Wirkung von Prolaktin auf Testosteron

Home Foren THERAPIE Wirkung von Prolaktin auf Testosteron

Ansicht von 9 Beiträgen – 1 bis 9 (von insgesamt 9)
  • Autor
    Beiträge
  • #30546

    Hallo !

    ich habe einen zu hohen Prolaktinspiegel (durch Risperdal).

    Kann es dadurch zu einer Schädigung des Hoden kommen?

    Hat da jemand Erfahrung damit?

     

    Danke schon mal!

    #30553

    Ich meine, ich hätte mal gelesen, dass eine dauerhafte Prolaktinerhöhung zu Impotenz führen kann.

    Leider erhöhen einige NLs den Spiegel… häufig kommt es zu Männerbrüsten. Ich würde mit dem Arzt mal darüber sprechen, vielleicht kannst du auf ein anderes Medikament wechseln.

    #30648
    Anonym

      Hallo,

      eine erhebliche Erhöhung von Prolaktin wird beim Mann u.a. mit sexuellen Funktionsstörungen wie Verminderung des sexuellen Verlangens und Potenzstörungen, mit einer Beeinträchtigung der Fruchtbarkeit durch Verminderung der Anzahl der Samenzellen sowie mit einer Stimulation des Brustdrüsengewebes in Verbindung gebracht. Eine Schädigung der Hoden im Sinne bleibender Schäden ist nach bisherigem Kenntnisstand normalerweise nicht zu erwarten. Allgemein sollte man meiner  Meinung nach damit möglichst nicht weiterbehandeln, wenn der Prolaktinspiegel deutlich erhöht ist, und nach Alternativen suchen.

      Medikamente wie Risperdal, aber auch Haloperidol oder Amisulprid erhöhen häufiger den Prolaktinspiegel.

      In extremeren Fällen sollte man auf ein anderes Medikament umstellen, z.B. Aripiprazol (Abilify), was durch seinen partialdopaminagonistischen Effekt den Prolaktinspiegel zumindest normalisieren kann. U.U. in bestimmten Fällen mit strenger Indikationsstellung (bei Therapieresistenz der Psychose) könnte auch Clozapin eine Alternative sein (was allerdings eine Reihe anderer Nebenwirkungen haben kann). Sie sollten Ihren behandelnden Arzt unbedingt nach solchen Alternativen fragen.

      MfG

      Prof. Klimke

       

      #30778

      Hallo !

      Vielen Dank für eure Antworten und vielen Dank für die ausführliche Meinung von Prof. Klimke!

      Ich nehme derzeit Clozapin (175mg) und Risperidon (6mg).

      Ich möchte ungern umstellen, weil es mir mit dieser Medikation besser geht, als viele Jahre vorher.

      Aripiprazol vertrage ich leider nicht…

      Gibt es noch Alternativen, die den Prolaktinspiegel nicht erhöhen und so stark sind wie Risperidon, bzw. kann ich “gefahrlos” bei meiner aktuellen Medikation bleiben?

      Vielen Dank!

      • Diese Antwort wurde geändert vor 5 Jahre, 3 Monate von Nussi.
      • Diese Antwort wurde geändert vor 5 Jahre, 3 Monate von Nussi.
      #30790

      Ich fand Zeldox gut, das habe ich lange genommen. Allerdings muss man davon auch eine sehr hohe Dosis nehmen….bei 6 mg Risperdal…wahrscheinlich schon so 160 mg Zeldox. Ich fand es aber sehr gut verträglich, es gibt keine Gewichtszunahme und es erhöht auch nicht den Prolaktinspiegel. Es ist halt in der Wirkung ein wenig schwächer wie Risperdal, deswegen sind so hohe Dosen nötig.

      #30878
      Anonym

        @nussi Aktive Stressreduktion ersetzt dir kein Neuroleptikum. Gedämpft hast du weniger Charisma, auch wenn du so mehr zu schaffen glaubst. Das ist das Einschneidendste. Ich hab Videos verglichen – vor und nachher. Das Risperdal lässt mich teilnahmslos wirken. Das mag ein Schutz sein, grenzt aber auch in innigen Situationen aus. Man bleibt dann übrig. Das mag nicht jeder. Aber Einsamkeit überbrückt es gut. Du bist dann weniger ablenkbar, erscheinst belastbarer und leistungsfähiger im Job.

        #32263

        Hey !

        Danke für Eure Antworten :-D !

        Werde mit meiner Nervenärztin besprechen, ob ich jeden Monat um 0,5mg Risperdal runter gehen kann.

        Im August wird der Prolaktinspiegel kontrolliert – ich gebe euch Bescheid, ob die Reduzierung was gebracht hat!

        Schönes Wochenende noch :-D !

         

        Gruß

        Nussi

         

        #32271
        Anonym

          .

          #60423

          Hallo!

           

          Ich wollte euch mal Rückmeldung geben.

           

          Bin von 6mg Risperdal auf 4mg Risperdal runter gegangen. Immer nach 6 Wochen 0,5mg Risperdal weniger. Ich nehme nun 175mg Leponex und 4mg Risperdal.

          Der Prolaktinspiegel ist noch etwas hoch, aber der Testosteronspiegel ist wieder normal.

           

          Prof. Klimke hatte also recht – es kommt nicht zu einer Schädigung des Hoden.

          Alle, die mit dem Risperdal runter gehen wollen, kann ich nur empfehlen, es sehr langsam zu machen.

          Wie gesagt, ich habe immer nach 6 Wochen um 0,5mg reduziert und es ging ganz gut (so langsam).

           

          Wünsche euch gute Besserung.

           

          Nussi

           

        Ansicht von 9 Beiträgen – 1 bis 9 (von insgesamt 9)
        • Sie müssen angemeldet sein, um auf dieses Thema antworten zu können.