicht ist es u.a. das Wort von der Pharmakotherapie, was dir sauer aufstößt. Sozusagen als vollwertiger Ersatz für eine Gesprächs, oder weiß der Geier was für eine, -therapie. D´accord.

                      Good eve to you, too.

                      #31700
                      Anonym

                        Edit: Im Text oben ist “Missverständnis” durch “Dissens” zu ersetzen. So wird ein Schuh draus. Kam mit der Zeit nicht hinterher. ´Gute Nacht´ :bye: !

                        #31702
                        Anonym

                          .

                          #31703
                          Anonym

                            @Rose; mag sein, dass du das so siehst oder auch, dass es tatsächlich -real- so ist
                            Bitte nur störe dich bei meinem Kommentar nicht an diesem einen Begriff in Gänsefüßchen. Ich habe weder Soziologie studiert, noch mich mit Kommunikationsmodellen beschäftigt, sondern bin bzw. war einfacher Hilfsarbeiter in der Landwirtschaft sowie Bierfassroller auf den Kölner Ringen, auf der Zülpicher Straße oder sonst wo in der rheinischen Metropole. Das studentische Kwartier Latäng bringe ich wirklich nur mit Kölsch, Schnaps und Spirituosen in Verbindung, nicht mit Seminaren an der Alma Mater.

                            Im Übrigen muss ich mich nebenbei gleich vor dem Vorwurf mit in Schutz nehmen, ich sei ein herausragender Verteidiger oder gar Anhänger von Nl. Im Gegenteil, habe ich so gut wie immer bereits dann abgesetzt, sobald die Episode abgeklungen war.

                            Meine aktuelle Dosis, wie an anderer Stelle bereits dargelegt; wie gesagt: läppische 1,5-3 mg Reagila(!) Das ist nichts. Und selbst dieses Nichts lasse ich inzwischen fast schon wieder weg.
                            Nur zum Pennen gibts bisken wat Melperon, und datt (leider) nicht zu knapp, wie mein Hausarzt gestern bemerkte.

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