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Mowa aktualisiert.
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21/01/2023 um 8:16 Uhr #263971
Guten Morgen, liebe @Mowa,
danke, ich hatte gestern, nachdem ich dir geschrieben hatte, direkt bei Google Scholar nach der Martin-Harrow-Studie gesucht und auch gefunden. Da hatte ich vorher nicht nachgesehen und noch nicht wirklich gesucht. Ich habe noch nicht alles davon gelesen und deswegen noch nicht ins Forum gepostet.
Zu dem Absetzen oder Reduzieren:
Es ist ja so, dass die Synapsen im Gehirn durch Psychopharmaka empfindlicher werden und zum Teil vermehrt oder vermindert werden, weil der Körper sich an die Psychopharmaka ja gewöhnt und anpasst.
Deswegen sollte man grundsätzlich gerade beim Rest sehr vorsichtig vorgehen und ganz langsam ausschleichen und sich Zeit lassen. Das Gehirn ist neuroplastisch und kann sich an andere Dosierungen anpassen. Das dauert aber und geschieht nicht von heute auf morgen. Bei Vielen funktioniert eine Anpassungszeit von 4 bis 6 Wochen nach jedem Reduktionsschritt. Wenn man in der Zeit zu starke Entzugserscheinungen bekommt oder Symptome, kann man wieder etwas hochdosieren, so die Empfehlungen etlicher Selbsthilfe-Internetforen weltweit und auch der DGSP zum Beispiel. Von der DGSP gibt es auch eine kostenlose Broschüre dazu, auch als PDF-Download. Bücher gibt es auch etliche darüber.
Entzugserscheinungen können extrem werden und ein Rebound wird oft als Rückfall diagnostiziert.
Natürlich ist es klar, dass es wichtig ist, ob man mit einer gewissen individuellen Dosis stabil ist, darum ja auch die Zeit zur Anpassung nach jeder Reduktion.
Nu ja, ich bin da nicht die Expertin. Xeplion habe ich immer 3 Monate in der selben Dosis genommen und dann auf die nächst niedrigere Dosis reduziert. Das hat problemlos geklappt. Mein Psychiater sagte damals, ich könne dann ganz absetzen, als wir bei den 25 mg ankamen. Gern, bloß habe ich soviel von Anderen über abrubtes Absetzen gelesen, dass ich das nicht tun werde. Dafür nehme ich das Xeplion zu lange.
Ich hatte dir das gestern nur geschrieben, weil du mal schriebst, dass du es irgendwann wieder ohne Neuroleptika probieren möchtest.
Ich will dir da natürlich nicht reinreden, sondern dich nur darauf aufmerksam machen.
Ich wünsche dir einen schönen Tag und weiterhin gute Besserung.
Liebe Grüße Pia
Petition für einen Wandel im psychiatrischen Gesundheitswesen und in der Psychopharmakologie – an die WHO und weitere:
22/01/2023 um 0:57 Uhr #264072Nu ja, ich bin da nicht die Expertin.
Ich schon Pia, was meine eigenen drei Absetzversuche betrifft:
- 27.07.2016:
Absetzen von Aripiprazol von 10 mg auf 0 mg, ohne ärztliche Begleitung
- 06.07.2018:
Absetzen von Aripiprazol 7,5 mg auf 0 mg
- 26.06.2019
Gestern habe ich meine Medi vergessen (10 mg Aripiprazol)
D.h. ich habe zweimal von 10 auf 0 mg und einmal von 7,5 auf 0 mg abrupt abgesetzt, ganz ohne Probleme. Daher gehe ich davon aus, dass ich keine Absetzpsychose erleiden werde, egal ob ich abrupt oder schrittweise von 1 auf 0 mg absetze.
Natürlich ist es klar, dass es wichtig ist, ob man mit einer gewissen individuellen Dosis stabil ist, darum ja auch die Zeit zur Anpassung nach jeder Reduktion.
Ja, und das ist der Punkt, den ich auch hier im Forum deutlich machen möchte: Es gibt die wichtige Unterscheidung zwischen Absetzsymptomen und Stress- und Psychoseanfälligkeit.
Absetzsymptome kann man in den Griff bekommen, so wie Du beschrieben hast, indem man die Reduktionsschritte ausreichend klein wählt und für eine vorübergehende stabile Phase sorgt.
Die Anfälligkeit für Stress und Psychosen hingegen nicht! Diese kann nur unter belastendem Dauerstress getestet werden und nicht, wenn man stressarm lebt. Daher reicht es nicht aus, in einem begrenzten Zeitraum stressarm und stabil geblieben zu sein.
Deshalb weiß ich aus Erfahrung genau, dass es mir nicht helfen wird, jetzt weiter zu reduzieren oder abzusetzen. Ich muss noch ein ganzes Stück resilienter werden, damit mein Lebensdrang mit weniger oder ohne Aripiprazol kompatibel wird.
Mein Selbstversuch, so weit wie möglich ohne Psychopharmaka zu leben, läuft seit 2016, und ich weiß noch nicht, ob ich meine niedrigstmögliche Aripiprazoldosis von derzeit 1,0 mg nach unten drücken kann. Das will ich ja in den nächsten Jahren herausfinden.
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Diese Antwort wurde vor 3 Jahren von
Mowa geändert.
22/01/2023 um 11:22 Uhr #264109Hallo liebe @Mowa,
ich sehe es so, dass praktisch jede:r von uns zum eigenen Experten der Erkrankung und für sich werden sollte. Wir sind zum Glück alle individuell und haben unsere eigenen Lebenserfahrungen und Herausforderungen, Umfeld, etc.
Was für Einige gut ist, muss für Andere nicht gut sein.
Es ist auch nicht so, dass alle Anwender:innen von Psychopharmaka Absetzsymptome bekommen. Bei etwa 50% ist es so, dass sie keine bekommen, die etwa anderen 50% leider schon.
Mir persönlich ist es zu riskant, die 25 mg (alle 4 Wochen) Xeplion, was etwa 2,33 mg Aripiprazol pro Tag entspricht, einfach abrubt abzusetzen.
Bei Nichtraucher ist das, wie ich so mitbekommen habe, wohl bisher gut gegangen, bei Anderen, von denen ich las, leider nicht.
Natürlich würde ich wegen der inakzeptablen Nebenwirkungen bei mir auch am liebsten abrubt absetzen.
Ich wünsche dir jedenfalls viel Erfolg weiterhin, egal wie und ob du absetzt und weiterhin gute Genesung, Gesundheit und einen schönen Sonntag.
Liebe Grüße Pia
Petition für einen Wandel im psychiatrischen Gesundheitswesen und in der Psychopharmakologie – an die WHO und weitere:
22/01/2023 um 11:38 Uhr #264112abrubt
Jetzt mach ich hier auch mal den Lektor, weil du das gleich zweimal falsch geschrieben hast. Es heißt „abrupt“.
22/01/2023 um 11:43 Uhr #264114Absetzsymptome
Es müssen keine Absetzsymptome sein! Bei denen, wo die akute Psychose im Hintergrund latent immer noch aktiv ist, weil die Auslöser noch triggern (also bei mehr, nicht durch die Psychopharmaka abgepuffertem synaptischen Stress Verletzlichkeit auslösen), kommt sie natürlich wieder, so bald man die Neuroleptika absetzt.
Bei mir ist es so, dass die Psychose (Stimmenhören, das Gefühl beobachtet zu werden, daraus resultierende Ängste und Depressionen) immer auffrischt so bald ich reduziere, obwohl ich meine Auslöser schon lange ad acta legen konnte. Verliebtheit, Sex und Beziehung, mein eigentlicher Haupttrigger, ist in meinem Alter nicht mehr so oft das Problem, weil ich ja alleine lebe und zu wenige Kontakte habe, um mich dauernd neu zu verlieben.
Es liegt eindeutig an meiner Veranlagung dazu.
22/01/2023 um 11:51 Uhr #264119
Anonym
Mir geht’s gleich wie molly bei mir reicht ein paar Tage weglassen oder paar Monate wenn ich ganz langsam reduzieren. Ich habe schließlich diese Krankheit. Mann kann das nicht weg reden.
22/01/2023 um 17:18 Uhr #264155Natürlich ist es klar, dass es wichtig ist, ob man mit einer gewissen individuellen Dosis stabil ist, darum ja auch die Zeit zur Anpassung nach jeder Reduktion.
Ja, und das ist der Punkt, den ich auch hier im Forum deutlich machen möchte: Es gibt die wichtige Unterscheidung zwischen Absetzsymptomen und Stress- und Psychoseanfälligkeit. Absetzsymptome kann man in den Griff bekommen, so wie Du beschrieben hast, indem man die Reduktionsschritte ausreichend klein wählt und für eine vorübergehende stabile Phase sorgt. Die Anfälligkeit für Stress und Psychosen hingegen nicht!
Hallo Mowa.
Ich stimme dir zu wenn du sagst, dass die Anfälligkeit für Stress nicht veränderbar ist. Das da jeder Mensch seine Stresstoleranz hat. Jedoch glaube ich, dass es eben Stressoren gibt. Also Gründe oder Umstände die Stress auslösen. Und daran kann jeder arbeiten. Das ist etwas, was ich in der Verhaltenstherapie gelernt habe und erfolgreich bei mir anwende. Nicht umsonst gibt es Skills wie radikale Akzeptanz oder ähnliches.
Ich behaupte sogar, dass man in der Lage ist Ohnmacht umzuwandeln. Ein sehr großer Stressor. Ich erlebe es selbst.
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Diese Antwort wurde vor 3 Jahren von
rebus geändert.
23/01/2023 um 4:01 Uhr #264237Guten Morgen zusammen
Danke für Eure Feedbacks, und es tut mir leid, dass ich mich offenbar hier missverständlich ausgedrückt habe:
Ja, und das ist der Punkt, den ich auch hier im Forum deutlich machen möchte: Es gibt die wichtige Unterscheidung zwischen Absetzsymptomen und Stress- und Psychoseanfälligkeit.
Absetzsymptome kann man in den Griff bekommen, so wie Du beschrieben hast, indem man die Reduktionsschritte ausreichend klein wählt und für eine vorübergehende stabile Phase sorgt.
Die Anfälligkeit für Stress und Psychosen hingegen nicht! Diese kann nur unter belastendem Dauerstress getestet werden und nicht, wenn man stressarm lebt. Daher reicht es nicht aus, in einem begrenzten Zeitraum stressarm und stabil geblieben zu sein.
Ich wollte mit den obigen Sätzen nicht ausdrücken, dass jede/r Betroffene gleichermaßen Absetzsymptome bekommt und jede/r Betroffene gleichermaßen Anfälligkeit für Stress und Psychosen hat.
Und, ich wollte auch nicht ausdrücken, dass die Anfälligkeit für Stress und Psychosen gar nicht veränderbar ist.
Beides würde allem widersprechen, was ich bis jetzt in diesem neuen Forum gepostet habe!
Was ich verdeutlichen möchte, ist einfach nur, dass Absetzsymptome medikamentös bedingt sind, die Anfälligkeit und Stress und Psychosen hingegen nicht. Ich denke, es ist sehr hilfreich und sehr wichtig, diese beiden Punkte bewusst auseinander zu halten.
Bei Menschen, die unter schweren Traumata und/oder schweren Suchterkrankungen leiden, liegen die Ursachen für ihre Anfälligkeit für Stress und Psychosen viel tiefer als dort, wo sie sich in Form von psychotischen Symptomen äußern.
Ob und inwieweit die individuelle Anfälligkeit für Stress und Psychosen durch nichtmedikamentöse Therapiemethoden abgebaut und die Resilienz an ihrer Stelle aufgebaut werden kann, das hängt sicher von ihren individuellen Ursachen, von der individuellen Ausprägung der Erkrankung, von den individuellen Lebensumständen der Betroffenen, von der individuellen Verfügbarkeit von nichtmedikamentösen Therapiemethoden usw. ab.
Dafür, dass nichtmedikamentöse Therapiemethoden verfügbarer werden und weniger Psychopharmaka eingesetzt werden, setze ich mich ein. Mein Erfahrungsbericht ist ein Teil davon:
https://schizophrenie-online.com/forums/Thema/notizen-von-mowa-teil-2/page/104/#post-25918023/01/2023 um 4:18 Uhr #264244Hab ich alles gemacht. Wenn wir es übermorgen probieren könnten, wäre mir gedient.
Übrigens @sartorius, suche Dir bitte woanders nach Hilfe. Ich werde Dir nicht mehr helfen
23/01/2023 um 5:18 Uhr #264245Ist ja gut @Mowa, sei nicht gleich eingeschnappt. Das ist gestern dumm gelaufen, war aber keine Absicht. Ich glaube auch ich schaffe die Einführungsveranstaltung heute auch so.
23/01/2023 um 10:38 Uhr #264274Es müssen keine Absetzsymptome sein! Bei denen, wo die akute Psychose im Hintergrund latent immer noch aktiv ist, weil die Auslöser noch triggern (also bei mehr, nicht durch die Psychopharmaka abgepuffertem synaptischen Stress Verletzlichkeit auslösen), kommt sie natürlich wieder, so bald man die Neuroleptika absetzt.
Ich denke, dass die zugrundeliegende psychische Problematik zum guten Teil erst dann abgearbeitet werden kann, wenn die künstliche Dämpfung durch Neuroleptika weg ist. Da sollte man sich aber vorsichtig und mit Hilfe drantasten. Ich meine aber, erst wenn ich den Reizen voll (oder zumindest weniger gedämpft) ausgesetzt bin, kann ich lernen, damit umzugehen oder wenn nötig mich ihnen fernzuhalten.
Dafür, dass nichtmedikamentöse Therapiemethoden verfügbarer werden und weniger Psychopharmaka eingesetzt werden, setze ich mich ein.
23/01/2023 um 12:06 Uhr #264287@Dopplereffekt, wenn die Stressoren abgedämpft sind, weiß ich ja immer noch, wie es vorher für mich war als sie noch so massiv waren, aber dann kann ich ohne meine Ängste viel klarer denken und entscheiden.
23/01/2023 um 12:15 Uhr #264288@molly Wie willst du denn dann aber einen guten neuen Umgang mit Stressoren lernen, wenn du dich gar nicht so richtig spürst?
23/01/2023 um 21:50 Uhr #264359@Dopplereffekt, wieso sollte ich mich mit den Medikamenten nicht richtig spüren? Meine Ängste machen mich ja handlungsunfähig, nicht das Amisulprid.
Das Impromen, also das Zeug das ich früher einnahm, war da ein anderes Kaliber. Es hatte massive Nebenwirkungen, die mir mein normales Leben wegnahmen und hat kaum gegen die Stimmen oder Sonstiges geholfen. Ich bin auch mit dem Zeug total paranoid geworden.
Heutzutage geht es mir echt gut! Ich vermisse nichts!
Aber wir sollten Mowas Blog nicht weiter zuspammen.
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Diese Antwort wurde vor 3 Jahren von
Molly geändert.
24/01/2023 um 4:34 Uhr #264372wieso sollte ich mich mit den Medikamenten nicht richtig spüren? Meine Ängste machen mich ja handlungsunfähig, nicht das Amisulprid
Ich glaube, Molly und Dopplereffekt, die Erfahrung, dass Neuroleptika „sich selbst nicht richtig spüren lassen“, kann man am ehesten machen, wenn man die Neuroleptika ganz abgesetzt hat und eine bestimmte Zeit lang symptomfrei geblieben ist.
Die Wirkung des Absetzens besteht für mich darin, dass ich gedanklich und emotional beweglicher wurde, Informationen leichter und mehr miteinander verknüpfen und verstehen konnte und in Folge auch den natürlichen Antrieb wiederherstellen konnte.
Indem ich die Probleme, die in meinem Menschenleben unweigerlich auftreten, erkenne und daran arbeite, baut sich schrittweise Resilienz auf und werde dadurch immer stabiler und gesünder.
Seit ich meine niedrigstmögliche Dosis von 1 mg Aripiprazol seit drei Jahren und zwei Monaten einnehme, habe ich außerdem festgestellt, dass sich das Gehirn über Jahre hinweg erholt und sich die Vernetzung im Gehirn und mit meiner Umwelt weiter verbessert.
Damit das Gehirn seine natürliche Gesundheit wiederherstellen kann, sind Stabilität auf einer Seite und eine Minimierung der Psychopharmakadosis bis hin zum völligen Verzicht auf Psychopharmaka auf der anderen Seite gleichermaßen hilfreich.
Das heißt, es ist weder hilfreich, sehr stabil zu sein weil ich zu viel Psychopharmaka einnehme (zugeschüttetes Ich), noch sehr labil zu sein weil ich keine Psychopharmaka einnehme (kränkelndes Ich), denn in beiden Fällen sind meine Urteils- und Handlungsfähigkeit beeinträchtigt.
Weil die Ursachen und die Ausprägung für die Stress- und Psychoseanfälligkeit so individuell sind wie wir selbst, sollte jede/r Betroffene selbst entscheiden können, wie viel medikamentösen Schutz sie/er in welcher Lebenssituation benötigt und wie viel vom Lebensabschnitt sie/er nichtmedikamentös bewältigen will und kann.
Ich hoffe, dass immer mehr Ärzt:innen und Therapeut:innen diese Sicht mit mir teilen und ihre Behandlungsmethoden überdenken, wenn sie zuvor pauschal auf die medikamentöse „Behandlung“ von Menschen mit Schizophreniediagnose gesetzt haben.
Letztes Jahr hatte ich diesen Auszug aus der Homepage von Herrn Lehmann zitiert:
»(…) Wir sind uns aber klar darüber, dass das Mittel die gesamte und nicht nur die krankhafte Affektivität dämpft. Eine solch umfassende Dämpfung könnte vielleicht auch diejenigen Impulse erfassen, die Selbstheilungstendenzen entspringen. Einzelne freilich unkontrollierbare Eindrücke bei akut Erkrankten ließen uns sogar die Frage aufwerfen, ob nicht unter der medikamentösen Apathisierung eine Stagnation der psychotischen Entwicklung auftreten kann, die nicht bloß das Rezividieren (Wiederauftreten), sondern auch das Remittieren (Rückbilden) betrifft.« (1954, S. 588)
Quelle: https://antipsychiatrieverlag.de/artikel/gesundheit/rez-ver.htm
Die Quellenangabe fehlt auf der Homepage, und wenn ich sie richtig gesehen habe, dann lautet sie:
Ernst, K. (1954). Psychopathologische Wirkungen des Phenothiazinderivates »Largactil« (= »Megaphen«) im Selbstversuch und bei Kranken. Archiv für Psychiatrie und Nervenkrankheiten, 192, 573–590Leider habe ich keinen Zugang zu diesem Bericht von Herrn Ernst, sonst hätte ich ihn gerne gelesen!
Herr Ernst berichtet 1954 über seine persönlichen Erfahrungen mit der Wirkung des Neuroleptikums Chlorpromazin, nachdem er das Psychopharmakon als gesunder Arzt systematisch an sich selbst getestet hat.
Es wundert mich nicht, dass ich als schizophren diagnostizierter Mensch, der seit sechseinhalb Jahren systematische Selbstversuche durchführt, zu den gleichen Beobachtungen komme. Tatsächlich hätte ich ihm unmittelbar nach meinem ersten Absetzversuch im Jahr 2016 zugestimmt, wenn ich damals diesen Auszug aus dem Bericht von Herrn Ernst gelesen hätte.
Damit möchte ich auch sagen, dass wir natürlich individuell sind, wie wir immer wieder feststellen, aber ich beobachte auch hier im Forum, dass es häufig Erfahrungen gibt, die unter den Betroffenen geteilt werden.
Ich bin davon überzeugt, dass ein systematisch durchgeführter Selbstversuch eines Einzelnen mindestens so aussagekräftig sein kann wie das Durcheinander von Erfahrungen vieler Betroffener, die sich noch nicht systematisch beobachtet haben.
- 27.07.2016:
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One thought on “Notizen von Mowa – Teil 2”
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