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Mowa aktualisiert.
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30/10/2024 um 5:03 Uhr #371547
Oct 28, 2024
Eine Honigbiene an den Christrosen.Heute ist wieder Mittwoch, und ich werde arbeiten, damit der Schnupperkurs für das Betriebliche Gesundheitsmanagement stattfinden kann.
Leider geht es mir immer noch nicht gut, und in letzter Zeit bekomme ich depressive Anflüge, die ich selbst bemerke, während und nachdem ich sie bekomme.
Es sind solche Situationen, die mich sonst nicht kränken würden und woran ich merke, dass ich krank bin:
Meine Mutter, die das Video „Shiba Inu Chanchan 92“ vom Freitag gesehen hatte, hat mir beim wöchentlichen Zoom-Meeting gesagt, dass sie sich gefragt hat, ob 1. die Pflanze giftig wäre und 2. ich angemahnt werden könnte, weil ich die Pflanze des Waldes beschädigt habe.
Darauf habe ich ihr gesagt, dass wir mit der Pflanze gespielt haben, die Chanchan vorher schon aus dem Boden herausgebuddelt hatte und ich nicht zusätzlich den Wald beschädigt habe. Ich habe auch daran gedacht, dass wir viel Spaß beim Spaziergang hatten und wie gut mir das tut, besonders da es mir sonst momentan nicht so gut geht.
Im ganzen Zoom-Meeting war ich dann bedrückt, traurig und habe später auch angefangen zu weinen, ohne dass ich es geschafft habe, meiner Mutter zu erklären, was mit mir los ist. Ich ihr nur gesagt, dass ich Stimmungsschwankungen habe und glaube, in letzter Zeit depressiv zu werden.
Dann war gestern eine Situation, dass ich mittags sehr hungrig war und mir etwas zu essen gemacht und angefangen habe es zu essen. Chanchan ist zu mir gekommen und wollte gerne auch etwas essen. Ich habe sie ignoriert und weitergegessen, und mein Mann hat in dieser Situation zu uns gerufen, ob sie ein Leckerli bekommt.
Darüber habe ich mich sehr geärgert, weil ich selbst hungrig war und Chanchan erst vorhin ihr Futter gefressen hat und habe gedacht, dass ich jetzt nicht belästigt werden will und schon gar nicht aufstehen werde, um Chanchan zu bedienen, die keinen Hunger hat.
Dann habe ich nur noch geschafft ihm entnervt zu sagen, dass ich jetzt esse und nicht gestört werden will. Dabei habe ich mich gefragt, warum mein Mann nicht selbst aufsteht und Chanchan ihr etwas gibt, anstatt mich einzubeziehen. Ich habe dann auch daran gedacht, wie viel ich zu Hause immer erledige und mein Mann nicht, und wie unzufrieden ich mit dieser Situation bin.
Das Essen habe ich zu Ende gegessen, und ohne meinen Mann und Chanchan zu beachten habe ich mir den Zock-Laptop genommen und mich aufs Bett gelegt um Jantama zu spielen. Mein Mann, der in solchen Situationen Harmonie herstellen muss, ist mir gefolgt, und wir haben mehrere Stunden lang darüber diskutiert, was passiert war und wie es mir, meinem Mann und Chanchan geht.
Am liebsten wäre ich 2, 3 Stunden alleine gewesen um zur Ruhe zu kommen und einen entspannten Umgang mit der Situation zu finden, was ich ihm auch so mehrfach gesagt habe. Während der aus meiner Sicht gezwungenen Aussprache habe ich ihn immer wieder extrem angegiftet und meiner generellen Unzufriedenheit in unserer Ehe Luft gemacht, wobei ich ihm auch mehrfach gesagt habe, dass ich krank und erschöpft bin und in letzter Zeit immer wieder depressive Anflüge bekomme, wie jetzt eben.
Heute muss bzw. will ich noch wegen des Schnupperkurses arbeiten. Nächsten Montag habe ich ein Gespräch mit meinem Vorgesetzten, um meine künftige Tätigkeit zu besprechen. Das sind Sachen, die mir wichtig sind und gut tun, deshalb möchte ich diese Termine wahrnehmen. Ich denke, morgen gehe ich wieder zu meinem Psychiater und berede mit ihm das weitere Vorgehen.
Ich will es natürlich verhindern, dass ich in eine Depression rutsche und auch verstehen, woher das kommt. Ich nehme weiterhin 0,8 mg/d Aripiprazol und überlege hin und her, ob ich doch wieder auf 1 mg/d zurückgehen sollte. Ein Antidepressivum o. ä. werde ich nicht nehmen, solange ich nicht verstehe, was ich warum habe und wie ich damit ohne zusätzliche Medikamente umgehen kann.
30/10/2024 um 21:02 Uhr #371670Hoffentlich geht es dir bald wieder besser, Mowa!
Wie war die Arbeit heute?
Ich weiß, du lässt dir in die Medikation nicht reinreden, aber ich vermute halt, dass du zu wenig nimmst…
30/10/2024 um 21:28 Uhr #371674Guten Abend liebe @Mowa oder guten Morgen,
klingt leider anstrengend, die Situation.
Es könnten auch Entzugserscheinungen sein. Bei so niedriger Dosierung ist manchmal 0,1 mg schon zuviel reduziert, auch wenn es so wenig erscheint.
Du erinnerst dich wahrscheinlich an die Rezeptorenbelegung, die ist bei niedriger Dosierung oft ja noch relativ hoch, weshalb so hohe Dosierungen ja oft nicht mehr bringen als niedrige.
Vielleicht gehst du nur ein klein bisschen höher und nicht gleich wieder auf 1 mg, vielleicht auf 0,85 mg, wenn es dir mit 0,9 mg noch gut ging. Ich denke, vielleicht testen, ob du dich damit wieder besser fühlst.
Ich will dir da nicht reinreden, das ist das, was ich wahrscheinlich versuchen würde.
Ich hatte die letzten paar Tage Schlafstörungen, wollte eigentlich am Dienstag, also gestern, wieder reduzieren, aber das habe ich nun verschoben, weil auch Schlafstörungen Entzugserscheinungen sein können. Die kommen relativ häufig bei Entzug vor.
Du gehst ja nun wieder zu deinem Psychiater, um zusammen zu überlegen. Ich wünsche dir ein gutes Gespräch.
Gute Besserung 🍀, gute Nacht und für morgen einen angenehmen, guten Tag.
Liebe Grüße Pia
Petition für einen Wandel im psychiatrischen Gesundheitswesen und in der Psychopharmakologie – an die WHO und weitere:
30/10/2024 um 21:29 Uhr #371675Am liebsten wäre ich 2, 3 Stunden alleine gewesen um zur Ruhe zu kommen und einen entspannten Umgang mit der Situation zu finden, was ich ihm auch so mehrfach gesagt habe.
Schade, dass er das dann nicht macht
ein Mann, der in solchen Situationen Harmonie herstellen muss, ist mir gefolgt, und wir haben mehrere Stunden lang darüber diskutiert, was passiert war und wie es mir, meinem Mann und Chanchan geht.
Eigentlich müsste er doch verstehen können, dass er damit das Gegenteil von Harmonie erreicht, obwohl ich das Bedürfnis, die Sache zu klären irgendwo verstehen kann. Schwierig…
Ich will es natürlich verhindern, dass ich in eine Depression rutsche und auch verstehen, woher das kommt. Ich nehme weiterhin 0,8 mg/d Aripiprazol und überlege hin und her, ob ich doch wieder auf 1 mg/d zurückgehen sollte. Ein Antidepressivum o. ä. werde ich nicht nehmen, solange ich nicht verstehe, was ich warum habe und wie ich damit ohne zusätzliche Medikamente umgehen kann.
Ich möchte selbst, wenn es nicht unbedingt nötig ist, keine Psychopharmaka mehr nehmen. Hoffentlich kommst du durch die schwierige Phase gut durch. Von dem, was ich gelesen habe, sind da ja einige Belastungsfaktoren.
30/10/2024 um 21:42 Uhr #371678Ja, ich finde das auch nicht in Ordnung, dass dein Mann dich dann nicht in Ruhe lässt, @Mowa, wenn du isst oder einfach deine Ruhe brauchst und dann noch eine mehrstündige Diskussion anfängt und das, obwohl du krank bist und dich so schlecht fühlst.
Ich finde nicht, dass das was mit Versuchen, Harmonie herzustellen, zu tun hat.
Er hätte dich in Ruhe lassen sollen und dir vielleicht freundlicherweise mal nen schönen Tee machen sollen oder so, vielleicht mit Chanchan rausgehen, damit du Ruhe hättest…
Petition für einen Wandel im psychiatrischen Gesundheitswesen und in der Psychopharmakologie – an die WHO und weitere:
01/11/2024 um 5:11 Uhr #371813Danke für Eure Aufmerksamkeit @Molly, @Pia und @Dopplereffekt
Wie war die Arbeit heute?
Die Arbeit lief OK, vor allem konnte ich es verhindern, dass der BGM-Schnupperkurs ausfällt. Ich denke, ich konnte insgesamt ca. 4, 5 Stunden arbeiten, danach war ich k.o.
Schade, dass er das dann nicht macht
Hier liegt aus meiner Sicht die Grenze unseres guten Umgangs. Ich habe gelernt in solchen Situationen für mich möglichst die Ruhe zu bewahren und die pausenlose „Aussprache“ passieren zu lassen, die auch mal mehr als 4, 5 Stunden dauern kann.
Ich weiß, du lässt dir in die Medikation nicht reinreden, aber ich vermute halt, dass du zu wenig nimmst…
Du gehst ja nun wieder zu deinem Psychiater, um zusammen zu überlegen. Ich wünsche dir ein gutes Gespräch.
Von dem, was ich gelesen habe, sind da ja einige Belastungsfaktoren.
Ja, gestern war ich bei meinem Psychiater. Ich habe 2 Stunden gewartet, weil ich ihn ohne Termin sprechen wollte und der Wartebereich voll war.
Ich habe ihm gesagt, dass es im September damit angefangen hat, dass ich generell antriebslos wurde, nachdem es in diesem Jahr viel passiert ist. Ab etwa Oktober wurde ich zunehmend erschöpft und inzwischen werde ich immer häufiger depressiv. Ich mache mir Sorgen, dass es mir dauerhaft schlecht geht, auch weil ich die Ursachen nicht genau identifizieren kann um besser damit umzugehen.
Mein Psychiater hat verschiedene Faktoren genannt, die zu meiner Depression beitragen könnten. Eine banale Winterdepression könnte einer davon sein. Dann der Rollenwechsel auf der Arbeit, dass ich statt meines alten Jobs, den ich jahrelang mit Leidenschaft ausgeübt habe, einen neuen Job machen werde, der dem eigentlichen Arbeitsvertrag entspricht. Dann der Plan mit meinem Mann nach Berlin zu ziehen, was sich als nicht einfach herausgestellt hat und zerschlagen hat.
Vielleicht hat er noch einen weiteren Punkt erwähnt, an den ich mich nicht mehr erinnere. Auf jeden Fall hat er auch gesagt, dass eine Erhöhung der Nueroleptikadosis mir in dieser Situation helfen kann, damit die Informationsmenge in meinem Gehirn nicht zu groß wird. Er hat mich gefragt, wie viel Aripiprazol ich einnehmen möchte, und ich habe ihm gesagt, dass ich vorerst 1 mg/d nehmen will. Ich sollte mindestens eine Woche warten, bis die Dosiserhöhung wirkt. Es kann länger dauern, bis sich die Depression bessert.
Mein Psychiater hat mich auch gefragt, wie lange ich denke, dass ich die Krankschreibung brauchen werde, worauf ich 2 Wochen geantwortet habe, da ich schon seit 2 Wochen krankgeschrieben bin und weiß, dass 1 Woche nicht ausreichen wird. Er hat mir gesagt, dass dies eine gute Überlegung sei und dass ich viel Sport treiben solle, um Stress abzubauen, und dass ich die Muskeln dafür brauche.
Er hat mir auch gesagt, dass ich, wenn ich mittwochs für die Schnupperkursreihe arbeiten möchte, nicht bettlägerig bin und das tun kann.
Ich bin froh und dankbar, dass mein Psychiater immer für mich da ist. In 2 Wochen habe ich meinen regulären Termin bei ihm, den ich dann wahrnehmen werde.
Gestern habe ich mich geärgert, als eine Kollegin, die von meiner erneuten Krankmeldung erfahren hat, mir geschrieben hat, ich solle die Angaben zu meiner Arbeitsunfähigkeit richtigstellen, denn ich würde mich unglaubwürdig machen, wenn ich mittwochs gesund und sonst krank sei. Ich habe ihr sofort eine Antwort-E-Mail geschrieben und mich bewusst fast sachlich und ruhig geäußert, aber am liebsten hätte ich ihr ins Gesicht geschrien, dass sie keine Ahnung hat, wie es mir geht und einfach den Mund halten soll.
Wenn ich darüber nachdenke, werde ich wieder wütend. Mein Mann hat mir gesagt, ich hätte meine Kollegin einfach ignorieren sollen, und da hat er sicher recht. Wir haben gestern wieder darüber gesprochen, dass es mir im Moment nicht gut geht, dass es meinem Mann deshalb auch nicht gut geht, und dass er mich unterstützen wird. Ich habe mich sehr gefreut, er war einfühlsam und liebevoll und ich bin motiviert, mit ihm darüber zu sprechen, wie es mir geht.
01/11/2024 um 5:33 Uhr #371814Ja, gestern war ich bei meinem Psychiater.
Mir ist noch eingefallen, dass wir zum Schluss über die Prognose gesprochen haben, weil ich ihn danach gefragt habe.
Er hat mir sinngemäß gesagt, dass mein Gesundheitszustand immer wieder kippen kann, weil ich eine Grenzgängerin bin, und so wie es mir bisher immer wieder besser gegangen ist, wird es mir auch jetzt wieder besser gehen.
So konnte ich das Gespräch mit einer guten Perspektive und viel Hoffnung abschließen
01/11/2024 um 9:01 Uhr #371838Ich muss dir sagen, liebe Mowa, dass es zumindest strategisch unvorsichtig ist, einen Tag in der Woche arbeiten zu gehen weil dir der Kurs besonders am Herzen liegt, obwohl du eigentlich krank geschrieben bist.
Du hast ja gesehen, wie deine Kollegin reagierte. Da spielt es keine Rolle, dass du nicht bettlägerig krank geschrieben bist. Eine psychische Belastung wirkt sich ja auch auf die Arbeit bei dem Kurs aus.
Die meisten anderen Kollegen werden zwar nichts dazu sagen, aber eben genauso denken, ganz zu schweigen vom Personalchef. Auch mit einer Schwerbehinderung ist man nicht restlos vor Kündigung geschützt.
Hoffentlich bist du mir jetzt nicht böse! Ich schreibe nur, wie sich das nach außen hin darstellt…
01/11/2024 um 10:42 Uhr #371850Hallo @Molly,
meinst Du wirklich, dass es nicht darum geht, dass ich krank bin und Maßnahmen ergreife, um sobald wie möglich wieder arbeitsfähig zu werden, sondern darum, was die Kollegen denken?
Und meinst Du, dass die Kollegen die Situation besser einschätzen können bzw. Du die Situation besser einschätzen kannst als ich selbst, die betroffen ist und mein Psychiater, der seit 2017 mein Arzt ist?
Und denkst Du wirklich, mein Vorgesetzter würde mich kündigen, nachdem er von mir von Anfang an informiert wurde, dass ich krank bin und mit dem Arzt vereinbart habe, mittwochs arbeiten zu können?
Ich denke, hier gibt es ein Missverständnis
Liebe Grüße,
Mowa01/11/2024 um 11:11 Uhr #371851Ich weiß, dass ich mich mit dem Denken und Verhalten von Menschen im Allgemeinen auskenne. Ich war schon immer eine Beobachterin… Deshalb bin ich absolut sicher, dass die, die mit dir zu tun haben, so denken.
Dass jemand mit einer psychischen Erkrankung, wenn er sich einmal so verhält trotz Schwerbehinderung gekündigt wird, glaube ich zwar nicht, aber du arbeitest so ja schon länger. In deiner Personalakte ist das mit Sicherheit vermerkt. Du hattest geschrieben, du hättest am Montag ein entsprechendes Gespräch. Ich vermute zumindest eine Abstellung auf einen beruflichen Bereich mit extrem wenig Verantwortung.
Was deinen Arzt dazu treibt, dir zu sowas zu raten, kann ich nur vermuten. Er ist ja auch für eine Dosiserhöhung auf 1 mg, welche ziemlich sicher vollkommen unzureichend ist. Es kann zwar sein, dass du nach einer Weile wieder nach außen hin funktional wirst, aber du wirst eventuell immer instabil bleiben.
01/11/2024 um 11:34 Uhr #371853Hallo @Mowa,
du bist doch in den letzten Jahren im großen und ganzen relativ selten krankgeschrieben gewesen.
Dein Vorgesetzter kennt dich doch gut und steht hinter dir, weiß von deiner psychischen Erkrankung und mit deiner Mental-Health-Initiative hast du doch auch im Institut schon soviel Aufklärungsarbeit geleistet. Wer da vielleicht noch Stigmatisierungen im Kopf hat, das ist deren Problem.
Du bist doch, soweit ich mich richtig erinnere, schon ein- oder zweimal mit dem Hamburger Modell wieder eingestiegen und hast es nun schon soviel Jahre geschafft, in Vollzeit dort zu arbeiten.
Mit dem einen Mg Aripiprazol kommst du schon seit Jahren gut aus.
Ich würde mir keinen Kopf machen, es zeigt doch, dass du weiterarbeiten willst, das Projekt mittwochs nicht beeinträchtigen möchtest und tust was du kannst, um möglichst schnell wieder voll arbeitsfähig zu sein.
Ich denke, das beeindruckt deinen Chef und deine Kolleg:innen eher positiv als negativ.
Gute Besserung weiterhin und einen möglichst schönen Tag. 🍀
Petition für einen Wandel im psychiatrischen Gesundheitswesen und in der Psychopharmakologie – an die WHO und weitere:
01/11/2024 um 13:40 Uhr #371869Ich denke, hier gibt es ein Missverständnis
Ich denke, es ist grundsätzlich schwierig, psychische Erkrankungen und das sinnvolle Vorgehen dabei zu vermitteln. Andere sehen die Erkrankung nicht und können auch nicht wissen, was dann hilft. Dazu kommt vermutlich immer etwas Neid, wenn andere mit ihren eigenen Aufgaben, Arbeitsbelastung, Bezahlung nicht zufrieden sind. Letztlich besprichst du ja alles mit deinem Arzt und machst dir auch selbst Gedanken dazu. Daher will ich mich da nicht zu sehr einmischen.
Wie wir wissen ist die Dosierung sehr individuell zu bestimmen. Ich reagiere ja auch sehr empfindlich auf Neuroleptika und hohe Dosierungen waren für mich sehr schlimm. Auch da findest du für dich mit deinem Arzt sicher einen guten Weg.
01/11/2024 um 13:44 Uhr #371872Gute Besserung Mowa.
02/11/2024 um 3:51 Uhr #371971Hallo @Molly,
wenn ich darüber nachdenke, ist es vielleicht so wie @Dopplereffekt geschrieben hat, dass die Kollegen, die mit sich selbst unzufrieden sind, darauf neidisch sind, wenn ich während meiner Krankmeldung normal wirke, lächeln kann und den BGM-Schnupperkurs veranstalte oder mit dem Hund in den Wald gehe.
Ich glaube nicht, dass mein Vorgesetzter, mein Psychiater und auch die Kollegen, die mir Verständnis und Besserungswünsche entgegenbrigen, wenn ich über meine Erschöpfung und depressive Symptome spreche, diese Art von eigener Unzufriedenheit kennen.
Daher könnte ich Dich verstehen, wenn es so ist, dass Du Menschen kennst, die unzufrieden sind, neidisch auf andere Menschen sind und aus deren Perspektive meine Situation einschätzt.
Das Gespräch, das ich jetzt am Montag mit meinem Vorgesetzten habe, begleitet mich seit Anfang des Jahres, seitdem ich selbst beschlossen habe, das Betriebsratsamt niederzulegen und eine neue Tätigkeit wahrzunehmen. Es hat nichts mit einer „Abstellung“ oder mit „extrem wenig Verantwortung“ zu tun, und ich verstehe nicht, wie Du darauf kommst.
Was Du über meine Medikation und Stabilität geschrieben hast, da hast Du wahrscheinlich nicht mitbekommen, wie ich seit 15 Jahren schrittweise gesünder, leistungsfähiger und stabiler geworden bin. Diese sehr erfolgreiche Recoverygeschichte von mir ist gestützt auf meine eigene Initiative, meine eigene Resilienz so zu stärken, dass ich die Psychopharmakadosis minimieren kann.
Insgesamt fühle ich mich von Deinen letzten Beiträgen kaum angesprochen und wundere mich eher darüber
Liebe Grüße,
Mowa02/11/2024 um 4:34 Uhr #371972Hallo @Pia,
danke für Deine aufmerksamen Zeilen.
in den letzten Jahren im großen und ganzen relativ selten krankgeschrieben
Ja, dabei denke ich, die Quantität der geleisteten Arbeitsstunden ist eine Sache, und die Qualität der geleisteten Arbeit ist eine andere Sache.
Als ich bis 2015 15 mg und bis Mitte 2016 10 bzw. 7,5 mg Aripiprazol eingenommen habe, hatte ich wahrscheinlich weniger Fehltage. Doch die Qualität der Arbeit, die ich erbringen kann seitdem ich mit minimaler Neuroleptikadosis lebe, ist mit diesen früheren Jahren nicht zu vergleichen.
Es ist einfach so, dass viel Neuroleptika meine geistigen Fähigkeiten stark lähmen. Ich werde immer versuchen, die Psychopharmakadisis zu minimieren, damit ich maximal ich selbst sein kann.
Wer da vielleicht noch Stigmatisierungen im Kopf hat, das ist deren Problem.
Insgesamt frage ich mich schon, inwiefern diese Initiativen zum Stigmaabbau und zur Förderung der mentalen Gesundheit die Kollegen vor Ort wirklich erreicht haben.
Sie waren sicher gut gemeint und teilweise schon hilfreich, aber inwiefern haben sie wirklich dazu geführt, dass Menschen mit und ohne schweren psychischen Beeinträchtigungen zueinander finden und sich gegenseitig wertschätzen?
Auch im Arbeitskontext. Darum geht es mir ja. Es gibt sehr viel mehr, was getan werden kann und sollte, und im Moment ist es meine eigene Gesundheit, die mich zur Pause zwingt.
Ich denke, das beeindruckt deinen Chef und deine Kolleg:innen eher positiv als negativ.
Tatsächlich ist es so, dass ich von meinem Vorgesetzten, meinem Psychiater und von gewissen Kolleginnen und Kollegen Verständnis und Besserungswünsche erfahre.
Gleichzeitig ist es sicher auch so, dass es viele andere Kolleginnen und Kollegen gibt, die nicht wissen und dann auch nicht verstehen, dass ich krank bin und was ich warum tue, damit es mir besser geht.
Liebe Grüße,
Mowa -
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