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Mowa aktualisiert.
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08/02/2019 um 17:00 Uhr #19248
hey liebe @mowa,
na du, ich wollte einfach mal horchen wie es so ausschaut bei dir zur zeit ?
liebe grüße und einen schönen start ins wochenende :bye:
erdbeere08/02/2019 um 17:24 Uhr #19253Du machst das schon ganz gut, Mowa.
Das freut mich, hab Dich vor Deinem letzten Schub anders erlebt, hatte das Gefühl, Du willst die Welt aus den Angeln heben.
Insofern stimmt mich Dein Post von Anfang Februar sehr optimistisch.
lg, DiBa
08/02/2019 um 22:54 Uhr #19349Guten Abend liebe Leute,
danke für Eure freundlichen Posts. Es freut mich immer, wenn dieser Blog dadurch belebt wird.
Es ist echt klasse für mich, dass das Wochenende wieder angefangen hat. Erstmal habe ich ein großes Bedürfnis nichts tun zu müssen und auszuschlafen. Danach würde ich eventuell einige Haushaltsarbeit erledigen, und wenn ich noch Reserven habe, dann würde ich gerne frisch kochen und backen. Das würde mir gut tun. Endlich kann ich mir mehr Zeit auch für meine Familie nehmen, v.a. für meinen Mann.
Es geht mir weiterhin recht gut, und von meiner psychischen Verfassung her würde ich sogar sagen, dass es mir vergleichbar so gut geht wie vor fast 2 Jahren. Körperlich bin ich noch nicht so fit, dadurch, dass ich seit meiner Krankschreibung im August 2017 nur selten körperlich aktiv war. Außerdem habe ich letztes Jahr während meiner medikamentösen Behandlung viele Kilos wieder zugenommen. Aber ich bin mir sicher, dass sich das alles noch einpegelt.
Ja, und jetzt ist es sehr wichtig, dass ich mich nicht mit Aktivitäten übernehme wie damals vor 2 Jahren. Ich muss mir also selbst immer wieder Grenzen setzen und mich auch besser organisieren, wenn ich nicht wieder auf dieselbe Schiene geraten will, mit: gesteigerten Aktivitäten > Höchstmotivation > Höchststress > Höchsterschöpfung > Manie > akuter Psychose mit K.O.-Medis > Medis absetzen > allmählicher Rehabilitation. Immerhin hat dieser „Zyklus“ jetzt fast 2 Jahre gedauert, und wie gesagt körperlich bin ich immer noch nicht fit…
Vielleicht kann ich später mehr über mich berichten. Jetzt lese ich noch ein bisschen hier und gehe dann auch bald schlafen.
Gute Nacht uns allen :bye:
LG,
Mowa09/02/2019 um 6:20 Uhr #19363ich wünsche euch ein superschönes wochenende liebe @mowa,
mit einer guten mischung aus einfach mal gar nichts tun und schönen dingen die dir freude machen…liebe grüße
erdbeere09/02/2019 um 9:07 Uhr #19386Hmm, anscheinend wurde vorhin ein Thread (Home›Foren›THERAPIE›Einladung zum Austausch über ein junges Therapieverfahren) gelöscht(?), während ich an meinem Beitrag getippt und abgeschickt habe.
Daher hier noch einmal:
Zitat christine (#19369 9. Februar 2019 um 7:23):
Und Klick: https://maastrichtuniversity.eu.qualtrics.com/jfe/form/SV_dgSNI9pUwzQ1y9n?Q_Language=DE oder auch nicht. Es ist ja nur das Leben und kein Zettel.
Zitat Mowa (#19384 9. Februar 2019 um 8:51):
Klingt gut, diese Studie @christine :good: Werde ich mir später noch genauer anschauen und eventuell daran teilnehmen.
Maastricht, das erinnert mich daran, dass der eine Psychiater, dessen Interview „Es gibt keine Schizophrenie“ im September 2017 veröffentlicht wurde, auch aus den Niederlanden kommt. Ich habe es auch damals gelesen und konnte ihm nur zustimmen. Es ist ja auch das Land mit ihren Coffeeshops und legalem Cannabis. Vielleicht gehen Holländer tatsächlich offener und progressiver um mit dem Einsatz von Psychotropika als *Hilfs*mittel.
Und zwar Hilfe zuallererst für uns Betroffenen selbst, dass wir mit so wenig K.O.-Medis wie möglich zuerchtkommen. Das wäre dann auch für die Angehörigen usw. eine Hilfe, warum, weil wir selbstständiger und selbstbestimmter leben können.
Was den Beitrag von @Sonne betrifft, denke ich, dass Therapien im allgemeinen uns Betroffenen nicht schaden sollen, das wäre die Hauptsache für mich. Wenn dann jemand nur Enttäuschungen mit koventionellen Thrapien erlebt hat und freies Geld zur Verfügung hat, dann würde ich mich nicht wundern, wenn er/sie Interesse daran hätte. Alternativmedizin muss nicht alles quatsch sein, schon alleine Placebos wegen.
Auch sollten meiner Meinung nach Therapien im allgemeinen für uns Betroffene begleitend sein und nicht in den Lebensmittelpunkt rücken. Mir als nicht-akute Psychose-Anfällige helfen eben NICHT die Medikamente oder Psychotherapien am meisten, sondern sind es vor allem:
* gesichertes Existenzminimum, sprich Essen, Wohnung, Kleidung usw.
* vertrauensvolle, liebevolle Partnerschaft
* gutes familiäres Verhältnis
* Job: mehr Geld, Tagesstruktur, gemeinschaftlicher Zusammenhalt
* und nicht zuletzt: Freizeit und Urlaub zum bewussten Entspannen und LoslassenSprich, jeder braucht bedingungslos sein Existenzminimum, und dann geht es um die Wiederaufnahme in die Gesellschaft. Wie ich das so sehe, ist die Stigmatisierung und die Ausgrenzung von psychisch Anfälligen das größte Problem in unserer Gesellschaft.
Daher wäre es aus meiner Perspektive als Psychose-Anfällige am wünschenswertesten, dass Therapien egal welcher Art und auch andere Hilfsmaßnahmen uns vor allem darin unterstützen, dass wir genauso normal unter Menschen leben können, z.B. wie ein psychisch stabiler Mensch, der vorübergehend auf Krücken gehen muss, weil er sich ein Bein gebrochen hat.
09/02/2019 um 10:04 Uhr #19407
Anonym
Die Maslowsche Pyramide versucht genau diesen Gedanken zu beschreiben, denn Freiheit ist immer auch die Freiheit des Andersdenkenden. Insofern geht es wohl weniger um Aufnahme in die Gesellschaft als vielmehr um das posttraumatische Zulassen von Nähe. Den Weg kann medikamentöse Dämpfung erleichtern. Ihn künstlich zu verlängern, ist fragwürdig und mutet wie Dealerlatein an, das Leidensdruck Angst verstärkend auslastet. BTW: Ein gelöschter Thread ist kein ausgelöschtes Leben, es sind nur Buchstaben. Eichmann war gestern.
Hallo,
leider geht das hier nicht in diesem Ton wie dass ich meine vier Buchstaben vor hier herschiebe und dass „Eichmann“ gestern war in Anspielung auf KZ und Judenmord. Ich verbitte mir das.
Prof. Klimke09/02/2019 um 10:38 Uhr #19417Zitat Will Hall, Universität Maastricht:
Will Hall hat diese Studie als Teil eines Promotionsprojektes an der Universität Maastricht in den Niederlanden initiiert. Betreuer dieses Projektes sind Dr. Jim van Os, Dr. John Reed und Dr. Sandra Escher. Bitte beachte, dass Sie nicht an der Befragung teilnehmen dürfen, wenn Sie einen Interessenkonflikt haben (z. B. wenn Sie finanzielle Unterstützung von anderen Forschern oder Pharmaunternehmen erhalten oder erhalten haben).
Also doch, Herr van Os!! Er hat halt dieses Interview gegeben, von dem ich auch schon im KNS berichtet hatte :good:
***
Hi @christine,danke für Deine Rückmeldung,
Insofern geht es wohl weniger um Aufnahme in die Gesellschaft als vielmehr um das posttraumatische Zulassen von Nähe.
Ok, das stimmt auch, und ich denke, es ist beidseitig. Dass Betroffene selbst entscheiden, wie viel Nähe sie zulassen, und die Gesellschaft zugleich Strukturen und Mittel bereithält, um die Annäherung (edit: bzw. Rückzug) aufzufangen.
Jedenfalls deckt sich das so mit meinen persönlichen Erfahrungen, wie ich mich rehabilitiert habe und wie man mich rehabilitieren ließ.
LG,
Mowa-
Diese Antwort wurde vor 7 Jahren von
Mowa geändert.
09/02/2019 um 11:22 Uhr #19421Zitat Admin (zu finden in #19369, unter christines Beiträge HIER)):
wenn Sie Umfragen oder Links zu solchen Themen posten möchten, müssen Sie das vorher mit der Administration absprechen und Einvernehmen darüber erzielen, dass das Projekt den Zielen dieses Forums entspricht. Wir sind immer offen für wissenschaftliche Arbeiten und Umfragen. Und haben schon mehrere Umfragen von Psychologiestudneten hier gepostet, die sich höflich und vernünftig hier vorgestellt haben.
Hallo @Prof. Klimke und @web450,
also ich fänd’s super, falls Sie im öffentlichen Bereich des Forums diese Umfrage von Herrn Hall vorstellen könnten. Vielleicht komme ich heute oder morgen dazu, Herrn Hall anzuschreiben und ihn zu fragen, ob er sich bei Ihnen direkt vorstellen könnte.
Falls Sie meinen Beitrag (#19386) mit dem Link zur Umfrage editieren müssen, dann bitte möglichst nur diesen Link entfernen…
LG,
MowaEdit: Wie kann ich eigentlich Herrn Klimke mit „@“ ansprechen? Es gibt ja ein Leerzeichen in seinem Nutzernamen…
09/02/2019 um 20:43 Uhr #19539
Anonym
Eichmann war in erster Linie Mensch, lieber Prof. Er hatte Familie und empfand Liebe. Interdisziplinäre Zusammenarbeit lag ihm nicht. Sonst hätte er es gewagt seinen Klienten zuzuhören statt sich darauf zu beschränken sie zu verwalten.
09/02/2019 um 21:03 Uhr #19540
Anonym
@mowa unsere situation unterscheidet sich offensichtlich sehr: ich war in großfamilie, nachbarschaft und vollzeitjob eingebunden obwohl ich kleinkinder hatte. für mich war es überlebensnotwendig, mich anzugrenzen, prioritäten zu setzen und meine sehnsüchte und wünsche zu kommunizieren. und die lauteten eben nicht, dem leistungsdruck weiterhin zu entsprechen, sondern ihm eigene schwerpunkte entgegenzusetzen, zumal der vater meiner kinder eine professur anstrebte um meinem vater und meiner mutter zu imponieren. das war umso wirrer für mich, als ich seine mutter vergötterte, die all ihre energie in unsere beiden kinder steckte und daheim blieb. meine mutter war seine und meine lehrerin. das erste und wichtigste für mich war dementsprechend raum für eigenes zu finden, in dem ich nicht begleitete oder erwartung bediente, in dem es kein richtig oder falsch für wahrgenommenes gab. denn so wie daheim verschwammen auch auf arbeit beizeiten die grenzen: mein diplomvater machte meine kaiserschnittnarkose, der mir nahestehendste operateur war klassenkamerad meines bruders, die schwester meines internetproviders ist die partnerin meines neffen. überall gab es kanäle, in denen information zirkulierte. insofern ist es für mich täglich neu von bedeutung, ob ich eventuelle spannungen, die sich daraus ergeben, zu tragen bereit bin, oder ob ich mich zurückziehe wie in dem moment, als sich meine bis dahin beste freundin in den vater meiner kinder verliebte oder ob ich mein kraftfeld auf beide derart ausdehne, dass sie sich voneinander zurückziehen. ich hatte mich für den rückzug entschieden, da bei der plötzlich aufkeimenden leidenschaft der beiden mehr an emotion nötig gewesen wäre, als ich mobilisieren konnte. ich mochte beide füreinander sorgen sehen, zumal er bis dahin unklare rückenbeschwerden hatte, die ihm die neuerliche liebe nahm. er war schräg drauf und da passte das.
09/02/2019 um 21:04 Uhr #19541Aber der ist doch mitverantwortlich für die Ermordung von 6 Millionen Juden.
09/02/2019 um 21:08 Uhr #19543Hallo liebe @christine,
ist es denn wirklich so, dass Deine Äußerungen persönlich auf Herrn Klimike gemünzt werden sollen…? Wäre für mich nicht nachvollziehbar, muss ich ganz klar sagen.
Edit: Ok den zweiten Post von Dir sehe ich erst jetzt, ich antworte Dir später darauf.
Zitat Mowa:
also ich fänd’s super, falls Sie im öffentlichen Bereich des Forums diese Umfrage von Herrn Hall vorstellen könnten. Vielleicht komme ich heute oder morgen dazu, Herrn Hall anzuschreiben und ihn zu fragen, ob er sich bei Ihnen direkt vorstellen könnte.
Ja, also wenn ich es richtig mitbekommen habe, hat Herr Klimke nichts dagegen, dass die Befragung von Herrn Hall im öffentlichen Bereich des Forums gepostet wird. Vorhin am Abend habe ich auch schon eine erste Rückmeldung von Herrn Hall bekommen, dass er daran interessiert sei, dass seine Befragung im Forum vorgestellt würde. Ich gehe also davon aus, dass es bald einen neuen Thread dafür entstehen wird, mit Text und den Kontaktdaten von Herrn Hall.
09/02/2019 um 21:23 Uhr #19545
Anonym
Ich kenne den Prof zu wenig um etwas direkt auf ihn zu münzen. Ich nehme an, er hat einen langen Tag und braucht deshalb schnelle Lösungen. Das war die Querverbindung für mich. So ordne ich Eichmann ein, dessen Leben ich mir ehrlich gesagt noch weniger vorstellen kann. Es war eine andere Zeit. Rolf Hoppe erzählte mir 2011, dass er neben der Außenstelle Dohma des KZ Buchenwald aufgewachsen ist. Er sagte das mit so einer Selbstverständlichkeit wie Dresdner sagen, dass sie zum Konzert ins Zentralwerk gehen. Die Gebäude sind noch da. Sie erfüllen inzwischen andere Zwecke. Es sind andere Menschen. Auch die Sehnsüchte haben sich geändert. Der Rolf ist jetzt tot. Was bleibt ist die Erinnerung an den Moment, in dem er mir in die Augen schaute und mir dafür dankte, dass ich mit Füller schrieb, was er sagte, während er mir die Hand führte, statt das Diktiergerät einzuschalten. In den Momenten begann ich das erste Mal etwas von dem zu sehen, was Eichmann gewesen sein könnte: Der Junge von nebenan, der früh auf Arbeit geht.
09/02/2019 um 21:34 Uhr #19548Ich kenne den Prof zu wenig um etwas direkt auf ihn zu münzen.
Na, da bin ich froh und erleichtert, dass Du Herrn Klimke nicht persönlich meinst :good:
Sehr beeindruckend, was ich glaube aus Deinen Posts herauslesen zu können. Sicher hast Du schon sehr viel erlebt und mit-erfahren.
Zitat christine:
In den Momenten begann ich das erste Mal etwas von dem zu sehen, was Eichmann gewesen sein könnte: Der Junge von nebenan, der früh auf Arbeit geht.
Das erinnert mich an den Film „Hannah Arendt“ von Margarethe von Trotta, und die berühmte These von Arendt über die Banalität des Bösen.
09/02/2019 um 21:37 Uhr #19550
Anonym
@Yuri Er war Nachbar, Vater, Ehemann, sicher auch Billardspieler. Er wurde akzeptiert. Sonst hätte ihm niemand die Verantwortung übertragen. Er bewegte sich nicht im luftleeren Raum. Sich abzugrenzen ist wichtig, wenn man weiß, wonach man sich selbst tatsächlich sehnt, und nicht nur Pflichten erfüllt, die sich aus der Erwartung anderer zu ergeben scheinen. Es ist wichtig aus Fehlern zu lernen.
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