(unter) Bewusstsein umprogrammieren

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  • #9578

    Hallo, denkt ihr das es möglich wäre das die Ängste stimmen etc. Aus dem unterbewusstsein kommen, vielleicht verdrängte kindheitserlebnisse?
    Ich hatte schon vor meiner Krankheit leichte ängste, die ich immer noch habe und Medikamente haben keinen Einfluss darauf.
    Wie könnte man das Bewusstsein umprogrammieren, das die Ängste besser werden?

    #9590
    Anonym

      Ich glaube nicht, dass man das Unterbewusstsein umprogrammieren kann. Aber ich denke, dass du es schaffst, dein Bewusstsein umzuprogrammieren. Also in dem Sinne, dass es nicht mehr so akut auf die Signale aus dem Unterbewusstsein reagiert.

      #9591
      Anonym

        Jede Angst hat ja auch erst einmal ihren Sinn und soll dich vor etwas beschützen, doch häufig steckt dahinter ein Gedankenkonstrukt, welches so viel Gefühl gar nicht verdient,weil die Ängste – wie du schon gesagt hast – aus der Kindheit stammen und nun im Erwachsenenalter ihren Schrecken verlieren (sollten).

        #9593
        Anonym

          @samsara
          Meine Antworten passen vielleicht nicht ganz zu deiner Frage, sorry, habe nicht so genau gelesen.

          #9595

          Macht nichts lightness ;)
          Trotzdem danke für die Antwort, passt schon zum Thema.

          #9598

          Man kann Ängste eventuell mit positivem Erleben und Erfahrungen in ähnlichen Bereichen überdecken. Das muss aber lange Zeit andauern, damit es wirklich etwas bringt.

          Mir hat zB. sehr die Sicherheit und das soziale Miteinander in der WfbM geholfen, meine Existenzängste und meine Angst vor den Reaktionen anderer Menschen zu überwinden.


          Ursprüngliche Medikation:400 mg Amisulprid,12,5 mg HCT,10 mg Ramipril
          Ab 04.03.2024:500 mg Amisulprid,5 mg Olanzapin,12,5 mg HCT,10 mg Ramipril
          Ab 15.03.2024: 600 mg Amisulprid,12,5 mg HCT,10 mg Ramipril,4mg Doxagamma
          Ab 22.04.2024, statt 600 mg Amisulprid, 400 und 150 mg
          Ab 02.05. 6 mg Doxagamma und 25 mg HCT, 550 mg Amisulprid und 10 mg Ramipril
          Ab 12.05. nur noch 500 mg Amisulprid

          • Diese Antwort wurde geändert vor 5 Jahre, 5 Monate von Molly.
          #9616
          Anonym

            Hallo,
            ich glaube dass Bewusstsein und unbewusste Prozesse parallel arbeiten, und finde es naheliegend, diese Prozesse unterschiedlichen Hirnregionen zuzuordnen. Dabei sind die unbewussten Regionen insbesondere im Frontalcortex näher an den Emotionen als das Bewusstsein. Wenn also unbewusst Ängste entstehen, liegt das zunächst einmal außerhalb der Kontrolle des Bewusstseins. Deshalb wird man das nicht so einfach umprogrammieren können. Jedenfalls nicht auf bewusstem Weg. Und einen anderen Weg hat man bisher nur ansatzweise gefunden, bei posttraumatischen Störungen tut man sich auch sehr schwer, einmal Erlebtes wieder aufzulösen oder abzuschwächen.
            Bei schizophrenen Psychosen gibt es viele Hinweise, dass zusätzlich zu der “normalen” Auftrennung zwischen bewusst kontrolierbaren Prozessen und unbewussten Prozessen eine Störung der Kommunikation zwischen bewussten Frontalhirnregionen (wo dieses Bewusstseins-Netzwerk gesteuert wird) und dem Temporallappen (Arbeitsgedächtnis im Hippocampus, Emotionen in den Amygdala) und den unbewussten Hirnregionen (z.B. Orbitofrontalcortex) vorliegt. Und man weiss bei Peychosen, dass mehr Hirnregionen aktiv sind bei Leistungstests als ein Hinweis für eine Art “Work-around”. Meiner Meinung nach möglicherweise unbewusste Regionen, die stärker in Anspruch genommen werden, aber auch unkontrollierbares denken, verarbeiten oder tun. Im Bewusstsein kommen nur die Ergebnisse an, merkwürdige und ggf. intensive Ängste bis hin zu eigentümlichen Gefühlen oder Gedanken und schließlich auch das Hören von Gedanken, die laut werden, oder bekannte Stimmen, die Dinge “wissen”, die nur man selbst eigentlich wissen kann (eben unbewusst generiert).
            Wenn das so ist, das unbewusste Prozesse am Werk sind, und man dadurch dann bewusst unangenehme oder falsche Gefühle bekommt, müsste man diesen unbewussten Prozess, der ja eigentlich die Störung der bewussten Kontrolle ergänzen soll, dahingehend beeinflussen, dass Ängste abgebaut werden, dass sich keine falschen Überzeugungen verdichten. Nur keiner weiss bisher wie das genau geht. Die Antipsychotika bremsen diese unbewussten Prozesse aus, dadurch dass sie das Dopamin blockieren bzw. abschwächen. Dann bleibt nur der bewusste Verarbeitungsprozess übrig, aber möglicherweise fehlt auch etwas wie bei der Negativsymptomatik.
            Ich glaube auch wie @Molly dass die Integration in soziale Umgebung und die positiven Signale der sozialen Umgebung sehr intensiv auf unbewusste Prozesse emotional einwirken können. Vielleicht en wichtiegr Ansatzpunkt. Natürlich nur solange es nicht zu einer emotionalen Verunsicherung führt, dann können soziale Reize auch sehr belastend sein. Also eine freundliche unterstützende Lebenssituation wäre schon einmal ein sehr wichtiger Punkt zumindest damit Ängste seltener auftreten und sich nicht so verfestigen.
            MfG
            Prof. Klimke

            #9723
            Anonym

              Ich denke dass das Bewusstsein nicht im Gehirn ist. Wie kommt es sonst dass ich öfters aus dem Körper ausgetreten bin. Ich denke ein umprogrammieren ist nur ein wenig möglich. Ich habe geschlafen und plötzlich war ich am Gang und habe mit jemanden geredet, der zuerst nicht angreifbar war aber es kurz wurde. Ich denke das ist das Bewusstsein. Eine Art Quantenwelt alias Matrix. Geisterwelt etc..

              #9724
              Anonym

                Das Bewusstsein kann in jeden Körper meiner Meinung nach.

                #9726
                Anonym

                  Stimmen etc.. sind aber aus dem Gedächtnis.

                  #9728
                  Anonym

                    Vielen Dank für die spannende und logische Erklärung zu Bewusstsein/Unterbewusstsein, Dr. Klimke! Ich persönlich finde solche wissenschaftlichen Erklärungen sehr beruhigend und befriedigend. Sie nehmen mir die Angst und die Unsicherheit. Auch wenn ich nie an Paralleluniversen oder Erklärungen a la Matrix geglaubt habe. Dass alles organisch und erklärbar ist, macht es klein und kontrollierbar.

                    #9730
                    Anonym

                      Ich denke, man kann seine Persönlichkeit und Haltung durchaus nach und nach trainieren. Buddhisten tun dies z.B. um eine bestimmte Haltung mit Mitgefühl und Güte gezielt durch Meditation zu erlangen und zu kultivieren. Aus eigener Erfahrung weiss ich, dass dies auch im Alltag möglich ist – allein das Vorhaben, mit anderen Menschen positiver zu sein, kann bewirken dass man in konkreten Situationen immer öfter vor einer Wahl steht, z.B. negativ wie gewohnt zu sein, oder sich einen Ruck zu geben und positiv oder zumindest zusammengerissen neutral zu sein. Dann etwas falsch vorzuspielen funktioniert aber natürlich nicht, sondern macht aus einem selbst eher eine Schlange als einen positiven Menschen, man muss schon daran glauben können, was man dann machen will! Ich habe durch solche einfache Praxis, abgesehen davon dass mich andere Menschen mögen, im Gegenzug auch meinen Selbstwert massiv steigern können – ist man in der Lage andere Menschen positiv zu sehen, sieht man sich selbst auch positiver. Natürlich geht dies nicht von heut auf morgen, sondern der Effekt zeigt sich erst über Monate bis Jahre.

                      Mit den Symptomen sehe ich da aber bislang wenig Angriffspunkte. Ich versuche auch ihnen gegenüber eine positive, selbstbestimmte Haltung zu haben, und meine Praxis mit meinen Mitmenschen scheint durchaus auch Effekt auf die Welt der Symptome zu haben. So ala, wenn man mit sich im Reinen ist – mildere Symptome, mehr “Helfer” unter den Stimmen, weniger Versuchungen sich einzulassen oder aufzugeben. Aber harten Horror kann man so glaube ich nicht weglieben, und fesselnde Symptome bleiben eben solche, egal wie lieb sie grade scheinen. Etwa habe ich immer den Eindruck, wenn man Gier (auch Neugierde!), Wut, Aggression und Hass, Angst usw. weglässt bei’m Umgang mit Symptomen, und versucht sich Mühe zu geben wie man es aufnimmt und damit umgeht, dann können sie in Zukunft evtl. mildere Bahnen gehen, oder die Geschichten die sich entfalten evtl. für einen weniger anstrengende Bahnen nehmen.

                      Ich hatte auch den Eindruck, dass wenn man merkt, was die Symptome mit einem machen, welcher Natur sie wahrscheinlich sind und welche Auswirkungen das auf einen haben kann, umso mehr Abstand von und Möglichkeiten zur geistigen Befreiung von ihnen erwirkt man.

                      Freilich habe ich so milde Symptome wegbekommen bzw. die schwachen Symptome machen mir nichts mehr aus und reizen mich auch nicht mehr, aber sie wurden leider dann doch durch ultraharte (inhaltlich) ersetzt. Vielleicht ist das aber nur mein persönliches Pech.

                      #9986

                      Danke für die ausführliche Antwort Prof klimke, auch dir Hirnsehprogramm.
                      Halbwahr, ich glaube das Bewusstsein ist eine Mischung aus Gehirn, Erfahrung etc. Und ein teil feinstofflich.
                      Siehe nur wie sich ein Mensch bei einem walk in verändert.

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