Wie kommt ihr mit der Schizophrenie zurecht?

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  • Dieses Thema hat 11 Antworten und 8 Teilnehmer, und wurde zuletzt aktualisiert vor 1 Jahr, 7 Monate von Anonym.
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  • #233342

    Hallo liebe Forenmitglieder,

    wie kommt ihr mit der Schizophrenie zurecht? Könnt ihr ein normales Leben mit Arbeit führen?
    Also ich habe depressive Symptome und kann daher im Moment nicht arbeiten. Ich lebe sehr zurück gezogen und will auch nicht mal gerne Freunde treffen. Ich treffe deutlich weniger Freunde als vor der Krankheit.
    Aber mir geht es so gut, dass ich mich einigermaßen beschäftigen kann. Ich kann schwimmen gehen, Musik hören, singen, lesen, lernen und spazieren gehen. Also ich bin schon dankbar für die Dinge, die ich machen kann. Aber ich bin nicht im Stande größere Ausflüge zu machen. Ich würde gerne wieder auf Konzerte gehen oder in eine andere Stadt Freunde besuchen.
    Wie kommt ihr zurecht? Was sind eure Einschränkungen?

    Viele liebe Grüße

    Sanny

    #233354

    Hallo Sanny :-)

    Also bei mir ist es auch so mit der Zurückgezogenheit.

    Treffe keine Freunde mehr und habe so gut wie keinen Kontakt zu denen, aber auch weil ich umgezogen bin und keinen Führerschein habe. Außerdem bin ich seit 2020 arbeitsunfähig.

    Ich bewege mich sehr wenig, gehe vielleicht 2-3 mal pro Woche spazieren für 25 Minuten. Einkauf mach ich selten, weil mein Papa oder seine Freundin einkauft. Kochen mach ich vielleicht 1 mal in der Woche. Mache allgemein wenig im Haushalt. Fühl mich aber so platt wegen meinem Rücken, glaube nicht, dass es an der paranoiden Schizophrenie liegt.

    #233378

    Ich brauche auch meine Erholungs-/Ruhephasen. Ansonsten bin ich nicht besonders eingeschränkt. Ich komme überall hin, wo ich will. Nur eine Rede vor den Vereinten Nationen würde mir wahrscheinlich nicht so leicht fallen. ;)

    #233379

    @DiJoKo

    dann geht es dir ungefähr wie mir. War es auch mal anders bei dir?


    @Yuri

    Warst du schon immer nicht besonders eingeschränkt? Oder hattest du auch schon härtere Zeiten?

    #233380

    @Sanny1990 Ja, doch! Unmittelbar nach einer Psychose falle ich schon in ein Loch. Aber da finde ich relativ schnell wieder heraus. Der Körper und das Gehirn brauchen einfach nach einem Schub viel Erholung. Danach hat man dann wieder mehr Kraft.

    Aber ich bin nicht im Stande größere Ausflüge zu machen. Ich würde gerne wieder auf Konzerte gehen oder in eine andere Stadt Freunde besuchen.

    Das ist bestimmt wieder möglich und nur eine Frage der Zeit. Gute Besserung!

    #233383

    @Sanny1990

    Na klar war es auch mal anders bei mir.
    Ich war arbeiten als Zeit-/Leiharbeiter, hatte keine Probleme mich zu bewegen.
    ABER ich habe früher als ich noch mit illegalen Drogen zu tun hatte einfach nur Freunde, die auch damit zu tun hatten, deshalb habe ich mich zurückgezogen und auf Fragen von denen gewartet, ob Sie etwas mit mir machen wollen. Einer hat sich damals gemeldet, der hatte aber vor kurzem ne Depression. Ansonsten hab ich leider noch nicht im Lotto gewonnen, aber heute paar Felder EUROJackpot gespielt :yahoo: man weiß ja nie.

    #233405
    Anonym

      Gerade eben wo ich so durch bin,  denke mir fehlt für vieles die Kraft.  Zu oft Erschöpfung im Gegensatz zu gesunden Menschen.

      Ballere ich meine Energie in die Ehrenämter,  kriege ich sonst ausser treffen soziale nichts mehr auf die Reihe.  Das bekümmert mich.

      Dann fällt schwimmen,  kochen,  spazieren etc flach.

      Mein lesen hat sich verschlechtert, war so ein Bücherwurm gewesen.

      Hier im Forum komme ich mir nicht unmotiviert vor, aber zur Welt draußen ginge noch einiges mehr.

      Aber bin mit 53 Jahren nicht umsonst in Rente frühzeitig seit 1 Jahr.

      #233407

      Da es ja eine interne Diskussion über die vielen Gäste gab, sollte man an dieser Stelle evtl nochmal darauf hinweisen, das dieser Thread Öffentlich ist.

      #233444

      Ich habe einen Grad von 50 in meiner Schwerbehinderung mit der Schizophrenie. Da ist also noch sehr viel Luft nach oben.

      Ich bleibe laut meinem Psychiater in meiner Psychose auch in schlimmen Phasen immer bewusstseinsklar, kann also normal handeln und baue keinen Mist.

      Wenn meine Symptome sich verstärken, was heutzutage alle paar Jahre mal vorkommen kann, höre ich massiv Stimmen bekomme Angstzustände, Depressionen, Beziehungsdenken und Paranoia. Das fängt meist damit an, dass ich von mir aus den Wunsch habe, wieder mehr mit den Stimmen in Kontakt zu treten und diese dann wieder sehr viel mehr reden. Nach einer Weile kippt das dann in die zuletzt genannten Symptome.

      Dann erhöhe ich einige Monate lang die Dosis vom NL und nehme bei Bedarf, bei Angst Tavor oder zum einschlafen Oxazepam, bis die Symptomatik wieder abflaut. Meist lasse ich mich dann ein paar Wochen krank schreiben.


      Tägliche Medikation:
      400 mg Amisulprid
      12,5 mg HCT
      10 mg Ramipril

      ab 04.03.2024:
      500 mg Amisulprid
      5 mg Olanzapin
      12,5 mg HCT
      10 mg Ramipril

      ab 15.03.2024
      600 mg Amisulprid
      12,5 mg HCT
      10 mg Ramipril
      4mg Doxagamma

      #233614

      da der blog öffentlich ist, werde ich mich nicht darauf einlassen.

      lg Yvonne

      #233626

      Das ist kein Blog,  @Yvonneee!


      Tägliche Medikation:
      400 mg Amisulprid
      12,5 mg HCT
      10 mg Ramipril

      ab 04.03.2024:
      500 mg Amisulprid
      5 mg Olanzapin
      12,5 mg HCT
      10 mg Ramipril

      ab 15.03.2024
      600 mg Amisulprid
      12,5 mg HCT
      10 mg Ramipril
      4mg Doxagamma

      #233740
      Anonym

        Ich komme mittlerweile wieder sehr gut klar. Habe mein Studium abschließen können (was such zum Ende wegen der Konzentration gezogen hat), arbeite jetzt Vollzeit und bin viel unter Menschen und have ein gutes soziales Netz.
        Für viele Dinge fehlt mir nur leider etwas der Fokus z.B. lange lesen. Die Krankheit ist für mich mittlerweile ein Randthema geworden und bestimmt mich nicht mehr. Die Medikamente konnte ich nun auch ganz langsam ausschleichen. Am meisten erinnert mich mein Spiegelbild an die Krankheit, weil ich stark zugenommen habe.
        Ich kann jeden betroffenen nur empfehlen, sich eine Auszeit einzugestehen und versuchen Interessen und Kontakte aufrechtzuerhalten oder neu zu entdecken. Ich denke aber genauso, dass man nicht im verbitterten Trott versickern sollte, sondern sich irgendwann wieder ein „normales“ Leben zutrauen sollte!

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