Zusammenhang Cannabis und Schizophrenie

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  • #39470

    @Lewis

    Sei Dir bewusst, dass Geld, das Du verschwendest dann für die Versorgung von RICHTIG Kranken fehlt. Den Alten, den Behinderten und all denen die wirklich nicht können. Es trifft die Schwächsten.

    #39477
    Anonym

      Ich gebe dir mit den negativen Wirkungen vom Leistungsdruck durchaus Recht. Viele Menschen scheinen eine Einstellung zu pflegen, nachdem sie den Wert von Menschen an ihrer Nützlichkeit für andere (meist die Gewinner unseres Systems…) festmachen. Und nicht nach Lebensqualität und Erfüllung fragen dabei – ob jemand Freude am Leben hat, scheint ihnen oft zweitrangig, und sie tendieren dazu, ihre Vorstellungen anderen aufzwingen zu wollen.

      Aber so zu argumentieren, dass du deswegen ihr System angreifen und missbrauchen darfst indem du dich selbst kaputt machst, nur um dir wieder von denselben Menschen, die du so kritisierst, aus der Scheisse helfen zu lassen finde ich ein bisschen arg unreif.

      Auch gerade was Cannabis angeht – mit ungezügeltem Missbrauch und Scheissegalhaltung überzeugt man keine anderen Menschen davon, dass eine Legalisierung sinnvoll sein könnte. Im Gegenteil bestärkst du damit nur ihre festgefahrene Antihaltung, und gibst dich als schlechtes Beispiel preis auf das sie dann mit dem Finger zeigen können. Und die Menschen werden sich nach einer Legalisierung noch wundern, wer alles kifft, aber damit nie negativ auffällig wurde.

      Was verändern kann man durchaus, wenn man Zeit und Kraft hat. Und das Leistungsspiel mitzuspielen zwingt dich auch keiner mit der Peitsche – mit Regeln schon, aber die bieten auch Freiräume für Menschen, die es wirklich wissen wollen. Eine Kritik an den Regeln wird nur massentauglich, wenn du dich vorbildlich verhältst, deinen Konsum geregelt und ohne negative Folgen im Griff hast, die verfügbare Zeit sinnvoll zu nutzen lernst so gut es geht. Du änderst die Anmassungen des ungezügelten Wettbewerbs und Leistungsdrucks nicht, indem du dich selbst zerstörst. Ich kann verstehen, wenn du dich dem Druck irgendwie entziehen willst. Aber dann abzugehen wie ein kleines trotziges Kind, hilft weder dir noch anderen.

      #39482
      Anonym

        Die Weltgesellschaft spaltet sich, wie Alain Badiou (übrigens noch anhand etwas älterer, geringfügig optimistischerer Zahlen) anschaulich zusammenfasst, nun grob in drei Teile. Die reichsten 10 Prozent besitzen 86 Prozent der verfügbaren Ressourcen. Die globale Mittelschicht, 40 Prozent der Menschen, fast ausschließlich in westlichen Ländern beheimatet, besitzt 14 Prozent; die übrigen 50 Prozent besitzen so gut wie nichts (s. Badiou 2016: 31).

        Pfaller, Robert (2017-11-23). Erwachsenensprache: Über ihr Verschwinden aus Politik und Kultur (German Edition) (Kindle-Positionen276-281). FISCHER E-Books. Kindle-Version.

         

        Ich hatte vom Buch eine Leseprobe und bin erstaunt, dass viele Errungenschaften, die gemeinhin uns als gut und richtig erscheinen, von der Diskussion einer Postmoderne bis hin zu ökonomischen Fragen, vom Autor als unmündig und unsolidarisch gebrandmarkt werden.

        1 % besitzt im Grunde alles, das ist Schizokapitalismus. Was die Leute damit machen..

        Habt Ihr eine Idee? Kiffen und saufen die, um zu ertragen, dass 50 % nicht genug zum Leben haben!?

        #39489

        „Nicht genug zum Leben haben“

         

        Zunächst sollte man sich einmal bewusst werden das der Anteil derer in Absoluter Armut immer weiter sinkt. Das heißt die, die nichts haben, denen wurde nicht etwa etwas weggenommen, sondern die sind in einer Situation geboren worden da nichts vorhanden war. Vorher nicht und nachher nicht.

         

        Was hilft dagegen? Umverteilung? Nein!

         

        Was dagegen hilft ist der Aufbau einer Kultur, die die Menschen dazu befähigt, mehr zu Leisten als was sie Selbst zum Leben brauchen, damit sie für sich und ihr Umfeld (alte, kranke, schwache, kinder) etwas aufbauen können. Eine nachhaltige Entwicklung.

         

        Wie erreicht man diese Befähigung? Zunächsteinmal in dem man sich selbst kultiviert und selbst versucht so nachhaltig zu leben, damit man Lebensformen entdeckt und entwickelt, die vielleicht dann auch für andere funktionieren. Es geht NICHT indem man sich gehen lässt und die Ressourcen verschwendet.

        Somit meine ich, dass die Schuld für die Armut in der Welt NICHT bei den Reichen zu suchen ist, sondern bei allen, die egoistisch leben und mehr verbrauchen als sie beitragen.

        #39511
        Anonym

          Eigentlich heisst es doch: geben ist seeliger denn nehmen. Aber das ist leider scheinbar bei denen nicht angekommen, die so viel haben, angesichts der Masse derjeniger, die einen Teil davon dringend bräuchten um den wahren Sinn des Lebens anständig würdigen zu können.

          Ausserdem, warum sollten so viele Menschen immerzu leisten und teils darunter leiden müssen, wenn es eigentlich in unserer Hand läge endlich einfach einen Schlussstrich zu setzen, und die Erzeugung von Gütern mittels Maschinen zu regeln, und diese Güter einfach möglichst gerecht zu verteilen. Die Menschen könnten so anstatt sich einem leidvollen System fügen zu müssen, die Freiheit geniessen, die Güter zu nutzen und sich selbst auszudenken, was sie zu ihrer Verwirklichung und Erfüllung so alles anstellen wollen. Ich glaube, der einzige Grund, warum dies nicht passiert, ist dass einige sehr viel Besitz haben, und diesen nicht verlieren wollen, und diejenigen, die es derzeit bestimmen könnten, haben schlichtweg Angst vor diesen Menschen.

          Ich glaube, der wahre Sinn des Lebens ist nicht Leistung, das ist nur ein kleiner, wenn auch wichtiger Aspekt der Sache: der wahre Sinn ist Erfahrung, darum leben wir alle, um solche zu machen. Und in unserer Natur der Sache liegt wohl, dass wir danach streben möglichst viel gute Erfahrungen zu machen, und negative mit möglichst schneller Einsicht und möglichst wenig Leid. Deswegen gibt es Freud und Leid, um uns zu zeigen, was gut und was schlecht ist. Freilich kann die anfangs leidvolle Überwindung von Leid an sich anschliessend in eine Freudvolle Erfahrung entwickeln, und so das Leid transzendieren.

          Alles, was dem entgegenspricht, ist meiner Ansicht nach widernatürlich, und wider den eigentlichen Sinn des Lebens. Hat vielleicht aber auch seinen Stellenwert als Stufe zur Erlangung der Verwirklichung des Sinns des Lebens, denn schlechte Dinge werden leidvoll als das erkannt, was sie sind, damit die leidvolle Erfahrung ihrer Natur dabei hilft, künftige leidvolle Erfahrungen zu vermeiden.

          #39519

          Der Leistungsdruck in Deutschland ist schon enorm. Man muss acht Stunden arbeiten und wenn man krank wird, ist man sozial abgesichert und hat eine ordentliche Krankenversorgung. Wir haben es echt schlecht.

          #39523

          @Hirnsehprogramm Ich finde das hast du schön geschrieben. :-)

          Ich finde, dass die ungerechte Verteilung von Vermögen ein großes Problem ist. Sich selbst oder anderen Schaden zuzufügen löst das Problem aber nicht und macht alles nur schlimmer. Ich wundere mich gerade, dass das anscheinend nicht selbstverständlich ist :-(

          #39532

          @HSP

          Von „Erfahrung“ wird aber keiner satt

          #39533

          Das sehe ich genauso wie Nichtraucher.

          #39544
          Anonym

            Die Erfahrung, dass Hunger leidvoll ist, treibt Menschen zu der Erfahrung, dass sie aus ihrer Erfahrung oder mittels ihrer Kreativität Lösungen finden können, die den Hunger lindern. Das ist eine gute Erfahrung, ebenso wie es eine gute Erfahrung sein kann, zu sehen wie jemand anderes durch Hunger weniger leiden muss. Die Frage ist doch, wie genau das Problem gelöst wird, dass Menschen Hunger haben und etwas zum Essen brauchen. Unsere Erfahrung und Kreativität kann nämlich verschiedene Lösungen für dieses Problem finden und beurteilen lassen. logischerweise sollte eine Lösung gefunden werden, die zum Besten aller ist, so gerecht ist wie es möglich ist, und auch ansonsten möglichst wenig Leid erzeugt und möglichst viel Spielraum für positive Erfahrungen bei möglichst vielen Menschen belässt oder sogar eröffnet. Ich glaube nicht, dass die dezeitige Ordnung optimal für die Menschheit ist. Im Gegenteil, sie bindet viele Menschen quasi mit Gewalt in den Zwang von ihnen ungeliebten Tätigkeiten, und sie zerstört aktuell durch ihre Ungezügeltheit die Umweltbedingungen unserer Welt, vielleicht irreversibel. Ein Hoffnungsschimmer ist mir immer noch die sich derzeitig entwickelnde Technik, die ermöglicht, die Arbeit von Menschen konseuquent durch Maschinen zu ersetzen, und der Glaube daran und die Hoffnung, dass es genug Menschen mit Anstand und Verstand gibt, die dafür sorgen werden, dass der Nutzen dieses Segens gerecht verteilt werden wird, um leidvollen sozialen Unfrieden oder die Ausbildung von ungesunden Hierarchien zu verhindern.

            Aber die Diskussion ging doch eigentlich um Cannabis, was es im Zusammenhang mit Schizophrenie bedeutet, und dann nebenläuftig darüber, ob das Verbot gerechtfertigt ist, oder nicht. Aber ein Aspekt der Leistungsdiskussion ist schon ganz passend, wenn wir an das Verbot denken. Denn es ist vielleicht auch so, dass bestimmte Menschen scheinbar wollen, dass andere Menschen ihnen zum grösstmöglichen Nutzen Leistungen erbringen. Warum auch immer, mir geht es nicht in den Kopf und es erscheint mir im Grunde als grosse Anmaßung und grosse Maßlosigkeit, die auf diesem Planeten stattfinden. Cannabis mindert vielleicht in ihren Augen diese Leistungsfähigkeit bei manchen Menschen. Darum wollen sie vielleicht nicht, dass zu viele Menschen es konsumieren. Ich glaube nicht an Fürsorgegedanken bei dem Verbot – in meinen Augen richtet es mehr Schäden an der Gesellschaft an als es verhindert.

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