Home › Foren › Selbsthilfe und Genesungsbegleitung (öffentlich) › Notizen von Mowa – Teil 2
- Dieses Thema hat 1651 Antworten sowie 56 Teilnehmer und wurde zuletzt vor vor 3 Jahren von
Mowa aktualisiert.
-
AutorBeiträge
-
05/04/2021 um 11:17 Uhr #156514
Anonym
tatsächlich ist es schon irgendwie so, da ja auch Raum und Zeit nicht unabhängig voneinander existieren.
Interessanterweise ist es z.B. auch so, dass Effekte in Überlichtgeschwindigkeit die Kausalität brechen, da dann die Wirkung vor der Ursache stattfindet. Man kann sich das so vorstellen: Man wird von einem Hammer getroffen und erst danach sieht man ihn auf sich zufliegen.
Und was das ganze noch abgefahrener macht ist, dass es durch aus Effekte gibt, die instantan eintreten können, über beliebige Entfernungen, was ja dann bedeuten würde, das der Effekt in Überlichtgeschwindigkeit übertragen würde, wo bei aber dann immer noch gilt, dass die Information trotzdem IMMER mit einer Geschwindigkeit unter Lichtgeschwindigkeit übertragen werden könnte. Es ist also so, dass für die Information nochmal eigene physikalische Gesetze gelten.
Einstein nannte diese instantanen Effekte übrigens „spukhafte Fernwirkung“.
05/04/2021 um 11:21 Uhr #156515Danke @Nichtraucher! Stimmt, Verschränkung, hatte ich auch mal gehört
05/04/2021 um 11:32 Uhr #156518Ja, danke @nichtraucher!
Ich finde es interessant, auch oder weil es meine Vorstellungskraft übersteigt.
05/04/2021 um 11:40 Uhr #156520dann wäre das Licht 10-Millionen-fach schneller als unsere Aufmerksamkeit.
Jetzt frage ich mich, ob unser Auge wie ein CCD-Sensor funktioniert, d.h. Informationen werden in diesen 0,25-Sekunden-Intervallen im Auge gesammelt und dann bei der Verarbeitung im Gehirn gemittelt – oder so?
05/04/2021 um 11:50 Uhr #156523Und das Licht, das z.B. an mir reflektiert wird, wird auch eine gewisse Zeit benötigen, um zu den Augen meines Mannes zu gelangen. Aber das passiert natürlich viel schneller als biologische Prozesse in unserem Körper, der kein Lasersystem o.ä. ist
Die Lichtgeschwindigeit/Zeit die das Licht von a nach b benötigt fällt bei Entfernungen von ein paar Metern nicht ins Gewicht, da beträgt die Verzögerung nur ein paar Nanosekunden.
Die Verzögerung durch den Verarbeitungsprozess liegt, wenn man folgendem und ähnlichen Artikeln glauben darf, im zweistelligen Millisekundenbereich. Also gucken wir quasi immer eine knappe Zehntelsekunde in die Vergangenheit
– auf jeden Fall ein Zeitraum, der tatsächlich „spürbar“ ist. Gleichzeitig ist unser Denkorgan aber auch ausgeklügelt genug, um diese Verzögerung im Bedarfsfall zu kompensieren, indem es beispielsweise bei sich schnell bewegenden Objekten Dinge vorausberechnet, so dass es anscheinend auch sein kann, dass wir ein kleines bisschen in die (vorausberechnete, nicht tatsächliche) Zukunft sehen können.https://www.salk.edu/news-release/we-live-in-the-past-and-our-brain-makes-up-for-it/
05/04/2021 um 11:55 Uhr #15652605/04/2021 um 11:59 Uhr #156528Jetzt frage ich mich, ob unser Auge wie ein CCD-Sensor funktioniert, d.h. Informationen werden in diesen 0,25-Sekunden-Intervallen im Auge gesammelt und dann bei der Verarbeitung im Gehirn gemittelt – oder so?
Das eher nicht, glaube ich. Zumindest nicht die „Mittlung“. 0,25 Sekunden ist doch ganz schön „lang“. Da bekäme man gerade bei schnell ablaufenden Vorgängen, bei denen sich in 0,25 Sekunden eine Menge verändert, ziemliche „Schlieren“ im Bild.
05/04/2021 um 12:04 Uhr #15652905/04/2021 um 12:32 Uhr #156534Informationen werden in diesen 0,25-Sekunden-Intervallen im Auge gesammelt
14 bis 16 Bilder pro Sekunde braucht ein Film mindestens, damit wir ihn als fließend wahrnehmen; das entspräche 0,06 bis 0,07 sec. Abstand, bei dem das menschliche Auge sicher verarscht wird. ;)
05/04/2021 um 16:17 Uhr #156552Zufällig per Autoplay entdeckt, eine passende und spannende Arte-Doku zum Thema Bewusstsein(sforschung):
https://www.youtube.com/watch?v=0DxMRK3k2f814 bis 16 Bilder pro Sekunde braucht ein Film mindestens, damit wir ihn als fließend wahrnehmen
Stimmt Yuri, dieses Unterscheiden von fließend vs. stockend geschieht auch in der gleichen Millisekundengrößenordnung. Das hängt bestimmt zusammen mit unserem visuellen Auflösungsvermögen und auch mit unserer Aufmerksamkeit
06/04/2021 um 8:12 Uhr #156724Guten Morgen zusammen,
heute ist Tag Nr. 18 mit der doppelten Dosis 2 mg Aripiprazol. Um 11:30 Uhr habe ich einen Termin bei meinem Psychiater. Zuletzt war ich am Montag vor 2 Wochen dort, nachdem ich Frühwarnsymptome hatte.
Meine eigene Einschätzung ist, dass ich mich in den letzten zweieinhalb Wochen gut erholt habe. Wie belastbar ich inzwischen wieder bin, wird sich erst zeigen, wenn ich in einer Woche zu arbeiten anfange. Bis nächsten Montag habe ich erstmal Urlaub
Ich habe die Hoffnung, dass ich innerhalb von 4 Wochen wiederhergestellt bin, d.h. in knapp 2 Wochen wieder auf 1 mg Aripiprazol reduzieren kann. Die Frühwarnsymptome hatte ich ja bekommen, nachdem ich mich 2 Wochen lang intensiv mit einem Thema meiner Betriebsratsarbeit beschäftigt habe.
Also das wären dann 2 krank machende Wochen versus 4 gesund machende Wochen. Das klingt doch nach einem guten Deal.
Wünsche allen einen guten Dienstag
LG,
Mowa07/04/2021 um 3:35 Uhr #156809Guten Morgen zusammen,
gestern hatte ich ein gutes Gespräch mit meinem Psychiater.
Ich habe ihm erzählt, dass es mir inzwischen wieder gut geht und ich keine Symptome mehr hatte, bis auf letzten Freitag, als mein Kopf sich anfühlte als würde ich leichtes Fieber bekommen, nachdem mein Mann sich nochmal erkundigte, wie es zu den Symptomen gekommen war. Das hat mich an die 2 vorausgegangenen Wochen erinnert, was mich bei der Arbeit gefesselt und begeistert hatte und habe durch diese Erinnerungen die Situation nochmal kurz durchlebt. Diese ansatzweise Unruhe im Kopf hat mir gezeigt, dass ich noch nicht ganz stabil war. Ich bin froh, dass ich diese Woche noch Urlaub habe und die folgenden Wochen einzelne Urlaubstage nehmen werde um weniger zu arbeiten.
Medikamentös bin ich bei der doppelten Aripiprazol-Dosis von 2 mg geblieben, weil ich schon damit stärkere (Neben-) Wirkungen gespürt und nicht geglaubt habe, mit 2,5 mg Olanzapin, was ja viel stärker wirkt, zurechtzukommen. Die Nebenwirkungen des Aripiprazols haben sich wie immer bei mir darin geäußert, dass ich mehr Watte im Kopf, Antriebsschwäche und gesteigerten Appetit bekommen habe. In den letzten 2 Wochen habe ich auch zugenommen. Die kommenden 1, 2 Wochen möchte ich bei 2 mg Aripiprazol bleiben und hoffe, dass ich danach wieder auf 1 mg reduzieren kann.
Vor 10 Jahren nach meiner ersten Psychose wusste ich noch nicht, was mit mir passiert und wie es dazu gekommen war, aber ich habe die Situation trotzdem akzeptiert. Nach den Rückfällen in 2018 und 2019 hatte ich mehr Erfahrungen und mehr Wissen, und ich konnte immer besser mit Psychosen umgehen. Jetzt, nachdem ich jeden Tag der letzten 4 Wochen bewusst erlebt habe, wie es bei mir zum Rückfall kommen kann, kann ich diesen Prozess gut verstehen. Die Erkenntnis, doch so leicht an die Grenzen meiner psychischen Gesundheit zu stoßen, ist zwar heute immer noch akzeptabel aber auch bitter für mich.
Und ich weiß noch genau, wie ich innerlich wie tot war, als ich mehrere Jahre lang mit 10 oder 15 mg Aripiprazol behandelt wurde, und ich bin für jeden Tag dankbar, an dem ich wie jetzt mehr am Leben teilhaben kann. Falls ich den Status quo für die kommenden Jahre und Jahrzehnte aufrechterhalten könnte, wäre ich sehr glücklich.
Mein Psychiater hat mir noch sinngemäß gesagt, es geht darum mein Engagement und meine Leidenschaft mit den Grenzen meiner psychischen Gesundheit in Einklang zu bringen. Dabei kann ich die Stellschrauben der medikamentösen Dosis und der Arbeitsdosis so anpassen, dass Rückfälle vermieden werden. Er empfiehlt mir, 3 Monate bei 2 mg Aripiprazol zu bleiben und nicht nur 3 Wochen.
Diesen Bericht hätte ich gerne gestern Nachmittag in aller Ruhe geschrieben aber leider gab es zu Hause einen 5 Stunden andauernden Psychoterror. In so einer Situation würde ich gerne meinen Mann auf den Mond schießen. Aber dieses Leben habe ich selbst gewählt und bestimmt nicht deswegen, weil es immer so schön einfach ist
So, heute ist Tag Nr. 19 mit der doppelten Dosis 2 mg Aripiprazol. Bald sind es schon 3 Wochen mit dieser Dosis, ich kann stolz auf mich sein. Als Highlight des heutigen Tages werde ich Brot backen. Am Abend werden die frischen Sauerteigbrote fertig sein.
Wünsche allen einen schönen Mittwoch
LG,
Mowa07/04/2021 um 7:23 Uhr #156821
Anonym
Guten Morgen liebe Mowa schön das du so reflektiert bist und auch offen mit dem Psychiater sprechen kannst und anderen. Es ist teilweise ja schon spannend wie wir an unsere Grenzen geraten und was dann passiert. Ich hab gestern früh meine Medis vergessen und nur wenige Stunden nachher genommen da fühlte ich mich schon weinerlich.
Tut mir leid das dein Mann dich so gestreßt hat, ich hoffe es renkt sich wieder alles ein.
Liebe Grüße Bernadette
07/04/2021 um 18:31 Uhr #156853Liebe @Mowa , ja ich finde auch dass du stolz auf dich sein kannst!
Danke dir dass du dein Erleben bzgl. der Erkrankung hier teilst. Ich höre heraus wie traurig du bist, dass du dich so in diesen Grenzen bewegen musst, die dir die Krankheit gebietet. Fühl dich einmal vorsichtig gedrückt.
I like cats and coffee…
and maybe 3 people.07/04/2021 um 18:43 Uhr #156854Ja, @Mowa, Du kannst wirklich stolz auf Dich sein.
Kleiner Hinweis (nur am Rande, vielleicht interessant für Dich zur Orientierung):
Ich hatte doch unlängst geschrieben, dass ich so verliebt war, dass ich mein Medikament aufdosieren musste.
Ich hielt das 3 Monate aufrecht, dann konnte ich problemlos wieder runtergehen.
Ich hatte aber auch keinen hohen Leidensdruck muss ich sagen. Wer frisch verliebt ist, macht auch einiges mit.
Hinzu kommt, dass sich die Nebenwirkungen in Grenzen hielten. Ich kam lediglich gegen Ende dieser drei Monate sehr schwer aus dem Bett, richtig leistungsfähig auf Arbeit wurde ich dann nach der Mittagspause (ich nehme Schmelztabletten). Das Wiederabdosieren war vollkommen problemlos (ich hatte nur zwei Nächste mit wenig Schlaf). -
AutorBeiträge
- Sie müssen angemeldet sein, um auf dieses Thema antworten zu können.
One thought on “Notizen von Mowa – Teil 2”
Comments are closed.